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Die Sprechakttheorie und deren Entwicklung

Título: Die Sprechakttheorie und deren Entwicklung

Trabajo , 2009 , 27 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Philipp Holzhauer (Autor)

Filología alemana - Semiología, pragmática, semántica
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(...)verschiedene Kommunikationsformen innerhalb der Institution Universität beleuchtet. Dabei wurden diese Institution und deren Aktanten, beispielsweise auf hierarchische Strukturen, auf Asymmetrie und auf Status untersucht und Normenmodelle wurden angelegt. Des Weiteren haben wir Charakteristika und Handlungsmuster der E-Mail-Kommunikation untersucht. Auch typische universitäre Abläufe wie beispielsweise das Sprechstundengespräch und die Seminararbeit waren Gegenstand der pragmatischen Betrachtungsweisen dieses Kurses.
Ein weiteres Betätigungsfeld der Pragmatik ist die Sprechakttheorie. Genauer gesagt gab die aus der Sprachphilosophie stammende Theorie den Anstoß zur Entwicklung dieses Großbereichs der modernen Sprachwissenschaft. Im Grunde beschäftigt sich diese Theorie mit der Frage: Was tut man, indem man etwas sagt? Daran schließen sich ähnliche Fragen an: Warum äußert man einen bestimmten Sprechakt? Zu wem? In welcher Situation...? Diese Arbeit soll einen Überblick über die Sprechakttheorie und deren Entwicklung geben. John L. Austin entwickelte die Theorie in einer Vorlesung von 1955. Nach dessen Tod wurde eine Nachschrift der Theorie unter dem Namen „How to do things with words“ angefertigt. Die Basis der Theorie basiert auf dieser Veröffentlichung und liegt auch dieser Arbeit zu Grunde. Die Werke des Sprachphilosophen John R. Searle, allen voran „Speech acts“ von 1969, begründen gewisser maßen die 2. Etappe der Sprechakttheorie. In dieser Phase klassifizierte Searle die Sprechakte abermals. Diese Klassifikation setzte sich letztendlich durch. Wie nah liegt sie aber an der Praxis? Wie ist die Leistung dieser Wissenschaftler zu bewerten und welchen Kritikpunkten hält die Sprechakttheorie nicht stand?
Mit diesen Fragen beschäftigte sich auch das Buch „Einführung in die Sprechakttheorie“ von Sven Staffeldt, dass ebenfalls Grundlage dieser Arbeit ist. Ergänzend sei Paul Grice und dessen Vorlesung „Logic and Conversation“ von 1967 erwähnt. Grice entwickelte ein Rahmenkonzept, das die Einzelregeln der Sprechakttheorie auf den Kontext von Sprachhandlungen bezieht. Auch dessen Theorie soll als Ergänzung der Sprechakttheorie in dieser Arbeit Erwähnung finden.
Darüber hinaus sollen die Theorien am praktischen Beispiel der Illokutionen in E-Mails auf ihre Praxistauglichkeit überprüft werden. Es handelt sich dabei um alltägliche E-Mails die im Kontext der Institution Schule entstanden.Welche Handlungsmuster lassen sich bei diesen Sprechhandlungen erkennen?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Basis der Sprechakttheorie von John L. Austin

2.1 Unglücksfälle der Sprechakttheorie

2.2 Kritik an Austins Dichotomie von konstativ vs. performativ

2.3 Austins Aktlehre

3. Erweiterung der Sprechakttheorie durch Searle

3.1 Der Vergleich der Aktlehre von Austin (1962) und Searle (1969)

3.2 Bedingungen für den Vollzug illokutionärer Akte

3.3 Die Indikatoren für Illokutionen

3.4 Die Klassifikation von Sprechakten

3.5 Das Problem der indirekten Sprechakte

3.6 Sprache als Maximen-orientiertes Verhalten

4. Anwendung der Sprechakttheorie auf Gebrauchstexte

4.1 Die E-Mail als Kommunikationsmittel

4.2 Die Analyse von Illokutionen in E-Mails

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über die Entwicklung der Sprechakttheorie von ihren Anfängen bei John L. Austin bis hin zu den Erweiterungen durch John R. Searle zu geben und deren praktische Anwendbarkeit auf moderne Kommunikationsformen zu prüfen. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, inwieweit die theoretischen Konzepte der Sprechakttheorie und die ergänzenden Konversationsmaximen von Paul Grice genutzt werden können, um die Handlungsstruktur alltäglicher E-Mail-Kommunikation zu analysieren und zu bewerten.

  • Grundlagen und historische Entwicklung der Sprechakttheorie
  • Vergleich der theoretischen Modelle von Austin und Searle
  • Einsatz von Konversationsmaximen nach Grice als Ergänzung
  • Praktische Untersuchung von Illokutionsstrukturen in E-Mails

Auszug aus dem Buch

2.1 Unglücksfälle der Sprechakttheorie

Nachdem Austin in seiner zweiten Vorlesung, die schon erwähnten Bedingungen für performative Sprechakte aufstellte, betrachtete er die sogenannten Unglücksfälle. Diese entstehen wenn man gegen eine der sechs Regeln verstößt, die Äußerung ist verunglückt (unhappy14). Dabei führt Austin verschiedene Arten des Verunglückens ein. Dabei werden die Unglücksfälle (Infelicities) vorerst in Versager (Misfires) und Missbräuche (Abuses) unterteilt15. Diese Einteilung richtet sich danach, ob die Handlung gelungen ist oder eben nicht.

Bei den Versagern kommt es nicht zu einer Handlung weil das entsprechende Verfahren nicht in Betracht kommt, verletzt wird oder die Personen und Umstände nicht stimmen. Die beabsichtigte Handlung ist unwirksam und kommt damit nicht zustande. Austin bezeichnet sie als „vorgespiegelt“ bzw. „ einen Versuch“17. Die verschiedenen Einzelfälle (siehe Abbildung 1) von nicht zustande gekommenen Handlungen sind praktisch selbsterklärend.

Im Gegensatz zu den Versagern geben sich Missbräuche nicht so leicht zu erkennen. Das ist dadurch zu erklären, dass eine Handlung entsteht, man sich der Aufrichtigkeit des Gegenübers aber nicht immer sicher sein kann. Wenn Paul zu Susi sagt Ich verspreche Dir, Dich am Samstag ins Kino in Greifwald einzuladen, tätigt er einen explizit performativen Sprechakt und es kommt zu einer Handlung. Wenn Paul aber weiß, dass er am Samstag nicht in Greifwald sein wird oder er gar keine Lust hat mit Susi ins Kino zu gehen (usw.) ist sein Verhalten unredlich und sein Sprechakt fällt unter Austins Kategorie der Missbräuche.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in den Kontext des Hauptseminars ein und skizziert die Relevanz der Sprechakttheorie für die moderne Sprachwissenschaft sowie die Zielsetzung der vorliegenden Untersuchung.

2. Die Basis der Sprechakttheorie von John L. Austin: Dieses Kapitel erläutert die Grundgedanken Austins, insbesondere die Unterscheidung zwischen konstaten und performativen Äußerungen sowie die Kategorisierung von Misserfolgen bei Sprechakten.

2.1 Unglücksfälle der Sprechakttheorie: Hier werden die verschiedenen Arten des Scheiterns von Sprechakten, unterteilt in Versager und Missbräuche, detailliert beschrieben.

2.2 Kritik an Austins Dichotomie von konstativ vs. performativ: Dieser Abschnitt befasst sich mit der Selbstkorrektur Austins und der Erkenntnis, dass eine strikte Trennung von konstativ und performativ nicht aufrechterhalten werden kann.

2.3 Austins Aktlehre: Hier wird das Modell der drei Teilakte – lokutionär, illokutionär und perlokutionär – zur Erfassung der Handlungsstruktur von Äußerungen vorgestellt.

3. Erweiterung der Sprechakttheorie durch Searle: Dieses Kapitel beschreibt die Weiterentwicklung der Theorie durch Searle, insbesondere den Fokus auf die Regelgeleitetheit von Sprache.

3.1 Der Vergleich der Aktlehre von Austin (1962) und Searle (1969): Es erfolgt eine Gegenüberstellung der Modelle, wobei Searles Modifikation der Sprechaktstruktur durch die Proposition hervorgehoben wird.

3.2 Bedingungen für den Vollzug illokutionärer Akte: Hier werden die von Searle aufgestellten Gelingensbedingungen für Illokutionen theoretisch hergeleitet.

3.3 Die Indikatoren für Illokutionen: Dieser Teil untersucht sprachliche Mittel, die dazu dienen, die illokutionäre Kraft einer Äußerung zu markieren.

3.4 Die Klassifikation von Sprechakten: Es wird die Systematisierung der Sprechakte durch Austin und deren Verfeinerung durch Searle dargestellt.

3.5 Das Problem der indirekten Sprechakte: Dieses Kapitel analysiert das Phänomen, dass die intendierte Bedeutung oft von der wörtlichen Bedeutung einer Äußerung abweicht.

3.6 Sprache als Maximen-orientiertes Verhalten: Hier wird das Kooperationsprinzip von Paul Grice zur Erklärung des Verstehens von Äußerungen eingeführt.

4. Anwendung der Sprechakttheorie auf Gebrauchstexte: Dieser praktische Teil widmet sich der Übertragung der theoretischen Konzepte auf die Analyse von E-Mail-Kommunikation.

4.1 Die E-Mail als Kommunikationsmittel: Die technischen und kommunikativen Spezifika von E-Mails als tertiäres Medium werden erläutert.

4.2 Die Analyse von Illokutionen in E-Mails: Anhand konkreter Beispiele wird die Anwendung der Sprechakttheorie und der Konversationsmaximen auf tatsächliche E-Mail-Botschaften demonstriert.

5. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über die Leistungsfähigkeit und die Grenzen der Sprechakttheorie sowie deren Anwendbarkeit in der Praxis.

Schlüsselwörter

Sprechakttheorie, John L. Austin, John R. Searle, Illokution, Lokution, Perlokution, performative Äußerungen, Sprechaktklassifikation, Konversationsmaxime, Paul Grice, Kooperationsprinzip, Gebrauchstexte, E-Mail-Kommunikation, indirekte Sprechakte, Gelingensbedingungen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine fundierte Einführung in die Sprechakttheorie und analysiert deren theoretische Entwicklung von Austin bis Searle, um diese anschließend auf die Praxis der E-Mail-Kommunikation anzuwenden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die linguistische Handlungstheorie, die Klassifikation von Sprechakten, die Bedeutung von Kontext und Sprecherintention sowie die Anwendung dieser Modelle auf digitale Alltagskommunikation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Nutzen und die Grenzen sprechakttheoretischer Modelle bei der Analyse realer, institutioneller Gebrauchstexte wie E-Mails aufzuzeigen und kritisch zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturgestützte, theoretische Fundierung vorgenommen, die durch eine qualitative Analyse von Fallbeispielen (E-Mails) ergänzt wird, um die Anwendbarkeit der Theorie zu prüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte theoretische Abhandlung der Sprechakttheorie und deren Erweiterung durch Searle sowie einen anwendungsorientierten Teil, der E-Mails mittels dieser Theorien untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sprechakttheorie, Illokution, performative Äußerungen, Gelingensbedingungen und Kooperationsprinzip charakterisiert.

Wie bewertet der Autor die Klassifikation nach Searle im Praxistest?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Searles Klassifikation beim Versuch, konkrete E-Mails zuzuordnen, Schwierigkeiten bereitet und bezeichnet sie daher als teilweise praxisfern.

Welche Rolle spielen die Konversationsmaximen von Grice?

Sie dienen als wichtige Ergänzung zur Sprechakttheorie, da sie erklären, wie Hörer auch dann einen Sinn in Äußerungen finden, wenn die strikten Bedingungen der Sprechakttheorie scheinbar verletzt sind.

Final del extracto de 27 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Sprechakttheorie und deren Entwicklung
Universidad
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Institut für deutsche Philologie)
Curso
Hauptseminar: Hochschulische Kommunikation
Calificación
2,0
Autor
Philipp Holzhauer (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
27
No. de catálogo
V154005
ISBN (Ebook)
9783640662173
ISBN (Libro)
9783640662418
Idioma
Alemán
Etiqueta
Germanistik Sprachwissenschaft Sprechakte Austin Searl
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Philipp Holzhauer (Autor), 2009, Die Sprechakttheorie und deren Entwicklung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154005
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