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Gründe ungleicher Bildungsbeteiligung

Titel: Gründe ungleicher Bildungsbeteiligung

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2008 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Diplom-Pädagogin Nadine Janousek (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit befasst sich mit der Thematik ungleicher Bildungsbeteiligung, welche auf verschiedene Ursachen zurückzuführen ist. Zunächst wird daher der Fragestellung nachgegangen, inwieweit die in den 1960er Jahren deutlich gewordenen Stadt-Land-Unterschiede in der Bildungsbeteiligung beseitigt worden sind. Nachdem ein Hintergrundwissen über den Begriff der Bildung bereitgestellt wird, ist zu zeigen, dass erhebliche Unterschiede unter anderem durch die soziale Schichtzugehörigkeit, die ethnische Herkunft oder Lehrerempfehlungen bedingt sind. An dieser Stelle wird nicht zuletzt die Forderung nach Chancengleichheit bezüglich der Bildungsmöglichkeiten laut. Durch die Qualifikation und Selektion des Schulsystems, gewinnt dieses selbst eine hohe Bedeutung bezüglich der Realisierung gleicher Bildungschancen. Daher wird anschließend dargestellt, durch welche Faktoren die Bildungsentscheidungen innerhalb der Institution Schule beeinflusst werden.Im Anschluss wird auf die Ursachen eingegangen, warum die Bildungsbeteilung ist in den einzelnen Bundesländern, auch beeinflusst durch den demographischen Wandel, sehr unterschiedlich ist. Abschließend wird das Stadt-Land-Gefälle bezüglich der Bildungschancen und der damit verbundenen Bildungsbeteilung aufgezeigt, welches sowohl zwischen den einzelnen Bundesländern als auch interregional noch immer besteht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bildung und die Gleichheit der Bildungschancen

2.1 Bildung

2.2 Die Forderung nach Chancengleichheit

3 Schule als Bildungsinstitution

4 Bildungsentscheidungen

5 Bildungsbeteilung in den einzelnen Bundesländern

6 Demographischer Wandel und verändertes Bildungsverhalten als Determinanten der Bildungsbeteiligung

7 Auswirkung der regionalen Disparitäten auf die Bildungsbeteilung

8 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für die ungleiche Bildungsbeteiligung in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung räumlicher Disparitäten und sozioökonomischer Faktoren. Ziel ist es zu analysieren, inwieweit das in den 1960er Jahren identifizierte Stadt-Land-Gefälle im Bildungssystem bis heute fortbesteht und welche Rolle das regionale Bildungsangebot sowie individuelle Entscheidungsfaktoren dabei spielen.

  • Analyse der historischen Entwicklung von Chancengleichheit und Bildungsexpansion.
  • Untersuchung der Rolle der Schule als Institution für Selektion und Bildungsentscheidungen.
  • Bewertung des Einflusses der sozialen Herkunft und Lehrerempfehlungen auf den Schulerfolg.
  • Einfluss des demographischen Wandels und der räumlichen Distanz zur Bildungseinrichtung.
  • Regionale Disparitäten in der Bildungsbeteiligung zwischen Bundesländern und Stadt-Land-Räumen.

Auszug aus dem Buch

3 Schule als Bildungsinstitution

Die Schule als Bildungsinstitution hat eine hohe Bedeutung für die Vermittlung von Wissen und der damit verbundenen Qualifikation, dient gleichzeitig aber auch der Selektion (vgl. Mammes, 2006: 41). Diese Selektion findet laut Bourdieu durch die schichtspezifische Sozialisation von Seiten der Schule statt, welche ihrerseits zur Legitimation der sozialen Ungleichheit beiträgt (vgl. Bourdieu/ Passeron, 1971). Die Schule verhilft der herrschenden Klasse dazu, mittels Bildungssystems ihre Macht an die nächste Generation weitergeben zu können (vgl. Allmendinger/Aisenbrey, 2002: 44.). Mehr noch, sogar die Herkunftsprivilegien können „über die Ausbildung auf die nachfolgende Generation übertragen werden“ (Müller/Mayer zit. in ebd.: 46). Andere Faktoren mit Selektionswirkung bleiben bei dieser Betrachtung außen vor.

Im Jahre 1955 betrachtet Weinstock die Selektion durch die Schule als eine Notwendigkeit für die Arbeitsweise der damaligen Gesellschaft. Nach Weinstock ist die Organisation der Bildung eine notwendige Folge, um der Arbeitsteilung der rationalisierten, mechanisierten und technisierten Welt begegnen zu können (vgl. Weinstock, 1955: 121). „Dreierlei Menschen braucht die Maschine: den einen, der sie bedient und in Gang hält; den, der sie repariert und verbessert; schließlich den, der sie erfindet und konstruiert. Hieraus ergibt sich: Die richtige Ordnung der modernen Arbeitswelt gliedert sich, im großen und ganzen […] in drei Hauptschichten: die große Masse der Ausführenden, die kleinere Gruppe der Entwerfenden und dazwischen die Schicht, die unter den beiden anderen vermittelt. [...] Was ergibt sich nun aus dieser Struktur unserer modernen Arbeitswelt für den Aufbau des Bildungswesens? Offenbar verlangt die Maschine eine dreigliedrige Schule: eine Bildungsstätte für die ausführenden, also zuverlässig antwortenden Arbeiter, ein Schulgebilde für die verantwortlichen Vermittler und endlich ein solches für die Frager, die so genannten theoretischen Begabungen“ (ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die Problematik der ungleichen Bildungsbeteiligung und definiert die Zielsetzung der Hausarbeit unter Einbeziehung soziologischer und raumplanerischer Perspektiven.

2 Bildung und die Gleichheit der Bildungschancen: Dieses Kapitel erläutert den Bildungsbegriff und diskutiert den Anspruch auf Chancengleichheit in der modernen Gesellschaft vor dem Hintergrund der Bildungsexpansion.

3 Schule als Bildungsinstitution: Hier wird die Schule als Selektionsinstanz analysiert, die maßgeblich zur Reproduktion gesellschaftlicher Machtstrukturen beiträgt.

4 Bildungsentscheidungen: Das Kapitel beleuchtet, welche Faktoren – von der sozialen Herkunft bis zur Lehrerempfehlung – den Bildungs- und Schullaufbahnweg von Kindern beeinflussen.

5 Bildungsbeteilung in den einzelnen Bundesländern: Anhand von Datenanalysen werden die Unterschiede in der Bildungslandschaft und den Schulbesuchsquoten der Bundesländer aufgezeigt.

6 Demographischer Wandel und verändertes Bildungsverhalten als Determinanten der Bildungsbeteiligung: Dieses Kapitel untersucht die Auswirkungen sinkender Schülerzahlen und regionaler demographischer Veränderungen auf die Schulstandorte.

7 Auswirkung der regionalen Disparitäten auf die Bildungsbeteilung: Hier wird verdeutlicht, wie das räumliche Angebot und die Siedlungsdichte die Zugangschancen zu Bildung beeinflussen.

8 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über das bestehende Stadt-Land-Gefälle zusammen und fordert eine flächendeckende, gerechtere Bildungsversorgung.

Schlüsselwörter

Bildungsbeteiligung, Chancengleichheit, Bildungsentscheidung, Schule, soziale Schicht, Selektion, Stadt-Land-Gefälle, Bildungsraum, regionale Disparitäten, Bildungsexpansion, Demographischer Wandel, Schulstandorte, soziale Herkunft, Bildungsbarrieren, Lehrerempfehlung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ursachen und Ausprägungen der ungleichen Bildungsbeteiligung in Deutschland, wobei ein besonderer Fokus auf dem Einfluss des Wohnortes und der sozialen Herkunft liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die bildungssoziologische Selektion, die Auswirkungen des demographischen Wandels auf Schulstandorte sowie die regionalen Unterschiede bei der Erreichbarkeit von Bildungseinrichtungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, inwieweit die in den 1960er Jahren deutlich gewordenen Stadt-Land-Unterschiede in der Bildungsbeteiligung bis heute fortbestehen oder beseitigt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf Sekundärliteratur aus den Bereichen Soziologie, Pädagogik und Raumplanung sowie auf statistischen Daten des Bundesamtes und der Länder basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen von Bildung, den Selektionscharakter des Schulsystems, die verschiedenen Einflussfaktoren auf Bildungsentscheidungen und die regionale Differenzierung des Bildungsangebots.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bildungsbeteiligung, Chancengleichheit, regionale Disparitäten, Selektion und Bildungsexpansion charakterisiert.

Welche Rolle spielt das "Stadt-Land-Gefälle" für die Bildungsentscheidung?

Das Stadt-Land-Gefälle beeinflusst die Wahl der Schulform massiv, da in ländlichen Regionen aufgrund geringerer Siedlungsdichte und längerer Schulwege das Angebot an weiterführenden Schulen, insbesondere Gymnasien, oft schlechter erreichbar ist.

Inwieweit hat die Bildungsexpansion soziale Ungleichheit abgebaut?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Bildungsexpansion zwar den allgemeinen Zugang zu Bildung erhöhte, aber keinen umfassenden Abbau der sozialen Ungleichheit bewirkte, da privilegierte Schichten ihre Vorteile ebenfalls ausbauen konnten.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gründe ungleicher Bildungsbeteiligung
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,7
Autor
Diplom-Pädagogin Nadine Janousek (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
19
Katalognummer
V153781
ISBN (eBook)
9783640660605
ISBN (Buch)
9783640661220
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Chancenungleichheit Bildungsbenachteiligung Schule Kinder und Jugendliche Stadt-Land-Gefälle
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Diplom-Pädagogin Nadine Janousek (Autor:in), 2008, Gründe ungleicher Bildungsbeteiligung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153781
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Leseprobe aus  19  Seiten
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