Der "Economic Hit Man" als Form modernen Imperialismus


Bachelorarbeit, 2010

49 Seiten, Note: 1,6


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Der Imperialismus
2.1 Einführung
2.2 Wichtige Theoretiker
2.3 Lenin: „Der Imperialismus als höchste Form des Kapitalismus“
2.4 Die „Monopolisierung“ des Kapitals und wie das Volk durch sie beherrscht wird
2.5 Der Kapitalexport
2.6 Der Imperialismus als hohe Stufe des Kapitalismus

3 Prognosesicherheit einiger Imperialismustheorien
3.1 Einführung
3.2 Lenin
3.2.1 Das Vordringen des Finanzkapitals von vorkapitalistischen Gebieten
3.2.2 Der Aufstieg der USA
3.3 Hilferding
3.3.1 Kapitalexport in die Dritte Welt
3.3.2 Der Aufstieg der USA

4 Zwischenfazit

5 Die Weltbank
5.1 Allgemeines zur Weltbank
5.2 Der Weltwährungsfond

6 Der „Economic Hit Man“ und die Weltbank
6.1 Das „Weltimperium USA“

7 Der Irakkrieg als Beispiel modernen Imperialismus

8 Fazit

9 Literaturverzeichnis

10 Quellen

11 Internetquellen

1 Einführung

In unserer heutigen globalisierten Welt spielt das sich im Umlauf befindende Geld eine immer wichtigere Rolle. Es bedeutet Macht, Chance und Gefahr zugleich. Dies wird jedem klar, der sich die jüngsten Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten ansieht. Durch den freien und internationalen Kapitalverkehr kann es zu gewaltigen Verwerfungen des Weltwirtschaftssystems innerhalb kürzester Zeit kommen.

Devisen und Exportkapital sind in der heutigen Zeit eine weitaus größere Waffe und auch Gefahr, als Atombomben oder der Terrorismus. Mit Hilfe von Exportkapital oder auch Devisen kann ein Land in kurzer Zeit in die Knie gezwungen werden.

In früheren Jahren geschah dies vornehmlich durch Kriege, um an Rohstoffe oder

Ländereien zu gelangen.

Ging der „weiße Mann“ zu jener Zeit in Länder des afrikanischen Kontinentes oder auf das Territorium von Lateinamerika um Kriege um Ländereien und natürlich auch Rohstoffe zu führen, nannte und nennt man dies Kolonialismus bzw. auch Imperialismus.

Heutzutage ist dies wesentlich einfacher, wie der Begriff des „Economic Hit Man“ uns suggeriert.

In der heutigen Zeit passiert dies durch den einfachen Export von Kapital. Diese nicht ganz ungewagte These soll im Laufe dieser Bachelorarbeit erörtert und analysiert werden. Eine wichtige Rolle nimmt hierbei angeblich die Weltbank ein, welche sich mit der Kreditvergabe an Entwicklungsländern beschäftigt.

Den Begriff des „Economic Hit Man“ geht auf ein autobiografisches Werk von John Perkins zurück.

Perkins, ein US-Amerikaner, beschreibt in seinen Ausführungen, wie die Industriestaaten, im speziellen die Vereinigten Staaten von Amerika, Kredite an Entwicklungsländer vergeben. Eine besondere Rolle komme hierbei der Weltbank zu, die diese Kredite angeblich vergibt. Dies geschieht auf langfristiger Zeitebene. Besonders prekär sei, dass die vergebenen Kredite weder der armen Bevölkerung dienen, noch das Land insgesamt profitiere.

Im Gegenteil:

Die Bevölkerung müsse die Auslandsschulden abarbeiten und die einzigen Profiteure seien die amerikanischen Konzerne, welche die Aufträge zum Bau von Infrastruktur oder ähnlichem erhalten.

Diese Kredite werden, laut Perkins, von den so genannten „Economic Hit Man“ (dt. Wirtschaftskiller) an diese Länder vergeben. Der „Economic Hit Man“ agiere dabei wie ein Vertreter, der dem Kunden seine Ware, in diesem Falle einen Kredit, verkauft.

Dieser Sachverhalt bietet Anlass zur Untersuchung und Analyse.

Es stellt sich natürlich die Frage: Was ist die Weltbank überhaupt? Wie arbeitet sie? Was sind ihre offiziellen Aufgaben? Was hat sie mit den besagten Entwicklungsländern zu tun? Und wie ist sie strukturiert?

Grundlage könnte hierbei die klassisch marxistische Theorie des Imperialismus sein.

Was hat sich also in den letzten hundert Jahren geändert? Wie sah der Kolonialismus damals aus, was macht ihn heute aus? Was ist von den Imperialismustheorien übrig geblieben oder nach wie vor aktuell?

2 Der Imperialismus

2.1 Einführung

Der Begriff Imperialismus leitet sich aus dem Lateinischen ab. Das lateinische Wort „imperare“ bedeutet übersetzt herrschen. Weiterhin bekannt sein dürfte auch das Wort „Imperium“, welches sich mit „Weltreich“ übersetzen lässt.[1]

Mit dem Begriff des Imperialismus beschreibt man, wie ein Staat sein Herrschaftsgebiet über andere Staaten, Völker und Gebiete ausdehnen will. Hierbei geht es um Macht, Rohstoffe und Ressourcen.[2] Als Ressource kann auch, menschenverachtender Weise, der Mensch selbst als Sklave angesehen werden. Immer waren die imperialistischen Bemühungen der Länder auf wirtschaftliche Ziele ausgelegt.

Zu unterscheiden sind hierbei zwei Typen der imperialistischen Herrschaft:

Der erste Typus des Imperialismus hat keine direkte Herrschaft über ein bestimmtes Gebiet. Es soll lediglich die in den jeweiligen Ländern existierende Wirtschaft beherrscht werden. Die eigenen Interessen des „Mutterlandes“ stehen im Vordergrund und werden in den besetzten Ländern auch mit politischen Mitteln umgesetzt. Der Export von Kapital nimmt hierbei die Schlüsselfunktion ein.

Genau auf diese Form wird im Folgenden noch weiter eingegangen werden, anhand des Beispiels der USA und des besagten „Economic Hit Man“.

Die zweite Form des Imperialismus geht von einer direkten Herrschaft aus. Das besetzte Land wird nicht vom „Mutterland“ aus gesteuert, sondern es errichtet in dem jeweils besetzten Land eine direkte und formelle Herrschaft. Dies geschieht in der Regel durch militärische Interventionen. Das „Mutterland“ verleibt sich das neue Gebiet sprichwörtlich ein. In einem solchen Fall spricht man von einer Kolonie.

In der heutigen Zeit findet man diese Form des Kolonialismus seltener als in früheren Zeiten. Dennoch sehen einige Personen die Intervention durch die USA im Irak als eine moderne Form von Kolonialismus. Dies kann man sicher so sehen, sollte aber dennoch auch reflektiert werden.

Der Kolonialismus soll in dieser Arbeit aber weniger Beachtung zukommen und wird daher nur indirekt behandelt.

Weiterhin ist es von großer Wichtigkeit, zwischen dem praktischen Imperialismus und den Imperialismustheorien zu unterscheiden. Eine Imperialismustheorie versucht die Funktion sowie das Entstehen von Imperialismus zu erklären. Die Imperialismustheorien wurden im 20.Jh entwickelt.[3] Die politische und wirtschaftliche Expansion der europäischen Staaten sowie die der USA sollten mit Hilfe dieser Theorien erklärt werden.

Weiterhin gibt es auch die Kontinuitätstheorie. Diese beschreibt den Imperialismus als Fortsetzung der Großmachtpolitik der europäischen Staaten in den

vorigen Jahrhunderten. Diese sei aber hier nur erwähnt.

2.2 Wichtige Theoretiker

Eine der ersten Theorien verfasste im Jahre 1902 John Atkinson Hobson. Hobson ging davon aus, dass die Überproduktion in den „Mutterländern“ für das imperialistische Streben der Staaten verantwortlich sei. Die steigende Produktion liefere seiner Meinung nach so viel Ware, welche nicht mehr konsumiert werden könne. Durch die Kolonialisierung anderer Länder können laut Hobson somit die Absatzmärkte ausgebaut werden und die überproduzierten Waren in das Ausland exportiert werden. Im Gegenzug erhalte man von den Kolonien Rohstoffe, wovon natürlich beide Seiten profitieren würden.[4]

Wie auch viele andere Theoretiker, erkannte Hobson, die zunehmend voranschreitende Globalisierung der Welt. Weiterhin legte Hobson mit seinem Werk „Imperialism – A study“ eine Grundlage für Lenins Werk „Der Imperialismus als höchste Form des Kapitalismus“.

Auf Lenin und sein besagtes Werk wird aber im Verlauf dieser Arbeit noch weiter eingegangen werden. Hobson verurteilt den Imperialismus aus moralischen Gründen.[5]

Wie bereits erwähnt, zählt Hobson zu den Pionieren, welche die Imperialismustheorien entwickelt haben. Speziell auf die Verteilung des Kapitals ziehlt seine Theorie ab.[6] Dies sei zu Gunsten einiger Reicher verteilt. Die Arbeiter hätten nicht genug Kapital, um ausreichend konsumieren zu können. Auf Grund dieser Tatsache käme es zu einer Überproduktion, die nicht mehr abgesetzt werden kann. Dies habe gleich zwei Folgen:

Zum einen drücke die Überproduktion auf die Preise, da die Nachfrage nicht im Maße der Produktion ansteigt. Folglich komme es zu mehr Angebot, was natürlich die Preise sinken lässt. Um dies zu verhindern, sollen die überproduzierten Waren ins Ausland, sprich die Kolonien exportiert werden.

Weiterhin könne das „angestaute“ Kapital der Reichen nicht weiter investiert werden, da es auf Grund der Überproduktion nicht mehr Ertrag bringen würde. Daher müsse dieses Kapital zwangsläufig in die Kolonien exportiert werden um mehr Erträge zu bringen.

Folglich komme man um den Erwerb von neuen Gebieten nicht herum, da die Investoren diese Politik vom Staat fordern.

Da viele Länder dieses Ungewicht haben und alle die gleiche Expansionspolitik betreiben, komme es zu sozialen Unruhen bzw. eine Gefährdung des gesamten Friedens und zu einer starken Militarisierung.

Als Lösungsansatz fordert Hobson umgehende soziale Reformen. Hierzu zählt eine starke Lohnerhöhung der Arbeitnehmer, um das Ungleichgewicht wieder aufzulösen und die Kolonialisierung somit zu verhindern. Die reiche Oberschicht der Bevölkerung verfüge dann nicht mehr über so viel Kapital und die Expansionspolitik könne so eingedämmt werden, da kein Druck mehr bestehe das Kapital zu exportieren.

Hierzu führt Hobson aus:

"Überall erscheinen übergroße Produktionskräfte, übergroße Kapitalien, die nach Investition verlangen. Sämtliche Geschäftsleute geben zu, dass der Zuwachs an Produktionsmitteln in ihrem Lande die Zunahme der Konsumption [des Verbrauchs] übertrifft, dass mehr Güter hervorgebracht als mit Gewinn abgesetzt werden können, dass mehr Kapital vorhanden ist, als lohnend angelegt werden kann.

Diese ökonomische Sachlage bildet die Hauptwurzel des Imperialismus... Imperialismus ist das Bestreben der großen Industriekapitäne [der Großindustriellen], den Kanal für das Abfließen ihres überschüssigen Reichtums dadurch zu verbreitern, dass sie für Waren und Kapitalien, die sie zu Hause nicht absetzen oder anlegen können, Märkte und Anlagemöglichkeiten im Ausland suchen."[7]

Dass diese Aussagen mehr als fraglich sind, dürfte nach kurzem Überlegen jedem klar werden. Wird wirklich mehr produziert, wenn es nicht konsumiert wird? Nach kurzer Überlegung und selbst mit geringer Kenntnis über ökonomische Vorgänge kommt man zu der Erkenntnis, dass eine Überproduktion zu fallenden Preisen führt. Dies kann nicht im Sinne der so genanten Reichen sein, da sie letztendlich ihre Waren unter Preis verkaufen müssten. Die Produktion passt sich früher oder später automatisch der Nachfrage an.

Die Aussage über die Absatzmärkte im Ausland als auch die These über den Kapitalexport ins Ausland können weitgehend als richtig angesehen werden und sind nach wie vor zeitaktueller denn je. Vielleicht aktueller als jemals in der Menschheitsgeschichte zuvor. Das Investieren von Kapital im Ausland hat in den letzten Jahren auf Grund der globalisierten Welt stark zugenommen und wird wahrscheinlich auch weiterhin zunehmen. Erstaunlich, dass sich in diesem Punkt eigentlich so gut wie nichts verändert hat.

Ein wichtiger Aspekt dieser Theorie ist, dass Lenin, natürlich wie Karl Marx auch, eine Umwandlung des Kapitalismus hin zum Kommunismus ansieht. Ähnlich, wie auch Hobson dies formuliert, sieht Lenin ein großes Problem darin, dass sich das vorhandene Kapital auf einige Wenige verteilen und sich somit ein Kapital-, sowie folglich ein Machtmonopol ausbildet.[8]

Die klassisch marxistische Imperialismustheorie entstand vor über 100 Jahren. Sie entstand zwischen 1870 und 1914. Viele bezeichnen Karl Marx als den ersten Globalisierungsgegner.[9] Schon damals schrieb Marx: „Das Bedürfnis nach einem stets ausgedehnteren Absatz für ihre Produkte jagt die Bourgeoisie über die ganze Erdkugel. Überall muss sie sich einnisten, überall anbauen, überall Verbindungen herstellen… (Sie) hat durch ihre Exploitation des Weltmarktes die Produktion kosmopolitisch gestaltet. Sie hat zum großen Bedauern der Reaktionäre den nationalen Boden der Industrie unter den Füßen weggezogen. Die uralten nationalen Industrien sind vernichtet worden und werden noch täglich vernichtet. Sie werden verdrängt durch neue Industrien, deren Einführung eine Lebensfrage für alle zivilisierten Nationen wird…An die Stelle der alten lokalen und nationalen Selbstgenügsamkeit und Abgeschlossenheit tritt ein allseitiger Verkehr, eine allseitige Abhängigkeit voneinander.“[10]

Bemerkenswert, wie zeitaktuell die Aussage nach wie vor ist. Würde man das Wort Bourgeoisie gegen international agierende Konzerne austauschen, so würde

kaum jemand vermuten, dass diese Feststellung bereits etliche Jahrzehnte alt ist und von Karl Marx stammt. Erstaunlich, wie Marx schon seinerzeit die Folgen und Ursachen der Globalisierung erkannte und präkant zusammenfassen konnte. Wer heutzutage behauptet, das Phänomen der Globalisierung ist zeitaktuell und sei noch relativ jung, möge sich die Ausführungen von Marx genauer anschauen, um zu einer gegenteiligen Meinung zu gelangen.

Karl Marx schreibt dazu in seinem Werk „Das Kapital“:

„Im Westen von Europa, dem Heimatland der politischen Ökonomie, ist der Prozeß der ursprünglichen Akkumulation mehr oder minder vollbracht. Das kapitalistische Regiment hat hier entweder die ganze nationale Produktion sich direkt unterworfen, oder, wo die Verhältnisse noch unentwickelter, kontrolliert es wenigstens indirekt die neben ihm fortexistierenden, verkommenen, der veralteten Produktionsweise angehörigen Gesellschaftsschichten.

Auf diese fertige Welt des Kapitals wendet der politische Ökonom mit desto ängstlicherem Eifer und desto größerer Salbung die Rechts- und Eigentumsvorstellungen der vorkapitalistischen Welt an, je lauter die Tatsachen seiner Ideologie ins Gesicht schreien.

Anders in den Kolonien. Das kapitalistische Regiment stößt dort überall auf das Hindernis des Produzenten, welcher als Besitzer seiner eignen Arbeitsbedingungen sich selbst durch seine Arbeit bereichert statt den Kapitalisten. Der Widerspruch dieser zwei diametral entgegengesetzten ökonomischen Systeme betätigt sich hier praktisch in ihrem Kampf. Wo der Kapitalist die Macht des Mutterlandes im Rücken hat, sucht er die auf eigner Arbeit beruhende Produktions- und Aneignungsweise gewaltsam aus dem Weg zu räumen.“[11]

Marx spricht von der „fertigen Welt des Kapitals“. Dies impliziert einerseits, wie weiter unten dargestellt, dass Marx von einem „Stufenmodell“ des Geschichtsverlaufes ausgeht. Weiterhin sei der Prozess der Akkumulation vollbracht. Mit dieser Aussage verdeutlicht er, dass das Kapital nun andere Wege sucht, nämlich in die Kolonien.

Weitere wichtige Vertreter für Imperialismustheorien sind Rosa Luxemburg, Wolfgang J. Mommsen und Lenin, um einige Namen zu nennen. Auf Lenins Werk „Der Imperialismus als höchste Form des Kapitalismus“ wird später noch ausführlich eingegangen werden.

Max Weber entwickelte die politisch-soziologische Imperialismusdeutung. Für Weber hat der Imperialismus drei Ursachen.

Zunächst einmal bestehe eine große Konkurrenz zwischen den Großmächten. Die Machtgier, von der sie getrieben sind, führt zur Expansion des eigenen Einflussbereiches.[12]

Aus den Kolonien lasse sich weiterhin reichlich Profit schlagen. Wichtige Rohstoffe können in das „Mutterland“ exportiert werden.

Die dritte Ursache, welche zum Imperialismus führt, besteht laut Weber darin, dass die Interessen des Mittelstandes berücksichtigt werden. Für ihn bieten sich Möglichkeiten das Kapital anzulegen und zu expandieren.

Weber geht in seiner Theorie weiterhin davon aus, dass sich Staaten, die sich nicht am Imperialismus beteiligt hätten, früher oder später gescheitert wären. Dies wäre passiert, da sich der Staat, welcher sich nicht imperialistisch verhält, von den anderen Staaten abhängig geworden wäre. Um dies zu verhindern, habe er sich zwangsläufig beteiligen müssen um nicht unterzugehen.

Die soziologisch orientierte Imperialismustheorie geht auf Schumpeter zurück. Für Schumpeter liegt die Ursache für das Ausbrechen des Imperialismus nicht im Kapitalismus an sich, sondern der Adel und das Militär seien für den Kolonialerwerb verantwortlich gewesen.[13]

Auch Rosa Luxemburg darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. In ihrem Werk „Die Akkumulation des Kapitals“, stellt sie die besonderen Gefahren des Imperialismus dar. Hierbei sei der Weltfrieden dadurch gefährdet, dass die kapitalistischen Staaten sich gegenseitig Konkurrenz machen würden.[14]

Der Niedergang des Kapitalismus sei nach Luxemburg nur zu retten, indem er auf weitere Gebiete expandiert. Sprich, durch das Voranschreiten des Imperialismus.[15]

Folglich breche das kapitalistische System früher oder später zusammen, da es durch die Expansion des Kapitalismus immer zu Kriegen und politischen Unruhen kommt. Durch diese oder auch die sozialistische Revolution komme der Kapitalismus dann zu seinem Ende.

Hans-Ulrich Wehler hingegen formulierte eine nicht-marxistische Imperialismustheorie: „In der Expansion nach außen glaubte [der Sozialimperialismus], ein Heilmittel zu finden, das den Markt erweiterte, die Wirtschaft sanierte, ihr weiteres Wachstum ermöglichte, die Gesellschaftsverfassung damit ihrer Zerreißprobe entzog und die inneren Machtverhältnisse aufs neue stabilisierte."[16]

Seiner Ansicht nach stabilisierte der Imperialismus die Gesellschaft innerhalb des Industrielandes. Revolutionen sollten hierdurch verhindert werden.

Anhand der vorangegangenen Ausführung sieht man, wie groß die Zahl der Imperialismustheoretiker ist. Dennoch soll nun im Folgenden auf Lenin mit seinem Werk „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“ eingegangen werden, da er am einflussreichsten war, bezogen auf die Imperialismustheorien.

Die abgebildete Karikatur verdeutlicht das Wesen des Imperialismus bzw. Kolonialismus in bildlicher Weise. Die „Krake England“, dass Land des Kolonialismus und Imperialismus schlechthin, streckt seine Arme aus auf fremde Kontinente und nimmt diese in Beschlag. Dass die englische Sprache heutzutage die Weltsprache geworden ist, hängt natürlich mit dem großen kolonialen Streben des Landes Englands zusammen.

[...]


[1] http://www.wcurrlin.de/links/basiswissen/basiswissen_imperialismus.htm

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Imperialismus

[3] Nachtwey, Oliver: Weltmarkt und Imperialismus. Zur Entstehungsgeschichte der klassischen marxistischen Imperialismustheorie. Köln: Neuer ISP Verlag 2005, S. 7.

[4] http://www.marxists.org/archive/hobson/index.htm

[5] Ebenda

[6] Ebenda

[7] Vgl. Hobson, John A.: Der Imperialismus. hrsg. von H.-Chr. Schröder. Köln/Berlin, 1968. S. 92, 95ff. Zitiert nach Askani, Bernhard u.a.: Anno 3. Braunschweig 1996, S. 183.

[8] Lenin, W.I.: Werke Band 22. Dezember 1915-Juli 1916. Berlin: Dietz Verlag Berlin 1960, S. 201 ff.

[9] Haak, Ernst / Wunderlich, Hannes: Grundkurs zu „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“. Berlin: Dietz Verlag Berlin 1971, S.7.

[10] Vgl. Marx, K. (1848/1972), Rede über den Freihandel, Brüssel, wiederabgedruckt in: Marx K./Engels, F. (1971), Werke (MEW), Bd.4, Berlin (Ost), S.465 ff.

[11] Vgl. Marx, Karl: Das Kapital. Der Zirkulationsprozess des Kapitals. Frankfurt/M.: Ullstein Verlag 1972, S.792 ff.

[12] Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriß der verstehenden Soziologie. Besorgt von Johannes Winckelmann. Studienausgabe, Tübingen 51980, S. 524 ff.

[13] Schumpeter, Joseph: Zur Soziologie der Imperialismen. Tübingen: Verlag von J.C.B. Mohr 1919, S.71 ff.

[14] Luxemburg,, Rosa: Die Akkumulation des Kapitals. Ein Beitrag zur ökonomischen Erklärung des Imperialismus. Leipzig: Frankes Verlag 1921, S.341 ff.

[15] Ebenda, S. 431 ff.

[16] Vgl. Wehler, Hans-Ulrich: Bismarck und der Imperialismus. Köln 1972, S. 114-115. Zitiert nach Askani, Bernhard u.a.: Anno 3. Braunschweig 1996, S. 185.

Ende der Leseprobe aus 49 Seiten

Details

Titel
Der "Economic Hit Man" als Form modernen Imperialismus
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta  (Institut für Sozialwissenschaften / Philosophie)
Note
1,6
Autor
Jahr
2010
Seiten
49
Katalognummer
V153839
ISBN (eBook)
9783640661589
ISBN (Buch)
9783640661466
Dateigröße
769 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Imperialismus, Weltbank, Marx, Lenin, Hilferding, Hobson, Imperialismustheorie
Arbeit zitieren
Nils Elfers (Autor), 2010, Der "Economic Hit Man" als Form modernen Imperialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153839

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