Funktionale Translationstheorie - Die Skopostheorie von Reiß / Vermeer

Zur Existenz eines Skopos-Gedankens in anderen Translationsmodellen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009
20 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.Grundsätzliches zu Übersetzungsmodellen

2.Die Skopostheorie

3.Das Scenes-and-frames Modell
3.1. Kernpunkte des Modells
3.2. Modellspezifischer „Skopos“

4.Übersetzen als translatorisches Handlungskonzept
4.1. Kernpunkte des Modells
4.2. Modellspezifischer „Skopos“

5.Skopostheorie als Bestandteil weiterer Übersetzungsmodelle

Fazit

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die funktionale Translationstheorie, die die „Entthronung des heiligen Originals“ eingeläutet hat, erntete neben Zustimmung auch viel Kritik. Eine Bearbeitung, eine kulturelle Adaption sei keine „Übersetzung“ mehr, vielmehr gehe dabei die innewohnende „Wahrheit des Textes“ verloren.1 Dabei sehen viele Sprachwissenschaftler die „Wahrheit des Textes“ gerade in der von ihm vermittelten Botschaft abseits der sprachlichen Elemente.

Die vorliegende Arbeit möchte der Frage nachgehen, ob sich das funktionale Element des Skopos auch in anderen Übersetzungsmodellen wiederfindet, welche teilweise zunächst eine ganz andere Perspektive der Betrachtung von Translation gewählt haben.

Dazu wird zunächst ein knapper Überblick über die Vielfalt der sich mit Translation befassenden Modelle gegeben, um dem Leser eine grobe Vorstellung über die noch sehr unausgereifte Systematik von Translationswissenschaft zu geben. Denn in der wissenschaftlichen Auseinandersetzungen über dieses Thema gibt es viele Betrachtungsüberschneidungen und keineswegs klar voneinander abgetrennte Bereiche in denen der Diskurs verläuft. Die Frage ob eine klare Klassifizierung in der Translationswissenschaft wünschenswert und sinnvoll wäre, bleibt an dieser Stelle offen.

Im weiteren Verlauf der Arbeit wird ein Überblick über das Verständnis und die Konsequenzen der Skopostheorie, sowie über ihre Einordnung innerhalb der Übersetzungsmodelle gegeben. Dies geschieht einerseits um den Leser mit dem Skoposbegriff vertraut zu machen, andererseits um in nachfolgenden Argumentationsteilen direkt auf die Inhalte des bereitgestellten Überblicks zurückgreifen zu können.

Daraufhin folgend werden die Translationsmodelle von Snell-Hornby / Varennen und von Holz-Mänttäri zuerst hinsichtlich ihrer Kernpunkte beschrieben und jeweils im Anschluss bezogen auf „skoposähnliche“ Elemente analysiert.

Zuletzt werden kurz weitere Translationswissenschaftler aufgeführt und einzelne ihrer thematischen Ausführungen ebenfalls auf einen hintergründigen Skoposgedanken untersucht.

Es sei hier noch abschließend anzumerken, dass vor allem Reiß / Vermeer den Begrifflichkeiten „Übersetzung“ und „Translation“ im Rahmen ihres Modells unterschiedliche Bedeutungen zuweisen. Dies wurde in der vorliegenden Arbeit nicht praktiziert, so dass beide Begriffe synonym verwendet werden.

1. Grundsätzliches zu Übersetzungsmodellen

Translationstheorien kann man zunächst in zwei große Gruppen unterscheiden. Es gibt abstrakt-statische Modelle, die sich auf die an der Übersetzung beteiligten Faktoren fokussieren. Den eigentlichen Vorgang des Übersetzens betrachten sie dabei nicht. Umgekehrt ist es bei den konkret-dynamisch-psychologischen Modellen. Diese versuchen die kognitiven und unbewussten Prozesse, die beim Translator während der Übersetzung ablaufen, abzubilden.2 Durch Übersetzungsmodelle werden die unterschiedlichsten Aspekte von Translation beleuchtet. Es gibt Modelle die sich mit den der Übersetzung zu Grunde liegenden Sprachsystemen beschäftigen und solche die sich konkret mit dem Text als Ausgangs- und Zielprodukt befassen. Wiederum andere stellen die Übersetzungswissenschaft als eigenständige Disziplin in ihren Fokus oder betrachten „den Übersetzer“. Dies beispielsweise im Rahmen von die Didaktik der Übersetzerausbildung betreffenden Diskussionen. Die Skopostheorie gehört zur Gruppe der Theorien, die die Handlungsebene von Translation als Perspektive gewählt haben. Natürlich gibt es innerhalb der hier aufgezählten Betrachtungsweisen stark unterschiedliche Modellansätze. Auf jeden der Ansätze einzugehen, würde den Rahmen der Arbeit um ein Vielfaches sprengen. Daher betrachtet sie nur eine Auswahl und erhebt die eben getätigte Aufzählung auch in keinster Weise den Anspruch auf Vollständigkeit.3

[...]


1 Vgl. Stolze, Radegundis (1994), S. 167

2 Vgl. Albrecht, Jörn (2005), S. 27

3 Vgl. Stolze, Radegundis (1994), S. 5-7;
Selbiges Buch gibt einen guten Überblick über die Theorieansätze in der Translationswissenschaft und ist dem Leser zu empfehlen, der sich über diese Arbeit hinausgehend mit Translationsmodellen beschäftigen möchte.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Funktionale Translationstheorie - Die Skopostheorie von Reiß / Vermeer
Untertitel
Zur Existenz eines Skopos-Gedankens in anderen Translationsmodellen
Hochschule
Universität Trier  (Fachbereich II Sinologie)
Veranstaltung
Interkulturelles Übersetzen
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
20
Katalognummer
V154119
ISBN (eBook)
9783640670857
ISBN (Buch)
9783640671014
Dateigröße
1062 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Interkulturelles Übersetzen, Übersetzungstheorie;, Skopostheorie;, Funktionale Translationstheorie;, Reiß;, Vermeer;, Translationsmodell;, Übersetzungsmodell;, Skopos;, Übersetzen
Arbeit zitieren
Anne Wilmshöfer (Autor), 2009, Funktionale Translationstheorie - Die Skopostheorie von Reiß / Vermeer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154119

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