Die vorliegende Arbeit behandelt die Kompositionsprinzipien von Iannis Xenakis. Es wird beobachtet, dass sich diese aus seinem Musikdenken heraus sowie aus Problemlösungen während des Komponierens entwickelt haben. Diesen Zusammenhang weisen analytische Ausführungen zu Nomos Alpha und eine anschließende Betrachtung neu entstandener Prinzipien beispielhaft nach. Die Spieltechniken in Nomos Alpha untergliedern die Klangwolken, grenzen verschiedene Segmente voneinander oder verbinden diese. Deshalb wird deren Funktion ebenfalls in der Arbeit berücksichtigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Biographisches zu Iannis Xenakis
1. 1 Kindheit und Jugend
1. 2 Kriegsjahre
1. 3 Bei Le Corbusier in Paris
1. 4 Musikalische Ausbildung
2. Zum Musikdenken von Iannis Xenakis
2. 1 Bezüge zur griechischen Antike
2. 2 Visuelle Komposition
2. 3 Ordnung und Unordnung
2. 4 Abstraktion
2. 5 „Art-Science“ bei Xenakis
3. Nomos Alpha
3. 1 Begriffserklärung „Nomos“
3. 2 Die Widmungsträger
3. 3 Der Kompositionsweg
3. 3. 1 Die Ecken des Würfels - S1 bis S8
3. 3. 2 Rotationen und Rotationspfad
3. 3. 3 Der Parameter λi
3. 3. 4 Dauer, Dichte und Intensität
3. 3. 5 Die Tonhöhen
3. 3. 6 Die Spieltechniken und Tonhöhenregionen
3. 3. 7 Die Intermezzi
3. 3. 8 Die Pausen
3. 4 Abweichungen
4. Kompositionsprinzipien in Nomos Alpha
4. 1 Innerzeitliche und außerzeitliche Organisation von Musik
4. 2 Symmetrie
4. 3 Variation
4. 4 Kontrast und Ähnlichkeit
5. Funktion der Spieltechniken
5. 1 Untergliederung der Klangwolken
5. 2 Abgrenzung der Klangwolken und Segmente
5. 3 Innere Verbindung der Segmente
5. 4 Zum Problem der Glissandi
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Kompositionsprinzipien von Iannis Xenakis anhand seines Werks Nomos Alpha für Violoncello solo. Ziel ist es, die aus seinem Musikdenken abgeleiteten Prinzipien sowie deren praktische Umsetzung und die spezifische Funktion der Spieltechniken innerhalb des komplexen mathematisch-strukturellen Gefüges zu analysieren.
- Biographische Prägung und Entwicklung der Kompositionsweise
- Das Musikdenken von Iannis Xenakis (Antike, Abstraktion, Art-Science)
- Strukturanalyse von Nomos Alpha (Mathematische Modellierung, Transformationen, Siebtheorie)
- Die Funktion von Spieltechniken als strukturelles Bindeglied und Abgrenzungsinstrument
Auszug aus dem Buch
3. 3. 1 Die Ecken des Würfels - S1 bis S8
Den Ausgangspunkt aller folgenden Kompositionsschritte bilden die sogenannten „Klangwolken“. Sie sind das musikalische „Rohmaterial“ in Nomos Alpha und stellen Xenakis’ grundlegende Klangvorstellung acht verschiedener Abschnitte dar.
Die nachfolgende Liste zeigt Xenakis’ Zeichnungen und Benennungen dieser Klangwolken:85
S1: „Stochastische Wolke aus punktuellen Klängen“
S2: „Relativ geordnete steigende oder fallende Wolke aus punktuellen Klängen“
S3: „Relativ geordnete Wolke aus punktuellen Klängen, weder steigend noch fallend“
S4: „ ‚Ionisiertes Atom’, zwei ausgehaltene, eng beieinander liegende Töne mit Interferenzen und zusätzlichen pizzicati“
S5: „Stochastisches Feld aus Glissando-Klängen“
S6: „Relativ geordnetes, steigendes oder fallendes Klangfeld“
S7: „Relativ geordnetes Klangfeld aus ausgehaltenen Tönen“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Biographisches zu Iannis Xenakis: Überblick über die Lebensstationen von Iannis Xenakis, die seine künstlerische Entwicklung und sein Weltbild maßgeblich beeinflussten.
2. Zum Musikdenken von Iannis Xenakis: Analyse der theoretischen Grundlagen wie der Bezug zur griechischen Antike, das visuelle Denken und das Konzept von Ordnung und Unordnung.
3. Nomos Alpha: Detaillierte werkanalytische Untersuchung des Cellowerks, insbesondere der mathematischen Transformationsprozesse und der Systematik der Parameter.
4. Kompositionsprinzipien in Nomos Alpha: Erörterung der übergeordneten Prinzipien wie Symmetrie, Variation und das Spannungsfeld zwischen innerzeitlicher und außerzeitlicher Organisation.
5. Funktion der Spieltechniken: Untersuchung der spezifischen instrumentalen Techniken als Mittel zur Gliederung, Abgrenzung und Verbindung innerhalb der musikalischen Struktur.
Schlüsselwörter
Iannis Xenakis, Nomos Alpha, Violoncello, Kompositionsprinzipien, Stochastik, Gruppentheorie, Siebtheorie, Spieltechniken, Neue Musik, Musikdenken, Mathematische Modellierung, Klangwolken, Transformation, Symmetrie, Abstraktion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Kompositionsprinzipien von Iannis Xenakis am konkreten Beispiel seines Cellowerks Nomos Alpha unter besonderer Berücksichtigung der spieltechnischen Umsetzung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Neben der Biographie Xenakis' bilden die theoretischen Grundlagen seines Musikdenkens, die mathematische Konzeption von Nomos Alpha und die funktionale Einbettung von Spieltechniken die zentralen Themen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Xenakis aus mathematisch-abstrakten Modellen eine funktionale musikalische Form entwickelt und welche Rolle die Spieltechniken bei der Realisierung dieser Konzepte einnehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine werkanalytische Methode angewandt, die sich auf Sekundärliteratur (insb. Jan Vriend) und Xenakis’ eigene theoretische Schriften stützt, um den komplexen Kompositionsprozess nachzuvollziehen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Dekonstruktion der Kompositionsweise, von den Klangwolken über die Würfeltransformationen bis hin zur Siebtheorie zur Bestimmung der Tonhöhen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben dem Werknamen Nomos Alpha vor allem stochastische Musik, Gruppentheorie, Siebtheorie, mathematische Transformation und das Konzept der „Art-Science“.
Welche Rolle spielt die Mathematik bei der Analyse von Nomos Alpha?
Die Mathematik liefert das strukturelle Fundament. Xenakis nutzt unter anderem Würfeltransformationen und Lateinische Quadrate, um den Aufbau des Stücks und die Abfolge der Klangzustände zu steuern.
Warum ist die Untersuchung der Spieltechniken so relevant für das Verständnis dieses Werks?
Die Spieltechniken dienen bei Xenakis nicht nur der Klangfarbengestaltung, sondern sind essenziell für die Abgrenzung der Klangwolken und die innere Verbindung der Segmente innerhalb der Gesamtstruktur.
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- Nico Lang (Author), 2009, Über die Kompositionsprinzipien von Iannis Xenakis dargestellt am Beispiel "Nomos Alpha" für Violoncello solo, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154107