Die Vergütung für soziale Dienstleistungen ist seit Jahren rückläufig. Die Erschließung neuer
Finanzierungsquellen im Nonprofit-Sektor stellt eine Kernaufgabe dar, um am Markt zu
bestehen und mit privaten Anbietern konkurrieren zu können. Ein Weg hierfür ist das
Fundraising. Die Gesamtvolumina im deutschen Spendenmarkt sind lt. GFK Charity Scope in
den letzen Jahren konsequent gewachsen. Insgesamt wurden in Deutschland im Jahr 2007 ca.
2,08 Mrd. Euro gespendet.
Diese Hausarbeit wird sie zunächst kurz in den theoretischen Teil des Themas einführen.
Anschließend wird ihnen ein Einblick in ein gemeinschaftlich erarbeitetes und vor allem
erfolgreiches Fundraising-Projekt verschafft.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Darstellung des theoretischen Ansatzes
2.1 Wortdefinition: Fundraising
2.2 Normative Grundlagen des Fundraisings
2.2.1 Chancen und Grenzen
2.3 Fundraising-Märkte durch Spendernetzwerke erschließen
2.4 Leitbild – ohne Profil kein Geld
2.5 Event Fundraising
2.6 Exkurs: Der Spendenprozess und seine Spendenmotive
2.7 Die kritische Perspektive des Fundraisings
3. Praxistransfer
3.1 Vorstellung des durchgeführten Projektes: Kicken für Afrika
3.2 Praktische Umsetzung eines Spendernetzwerkes
3.3 Ressource: Ehrenamtliche Helfer
3.4 Kommunikationsmaßnahmen
3.4.1 Promotion-Party im X Herford
3.4.2 Internetpräsenz
3.4.3 Merchandising
3.4.4 Printmedien
3.4.5 Danksagungen
4. Reflektion / Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert am Beispiel des Fußballfestivals „Kicken für Afrika“ die praktische Umsetzung von Fundraising-Maßnahmen im Nonprofit-Sektor. Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch ehrenamtliches Engagement, lokale Netzwerke und kreative Kommunikationsstrategien erfolgreich finanzielle Mittel für Hilfsorganisationen akquiriert werden können, ohne dabei ein förmliches Leitbild vorauszusetzen.
- Theoretische Grundlagen und Definitionen des Fundraisings
- Strategien zur Erschließung von Spendernetzwerken
- Bedeutung von ehrenamtlicher Mitarbeit und Motivation
- Praxisbeispiel: Projektorganisation "Kicken für Afrika"
- Instrumente der Kommunikation und Marketing im Fundraising
- Kritische Reflexion der Spendenwirtschaft
Auszug aus dem Buch
2.3 Fundraising-Märkte durch Spendernetzwerke erschließen
Bevor der Startschuss ertönt, muss zunächst die Zielgruppe potenzieller Unterstützer – der Fundraising Markt - betrachtet werden. Wer ist an unserer Arbeit interessiert? Wer kommt als Förderer in Frage? Was könnte uns der Unterstützer zur Zielerreichung beitragen? Die wesentlichsten Gebermärkte sind Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen (z. B. Kirche, Lionsclub, Rotary Club usw.) und staatliche Stellen sowie EU-Fördermittel.17
Dabei muss man sich insbesondere die Frage stellen: Wer interessiert sich für unsere Veranstaltung? Die Beantwortung der Frage ist naheliegend. Im Prinzip alle, die mit uns in Beziehung stehen. Dieses Entwicklungsmodell nennt sich „Spendennetzwerk“. Dieses Modell geht von dem Grundsatz aus: Je näher ein Mensch oder eine Organisation mit der Fundraising-Aktion in Verbindung steht, umso mehr wächst die Bereitschaft zur Unterstützung (siehe Abbildung 1). Die Aufgabe des Fundraisers ist es, die in der Peripherie befindlichen Gruppen zu binden und nach innen zu holen.18
Das um die Organisation gewebte Beziehungsnetzwerk weist vier unterschiedliche Bindungsniveaus auf:
1. In dem Herzstück der Organisation, befinden sich alle diejenigen, die sich am stärksten mit der Mission identifizieren. Die in diesem Kreis befindlichen Personen und Organisationen investieren die meisten Ressourcen zur Zielerreichung.
2. Im Zweiten Ring sind die Förderer angesiedelt, die regelmäßig Kontakt zu der Organisation haben z. B. Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten usw.
3. Auf der dritten Ebene finden sich „kalte“ Kontakte. In diesem Zusammenhang ist mit „kalt“ eine abgerissene Verbindung zu einem Förderer beschrieben z. B. ehemalige Spender, Kunden, Lieferanten.
4. Im äußersten Ring sind alle Spender angesiedelt, für die das Angebot interessant sein könnte, die aber noch nichts davon gehört haben bzw. angesprochen worden sind. Hier liegen noch ungenutzte Potenziale brach, die durch Marktetingmaßnahmen zutage gefördert werden können.19
Eine alternative Möglichkeit wäre es gewesen, eine Liste potenzieller Förderer zu erstellen und diese anzuschreiben. Hierbei lautet die Faustregel: Auf eine Zusage kommen 40 Absagen. Zusätzlich hätten weitere Ressourcen aufgewendet werden müssen, z. B. Porto, Papier, Briefumschläge, anfallende Kuvertierarbeiten usw.20
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung verdeutlicht die zunehmende Notwendigkeit für Nonprofit-Organisationen, neue Finanzierungsquellen zu erschließen und führt in das erfolgreiche Projekt „Kicken für Afrika“ ein.
2. Darstellung des theoretischen Ansatzes: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des Fundraisings, inklusive Definitionen, Strategien zur Netzwerkerstellung, der Bedeutung eines Leitbildes sowie der kritischen Betrachtung der Spendenwirtschaft.
3. Praxistransfer: Dieser Abschnitt beschreibt die konkrete Umsetzung des Projektes „Kicken für Afrika“ durch den Aufbau eines Spendernetzwerkes, den Einsatz ehrenamtlicher Helfer und verschiedene Kommunikationsmaßnahmen.
4. Reflektion / Fazit: Das Fazit stellt fest, dass erfolgreiches Fundraising auch ohne theoretische Fachlektüre möglich ist, wenn starkes ehrenamtliches Engagement und ein gelebtes, wenn auch unausgesprochenes Leitbild vorhanden sind.
Schlüsselwörter
Fundraising, Spendennetzwerk, Nonprofit-Organisation, Ehrenamt, Event-Fundraising, Mittelbeschaffung, Kicken für Afrika, Spendenmotive, Kommunikationsmaßnahmen, Sponsoring, Gemeinnützigkeit, Spendenwirtschaft, Ressourcenbeschaffung, Projektmanagement, Engagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die praktische Umsetzung von Fundraising-Maßnahmen innerhalb einer Nonprofit-Organisation am konkreten Beispiel eines Fußballturniers.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit verbindet theoretische Grundlagen des Fundraisings – wie Spendenmotive und Netzwerktheorien – mit der praktischen Planung und Durchführung eines Benefiz-Events.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Ansprache von Netzwerken und effektive Öffentlichkeitsarbeit soziale Zwecke erfolgreich finanziert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine praxisorientierte wissenschaftliche Arbeit, die den Transfer theoretischer Fundraising-Ansätze in ein konkretes, selbst durchgeführtes Projekt beschreibt und kritisch reflektiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Vorstellung des Projekts „Kicken für Afrika“, der Nutzung von Spendernetzwerken, der Einbindung ehrenamtlicher Helfer sowie verschiedenen Kommunikationskanälen wie Internet, Printmedien und Merchandising.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Fundraising, Spendennetzwerk, Ehrenamt, Kicken für Afrika, Nonprofit-Management und Mittelbeschaffung.
Warum wurde in der Arbeit kein formelles Leitbild für das Projekt erstellt?
Der Autor stellt fest, dass das Projekt erfolgreich war, obwohl kein schriftliches Leitbild existierte; die Identifikation der Akteure mit dem sozialen Zweck ersetzte dieses durch ein gelebtes, informelles Verständnis.
Welche Rolle spielt die „Schummelwirtschaft“ in der Argumentation des Autors?
Der Autor greift die kritische Perspektive von Alexander Glück auf, um auf die Gefahren einer instrumentalisierten Spendenwirtschaft und hoher Verwaltungskosten aufmerksam zu machen.
- Citation du texte
- Tim Diekmann (Auteur), 2010, Die Umsetzung von Fundraising-Maßnahmen anhand eines Benefiz Fussballtunieres, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153926