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Neukonzeption des Pressewesens in der Besatzungszeit

Titre: Neukonzeption des Pressewesens in der Besatzungszeit

Etude Scientifique , 2010 , 19 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Sebastian Götz (Auteur)

Médias / Communication - Médias imprimés, Presse
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Zeitungskrise. Kaum eine Entwicklung wie sie derzeit im Gange ist, hat den deutschen Pressemarkt je vor eine größere Aufgabe gestellt. Die Auflagenzahlen der publizistischen Einheiten sinken von Jahr zu Jahr (vgl. Schröder, 2009). Dies wiederum hat einen Einbruch am Anzeigenmarkt zufolge. Das Internet als moderne Informationsquelle und neuer Werbeträger läuft der Zeitung den Rang ab (vgl. Assion, 2008). Die Zeitungen bzw. die Presselandschaft stehen vor einer grundlegenden Veränderung. Jahrzehnte lang hatte die Tageszeitung den Status des Erstinformationsmediums. In Zeiten des Online Journalismus hat sie diese Funktion verloren (vgl. Schrag, 2006: 19).
Die Presse ist nun ein Objekt der Veränderung geworden. Sie muss sich selbst neu erfinden. Noch vor knapp 65 Jahren, im Jahr 1945, war die Presse ebenso ein Objekt der Veränderung, wie das Mittel dafür. In einem besiegten Deutschland schufen die Besatzungsmächte ein komplett neues Pressesystem nach ihren Vorstellungen, das in seinen Grundstrukturen bis heute Bestand hat. Sie wollten damit die alten Pressetraditionen der Weimarer Republik und die Propagandapresse des dritten Reichs ablösen und gegen eine Presse nach ihren Vorstellungen austauschen. Außerdem sprachen sie dem Zeitungswesen eine große Funktion in der Umerziehung (Re-Education) und Demokratisierung der Deutschen zu.
Umso mehr stellt sich heute die Frage, nach welchen Prinzipien die Besatzungsmächte in ihrer Neustrukturierung des Pressewesens vorgingen und welche Ziele sie damit verfolgten. Mit genau diesen Fragen, den historischen Vorraussetzungen und den durchgeführten Maßnahmen der Besatzer beschäftigt sich die folgende Arbeit. Neben den Alliierten Vorplanungen, der Einführung eigener Printmedien durch die jeweiligen Besatzer, spielt auch die spätere Übergabe der Presse zurück in deutsche Hände eine Rolle. Einige der damals lizenzierten Blätter findet man auch heute noch in den Zeitungsständen.
Dabei gingen die Besatzungsmächte in ihren jeweiligen Zonen mit der Vergabe der Lizenzen höchst unterschiedlich vor. Eine Entwicklung, die nicht nur positiv gesehen wurde. So schreibt Dr. Heinz Peter Volkert: „Von heute - nach über vierzig Jahren - aus gesehen war die Lizenzierung wohl keine Patentlösung;“ [...] (Schölzel, 1986: o.S.). Auch muss man die Ausgangslage der Presse betrachten, um ihre Entwicklung in der Besatzungszeit nachvollziehen zu können.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Alliierte Planungen vor Kriegsende

2.1 Re-Education Konzept der Briten und Amerikaner

2.2 Französische Nachkriegsplanung

2.3 Sowjetische Nachkriegsplanung

3. Presseentwicklung in Deutschland unter alliierter Kontrolle

3.1 Die Anfänge der Besatzungspresse

3.2 Die Lizenzphase

3.2.1 Lizenzphase im amerikanischen Sektor

3.2.2 Lizenzphase im britischen Sektor

3.2.3 Lizenzphase im französischen Sektor

3.2.4 Lizenzphase im sowjetischen Sektor

4. Übergabe der Presse in deutsche Hände

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die historische Neustrukturierung des deutschen Pressewesens durch die alliierten Besatzungsmächte nach 1945. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, nach welchen Prinzipien die Besatzer vorgingen, welche Ziele sie – insbesondere im Kontext der Re-Education – verfolgten und wie die Transformation vom totalen Pressestopp bis hin zur allmählichen Rückgabe in deutsche Hände verlief.

  • Alliierte Vorplanungen zur Presseordnung
  • Die unterschiedlichen Ansätze der Besatzungszonen (US, britisch, französisch, sowjetisch)
  • Die Einführung und Praxis der Lizenzpresse
  • Transformation des journalistischen Berufsbildes nach 1945
  • Die Übergabe der Presserechte in deutsche Hände und langfristige Nachwirkungen

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Lizenzphase im amerikanischen Sektor

Mit der Direktive Nr. 3 vom 28. Juni 1945 kam es zu einer Wende in der amerikanischen Pressepolitik. Mit Hilfe dieser Direktive sollten die Lizenzanträge beschleunigt und somit deutsche Zeitungen schneller in die Tat umgesetzt werden. Aufgrund der immer noch großen Papierknappheit konnten die Amerikaner nur eine Zeitung pro Einzugsgebiet zulassen, was eine überregionale Presse, sowie einen offenen Wettbewerb unmöglich machte. Außerdem war es ein Anliegen die Lizenzen nicht an einzelne Träger, sondern an Gruppen unterschiedlichster, nazifeindlicher Mitglieder zu vergeben (vgl. Hurwitz, 1972:119). Damit sollte die Meinungsvielfalt innerhalb jedes Mediums gesichert werden.

Großen Wert legte die US-Militärregierung auf die Auswahl der neuen Herausgeber. „Um in Bayern für 21 Zeitungen 35 Lizenzträger zu finden, wurden 2000 Bewerber geprüft. Jeder hatte zwei Aufsätze zu schreiben über „Meine Gefühle in der Nazizeit“ und „Die Kollektivschuld des deutschen Volkes“, einen Intelligenz- und einen Persönlichkeitstest [...], ein psychiatrisches Tiefeninterview und ein allgemeines Interview über sich ergehen [...] lassen [müssen].“ (Overesch, 1979:107).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Krise des heutigen Zeitungsmarktes ein und setzt sie in Bezug zum historischen Neuanfang des Pressewesens in Deutschland nach 1945.

2. Alliierte Planungen vor Kriegsende: Dieses Kapitel erläutert die strategischen Vorüberlegungen der Alliierten, insbesondere das Re-Education-Konzept zur Demokratisierung Deutschlands.

3. Presseentwicklung in Deutschland unter alliierter Kontrolle: Der Hauptteil beschreibt die verschiedenen Phasen der Besatzungspresse, vom totalen Erscheinenverbot bis zur differenzierten Lizenzvergabe in den vier Sektoren.

4. Übergabe der Presse in deutsche Hände: Hier wird der Prozess der Aufhebung des Lizenzzwangs und die Rückkehr der Altverleger sowie die Etablierung der Pressefreiheit thematisiert.

5. Fazit: Das Fazit resümiert die langfristigen Auswirkungen der alliierten Vorgaben auf die heutige deutsche Presselandschaft und ordnet die aktuelle Situation des Journalismus historisch ein.

Schlüsselwörter

Besatzungszeit, Lizenzpresse, Re-Education, Pressepolitik, Alliierte Kontrolle, SHAEF, Demokratisierung, Denazifizierung, Medienlandschaft, Nachkriegsgeschichte, Zonenzeitungen, Pressefreiheit, Besatzungszonen, Zeitungskrise, Publizistische Einheiten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der grundlegenden Neuordnung des deutschen Pressewesens durch die Besatzungsmächte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Gründung der Bundesrepublik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die alliierte Pressepolitik, der Aufbau eines neuen Mediensystems, die Lizenzierung von Zeitungen sowie die Ziele der Umerziehung und Demokratisierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Analyse der Prinzipien und Maßnahmen, nach denen die Besatzungsmächte vorgingen, um die alte Propagandapresse abzulösen und ein demokratisches System zu installieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Literaturanalyse und der Auswertung zeitgeschichtlicher Quellen sowie Dokumente zur Besatzungspolitik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der alliierten Planungen, die verschiedenen Phasen der Besatzungspresse und eine detaillierte Gegenüberstellung der Lizenzpraxis in den vier Besatzungszonen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Re-Education, Lizenzpresse, Alliierte Kontrolle, Stunde Null und der Transformationsprozess vom besetzten Mediensystem hin zu einer freien Presse.

Wie unterschied sich die Pressepolitik in der sowjetischen Zone von den westlichen Zonen?

Im Gegensatz zu den westlichen Zonen führte die Sowjetunion eine komplette Enteignung des verlegerischen Eigentums durch und steuerte die Presse gezielt über Parteien und Massenorganisationen zur kommunistischen Umerziehung.

Welche Bedeutung hatte das Gesetz Nr. 191?

Das Gesetz Nr. 191 legte den Grundstein für den totalen Stopp der deutschen Presse und markierte den Ausgangspunkt für die spätere, kontrollierte Neuerrichtung des Mediensystems.

Warum wurde die Lizenzierung für Herausgeber so streng durchgeführt?

Die strengen Prüfungen, insbesondere im amerikanischen Sektor, dienten dazu, Personen mit nationalsozialistischer Vergangenheit von der Zeitungsarbeit auszuschließen und nur politisch unbelastete, demokratisch gesinnte Personen als Lizenzträger zuzulassen.

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Résumé des informations

Titre
Neukonzeption des Pressewesens in der Besatzungszeit
Université
University of Passau
Note
1,0
Auteur
Sebastian Götz (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
19
N° de catalogue
V153838
ISBN (ebook)
9783640660049
ISBN (Livre)
9783640659975
Langue
allemand
mots-clé
Presse Besatzungszeit Deutschland 1945 1949 Presewesen Neukonzeption Reeducation Zeitung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sebastian Götz (Auteur), 2010, Neukonzeption des Pressewesens in der Besatzungszeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153838
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Extrait de  19  pages
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