Kostenplanung und -steuerung für die gemeinsame kostenorientierte Produktentwicklung in Supply Chains


Seminararbeit, 2010
24 Seiten, Note: 2.3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

A. Problemstellung

B. Grundlagen der kostenorientierten Produktplanung
I. Supply Chain Management
1. Gegenstand des Supply Chain Management und Supply Chain Controlling
2. Abgrenzung des Supply Chain Managements von der Logistik
3. Ziele des Supply Chain Managements
II. Kostenplanung und –steuerung in der Entwicklung
1. Aufgabenbereich der Kostenplanung und -steuerung in der Entwicklung
2. Abgrenzung zwischen fertigungs- und kostenorientierter Entwicklung
3. Phasen der Planung und Steuerung von Produktkosten in der Entwicklung
III. Target Costing

C. Unternehmensübergreifende Produktplanung
I. Gestaltung der Lieferantenbeziehungen
1. Einbeziehung der Lieferanten in die Produktplanung
2. Auswahl der Lieferanten
3. Förderung des kooperativen Verhaltens der Lieferanten
4. Gegenseitiger Informationsaustausch
II. Instrumente der unternehmensübergreifenden Produktplanung
1. Unternehmensübergreifendes Target Costing
2. Unternehmensübergreifende Prozesskostenrechnung
3. Unternehmensübergreifende Balance Scorecard
III. Kritische Würdigung

D. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

A. Problemstellung

Strukturveränderungen im Wettbewerbsumfeld von Unternehmen, wie zum Beispiel die Globalisierung, steigende Kundenanforderungen, zunehmender Kostendruck und kürzere Produktlebenszyklen erfordern eine höhere Effizienz von Unternehmen, wenn sie ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern oder halten wollen. Dieser Wandel hat zur Folge, dass eine Prozessoptimierung im Rahmen eines einzelnen Unternehmens nicht mehr ausreicht.[1] Um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden, weitet sich der Blick zunehmend über die Unternehmensgrenzen aus, wobei das Management von Supply Chains immer mehr in den Fokus von Theorie und Praxis rückt. Steigende Anforderungen bezogen auf die Qualität, Kosten und Termintreue drängen die Unternehmen dazu, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren und die Fertigungstiefen zu minimieren. Dadurch steigt der Bedarf an unternehmensübergreifender Kooperation in der Supply Chain.[2]

Die Führung und Steuerung solcher unternehmensübergreifender Prozesse verlangt ein entsprechendes Controlling. Das wirft die Frage auf, ob sich die traditionellen Controlling Instrumente für die unternehmensübergreifende Kooperation im Hinblick auf die gemeinsame Produktentwicklung eignen? Oder ob und inwieweit, sie für die speziellen Anforderungen des SCC erweitert werden müssen?[3]

B. Grundlagen der kostenorientierten Produktplanung

I. Supply Chain Management

1. Gegenstand des Supply Chain Management und Supply Chain Controlling

Unter dem Begriff „Supply Chain“ wird übersetzt eine Lieferkette, Versorgungskette oder unternehmensübergreifende Wertschöpfungskette verstanden. Die Supply Chain umfasst nicht nur die Beziehung zum Lieferanten, sondern auch die Koordinationsaufgaben mit dem Kunden.[4]

Bisher hat sich in der Literatur noch keine einheitliche Definition des SCM durchgesetzt. Dies resultiert hauptsächlich daraus, dass das SCM ein in der Unternehmungspraxis entstandener Ansatz ist und kein in der betriebswirtschaftlichen Theorie entwickeltes Konzept. Das SCM ist gekennzeichnet als interne oder netzwerkgerichtete, integrierte Unternehmungsaktivität von Versorgung, Entsorgung und Recycling, inklusive der begleitenden Informations- und Geldflüsse. Das SCC plant, steuert und kontrolliert alle Aktivitäten innerhalb der Supply Chain. Dazu setzt das Controlling verschiedene Hilfsmittel ein, die sogenannten Controlling Instrumente (z.B. das TC).[5] Aufgabe des SCC ist die Bereitstellung von adäquaten Daten für möglichst alle Entscheidungsprobleme des SCM.[6]

2. Abgrenzung des Supply Chain Managements von der Logistik

Häufig werden die Begriffe SCM und Logistik synonym verwendet. Das SCM ist eine Erweiterung der Logistik. Es gibt zwei wichtige Unterschiede. Zum Einen betrachtet die Logistik nur die Güter- und Informationsflüsse eines einzelnen Unternehmens. Hierbei werden die innerbetrieblichen Prozesse und die Güter- und Informationsströme von und zu den direkten Lieferanten und Kunden betrachtet. Im SCM wird hingegen das komplette Netzwerk vom Rohstofflieferanten bis zum Endverbraucher, ohne Beachtung der Unternehmensgrenzen, betrachtet. Der zweite Unterschied ist, dass beim SCM zusätzlich zu den Material- und Informationsströmen auch die Geldströme betrachtet werden.[7]

3. Ziele des Supply Chain Managements

Die allgemeinen Hauptziele des SCM sind zum Beispiel die Schaffung von Transparenz, die ganzheitliche Wertschöpfungskettenorientierung oder die Optimierung der Komplexität. Zur Durchführung eines operativen Controllings ist eine Differenzierung in SCM-Ziele von Nöten, die direkt über Kennzahlen messbar sind. Hierbei verfolgt das SCM die Realisierung von Qualitätsvorteilen, Zeitvorteilen und Kostenvorteilen. Qualitätsvorteile entstehen in der Supply Chain durch das Vertrauen der Unternehmen untereinander und der damit verbundenen intensiveren Zusammenarbeit. Zeitvorteile entstehen z. B. durch die Verkürzung von Entwicklungszeiten bei der Kooperation mit den Lieferanten. Kostenvorteile lassen sich durch die Reduzierung von Bestandskosten realisieren.[8]

II. Kostenplanung und –steuerung in der Entwicklung

1. Aufgabenbereich der Kostenplanung und -steuerung in der Entwicklung

Der Entstehungszyklus eines Produktes kann in die Phasen der Produktplanung, der Produktentwicklung sowie in die Fertigungs- und Absatzvorbereitung gegliedert werden. Die Produktplanung legt einen Entwicklungsauftrag fest und umfasst die Ideengewinnung und die Ideenprüfung. Bei der Produktentwicklung wird vorhandenes Wissen genutzt um neue oder verbesserte Produkte zu generieren. Die Kostenplanung und –steuerung beginnt in der Entwicklung mit der Produktplanung. Gegenstand der Kostenplanung und –steuerung in der Entwicklung können die Entwicklungsprojektkosten und die Produktkosten sein. Die Entwicklungsprojektkosten fallen im Entwicklungsbereich an und beinhalten den bewerteten Güterverbrauch, der bei der Erfüllung einer Projektaufgabe anfallen wird. Das Ziel ist die Wirtschaftlichkeit von Entwicklungsprozessen zu sichern und zu verbessern.[9] Die Grundlage von der Planung und Steuerung der Entwicklungsprojektkosten bilden die Entwicklungskostenbudgets, die für die einzelnen Projektabschnitte gebildet und kontrolliert werden.[10]

Die Produktkosten sind die Kosten, die ein Produkt bei der Herstellung, dem Absatz, der Nutzung und der Entsorgung verursacht. Die Kosten entstehen in der Verwaltung, der Fertigung, im Vertrieb oder beim Nutzer.[11] Bereits in der Entwicklung werden 70% der Herstellkosten und 90% der Lebenszykluskosten festgelegt, woran man das hohe Potential der Kosteneinsparungsmöglichkeiten erkennen kann.[12] Diese Kosten werden durch die Planung und Steuerung von Produktkosten in der Entwicklung zielorientiert gestaltet. Die Planung und Steuerung von Produktkosten kann in drei Bereiche gegliedert werden.

Der erste Bereich ist die Planung der Produktkosten, die der Entwicklung vorgegeben werden. Der zweite Bereich ist die kostenorientierte Gestaltung des Produktes während des technischen Entwicklungsprozesses und der dritte Bereich ist die Sicherung und Kontrolle der Produktkosten parallel zum technischen Entwicklungsprozess.

Die Prognostizierbarkeit der Produktkosten wird durch die bereits gefertigten Produkte beeinflusst. Dies hat zur Folge, dass die Planung und Steuerung der Produktkosten in der experimentellen Entwicklung nur in engen Grenzen möglich ist. Daher ist der Schwerpunkt der Kostenplanung und –steuerung die Konstruktion.[13]

2. Abgrenzung zwischen fertigungs- und kostenorientierter Entwicklung

Bei der Planung und Steuerung von Produktkosten werden zwei Grundkonzepte unterschieden. Bei der fertigungsorientierten Entwicklung bilden die Kosten den Inhalt der Kostenvorgaben für das Produkt, die für Fertigungslöhne und Fertigungsmaterial, bei wirtschaftlicher Aufgabenerfüllung und gegebenen Fertigungspotential, anfallen. Die Programmheterogenität und der zunehmende Einsatz neuer Fertigungstechniken führen dazu, dass der Anteil der Einzelkosten an den Gesamtkosten sinkt. Somit kann mit dem Konzept der fertigungsorientierten Entwicklung nur noch ein kleiner Teil der Produktkosten beeinflusst bzw. gestaltet werden. Dies führt dazu, dass die fertigungsorientierte Entwicklung zu einer kostenorientierten Entwicklung erweitert werden muss. Dieses Konzept der Planung und Steuerung von Produktkosten in der Entwicklung zielt auf die Gestaltung von Produkten, die während der Herstellung, Vertrieb, Nutzung oder Entsorgung bestimmte Kosten verursachen dürfen, die mit den Unternehmenszielen vereinbar sind. Das Konzept bezieht sich nicht nur auf die unternehmensinternen Kosten, sondern kann sich auch auf die Kosten erstrecken, die das Produkt bzw. seine Komponenten beim Lieferanten oder beim Nutzer verursachen.[14]

[...]


[1] Vgl. Weber/Bacher/Groll [Supply Chain Controlling] 149

[2] Vgl. Meier/Hanenkamp [Komplexitätsmanagement] 111

[3] Vgl. Weber/Bacher/Groll [Supply Chain Controlling] 149

[4] Vgl. Busch/Dangelmaier [Integriertes Supply Chain Management] 4

[5] Vgl. Werner [Supply Chain Management] 267

[6] Schlüchtermann/Völkl [Rekonfiguration] 385

[7] Vgl. Fandel/Giese/Raubenheimer [Supply Chain Management] 4 f.

[8] Vgl. Busch/Dangelmaier [Integriertes Supply Chain Management] 8 f.

[9] Vgl. Friedl [Kostenplanung und –steuerung in der Entwicklung] 499

[10] Vgl. Coenenberg/Fischer/Raffel[Abweichungsanalyse] 767 ff.

[11] Vgl. Friedl [Kostenplanung und –steuerung in der Entwicklung] 499

[12] Vgl. Tanaka [Cost Planning] 49

[13] Vgl. Friedl [Kostenplanung und –steuerung in der Entwicklung] 500 f.

[14] Vgl. Friedl [Kostenplanung und –steuerung in der Entwicklung] 502 f.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Kostenplanung und -steuerung für die gemeinsame kostenorientierte Produktentwicklung in Supply Chains
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Note
2.3
Autor
Jahr
2010
Seiten
24
Katalognummer
V153848
ISBN (eBook)
9783640663644
ISBN (Buch)
9783640664078
Dateigröße
660 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kostenplanung, Produktentwicklung, Supply, Chains
Arbeit zitieren
Sebastian Berndt (Autor), 2010, Kostenplanung und -steuerung für die gemeinsame kostenorientierte Produktentwicklung in Supply Chains, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153848

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