Folgende Ausarbeitung widmet sich der Frage, wie sich die Fokalisierung im Hinblick auf die filmische Erzählung in Alfred Hitchcocks «Rebecca» verhält. Fokalisierung bedeutet im weitesten Sinne das Verhältnis zwischen dem Wissen des Erzählers und dem einer Figur . Die Erzählperspektive richtet sich entweder nach einer Figur oder nach einer Erzählinstanz. So stellt sich die Frage, auf welche Figur diese meistens gerichtet ist und auch welchen Sinn ein Fokus auf eine Figur haben kann. Der Film war Hitchcocks erster Film, der in Amerika mit der Zusammenarbeit der David O. Selznik Produktionsfirma entstanden ist. Er ist angelehnt an den gleichnamigen Roman der Autorin Daphne du Maurier. Der Film wurde dafür im Jahre 1941 mit einem Oscar ausgezeichnet. Hitchcock selbst war zunächst nicht zufrieden mit seiner Umsetzung und nannte ihn ein modernes Märchen. Doch der Film ist in dem Sinne sehr besonders, da er sich intensiv mit der weiblichen Hauptfigur, Mrs. de Winter befasst. Um dies zu verdeutlichen, soll im ersten Punkt der Ausarbeitung ein Überblick über die Fokalisierungen im Film gegeben werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Fokalisierung in Alfred Hitchcocks «Rebecca» ein Überblick
2.1 Die Funktion der Fokalisierung
2.2 Die Okularisierung, der Blick durch die Kamera
3. Zur Narration in Alfred Hitchcocks «Rebecca»
3.1 Figurenkonstellation
3.2 Perspektive und Zuschauerführung
4. Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die filmische Erzählweise in Alfred Hitchcocks «Rebecca» unter besonderer Berücksichtigung der narratologischen Konzepte der Fokalisierung und Okularisierung. Ziel ist es zu ergründen, wie durch den Einsatz spezifischer Kameraeinstellungen und Perspektiven Spannung erzeugt, die Handlung gesteuert und die weibliche Hauptfigur in ihrer ambivalenten Rolle charakterisiert wird.
- Analyse der Fokalisierungsverfahren (intern, extern, Nullfokalisierung)
- Untersuchung der Okularisierung als visuelle Perspektivierung
- Die Funktion der Kamera zur Steuerung der Zuschauerführung
- Narrative Struktur und Figurenkonstellation im Kontext des "Suspense"
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Funktion der Fokalisierung
Wir sehen im Film «Rebecca» die Dinge durch die Augen einer übergeordneten Erzählinstanz. Es gibt aber auch Momente, in denen wir etwas durch die Perspektive einer Figur sehen. Man könnte auch sagen, dass wir etwas durch eine Figur erzählt bekommen. Diese wird dann als fokale Figur benannt.
Wird etwas durch eine übergeordnete Instanz erzählt, sprechen wir von einer Nullfokalisierung.
Null-Fokalisierung hingegen ist gewissermaßen durch ›Allwissenheit‹ über mehrere Figuren hinweg geprägt.7
Zu Beginn wird der Film mit einer Stimme eingeleitet. Im Drehbuch von Robert E. Sherwood und Joan Harrison heißt es dazu: „I′s“ VOICE: Last night I dreamt I went to Manderley again. It seemed to me I stood by the iron gate leading tot he drive and for a while I could not enter fort he way was barred to me. Then like all dreamers, I was possessed of a sudden with supernatural powers and passed like a spirit through the barrier before me. (..) Moonlight can play odd tricks upon the fancy and suddenly it seemed to me that light came from the windows. (..) We can never go back to Manderley again, that much is certain. But sometimes, in my dreams, I do go back to the strange days of my life which began for me in the south of France.8.
In der figuralen Erzählweise des Filmanfang finden wir eine interne Sprachliche Erzählinstanz vor. Die Stimme ist die von Mrs. de Winter. Sie ist im Folgenden auch die Hauptfigur. Doch das Medium der Sprache wird bald durch die Visuelle Erzählweise abgelöst.
Der Film als ein audiovisuelles Medium tendiert zum Sichtbaren, zum Äußerlichen und muß einen besonderen Aufwand betreiben, um Inneres – Gedanken, Gefühle, mentale Zustände usw. einer Person – zu gestalten.9
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die filmtheoretische Fragestellung ein, wie sich Fokalisierung auf die filmische Narration in Hitchcocks «Rebecca» auswirkt und welche Relevanz dabei der weiblichen Hauptfigur zukommt.
2. Die Fokalisierung in Alfred Hitchcocks «Rebecca» ein Überblick: Dieses Kapitel erläutert anhand der Anfangssequenz und weiterer Schlüsselszenen die unterschiedlichen Fokalisierungsverfahren, die im Film Anwendung finden, um die Erzählperspektive zwischen der Figur und der Erzählinstanz zu variieren.
2.1 Die Funktion der Fokalisierung: Es wird definiert, wie durch das Verhältnis zwischen Wissen des Erzählers und dem einer Figur verschiedene Fokalisierungsmodi entstehen und wie diese das audiovisuelle Erleben gestalten.
2.2 Die Okularisierung, der Blick durch die Kamera: Dieser Abschnitt differenziert Fokalisierung von der visuellen Perspektivierung (Okularisierung) und untersucht, wie spezifische Kameraeinstellungen wie Point-of-View-Shots die Wahrnehmung der Figuren steuern.
3. Zur Narration in Alfred Hitchcocks «Rebecca»: Die Narration wird hier als Zusammenspiel von visueller Erzählweise und Spannungserzeugung ("Suspense") analysiert, wobei auch der Einsatz des Erzählers im Kontext der Filmhandlung betrachtet wird.
3.1 Figurenkonstellation: Die Akteure werden als Handlungsträger analysiert, wobei besonders die Bedeutung von Mrs. de Winter als identifikationsstiftende, aber auch leidende Figur hervorgehoben wird.
3.2 Perspektive und Zuschauerführung: Dies beleuchtet, wie durch Kamerabewegungen, Zooms und Einstellungsgrößen die Perspektive der Zuschauer aktiv gesteuert und auf die Entwicklung der Protagonistin fokussiert wird.
4. Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass die filmische Narration durch das Zusammenspiel von Fokalisierung und Okularisierung die Handlung intensiviert und wesentlich zur Spannungsgestaltung bei den zentralen dramatischen Wendepunkten beiträgt.
Schlüsselwörter
Fokalisierung, Okularisierung, Alfred Hitchcock, Rebecca, Filmnarratologie, Suspense, Manderley, Mrs. de Winter, Kameraperspektive, Erzählinstanz, filmische Narration, Zuschauerführung, Nullfokalisierung, interne Fokalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die filmische Erzählweise in Alfred Hitchcocks «Rebecca» durch die narratologische Brille der Fokalisierung und Okularisierung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die filmischen Mittel zur Spannungssteuerung, die Perspektivierung des Zuschauers und die narrative Funktion der Kamera.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu zeigen, wie durch spezifische Kameraeinstellungen und den gezielten Einsatz von Fokalisierung die Geschichte in «Rebecca» erzählt wird und Spannung erzeugt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine filmtheoretische Analyse auf Basis narratologischer Begrifflichkeiten angewandt, insbesondere unter Bezugnahme auf Genette, Kuhn und Niehaus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Unterscheidungen zwischen den verschiedenen Fokalisierungs- und Okularisierungstypen sowie deren konkrete Anwendung in der Figurenkonstellation und Zuschauerführung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind u.a. Fokalisierung, Okularisierung, Suspense, Erzählinstanz und filmische Narration.
Welche Rolle spielt Mrs. de Winter für das Erzählkonzept?
Mrs. de Winter dient als fokale Figur, durch deren Wahrnehmung und Suche die Handlung vorangetrieben wird und der Zuschauer einen Großteil der Erzählung erfährt.
Wie unterscheidet sich die Fokalisierung von der Okularisierung laut der Arbeit?
Die Arbeit definiert die Fokalisierung als an die Erzählung und das Wissen geknüpft, während die Okularisierung die visuelle Dimension, also das, was im Bild tatsächlich zu sehen ist, beschreibt.
Welche Bedeutung misst die Arbeit dem Ende des Films bei?
Das Ende (Gerichtsverhandlung und Brand) wird als Auflösung durch eine externe Nullfokalisierung beschrieben, die die Geschehnisse zusammenführt und Hitchcocks Vorliebe für Sensationsmomente unterstreicht.
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- Anonym (Autor:in), 2024, Die Funktion der Fokalisierungsverfahren in Alfred Hitchcocks "Rebecca", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1539396