Die vorliegende Arbeit analysiert die Übersetzung ins Italienische zweier Romane von Thomas Brussig, die zur sogenannten “Literatur der Wende” gehören: "Helden wie wir", 1995 herausgegeben, und "Am kürzeren Ende der Sonnenalle" von 1999, der Brussigs Erfolg des ersten Romans fortsetzte und ihm den Ruf eines “Fachmanns für die ostdeutschen Passagen der Geschichte” (Kraft: 41) verlieh.
Beide Werke, deren Geschichten manchmal wirklich amüsante Episoden aufweisen, sind voller Ironie und Humor, was folgendes beweist: “Anspruchsvollere Literatur muss nicht unbedingt ‘trocken’ und ‘langweilig’, sondern kann durchaus unterhaltend und zugleich informativ sein” (Lammers: 2). Beide Bücher sind durch starke Ironie gekennzeichnet, was seit jeher ein Problem für Übersetzer darstellt, vor allem wenn sie durch Wortspiele oder kulturelle Elemente, die nur schwer in eine andere Sprache übertragbar sind, ausgedrückt wird. Sehen wir uns nun an, wie die beiden Übersetzerinnen mit dieser Problematik fertig wurden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bucheinband und Titel
3. Am kürzeren Ende der Sonnenallee
3.1 Namen der Personen
3.2 Übersetzung von Kultur- und DDR-Spezifika
3.3 Wortspielen
4. Helden wie wir
4.1. Namen der Personen
4.2 Übersetzung von Kultur- und DDR-Spezifika
4.3 Wortspielen
4.4 Titel der im Roman erwähnten Werke
4.5. Zusätzliche Bemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Übersetzung zweier Romane von Thomas Brussig – „Helden wie wir“ und „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ – ins Italienische. Dabei wird analysiert, wie die Übersetzerinnen mit kulturellen Spezifika, Wortspielen und der literarischen Ironie umgegangen sind, um die Absicht des Autors in der Zielsprache zu bewahren.
- Analyse der Übersetzungsstrategien für Buchtitel und Bucheinbände.
- Untersuchung der Übertragung von Personennamen und deren narrativer Bedeutung.
- Bewertung des Umgangs mit DDR-spezifischen Begriffen und kulturellen Anspielungen.
- Diskussion über die Notwendigkeit von Fußnoten bei Wortspielen und kulturellen Verlusten.
- Vergleich zwischen formaler Treue zum Ausgangstext und funktionaler Äquivalenz.
Auszug aus dem Buch
3.1 Namen der Personen
Die Übersetzung der Namen stellt seit jeher ein Problem für Übersetzer dar, und jeder einzelne Fall bedarf besonderer Aufmerksamkeit. Werfen wir nun einen Blick auf die von Palma Severi angewandten Strategien bei der Übersetzung der Namen der Personen im Fall von Am kürzeren Ende der Sonnenallee.
Der Name des Protagonisten, Michael Kuppisch, der von allen Micha genannt wird, bleibt unverändert. Sehen wir uns jetzt an, was mit den Namen der restlichen Personen passiert:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Analyse der italienischen Übersetzungen von Thomas Brussigs „Literatur der Wende“ ein und beleuchtet die unterschiedlichen Erzählperspektiven und den ironischen Ton der Romane.
2. Bucheinband und Titel: Hier wird die Bedeutung von Titeln und Einbänden als Form der kulturellen Lokalisierung diskutiert, wobei die Titelfunktionen nach Christiane Nord angewendet werden.
3. Am kürzeren Ende der Sonnenallee: Dieses Kapitel widmet sich der konkreten Übersetzung von Eigennamen, DDR-spezifischen Begriffen und Wortspielen in diesem Roman und bewertet die Entscheidungen der Übersetzerin Palma Severi.
4. Helden wie wir: Die Untersuchung von Marina Bistolfis Übersetzung konzentriert sich auf die Herausforderungen bei der Übertragung komplexer Wortspiele und kultureller Nuancen, die für das Verständnis des Protagonisten essenziell sind.
Schlüsselwörter
Thomas Brussig, Übersetzungstheorie, Literatur der Wende, italienische Übersetzung, DDR-Spezifika, Kulturspezifika, Wortspiele, Äquivalenz, Marina Bistolfi, Palma Severi, Helden wie wir, Am kürzeren Ende der Sonnenallee, literarische Übersetzung, Lokalisierung, Übersetzungskritik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die sprachlichen und kulturellen Herausforderungen bei der Übersetzung zweier Romane von Thomas Brussig ins Italienische.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Übersetzung von Buchtiteln, Personennamen, DDR-spezifischen Begriffen und komplexen Wortspielen.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Ziel ist es zu zeigen, wie die Übersetzerinnen mit den kulturellen Unterschieden zwischen der DDR-Realität und dem italienischen Leserkontext umgegangen sind.
Welche methodischen Ansätze werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einem vergleichenden Ansatz zwischen Ausgangs- und Zielsprache, unter Einbeziehung translationstheoretischer Konzepte wie der „Treue“ zum Originaltext.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil analysiert detailliert die beiden Romane „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ und „Helden wie wir“ anhand konkreter Textstellen und deren italienischer Umsetzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Übersetzungstheorie, DDR-Spezifika, literarische Äquivalenz und kulturelle Adaption.
Warum bleibt der Name des Protagonisten Micha unverändert?
Da er keine spezifische narrative Zusatzinformation trägt, die eine Anpassung erforderlich machen würde, bleibt er zur Wahrung der Identität im Original.
Wie wird mit unübersetzbaren Wortspielen umgegangen?
Die Übersetzerinnen entscheiden sich entweder für eine erklärende Fußnote oder versuchen durch kreative Adaption eine funktionale Entsprechung in der Zielsprache zu finden.
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- Lucia Cocci (Author), 2009, Thomas Brussig und seine italienischen Übersetzungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154058