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List und Tücke des Odysseus

Título: List und Tücke des Odysseus

Trabajo , 2009 , 30 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Ivo Gebert (Autor)

Historia universal - Prehistoria e Historia antigua
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Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir, und einer der zähesten Restbestände der klassischen Bildung, seit dem Altertum begegnet einem im Mythos vom Trojanischen Pferd, im Topos der Odyssee, einer Irrfahrt und in alltäglichen Begriffen wie ‚bezirzen’ oder ‚jemanden zur Sau machen’ – zugestanden: letzteres war nicht fein. Doch die Welt beider großer Epen des rätselhaften Dichters, den wir Homer nennen, sie fesselt die Menschen heute noch wie vor fast dreitausend Jahren. Der gesamte Sagenkreis um Troja und Irrfahrt des Königs von Ithaka stellt nicht nur das erste, sondern auch eines der fesselndsten, epischen literarischen Werke überhaupt dar. Dies mag in vielem seine Ursache haben, sicher aber auch in den Schwierigkeiten des Odysseus während der erstrebten Heimfahrt nach dem Ringen um Troja, den Komplikationen, die eine Begegnung mit diesem klugen Kopf mitunter haben kann, seinem listenreichen und bisweilen zynischen Vorgehen (um es freundlich zu formulieren), seinem Umgang mit anderen Figuren, seiner Demut und deren Zurschaustellung, und schließlich dem charakteristischen Merkmal, indem Max Horkheimer und Theodor Adorno den ersten aufgeklärten Menschen der Weltliteratur ausgemacht haben und an ihm auch das Wesen dieses Begriffs (Aufklärung) festmachen, seine Dialektik.Genau dies will die vorliegende Arbeit leisten, nämlich, sich dem Wesen dieser mythologischen Urfigur in der europäischen Literatur anzunähern und seine wesentlichen Züge herauszuarbeiten, um Antworten zu finden auf die Frage ‚Wie modern war Odysseus? Und was macht ihn zu einem modernen Menschen?’ Hierfür hält sie sich eher am Gehalt der Handlung fest als am buchstabengetreuen Zitat, aufgrund noch zu zeigender Umstände ist die Odyssee hierfür wesentlich interessanter als die Ilias, auf die nur am Rande und wenn dies notwendig erscheint, Bezug genommen wird. Einer dieser Umstände ist der, dass die für diese Arbeit zentrale Figur des Odysseus in der Ilias zwar vorkommt, aber erst in der Odyssee maßgeblich behandelt wird und vieles, was Odysseus angestellt haben soll, erst in der Odyssee erwähnt und beschrieben wird. Außerdem bringt der vorrangige Blick auf die Odyssee das Vergnügen, nicht jähzornigen Männern, sondern anmutigen und gescheiten Frauen beim Kampf mit den Gegebenheiten zuzusehen. Kirke, Penelope und Athene faszinieren nicht nur Odysseus, sie sind Wegbegleiterinnen auf dem Weg der nächsten Seiten, die einen Zugriff auf das Wesen des europäischen Menschen versuchen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das doppelte Odysseus-Problem

2.1 Das Problem des Odysseus

2.2 Das Problem mit Odysseus

3. Die Wahl der Mittel

3.1. List und Tücke

3.2 Gutes Benehmen

3.3 Die Opfer und die Götter

4. Wieso eigentlich Aufklärung…?

4.1. Der kalkulierte Einsatz

4.2 Die rationale Vorgehensweise

5. Rezeptionsgeschichtliche Anmerkungen

6. Resümee

7. Literaturgrundlage/Darstellungsverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Wesen der mythologischen Figur des Odysseus in Homers Odyssee. Dabei wird analysiert, inwiefern der Protagonist als moderner Mensch begriffen werden kann, der sich durch rationale Vorgehensweisen, List und taktisches Kalkül von klassischen Heldenidealen unterscheidet.

  • Analyse des "doppelten Odysseus-Problems" hinsichtlich seiner Motivation und Wahrnehmung.
  • Untersuchung der zentralen Mittel wie List, Tücke und die Einhaltung bzw. Instrumentalisierung ritueller Verhaltensweisen.
  • Dekonstruktion der Verbindung zwischen Mythos und Aufklärung im Handeln des Odysseus.
  • Beleuchtung der wechselhaften Rezeptionsgeschichte der Odysseus-Figur in verschiedenen Epochen.

Auszug aus dem Buch

3.1. List und Tücke

„Nenne mir, Muse, den Mann, den vielgewandten, der vielfach/Wurde verschlagen, seit Trojas heilige Burg er zerstörte“ (Odyssee I, 1f.). Die Muse, die zu Beginn der Odyssee den Sänger inspirieren soll, könnte auch vom ‚vielfach verschlagenen Mann’ sprechen, denn wenn Odysseus nicht gerade passiv durch seine Zeit und die Gesänge der Odyssee geworfen wird, ist er selber nicht ohne. Schon die heilige Burg, die er da zerstört haben soll, fiel ja nicht allein durch roher Waffen Gewalt, sondern mittels zweierlei List und Tücke. Zum einen durch den Palladion-Raub, zu dem Münkler schreibt:

„... im Blut und Kot (...) getarnt kann er Dolon [trojanischer Kundschafter; I.G.] überraschen und lautlos überwältigen. (...) er richtet mit Diomedes ein Blutbad unter den Schlafenden an. An die Stelle des Zweikampfes setzt Odysseus die Massenschlächterei. Odysseus' strategische Kategorien entziehen dem Heroismus die Substanz. (...) ‚Und sie verkannten alle den Helden’, heißt es bei Homer. Zwangsläufig, denn Odysseus hatte nicht nur sein Äußeres verändert, er stand auch innerlich dem Wesen des Helden fern, dem des trojanischen ebenso wie dem achäischen. Für die Helden war der Krieg ein Mittel zur Selbstdarstellung ihres Heldentums. Dementsprechend wurde der Kampf eröffnet – beide Kämpfer stellten sich einander vor. Odysseus tat das genaue Gegenteil: Als Bettler verkleidet entstieg er der Kloake, einem Ort, an dem sich allenfalls Sklaven aufzuhalten pflegten. In einer ausschließlichen Orientierung am Sieg unterminierte Odysseus die Grundlage des Heldentums. Der Krieg ist keine Lebensform mehr, wenn die Sieger den Kloaken entsteigen. Odysseus' Sieg ist die Niederlage der Helden. Mit dem Brand von Troja endet das heroische Zeitalter“ (Münkler (1991): S. 86f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein und stellt die zentrale Fragestellung auf, wie modern Odysseus als mythologische Urfigur in der europäischen Literatur zu bewerten ist.

2. Das doppelte Odysseus-Problem: Dieses Kapitel betrachtet die verschiedenen Rollen des Odysseus, sowohl als kriegsmüden Heimkehrer als auch als handelndes Subjekt, das durch strategisches Kalkül auffällt.

3. Die Wahl der Mittel: Hier werden die spezifischen Werkzeuge des Helden analysiert, angefangen bei List und Tücke über korrektes rituelles Verhalten bis hin zum Umgang mit Göttern und Opfern.

4. Wieso eigentlich Aufklärung…?: Dieses Kapitel setzt das Handeln des Odysseus in den Kontext der Aufklärung und untersucht die rationale Vorgehensweise und den kalkulierten Einsatz bei der Bewältigung seiner Irrfahrten.

5. Rezeptionsgeschichtliche Anmerkungen: Es wird ein Abriss über die Interpretation der Odysseus-Figur von der Antike bis in die Moderne gegeben, wobei der Wandel im Blickwinkel der jeweiligen Epochen aufgezeigt wird.

6. Resümee: Das Resümee fasst die Ambivalenz der Figur zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Odysseus als Prototyp eines eigenbestimmten, reflexiven Menschenbildes fungiert.

7. Literaturgrundlage/Darstellungsverzeichnis: Dieses Kapitel listet die verwendeten Quellen, Monographien und Artikel auf, die für die Analyse herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Odysseus, Odyssee, List, Tücke, Aufklärung, Mythos, Homer, Heldenideal, Rationalität, Heimkehr, Gastfreundschaft, Antike, Literaturgeschichte, Rezeption, Strategie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Figur des Odysseus in Homers Odyssee unter dem Aspekt, inwiefern seine Handlungsweisen und sein Charakter als vorbildhaft für einen aufgeklärten, modernen Menschen interpretiert werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Einsatz von List und Tücke, die Rolle der Gastfreundschaft und Opferrituale, die dialektische Beziehung zwischen Mythos und Aufklärung sowie der Wandel der Odysseus-Rezeption durch die Jahrhunderte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Annäherung an das Wesen dieser mythologischen Urfigur, um zu klären, wie modern Odysseus war und welche Eigenschaften ihn zu einem modernen Menschen seiner Zeit machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse und führt eine historisch-kontextuelle Einordnung des Epos durch, indem sie/er sich auf existierende Forschungsliteratur (u.a. Horkheimer, Adorno, Münkler) stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Vorgehensweise des Odysseus (kalkulierter Einsatz, rationale Planung), seinen Umgang mit gesellschaftlichen Regeln wie Gastfreundschaft und seine Rolle als ambivalenter Charakter zwischen Held und Antiheld.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Odysseus, List, Tücke, Aufklärung, Rationalität, Heroismus und Rezeptionsgeschichte.

Warum wird Odysseus als "Falschspieler" bezeichnet?

Die Bezeichnung bezieht sich auf sein strategisches Handeln, bei dem er Regeln nicht zur Selbstdarstellung nutzt, sondern als Mittel zum Zweck, um asymmetrische Situationen zu seinen Gunsten zu beeinflussen.

Welche Rolle spielt die Figur der Penelope?

Penelope wird als ebenbürtige Partnerin wahrgenommen, die in ihrer Verschlagenheit und ihrem Einfallsreichtum dem Helden in nichts nachsteht und dessen moralische Anerkennung genießt.

Wie unterscheidet sich Odysseus vom heroischen Ideal eines Achilleus?

Während Achilleus tragisch und geradlinig seinem Verderben entgegengeht, ist Odysseus geschmeidig, wägt Risiken ab und nutzt List anstelle einer direkten, oft suizidalen Konfrontation.

Was bedeutet das "doppelte Odysseus-Problem" genau?

Es bezieht sich auf die Spannung zwischen Odysseus' Wunsch nach Heimkehr und der durch seine List und Tücke verursachten, schwierigen Wahrnehmung seines Charakters durch Zeitgenossen und spätere Interpretationsgenerationen.

Final del extracto de 30 páginas  - subir

Detalles

Título
List und Tücke des Odysseus
Universidad
Technical University of Berlin  (Institut für Geschichte und Kunstgeschichte)
Curso
HS "Es rühmen Menschen meine Klugheit und List. Die Odyssee des Homer und ihr Nachwirken"
Calificación
2,0
Autor
Ivo Gebert (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
30
No. de catálogo
V154265
ISBN (Ebook)
9783640666584
ISBN (Libro)
9783640666362
Idioma
Alemán
Etiqueta
Odysseus Homer Odyssee List und Tücke Frauen Gegenspieler Lüge Überlieferung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Ivo Gebert (Autor), 2009, List und Tücke des Odysseus, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154265
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