Die vorliegende Studienarbeit beschäftigt sich mit den Konfliktlinien innerhalb der französischen Gesandtschaft während der Westfälischen Friedensverhandlungen 1643-1648. Dabei wird der Frage nachgegangen, was dazu geführt haben könnte, dass zwischen den französischen Botschaftern Claude de Mesmes, Comte d’Avaux, und Abel Servien ein Streit ausgebrochen ist, der aufgrund seiner Heftigkeit und seiner Konstanz als einzigartig unter den Gesandtschaften der am Kongress in Münster und Osnabrück teilnehmenden Staaten gesehen wird.
Die Ausführungen sollen die maßgebenden Faktoren und Rahmenbedingungen dieses Disputs erarbeiten, wobei das Hauptaugenmerk auf die unterschiedlichen politischen Konzeptionen, die persönlichen Grundvoraussetzungen der divergierenden Charaktere und die speziellen Personenkonstellationen gelegt wird. Anschließend werden einige exemplarische Streitpunkte, die im Verlauf des Konflikts von dessen Beginn in Den Haag bis zu seinem Ende mit der Abberufung d’Avaux’ aufgetreten sind, erörtert. Zudem soll geklärt werden, inwieweit sich die innerfranzösischen Verhältnisse am Vorabend der Fronde und die unterschiedlichen Beziehungen der Botschafter zum regierenden Minister Mazarin auf die Atmosphäre der Gesandtschaft auswirkten.
Als Einführung in die Thematik werden ein kurzer Überblick über den aktuellen Forschungsstand sowie ein Abriss über die machtstrukturellen Gegebenheiten Frankreichs und über das Botschafterwesen in der Mitte des 17. Jahrhunderts gegeben.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Vorwort
- Aktueller Forschungsstand
- Machtverhältnisse in Frankreich um 1643
- Das Botschafterwesen in der Mitte des 17. Jahrhunderts
- Die französische Gesandtschaft beim Friedenskongress
- Die Botschafter
- Claude de Mesmes, comte d'Avaux (1595-1650)
- Abel Servien, comte de la Roche des Aubiers (1593-1659)
- Henri II. d'Orléans, Duc de Longueville (1595-1663)
- Die polarisierenden Ideenkreise der französischen Kongresspolitik
- Die Botschafter und Mazarin
- Herzog und Kardinal, Longueville und Mazarin
- Patron und Klient, Mazarin und Servien
- Graf und Kardinal, d'Avaux und Mazarin
- Der Konflikt zwischen Servien und d'Avaux
- Streitverlauf vom Aufenthalt in Den Haag bis zur Ankunft Longuevilles
- Die Residentenwechsel und die Abberufung d'Avaux'
- Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Studienarbeit befasst sich mit den Konfliktlinien innerhalb der französischen Gesandtschaft während der Westfälischen Friedensverhandlungen von 1643 bis 1648. Sie analysiert die Ursachen für den Streit zwischen den französischen Botschaftern Claude de Mesmes, Comte d'Avaux, und Abel Servien, der aufgrund seiner Heftigkeit und Konstanz als einzigartig unter den Gesandtschaften der am Kongress in Münster und Osnabrück teilnehmenden Staaten gilt.
- Die unterschiedlichen politischen Konzeptionen der Botschafter
- Die persönlichen Grundvoraussetzungen und Charaktereigenschaften der Botschafter
- Die spezifischen Personenkonstellationen innerhalb der Gesandtschaft
- Die Auswirkungen der innerfranzösischen Verhältnisse am Vorabend der Fronde auf die Gesandtschaft
- Die Beziehung der Botschafter zum regierenden Minister Mazarin
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt mit einem Überblick über den aktuellen Forschungsstand und einer Analyse der Machtverhältnisse in Frankreich sowie des Botschafterwesens im 17. Jahrhundert in die Thematik ein.
Kapitel 2 befasst sich mit der französischen Gesandtschaft beim Friedenskongress, wobei die Botschafter Claude de Mesmes, Comte d'Avaux, Abel Servien und Henri II. d'Orléans, Duc de Longueville, vorgestellt werden. Es werden zudem die politischen Ideen und die Beziehungen der Botschafter zu Mazarin erörtert.
Kapitel 3 beleuchtet den Konflikt zwischen Servien und d'Avaux, einschließlich der Streitpunkte, die von Beginn des Konflikts in Den Haag bis zu d'Avaux' Abberufung aufgetreten sind.
Schlüsselwörter
Westfälischer Frieden, französische Gesandtschaft, Claude de Mesmes, Comte d'Avaux, Abel Servien, Henri II. d'Orléans, Duc de Longueville, Jules Mazarin, Konfliktlinien, politische Konzeptionen, Personenkonstellationen, innerfranzösische Verhältnisse, Botschafterwesen, Diplomatie.
Häufig gestellte Fragen
Wer waren die Hauptakteure der französischen Gesandtschaft 1643?
Die wichtigsten Botschafter waren Claude de Mesmes (Comte d’Avaux), Abel Servien und Henri II. d’Orléans (Duc de Longueville).
Warum gab es Streit zwischen d’Avaux und Servien?
Der Konflikt basierte auf unterschiedlichen politischen Konzeptionen, persönlichen Charakterunterschieden und ihrer jeweiligen Beziehung zu Kardinal Mazarin.
Welche Rolle spielte Kardinal Mazarin bei den Verhandlungen?
Als regierender Minister steuerte er die Botschafter und nutzte Servien oft als seinen loyalen Klienten, was das Misstrauen gegenüber d’Avaux verstärkte.
Was war der Westfälische Friedenskongress?
Ein diplomatischer Kongress in Münster und Osnabrück (1643-1648), der den Dreißigjährigen Krieg beendete.
Was bedeutete die Abberufung von d’Avaux?
Sie markierte das Ende des internen Streits und den Sieg der politischen Linie von Servien und Mazarin innerhalb der Gesandtschaft.
- Quote paper
- Andreas Rienow, M. A. (Author), 2008, Konfliktlinien der französischen Gesandtschaft bei den Westfälischen Friedensverhandlungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154097