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Chancen und Risiken heilpädagogischen Handelns im sozialen Raum

Eine Standortbestimmung

Title: Chancen und Risiken heilpädagogischen Handelns im sozialen Raum

Scientific Essay , 2010 , 21 Pages

Autor:in: apl. Professor Dr. Christel Rittmeyer (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Doortje Kal arbeitete Anfang der Neunzigerjahre in einem Amsterdamer
Tagesaktivitätenzentrum. Dieses wurde täglich von vierzig bis sechzig Menschen mit psychiatrischem Hintergrund besucht. „Das Tagesaktivitätenzentrum wollte ein sicherer Heimathafen für die meist verletzliche Gruppe der Gesellschaft sein, aber auch ein Ort, den man – wenn es wieder besser ging – gestärkt verlassen konnte.“ (DELAHAIJ/FRAGNER 2010, 5).
Doch das gelang nur selten.
Ausgehend von ihren praktischen Erfahrungen entwickelte Kal das Projekt „Kwartiermaken“. Denn ihre praktischen Erfahrungen hatten ihr gezeigt: „Individuelle Hilfe zur anerkennenden Teilhabe müssen mit der Gestaltung der nahen sozialen Räume gekoppelt werden“ (FRAGNER 2010, 1).
In der Heilpädagogik ist bislang nur wenig konkret aufgezeigt worden, wie Inklusion praktisch verwirklicht werden kann. In meinem Beitrag zeige ich auf, dass für das Gelingen von Inklusion neben individuellen Hilfen eine Gestaltung des sozialen Raumes durch Netzwerken und bürgerschaftliches bzw. ehrenamtliches Engagement erforderlich ist.
Nur durch einen Blick über den eigenen Fachbereich der Heilpädagogik hinaus auf die soziale Arbeit mit ihrem Ansatz der Sozialraumorientierung kann das große Ziel der Inklusion mit Leben gefüllt und Schritt für Schritt umgesetzt werden.
Dabei ist angesichts der demografischen Entwicklung auch der Einbezug des bürgerschaftlichen bzw. ehrenamtlichen Engagements notwendig. Dessen Chancen sind aber nur voll zu nutzen, wenn man auch um seine Risiken und deren Eindämmung weiß.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Fallbeispiel

2. Was bedeutet Behinderung?

3. Inklusion trägt zur Prävention und zum Abbau von Behinderung bei

4. Sozialraumorientierung unterstützt Umsetzung von Inklusion

5. Stellenwert der Sozialraumorientierung in der Heilpädagogik

6. Konsequenzen für die Rolle des Heilpädagogen und die Ausbildung von Heilpädagogen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Chancen und Risiken des heilpädagogischen Handelns im sozialen Raum und untersucht, wie Inklusion durch eine konsequente Sozialraumorientierung und den Einbezug bürgerschaftlichen Engagements in der Praxis verwirklicht werden kann.

  • Bedeutung von Behinderung und Inklusion
  • Sozialraumorientierung als notwendiges Paradigma
  • Vernetzung von Heilpädagogik und Sozialer Arbeit
  • Bürgerschaftliches Engagement und Hilfe-Mix
  • Anforderungen an die Ausbildung von Heilpädagogen

Auszug aus dem Buch

4. Sozialraumorientierung unterstützt Umsetzung von Inklusion

Es ist mehrfach nachgewiesen worden, dass die Netzwerke von Menschen mit Behinderung kleiner und weitmaschiger sind als die von Menschen ohne Behinderung.

HECKMANN (2004) fasst die Untersuchungen zu Netzwerken von Menschen mit Behinderungen wie folgt zusammen: Menschen mit Behinderungen verfügen über kleinere soziale Netzwerke als Menschen ohne Behinderung. Personen mit Behinderungen haben weniger Freunde und Vertrauenspersonen als Personen, die keine Behinderung haben. Die Vertrauenspersonen der behinderten Menschen kommen dabei überproportional häufig aus dem eigenen Haushalt. Etwa die Hälfte der Behinderten hat mindestens eine Person in ihrem sozialen Netzwerk, die ebenfalls behindert ist.

Umsetzung von Inklusion erfordert angesichts dieser Forschungsergebnisse und praktischer Erfahrungen eine Sozialraumorientierung, die den sozialen Raum gestaltet und Netzwerke knüpft und verdichtet. Reduzierte soziale Netzwerke sind in erheblichem Maße durch Barrieren bedingt, die die Mobilität und Kommunikation von Menschen mit Behinderung einschränken. Eine Grundvoraussetzung für Inklusion ist deshalb auch der von der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung geforderte Abbau von Barrieren räumlicher, technologischer und medialer Art.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Fallbeispiel: Das Kapitel führt anhand des Projekts "Kwartiermaken" in die Notwendigkeit ein, individuelle Hilfen mit der Gestaltung sozialer Räume zu koppeln.

2. Was bedeutet Behinderung?: Es wird ein Paradigmenwechsel von der Defizitsicht hin zu einer an Stärken und Teilhabechancen orientierten Definition von Behinderung beschrieben.

3. Inklusion trägt zur Prävention und zum Abbau von Behinderung bei: Hier wird dargelegt, wie Inklusion durch die Schaffung teilhabefördernder Bedingungen als präventives Instrument wirkt.

4. Sozialraumorientierung unterstützt Umsetzung von Inklusion: Das Kapitel erläutert die Bedeutung sozialer Netzwerke und definiert den Begriff des Sozialraums als räumliche Einheit aus sozialer Praxis.

5. Stellenwert der Sozialraumorientierung in der Heilpädagogik: Es wird die These vertreten, dass Sozialraumorientierung ein notwendiges, ergänzendes Paradigma für die Heilpädagogik darstellt.

6. Konsequenzen für die Rolle des Heilpädagogen und die Ausbildung von Heilpädagogen: Abschließend werden Strategien für den Hilfe-Mix aus Profi- und Bürgerhilfe sowie Anforderungen an die Akquise und Ausbildung thematisiert.

Schlüsselwörter

Inklusion, Heilpädagogik, Sozialraumorientierung, Behindertenhilfe, Sozialarbeit, soziale Netzwerke, bürgerschaftliches Engagement, Hilfe-Mix, Partizipation, Empowerment, Daseinsmächtigkeit, Defizitorientierung, Gemeinwesenarbeit, UN-Konvention, Teilhabe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Integration von Sozialraumorientierung als notwendiges Paradigma in der heilpädagogischen Praxis, um Inklusion effektiv zu gestalten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Neudefinition von Behinderung, der Abbau gesellschaftlicher Barrieren, die Rolle der Sozialen Arbeit und die Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Inklusion durch die Verknüpfung von individueller Unterstützung mit der Gestaltung sozialer Räume in der Gemeinde konkret erreicht werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Auswertung fachwissenschaftlicher Literatur sowie der Analyse praktischer Konzepte (z. B. Sozialraumanalyse, Hilfe-Mix).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des Sozialraums, den Prinzipien der Sozialraumorientierung, dem Stellenwert für die Heilpädagogik und dem Spannungsfeld zwischen Ehrenamt und Professionalität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Inklusion, Sozialraumorientierung, Heilpädagogik, Netzwerkarbeit, Empowerment und bürgerschaftliches Engagement.

Was unterscheidet Inklusion von Integration?

Inklusion ist qualitativ anders, da sie nicht die Person an das System anpasst, sondern die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so verändert, dass Verschiedenheit im Gemeinsamen besteht.

Warum ist ein Hilfe-Mix aus Bürger- und Profi-Hilfe notwendig?

Ein Hilfe-Mix ermöglicht eine lebensnahe Unterstützung im dritten Sozialraum, wobei Bürgerhilfe Brücken in den Alltag baut, die von professionellen Institutionen allein oft nicht geleistet werden können.

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Details

Title
Chancen und Risiken heilpädagogischen Handelns im sozialen Raum
Subtitle
Eine Standortbestimmung
Author
apl. Professor Dr. Christel Rittmeyer (Author)
Publication Year
2010
Pages
21
Catalog Number
V154150
ISBN (eBook)
9783640675296
ISBN (Book)
9783640675692
Language
German
Tags
Engagement Hilfe-Mix
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
apl. Professor Dr. Christel Rittmeyer (Author), 2010, Chancen und Risiken heilpädagogischen Handelns im sozialen Raum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154150
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