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Wohnungslos und psychisch krank. Probleme bei der Zuständigkeit und Zusammenarbeit zweier unterschiedlicher Hilfesysteme

Titre: Wohnungslos und psychisch krank. Probleme bei der Zuständigkeit und Zusammenarbeit zweier unterschiedlicher Hilfesysteme

Thèse de Bachelor , 2009 , 63 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Lisa Aberle (Auteur)

Travail Social
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Résumé Extrait Résumé des informations

Sieht man genauer hin, fällt auf, dass in den letzten Jahren die Anzahl psychisch kranker Menschen unter den Wohnungslosen gestiegen ist und dass sie versuchen im ‚Bermudadreieck‘ von Wohnungslosenhilfe, Psychiatrie und Suchtkrankenhilfe ihren Ansprechpartner zu finden.
Ich habe mir die Frage der Zuständigkeit gestellt, habe den Anblick eines verwirrt und verwahrlosten Mannes in der Fußgängerzone hinterfragt: Wieso lebt er auf der Straße und wird von der Wohnungslosenhilfe scheinbar nicht erreicht? Und wieso befindet er sich auf Grund seiner offensichtlichen psychischen Erkrankung nicht im psychiatrischen Versorgungssystem?

Die zentrale Fragestellung dieser Arbeit ist: Wieso fallen psychisch kranke Wohnungslose aus den beiden Hilfesystemen heraus und warum existieren keine geeigneten Hilfeformen für sie?
Die Beantwortung dieser Frage besteht in der Ermittlung der Schwierigkeiten, die wohnungslosen psychisch kranken Menschen in die bestehenden Hilfesysteme zu integrieren und aufzuzeigen, wie adäquate Hilfen aussehen und zukünftig aussehen könnten.
Für mich ausgewählt habe ich das Thema zusätzlich, da ich keinerlei Vorerfahrungen im Bereich der Wohnungslosenhilfe und des psychiatrischen Versorgungssystems hatte, mich die Problematik der Betroffenen jedoch mitriss und ich mich nicht damit zufrieden geben wollte, dass in unserer heutigen Zeit diese Menschen immer noch vollständig durch das soziale Netz fallen.
Erst seit den letzten Jahren suchen in Deutschland die Wohnungslosenhilfe und das psychiatrische Versorgungssystem gemeinsam nach Antworten auf diese Fragen. Jedoch gilt es, viele Hindernisse zu überwinden und geeignete Formen der Forschung und Statistik zu finden, um die gegenwärtige Problemlage genauer beschreiben und erkennen zu können. Denn obwohl das Problem psychisch kranker Wohnungsloser in den beiden Hilfesystemen bewusst ist, liefern die meisten bundesdeutschen Untersuchungen kein Datenmaterial, das für die konkrete Planung der psychiatrischen Versorgung von Wohnungslosen herangezogen werden könnte.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. WOHNUNGSLOSIGKEIT

2.1 Wohnungslosigkeit – Was ist das?

2.1.1 Begriffsbestimmungen und Zielgruppe

2.1.2 Zahlen und Fakten

2.2 Geschlechtsspezifische Ursachen von Wohnungslosigkeit

2.3 Unterschiedliche Problemlagen von Wohnungslosen

2.4 Gesetzliche Rahmenbedingungen

2.5 Struktur und Angebote der Wohnungslosenhilfe

3. PSYCHISCH KRANK – FORMEN PSYCHISCHER STÖRUNGEN UND DAS PSYCHIATRISCHE VERSORGUNGSSYSTEM

3.1 Die Beschaffenheit psychischer Störungen

3.2 Klassifikationssysteme

3.3 Formen psychischer Störungen

3.3.1 Störungen im Zusammenhang mit psychotropen Substanzen

3.3.2 Konsum- und substanzunabhängige psychische Störungen

3.4 Das psychiatrische Versorgungssystem in Deutschland

4. WOHNUNGSLOS UND PSYCHISCH KRANK – MENSCHEN ZWISCHEN ZWEI HILFESYSTEMEN

4.1 Wer sind die psychisch kranken Wohnungslosen?

4.2 Schwierigkeiten bei der Inanspruchnahme und Kooperation beider Systeme

4.2.1 Schwierigkeiten auf rechtlicher Ebene

4.2.2 Schwierigkeiten auf versorgungsstruktureller Ebene

4.2.3 Schwierigkeiten auf fachlicher Ebene

4.2.4 Schnittstellenprobleme

4.3 Handlungsansätze und Forderungen

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik von Menschen, die gleichzeitig von Wohnungslosigkeit und psychischer Erkrankung betroffen sind, und analysiert, warum diese Personengruppe häufig zwischen den Hilfesystemen der Wohnungslosenhilfe und der psychiatrischen Versorgung herausfällt. Ziel ist es, die Schwierigkeiten in der Zuständigkeit und Zusammenarbeit dieser beiden Systeme zu identifizieren sowie Handlungsansätze für eine verbesserte, integrierte Versorgung zu entwickeln.

  • Multidimensionale Ursachen von Wohnungslosigkeit
  • Psychische Störungsbilder und psychiatrische Versorgung in Deutschland
  • Rechtliche und strukturelle Barrieren beim Systemzugang
  • Herausforderungen in der fachlichen Kooperation zwischen den Hilfesystemen
  • Entwicklung von Forderungen und Handlungsstrategien zur Systemverbesserung

Auszug aus dem Buch

4.2.2 Schwierigkeiten auf versorgungsstruktureller Ebene

Wie auf der rechtlichen Ebene, sind auch auf struktureller Ebene zwei Hilfesysteme für psychisch kranke wohnungslose Menschen zuständig: auf der einen Seite die Wohnungslosenhilfe mit ihren Unterbringungs- und Beratungsangeboten, um die sozialen und materiellen Bedürfnisse der Betroffenen zu befriedigen, auf der anderen Seite das psychiatrische Versorgungssystem, welches für die Behandlung der psychischen Erkrankung verantwortlich ist. Auch wenn es in der Theorie somit den Anschein hat, als wären diese doppelt bedürftigen Menschen besonders gut versorgt, kann in der Praxis leider nur das Gegenteil beobachtet werden. Die fehlende Meldeadresse sowie die häufig ungeklärte Kostenträgerschaft führen dazu, dass gerade Institutionen ohne Versorgungsauftrag die Aufnahmen von Wohnungslosen meist ablehnen. Keiner fühlt sich wirklich zuständig für diesen Personenkreis, weshalb die Betroffenen meist hin- und hergeschoben werden. Begründet liegt dies in den Schwierigkeiten, mit denen beide Hilfesysteme bei der Betreuung psychisch kranker Wohnungsloser zu kämpfen haben.

Mit welchen Problemen das jeweilige Hilfesystem konfrontiert wird und warum beide die Betroffenen anscheinend nicht erreichen können, soll daher im Folgenden näher betrachtet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung der Problematik der Stigmatisierung und Ausgrenzung psychisch kranker Wohnungsloser sowie Definition der zentralen Fragestellung bezüglich der Zuständigkeit der Hilfesysteme.

2. WOHNUNGSLOSIGKEIT: Analyse des Begriffs Wohnungslosigkeit, geschlechtsspezifischer Ursachen, rechtlicher Rahmenbedingungen sowie der Struktur und Angebote der bestehenden Wohnungslosenhilfe.

3. PSYCHISCH KRANK – FORMEN PSYCHISCHER STÖRUNGEN UND DAS PSYCHIATRISCHE VERSORGUNGSSYSTEM: Erläuterung psychischer Störungen, ihrer Diagnose und Vorstellung des psychiatrischen Versorgungssystems in Deutschland.

4. WOHNUNGSLOS UND PSYCHISCH KRANK – MENSCHEN ZWISCHEN ZWEI HILFESYSTEMEN: Untersuchung der spezifischen Problemlagen der Betroffenen und detaillierte Analyse der Schwierigkeiten bei der Kooperation zwischen Wohnungslosenhilfe und Psychiatrie auf rechtlicher, struktureller und fachlicher Ebene.

5. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Versorgungssituation und Appell an die Soziale Arbeit, sich stärker für die Rechte und eine verbesserte Integration der betroffenen Personengruppe einzusetzen.

Schlüsselwörter

Wohnungslosigkeit, psychische Erkrankung, Doppeldiagnose, Wohnungslosenhilfe, psychiatrisches Versorgungssystem, soziale Ausgrenzung, Stigmatisierung, SGB XII, Kooperation, Hilfesysteme, Beratung, Sozialarbeit, Versorgungslücke, Schnittstellenprobleme, Handlungsansätze.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der prekären Situation von Menschen, die sowohl wohnungslos als auch psychisch krank sind, und der Schwierigkeit dieser Personengruppe, in den bestehenden Hilfesystemen adäquate Unterstützung zu finden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Wohnungslosigkeit als Lebenslage, das Verständnis psychischer Störungen, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Hilfeleistungen (SGB II/XII) und die Schnittstellenproblematik zwischen Wohnungslosenhilfe und psychiatrischer Versorgung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum psychisch kranke Wohnungslose aus den Hilfesystemen herausfallen, und Ansätze zu finden, wie eine bessere Zusammenarbeit der Systeme zur Unterstützung der Betroffenen gelingen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Studien sowie Stellungnahmen zur aktuellen Versorgungslandschaft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl die individuellen Ursachen der Wohnungslosigkeit und psychischen Erkrankungen als auch die strukturellen Barrieren bei der Inanspruchnahme von Hilfen auf rechtlicher, versorgungsstruktureller und fachlicher Ebene detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Doppeldiagnose, soziale Ausgrenzung, Systemkooperation, Stigmatisierung und Wohnungslosenhilfe charakterisiert.

Warum wird das "Bermuda-Dreieck" in der Arbeit erwähnt?

Der Begriff beschreibt das Phänomen, dass Betroffene mit Doppeldiagnosen zwischen Suchtkrankenhilfe, Wohnungslosenhilfe und psychiatrischem Versorgungssystem hin- und hergeschoben werden, ohne dass sich eine Instanz für die Gesamtsituation zuständig fühlt.

Welche Rolle spielt die "Komm-Struktur" der Psychiatrie?

Die "Komm-Struktur" der Psychiatrie erfordert von Klienten eine aktive Kontaktaufnahme und Krankheitseinsicht. Da psychisch kranke Wohnungslose diese Voraussetzungen oft nicht erfüllen können, bleibt ihnen der Zugang zum psychiatrischen System häufig verwehrt.

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Résumé des informations

Titre
Wohnungslos und psychisch krank. Probleme bei der Zuständigkeit und Zusammenarbeit zweier unterschiedlicher Hilfesysteme
Université
University of Applied Sciences Esslingen
Note
1,3
Auteur
Lisa Aberle (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
63
N° de catalogue
V154037
ISBN (ebook)
9783640665617
ISBN (Livre)
9783640665907
Langue
allemand
mots-clé
Wohnungslos Probleme Zuständigkeit Zusammenarbeit Hilfesysteme
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Lisa Aberle (Auteur), 2009, Wohnungslos und psychisch krank. Probleme bei der Zuständigkeit und Zusammenarbeit zweier unterschiedlicher Hilfesysteme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154037
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Extrait de  63  pages
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