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Kreditvergabe während der Subprime-Krise in den USA

Empirische Evidenz

Titre: Kreditvergabe während der Subprime-Krise in den USA

Mémoire (de fin d'études) , 2009 , 41 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Florian Honselmann (Auteur)

Gestion d'entreprise - Banque, Bourse, Assurance
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Die amerikanische Immobilienkrise, die sich zu einer weltweiten Wirtschaftskrise entwickelt hat, beherrscht seit mehreren Monaten die Schlagzeilen. Indes hat sich die Diskussion von den Ursachen der Immobilienkrise in verstärktem Maße zu dem Thema verlagert, wie der globalen Rezession in effektiver Weise zu begegnen sei. Die meisten G8-Staaten und die Volksrepublik China versuchen, die durch Überinvestition und Überkonsumption verursachte Krise durch eine erneute Ausweitung der Geld- und Kreditvergabe zu bekämpfen; die strukturellen Ursachen der Finanz- und Immobilienkrise treten in Anbetracht kurzfristiger, politischer Wahlzyklen in den Hintergrund. Die Perspektive dieser Arbeit liegt im speziellen auf den Vorgängen in den Vereinigten Staaten selbst. Die globale Dimension der Vorgänge wird v.a. im Hinblick auf die Geldpolitik und die Securitization nicht verschwiegen, sie kann jedoch nur skizziert werden, um das zentrale Thema ausführlich behandeln zu können.

Die vorliegende Arbeit beginnt mit einem Überblick bezüglich des amerikanischen Immobilienmarktes, wobei der Schwerpunkt auf dem Subprime-Segment liegt, da sich die gegenwärtige Krise primär in diesem Marktsegment entwickelt hat. Hierbei ist es notwendig, in der gebotenen Kürze auf politökonomische Faktoren des US-Immobilienmarktes im Ganzen, v.a. aber der Ausweitung der Kreditvergabe an Schuldner geringer Bonität im Besonderen zu analysieren.

Das dritte Kapitel befasst sich mit den makro- und mikroökonomischen Ursachen der extensiven Kreditvergabe. Im Zentrum dieses Kapitels steht der geldpolitische Transmissionsmechanismus, wobei anhand des Kreditkanals („Credit Channel“) in theoretischer Form die Rolle der Geldpolitik behandelt wird. Offensichtlich scheinen die Verschuldungssituation v.a. der amerikanischen Marktakteure und die Politik des billigen Geldes in einem kausalen Zusammenhang zu stehen.

Kapitel vier befasst sich eingehend mit dem Prozess der Securitization, ohne den die Globalität der Krise nicht denkbar wäre, wobei insbesondere die Auswirkungen der Kreditverbriefung auf den Geldschöpfungsspielraum der privaten Banken und die Risikoallokation des Gesamtmarktes analysiert werden. Die heute in der Kritik stehenden Finanzmarktinnovationen wurden allgemein begrüßt, da sie die Möglichkeit, Vermögenswerte zu besitzen, auf Menschen mit geringem Einkommen ausdehnte.

Kapital fünf schließt diese Arbeit mit einer zusammenfassenden Würdigung.

Extrait


Inhaltsverzeichnis der Arbeit

1 Einleitung

2 Der Subprime-Markt in den USA

2.1 Politökonomische Faktoren

2.1.1 Government-sponsored-Enterprises

2.1.2 Fair-Lending und Steuerrecht

3 Ursachenanalyse

3.1 Geldpolitische Transmission – Der Kreditkanal

3.1.1 Balance Sheet Channel

3.1.2 Bank Lending Channel

4 Innovationen in der Finanzwirtschaft

4.1 Der Prozess der Verbriefung

4.2 Implikationen für die geldpolitische Transmission

4.3 Empirische Evidenz

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Diplomarbeit untersucht den empirischen Verlauf der Kreditvergabe auf dem amerikanischen Immobilienmarkt und analysiert die Ursachen für die Entstehung von Boom-und-Bust-Zyklen unter Berücksichtigung geldpolitischer Faktoren und Finanzinnovationen.

  • Analyse der politökonomischen Faktoren im US-Immobilienmarkt
  • Untersuchung des geldpolitischen Transmissionsmechanismus (Kreditkanal)
  • Evaluation der Rolle von Finanzinnovationen wie der Securitization
  • Diskussion über staatliche Interventionen und Regulierungsansätze

Auszug aus dem Buch

2 Der Subprime-Markt in den USA

Der Besitz von Immobilien hat für amerikanische Bürger, unabhängig von ihrer Herkunft, aus wirtschaftlichen und kulturellen Gründen eine größere Bedeutung, als dies für Europäer der Fall wäre. Insbesondere dient Wohneigentum als Teil der Altersversorge, da im Vergleich zu Kontinentaleuropa kein umfassendes System der staatlichen Altersversorge existiert.

Ein Subprime-Kreditnehmer besitzt aufgrund seiner Einkommens- und Vermögenssituation keine erstklassige Qualität, sondern hat in der Vergangenheit bereits Zahlungsausfälle oder Zwangsversteigerungen erlitten. Die hohe Ausfallwahrscheinlichkeit eines Subprime-Schuldners ist durch einen FICO-Score von 660 oder weniger gekennzeichnet. Weitere bedeutende Messgrößen sind die debt-to-income-ratio als Verhältnis von Bruttoeinkommen zu Schuldendienst sowie die loan-to-value-ratio als Verhältnis zwischen Kreditsumme und dem Marktwert der eingebrachten Sicherheit. Kreditnehmer mit einer DTI über 55% und/oder einer LTV über 85% werden ebenfalls dem Subprime-Segment zugerechnet.

Zwischen erstklassigen und Subprime-Krediten existiert außerdem die Kategorie der Alt-A Schuldner, die zwar relativ sicherer als Subprime-Kredite, aber aufgrund unvollständiger oder fehlender Angaben hinsichtlich des Einkommens und der Vermögenswerte nicht als erstklassig erfasst werden. Insgesamt wurden 2005 32% aller Hypothekenkredite innerhalb dieses Nonprime-Marktes vergeben, was eine Verdreifachung gegenüber den Werten von 2003 bedeutet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Immobilienkrise und Darlegung der Forschungsziele bezüglich der Entstehung von Boom-und-Bust-Zyklen.

2 Der Subprime-Markt in den USA: Definition des Subprime-Segments und Analyse politökonomischer Faktoren sowie der Rolle staatlich geförderter Hypothekeninstitute.

3 Ursachenanalyse: Theoretische Herleitung der geldpolitischen Transmission unter besonderer Betrachtung des Kreditkanals und dessen Bedeutung für die Kreditvergabe.

4 Innovationen in der Finanzwirtschaft: Analyse der Auswirkungen der Verbriefung (Securitization) auf das globale Finanzsystem und die Stabilität der Kreditmärkte.

5 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Würdigung der Ergebnisse und kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Geldpolitik und staatlicher Regulierung.

Schlüsselwörter

Subprime-Krise, Immobilienmarkt, Kreditvergabe, Geldpolitik, Securitization, Verbriefung, Fannie Mae, Freddie Mac, Kreditkanal, Finanzinnovation, Boom-und-Bust-Zyklus, Leverage-Effekt, Regulierungsarbitrage, Zinspolitik, Liquidität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Ursachen und dem Ablauf der US-Immobilienkrise sowie deren Einbettung in die globale Geldpolitik und Finanzmarktentwicklungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Subprime-Hypotheken, die Rolle der Government-sponsored-Enterprises (GSEs), die Kreditvergabe-Standards und der Prozess der Kreditverbriefung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den empirischen Verlauf der Kreditvergabe zu erläutern und zu klären, wie aus normalen Konjunkturzyklen verstärkt Boom-und-Bust-Zyklen entstehen konnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse geldpolitischer Transmissionsmechanismen, insbesondere des sogenannten Kreditkanals, sowie eine empirische Betrachtung historischer Marktdaten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Ursachenanalyse (Geldpolitik und Kreditkanal) und eine detaillierte Untersuchung der Finanzmarktinnovationen und ihrer Auswirkungen auf die globale Stabilität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Subprime, Kreditkanal, Securitization, Fannie Mae, Freddie Mac und die geldpolitische Steuerung durch die FED.

Warum spielten Fannie Mae und Freddie Mac eine so entscheidende Rolle?

Als staatlich unterstützte Unternehmen schufen sie durch den Aufkauf von Hypotheken einen liquiden Sekundärmarkt, was das Wachstum des Subprime-Marktes massiv befeuerte.

Welche Rolle spielte die Fair-Lending-Gesetzgebung?

Der Verfasser argumentiert, dass staatliche regulatorische Eingriffe wie der Community Reinvestment Act (CRA) die Kreditvergabestandards aufgeweicht und dadurch den Zugang zu Krediten für Schuldner geringer Bonität forciert haben.

Wie wirkt sich der Leverage-Effekt auf die Krise aus?

Der Leverage-Effekt ermöglichte es Investoren, Eigenkapitalrenditen durch hohe Verschuldung zu hebeln; im Abschwung führte dies zu einer massiven Bilanzverschlechterung, wenn Vermögenswerte an Wert verloren.

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Résumé des informations

Titre
Kreditvergabe während der Subprime-Krise in den USA
Sous-titre
Empirische Evidenz
Université
University of Kassel
Note
2,0
Auteur
Florian Honselmann (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
41
N° de catalogue
V153611
ISBN (ebook)
9783640660322
ISBN (Livre)
9783640660841
Langue
allemand
mots-clé
Subprime Geldpolitik (FED) Community Reinvestment Act Verbriefung Vermögenspreisinflation Austrian School Bank Lending Channel Credit Channel Immobilienkrise USA Finanzkrise Fair Lending
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Florian Honselmann (Auteur), 2009, Kreditvergabe während der Subprime-Krise in den USA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153611
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Extrait de  41  pages
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