Der Berufswahlpass

Inwiefern fördert er das Berufswahlverhalten Jugendlicher nach der Berufswahltheorie mit entscheidungs-theoretischem Ansatz?


Hausarbeit, 2008

19 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Berufswahlpass
2.1 Berufswahlpass – was ist das?
2.2 Aufbau des Berufswahlpasses
2.3 Varianten
2.3.1 Besonderheit in Hessen
2.4 Ziele und Nutzen des Berufswahlpasses
2.5 Aufgaben beim Einsatz des Berufswahlpasses

3 Berufswahltheorien
3.1 Entscheidungstheoretischer Ansatz
3.1.1 Kritik

4 Analyse: Inwiefern fördert der Berufswahlpass das Berufswahlverhalten Jugendlicher nach dem entscheidungstheoretischen Ansatz?

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In den letzten Jahren ist eine deutliche Veränderung der Berufswahl für die Jugendlichen zu erkennen. Gründe dafür sind auf ökonomisch-technologische Entwicklungen, eine weiterentwickelte Arbeitsorganisation und die damit zusammenhängenden erhöhten Qualifikationsanforderungen in der Ausbildung sowie im Beruf zurückzuführen. Das Erwerbsleben hat sich ebenfalls durch neue Beschäftigungsformen verändert und der Einzelne muss sich ständig selbstständig weiterbilden, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.[1]

Doch auch der Übergang von der Schule in eine erste Berufsausbildung gestaltet sich schwieriger, da dieser unübersichtlicher und risikoreicher geworden ist. Außerdem ist die Erstberufswahl heutzutage lediglich als Einstieg in die Berufswelt anzusehen, da sich sowohl die Arbeitswelt als auch die persönlichen Interessen, Wünsche und Fähigkeiten ständig weiterentwickeln. In dieser Orientierungsphase benötigt der Heranwachsende eine ausgeprägte Entscheidungsfähigkeit.[2]

Auf der anderen Seite kritisieren Vertreter der Wirtschaft heutzutage die Berufsvorbereitung der Schulen, da die jugendlichen Bewerber über ein vermindertes Informationsniveau verfügen. Hinzu kommt eine häufig unrealistische Berufsvorstellung der Jugendlichen.[3]

Diese Entwicklungen der Berufs- und Arbeitswelt sowie die erhöhten Anforderungen an die Bewerber verlangen den Schulen einen verbesserten und den aktuellen Veränderungen angepassten Berufswahlunterricht ab, um die Jugendlichen adäquat vorzubereiten.

Der Berufswahlpass knüpft an diese Veränderungen und Problematik an und unterstützt die Schüler[4] bei der Entwicklung ihrer Kompetenzen und der Planung ihres Orientierungsprozesses. Der Grundgedanke des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bestand darin, mit Hilfe des Berufswahlpasses nicht nur die schulische Berufsorientierung zu verbessern, sondern den Schülern somit auch den Übergang von Schule und Beruf zu erleichtern.[5]

Durch den Einsatz des Berufswahlpasses werden die Anforderungen an die Schule in neuer Art erfüllt und er stellt ein „Werkzeug für eine zeitgemäße schulische Berufsorientierung“[6] dar.

Im Rahmen meines Lehramtstudiums im Fach Arbeitslehre stellte ich im fachdidaktischen Seminar „Berufsorientierung“ den Berufswahlpass vor. Diese Hausarbeit beschäftigt sich zunächst mit der Darstellung des Berufswahlpasses. Dazu zählen dessen Aufbau, die verschiedenen Varianten sowie dessen Zielsetzung. In einem weiteren Schritt werde ich die Aufgaben, die z. B. Lehrerkräfte, die Berufsberatung oder Betriebe bei der Arbeit mit dem Pass erfüllen sollten, vorstellen.

Ein weiterer Gegenstand dieser Hausarbeit ist die Berufswahltheorie mit entscheidungstheoretischem Ansatz, woraus sich schließlich auch die Fragestellung dieser Arbeit entwickelt. Dabei werde ich den Versuch unternehmen und analysieren, inwiefern der Berufswahlpass das Berufsverhalten Jugendlicher unter Berücksichtigung des entscheidungstheoretischen Ansatzes fördert und auf eine zu treffende Berufsentscheidung vorbereitet. Da die wissenschaftliche Darstellung beider Themen nicht mit der Analyse vermischt sein soll, halte ich es für vorteilhafter, wenn die Teile zunächst getrennt voneinander behandelt werden.

2 Der Berufswahlpass

2.1 Berufswahlpass – was ist das?

Der Berufswahlpass ist ein Strukturierungs- und Entwicklungsinstrument zur Planung des lebenslangen Lernens, der die Eigeninitiative und Selbstverantwortung der Schüler bei der individuellen Lernplanung fördert. Er bietet Hilfestellungen zur selbstgesteuerten Berufsorientierung und kann für die Entscheidung eines Erstberufs von großer Bedeutung sein. Weiterhin dient der Berufswahlpass zur Dokumentation der Teilnahme an berufsorientierenden Maßnahmen, z. B. Praktika, Unterrichtsprojekte, schulische und außerschulische Veranstaltungen, Ferienjobs und Auslandsaufenthalte.[7] Ziel der Konzeption ist es, Schüler während der Berufswahlvorbereitung zu unterstützen und den komplizierten Prozess der Berufswahl einfacher zu gestalten.[8]

Der Berufswahlpass wurde unter anderem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Bundesagentur für Arbeit im Programm Schule-Wirtschaft/Arbeitsleben entwickelt und im Schuljahr 2000/2001 wurde er unter der Leitung von Hamburg gemeinsam mit sechs weiteren Bundesländern (Brandenburg, Berlin, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein) erstmals erprobt. Seit seiner Einführung wird er ständig weiterentwickelt, verbessert und den Veränderungen innerhalb der Arbeits- und Berufswelt angepasst.[9]

2.2 Aufbau des Berufswahlpasses

Der Berufswahlpass ist ein DIN-A4-Ordner mit vier Registerblättern und dazugehörigen Einlegeblättern, die als Arbeitsvorschläge zu verstehen sind. Die Schüler erhalten den Berufswahlpass in Klasse 7 als Lose-Blatt-Sammlung und diese kann von der Lehrkraft beliebig erweitert und ausgetauscht werden.[10] Auf diese Weise ist eine individuelle Anpassung auf die jeweilige Lerngruppe möglich.

Der Berufswahlpass gliedert sich in folgende Abschnitte mit dazu passenden Einlegeblättern:

- Teil 1: Angebote zur Berufsorientierung: In diesem Abschnitt stellt die Schule ihr internes Programm zur Berufsorientierung vor. Dies wird somit den Schülern, dem gesamten Kollegium, Eltern, aber auch externen Kooperationspartnern transparent, wodurch eine verbesserte Zusammenarbeit ermöglicht wird. Die Schüler finden Kontaktdaten, an die sie sich wenden können, um Informationen einzuholen und können somit ihren Prozess der Berufswahl weitgehend selbstständig bewältigen. Allerdings haben die Schüler die Möglichkeit in diesem Bereich Ergänzungen von Adressen und Inhalten der Angebote vorzunehmen. Dieser erste Teil enthält ebenfalls Angebote der geschlechtsspezifischen Berufsorientierung.[11]

- Teil 2: Mein Weg zur Berufswahl: Dieser Teil bildet den Kernbereich des Berufswahlpasses und ist in drei Abschnitte gegliedert. In dem ersten Abschnitt „Mein persönliches Profil“, werden die Schüler angeregt, ihre Interessen und Stärken herauszufinden, sich persönliche Ziele zu setzen und ein Kompetenzprofil zu erarbeiten. Der Bereich „Meine Lernplanung“ gibt Anregungen, wie die Schüler ihre Lernschritte eigenständig planen, organisieren und anschließend auswerten. Der dritte Abschnitt „Meine Übergangsschritte“ unterstützt die Schüler bei der Planung, Umsetzung und Auswertung ihrer Übergangsschritte und informiert sie darüber, wo sie Hilfen finden können. Die gesamten Materialien sind so konzipiert, dass sie die Schüler fördern, sie jedoch auch gleichzeitig auffordern, Verantwortung für ihren persönlichen Berufswahlprozess zu übernehmen und dabei selbstständig und aktiv zu arbeiten.[12]

- Teil 3: Dokumentation: Hier sammeln und dokumentieren die Schüler Unterlagen (z. B. Teilnahme- und Leistungsnachweise), die für die Bewerbung und somit für den Einstieg in das Berufsleben von Bedeutung sind. Die Schüler lernen dabei, ihre schulischen und außerschulischen Arbeiten als wichtigen Teil ihrer beruflichen Entwicklung anzusehen. Auf diese Weise lernen die Schüler ihre erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen wahrzunehmen, zu beschreiben und schließlich für ihre persönliche Lebens- und Berufsplanung anzuwenden.[13]

- Teil 4: Lebensordner: Dieser Teil beinhaltet Anregungen zur Arbeit mit lebenspraktischen Vorgängen und Ereignissen, z. B. Fragestellungen zu den Themen Geld, Versicherungen, sonstigen Behörden oder Wohnung. Darüber hinaus sind Kontaktadressen zur Unterstützung und Informationsbeschaffung dieser Bereiche aufgeführt. Der Lebensordner ist allerdings lediglich in den Varianten A und B des Berufswahlpasses zu finden.[14]

[...]


[1] Vgl. Schudy, Jörg (Hrsg.): Berufsorientierung in der Schule. S. 253.

[2] Vgl. Ebd. S. 254.

[3] Vgl. Schober, Karen: Berufsorientierung im Wandel. S. 8

[4] Im Folgenden sind mit dem Oberbegriff „Schüler“ sowohl „Schüler“ als auch „Schülerinnen“

gemeint.

[5] Vgl. Schudy, Jörg (Hrsg.): Berufsorientierung in der Schule. S. 254.

[6] Dr. A. Lumpe: Handreichung zum Berufswahlpass. S. 5.

[7] Vgl. Schudy, Jörg (Hrsg.): Berufsorientierung in der Schule. S. 253.

[8] www.berufswahlpass.de

[9] Vgl. Ebd.

[10] Vgl. Ebd. S. 255

[11] Vgl. Dr. A. Lumpe: Handreichung zum Berufswahlpass. S. 9.

[12] Vgl. Ebd. S. 10.

[13] Vgl. Ebd. S. 11.

[14] Vgl. Ebd. S. 12.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Der Berufswahlpass
Untertitel
Inwiefern fördert er das Berufswahlverhalten Jugendlicher nach der Berufswahltheorie mit entscheidungs-theoretischem Ansatz?
Hochschule
Universität Kassel
Veranstaltung
Berufsorientierung
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
19
Katalognummer
V153596
ISBN (eBook)
9783640657780
ISBN (Buch)
9783640658466
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Berufswahlpass, Inwiefern, Berufswahlverhalten, Jugendlicher, Berufswahltheorie, Ansatz, Berufsorientierung, Berufsvorbereitung, Arbeitslehre, Berufswahl, Berufswahlunterricht, Übergang Schule Beruf, Berufsausbildung, Berufsentscheidung, entscheidungstheoretisch, Berufsberatung
Arbeit zitieren
Kirsten Manegold (Autor), 2008, Der Berufswahlpass , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153596

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