Schutz vor Enteignung bei Auslandsinvestitionen


Seminararbeit, 2008

16 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

GLIEDERUNG

I. FORMEN VON AUSLANDSINVESTITIONEN

II. VORAUSSETZUNGEN FUR ENTEIGNUNGEN

III. BILATERALE INVESTITIONSSCHUTZVERTRAEGE

IV. BEILEGUNG VON INVESTITIONSSTREITIGKEITEN DURCH ICSID

V. DIE BEDEUTUNG DER MIGA

Was Auslandsinvestitionen sind, unter welchen Voraussetzungen hierbei eine Enteig­nung zulassig ist & wie sich Investoren wirkungsvoll vor dem politischen Risiko der Enteignung, absichern konnen, lasst sich in meiner Seminararbeit nachlesen. Diese Thematik ist relevant fur einen breiten Personenkreis wie z. B. Geschaftsfuhrer, Ge- sellschafter & durchaus auch fur private Personen, die auslandische Investitionen tati- gen mochten.

I. Formen von Auslandsinvestitionen

Der lateinische Ausdruck „Investition“ bedeutet: Oberfuhrung von Finanzkapital in Sachkapital. Das passiert in jedem Unternehmen, z. B. sobald Rohstoffe fur die Pro- duktion gekauft werden. Jedoch kommen die Rohstoffe ungleichmaBig auf der Welt vor. Das Kapital der Industrienationen ermoglicht den Rohstofflandern Ol, Erdgas, Me- talle, Soja, Zucker u. v. a. Rohstoffe zu gewinnen. Chinesische, indische & russische Investoren zuckten im Jahr 2006 das Scheckbuch, um angolanische Olfirmen, ghane- sische Aluminiumhutten oder namibische Kupferminen zu kaufen.[1] Dies ist nur eine Form der auslandischen Investitionen. Weitere wesentliche Investitionsarten seien hier genannt:

- Unternehmens-/Produktionsstatten-Neugrundungen (GREENFIELD INVESTMENT)
- Obernahme von Unternehmen / Produktionsstatten (MERGERS & AQUISITIONS)
- Zusammenschluss mit Unternehmen (JOINT VENTURE)
- Beteiligungen / Anteilsrechte von mind. 10 % in Form von Aktien o. a. Wertpapieren
- Grundung von Tochtergesellschaften
- Erwerb von auslandischen Immobilien
- Nutzungsrechte (Konzessionen)
- PPP (Public Private Partnership)

Seit 1999 bietet das Bundesministerium fur wirtschaftliche Zusammenarbeit & Ent- wicklung (BMZ) Unternehmen uber PPP finanzielle Unterstutzung / offentliche Ge- Ider fur Vorhaben mit entwicklungspolitischem Nutzen, um zusatzliche private Mittel fur entwicklungspolitische Ziel zu mobilisieren. Der Eigenbetrag des Unternehmens betragt mindestens 50 % der Projektkosten. [2]

Schlagzeilen wie Globalisierung, Obernahmewelle & Rohstoffjagd nehmen wir zuneh- mend wahr. Erst auf den zweiten Blick wird klar, dass dies die Hauptgrunde fur Aus­landsinvestitionen sind. Andere Motive fur Auslandsinvestitionen konnen sein:

- ErschlieBung auslandischer Markte
- Optimierung der Produktionskosten / des Gewinns ^ Reduzierung der Steuerlast
- Mehr Kundennahe
- Beteiligung an offentlichen Ausschreibungen
- Verbesserung der Qualitat von lokal erzeugten Produkten
- Qualifikation von Fachkraften

Nachdem definiert wurde, was Auslandsinvestitionen sind & warum im Ausland inves- tiert wird, soll die wichtigste statistische Quelle zu internationalen Investitionen, der seit 1991 von der UNCTAD jahrlich herausgegebene „World Investment Report“ nachfol- gend einen Oberblick vom Volumen auslandischer Investitionen geben. 1964 wurde die „United Nations Conference on Trade and Development“ (kurz: UNCTAD) auf Betrei- ben der Entwicklungslander gegrundet. Sie liefert detaillierte Analysen der Weltwirt- schaft. Der „World Investment Report“ ist einer davon, aus dem sich hervorragend die Entwicklung der Auslandsinvestitionen ablesen lasst. [3]

Unternehmen aus aller Welt steigerten ihre Auslandsinvestitionstatigkeit im vergange- nen Jahr erheblich: Im Vergleich zum Vorjahr (2005) stieg die Summe der weltweit getatigten Auslandsinvestitionen 2006 mit 920 Milliarden EUR (1306 Milliarden Dollar) dem World Investment Report zufolge um 38 Prozent & erreichte damit fast den Re- kord aus dem Jahr 2000 (1411 Milliarden Dollar). GroBte Investoren waren multinatio­nal Unternehmen aus den Industrienationen (84 Prozent der Mittel).[4] Beinahe die Halfte aller Auslandsinvestitionen stammte aus der Europaischen Union & die Investi­tionen deutscher Unternehmen im Ausland wurden mit uber 79 Milliarden EUR ange- geben. Gegenuber dem Vorjahr stiegen die Auslandsinvestitionen heimischer Unter­nehmen um 43 Prozent. Fur deutsche Unternehmen stunden bei Auslandsinvestitionen zudem nicht langer Kosteneinsparungen an erster Stelle, immer mehr Unternehmen erklaren: „Wir gehen ins Ausland, um neue Markte zu erschlieBen."[5]

Nach dem „World Investment Report“ der UNCTAD sind Investitionen im hohen Um- fang in Beteiligungen an Unternehmen im Bereich der Erdol- & Erdgasforderung sowie in technologie-intensive Sektoren, Dienstleistungen & Infrastruktur von zunehmender Bedeutung. Dies lasst sich auf die Internationalisierung der Produktion der international operierenden Unternehmen zuruckfuhren. So wurden arbeitsintensive Produktionsbe- reiche in Lander mit geringeren Lohnkosten wie China oder Vietnam ausgelagert & verschiedene sudkoreanische Unternehmen errichteten Produktionsstatten in Mexiko, um ihre Produkte zollfrei in die USA exportieren zu konnen. Diese Unternehmen mini- mieren hierdurch ihre Kosten & sichern sich Wettbewerbsvorteile.[6]

Als Oberleitung zum nachsten Gliederungspunkt sei der Hinweis erlaubt, dass sich durch Auslandinvestitionen einerseits Chancen ergeben & andererseits gewisse Risi- ken zu berucksichtigen sind. Wichtig ist, dass zwischen politischen & wirtschaftlichen Risiken unterschieden wird. Letztere meinen das unternehmerische Erfolgsrisiko der Investition & die Schuldendienstfahigkeit, welche nicht abgesichert sind. Das politische Risiko der Enteignung spielt in der Europaischen Union zwar keine groBe Rolle mehr, jedoch in Landern wie China schon.[7] Investoren streben nach moglichst weitreichen- der Absicherung gegen das politische Risiko der Enteignung, fur sie ist es unverzich- tbar zu wissen, wann das Risiko der Enteignung im Ausland besteht.

[...]


[1] World Investment Report 2006

[2] IXPOS Das AuBenwirtschaftsportal im Internet: www.ixpos.de 21.11.2007

[3] http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/337375/index.do 19.12.2007

[4] World Investment Report 2006

[5] www.spiegel.de UNO-Investitionsbericht/ase/AFP/AP/Reuters 13.12.2007

[6] Wolfram von Bulow >>Globalisierung & Wirtschaftspolitik<< 1999

[7] www.lenzfinance.de/Globaler Schutz 14.12.07

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Schutz vor Enteignung bei Auslandsinvestitionen
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie und Management gemeinnützige GmbH, Hochschulstudienzentrum Hamburg  (Wirtschaftsrecht)
Veranstaltung
IWR
Note
2,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
16
Katalognummer
V154229
ISBN (eBook)
9783640668762
ISBN (Buch)
9783640668915
Dateigröße
433 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Auslandsinvestitionen, Investitionsschutzverträge, Enteignung
Arbeit zitieren
Jana Kliem (Autor), 2008, Schutz vor Enteignung bei Auslandsinvestitionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154229

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