Zum Einsatz von ein- und zweisprachigen Wörterbüchern beim Erwerb einer Fremdsprache


Seminararbeit, 2008
15 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Funktionen von Wörterbüchern

3 Informationstypen in einsprachigen Wörterbüchern
3.1 Definitionstypen in einsprachigen Wörterbüchern
3.2 Gestaltung von Beispielen in einsprachigen Wörterbüchern

4 Zweisprachige Wörterbücher zur Unterstützung des Lernprozesses
4.1 Anforderungen an zweisprachige Wörterbücher
4.2 Problembereiche von zweisprachigen Wörterbüchern

5 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„Wörterbücher eben! Aber seien wir doch mal ganz ehrlich: Lohnt es sich eigentlich, über ein so triviales Thema ein Buch zu schreiben […]?“ (Engelberg/Lemnitzer 2008: 2). Diese Fragestellung erscheint auf den ersten Blick eindeutig zu beantworten zu sein, denn in nahezu jedem Arbeitszimmer befindet sich ein Nachschlagewerk. Der Absatz ist somit vorhanden. Der Umgang mit Wörterbüchern ist auch eindeutig. Wenn eine Definition benötigt wird, ist diese möglicherweise einem Wörterbuch zu entnehmen. Doch speziell die gesellschaftlich veränderten Rahmenbedingungen haben dazu geführt, dass in heutiger Zeit die Nutzung von Wörterbüchern an Bedeutung gewinnt. Dabei sind beispielsweise international agierende Unternehmen zu bedenken, die im Rahmen der Globalisierung in der Lage sind, weltweit Produktions- oder Logistikstandorte zu positionieren und somit Handelsvorteile zu nutzen. Speziell der asiatische oder aber südamerikanische Absatzmarkt bieten Möglichkeiten für Unternehmen, strategische Ziele zu verfolgen. In diesem Kontext gewinnt die Sprache als Kommunikationsmedium an Bedeutung. Die spanische Sprache ist bei der Erschließung des südamerikanischen Marktes von besonderer Bedeutung für die Unternehmen, weshalb das Ziel, diese Sprache zu erlernen, durchaus anstrebenswert ist, da sich die berufliche Perspektive verbessern kann. Darüber hinaus ist die Sprache in allen gesellschaftlichen Bereichen von zentraler Bedeutung. „Wörter sind Gegenstand des öffentlichen Interesses.“ (Schlaefer 2002: 9). Damit ist gemeint, dass die Sprache dafür verantwortlich ist, wie wir Zeitungsartikel aufnehmen, wie wir einen Fahrplan verstehen oder sogar unsere Kinder benennen. Anhand der sprachlichen Kommunikation erhalten wir Auskunft darüber, welche Bildung unser Gesprächspartner besitzt, welche Interessen dieser verfolgt oder welche Herkunft er hat (Schlaefer 2002: 9). Das Erlernen einer fremden Sprache ist dabei jedoch ein langfristiger Prozess, der kontinuierlich verfolgt werden sollte, um einen entsprechenden Lernerfolg verzeichnen zu können. Speziell bei dieser Zielsetzung, eine neue Sprache erlernen zu wollen, ist das Wörterbuch ein bedeutsames Hilfsinstrument. Die Auswahl von Wörterbüchern ist überaus erheblich. Neben einer Vielzahl von Anbietern steht der Lerner bei der Printversion vor der grundsätzlichen Wahl eines ein- oder zweisprachigen Wörterbuches als Nachschlagewerk. Daher soll innerhalb dieser Hausarbeit aufgezeigt werden, welche Aufgaben Wörterbücher haben, um das Erlernen einer fremden Sprache – in diesem Fall die spanische Sprache – zu unterstützen. Der Verlauf der Arbeit wird die ausgangs etwas lapidar formulierte Frage nach der Auseinandersetzung mit Wörterbüchern beantworten, wenn explizit auf differente Informationstypen eingegangen wird (Herbst/Klotz 2003: 32-34). Dabei wird insbesondere auf die Unterschiede zwischen ein- und zweisprachigen Wörterbüchern eingegangen werden. Welche Vor- und Nachteile sich aus den jeweiligen Nachschlagewerken ergeben, soll thematisiert werden (Herbst/Klotz 2003: 102-107; Schlaefer 2002: 94-97; Heid 1997: 65-66) Ziel dieser Arbeit ist es aufzuzeigen, unter welchen Voraussetzungen Wörterbücher als essentielles Hilfsinstrument für Lerner verstanden werden können und welche Problembereiche sich aus den heutigen Anforderungen an die Nachschlagewerke ergeben.

2 Funktionen von Wörterbüchern

Wörterbücher können, vereinfacht ausgedrückt, als ein Sammelsurium von Artikeln bezeichnet werden, die alphabetisch geordnet die Bedeutung einer Begrifflichkeit erläutern sollen. Grundsätzlich handelt es sich um eine spezifische Art eines Buches, wobei die Unterschiede beispielsweise zu einem Roman gravierend sind. „Eine Fülle von Abkürzungen, Codes, Symbolen […] weckt wahrscheinlich nur in den seltensten Fällen den Wunsch zu ausgiebiger Lektüre.“ (Herbst/Klotz 2003: 13). Dieser Einschätzung sind signifikante Merkmale zu entnehmen, die charakteristisch für Wörterbücher sind. So wird einerseits auf unterschiedliche Gestaltungs- und Aufbaukonzepte verwiesen, wodurch sich die Wörterbücher differenzieren. Andererseits wird das Wörterbuch a priori als ein Hilfsinstrument verstanden, welches bei sprachlichen Problemen herangezogen wird. Ein Lesevergnügen, wie es etwa bei der Belletristik beabsichtigt ist, steht innerhalb von Wörterbüchern primär nicht im Fokus. Dennoch finden sich Wörterbücher in jedem Arbeitszimmer wieder, was den Erfolg der Sammlungen belegt. Ein Grund für die Existenz der Nachschlagewerke ist in der sprachlichen Begrenztheit der Nutzer zu finden (vgl. Herbst/Klotz 2003: 18). Dennoch stellt sich die Frage nach dem Gebrauch von Wörterbüchern. Einerseits werden Wörterbücher in Situationen verwendet, in denen der Nutzer nach spezifischen Bedeutungen von Wörtern sucht. Versteht der Nutzer den sachlichen Inhalt eines Werkes wie beispielsweise einer Kurzgeschichte nicht, da ihm die Bedeutungen einiger zentraler Begriffe nicht präsent sind, benötigt dieses Wissen somit, um sich den Kontext erschließen zu können, so wird die Verwendung eines Wörterbuches unumgänglich. Andererseits dienen Wörterbücher dazu, Unsicherheiten im Bezug zur Rechtschreibung zu beseitigen. Speziell in Situationen, in denen sich die korrekte Schreibung von Begriffen nicht phonologisch herleiten lässt, wird ein Wörterbuch zu einem sinnvollen Hilfsinstrument.

Nach Herbst/Klotz (2003: 19) lassen sich drei Hauptfunktionen von Wörterbüchern identifizieren. Dabei handelt es sich um die Sprachproduktion, die Sprachkorrektur sowie die Sprachrezeption. Diese Bereiche lassen sich vielfältig, je nach Fachrichtung und Zielvorstellung der Arbeit, untergliedern. Beispielsweise können alle drei Hauptfunktionen bei der Erstellung einer universitären Hausarbeit zum Tragen kommen, denn neben der adäquaten Formulierung der Arbeit sowie der durchzuführenden Korrekturarbeiten sind Faktoren der Sprachrezeption notwendig, um Meinungen und Thesen kritisch zu reflektieren. Schlaefer (2002: 74) erweitert diese Einschätzung und formuliert Zielsetzungen für Wörterbücher, welche als Anforderungen für diese zu verstehen sind. Dabei ist der Förderungscharakter omnipräsent, denn in den Betrachtungsfokus rücken Situationen, in denen die Aneignung von kognitiven Leistungen unterstützt wird. Darunter ist unter anderem die sprachliche Stilsicherheit oder aber die individuelle Sprachentwicklung zu verstehen (Schlaefer 2002: 74). Daraus wird ersichtlich, dass sich der Gebrauch eines Wörterbuches auf eine Zielsetzung des Nutzers bezieht. Der Nutzer erweitert seine sprachlichen Kompetenzen durch die Verwendung eines Wörterbuches. Die Auswahl eines geeigneten Wörterbuches ist jedoch durchaus diffizil, denn neben einer Vielzahl von Anbietern, die, wie im weiteren Verlauf ersichtlich wird, im Aufbau und Gestaltung ihrer Werke divergieren, steht der Nutzer vor der Entscheidung, ob er im Umgang mit Literatur ein ein- beziehungsweise zweisprachiges Wörterbuch verwenden soll. Diese Frage gewinnt an Brisanz, wenn es sich um den Wissenserwerb innerhalb einer Fremdsprache handelt. „Das lexikographische Selbstverständnis im Umgang mit der Sprache und den Benutzern zeigt ein gewisses Spannungsfeld.“ (Schaefer 2002: 75). Dieses angesprochene Spannungsfeld lässt sich auf die Auswahl des individuell geeigneten Wörterbuches beziehen, denn neben dem Bedürfnis des Nachschlagens von gesuchten Begriffen existieren eine Reihe persönlicher Attribute, die der Nutzer abwägt. Darunter fallen beispielsweise die Lust zum Recherchieren, die eigene Leistungsfähigkeit oder aber der Zeitfaktor (Herbst/Klotz 2003: 20). Je nach seiner individuellen Situation wird der Nutzer zwischen ein- und zweisprachigen Wörterbüchern wählen, um sein Lernziel zu erreichen. Doch lassen sich im Vergleich der genannten Typen von Nachschlagewerken signifikante Unterschiede charakterisieren, wie im weiteren Verlauf ersichtlich wird.

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Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Zum Einsatz von ein- und zweisprachigen Wörterbüchern beim Erwerb einer Fremdsprache
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Fakultät 3)
Veranstaltung
Einführung in die Linguistik
Note
2,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V154275
ISBN (eBook)
9783640667420
ISBN (Buch)
9783640667482
Dateigröße
433 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einsatz, Wörterbüchern, Erwerb, Fremdsprache
Arbeit zitieren
B.A. Marco Schindler (Autor), 2008, Zum Einsatz von ein- und zweisprachigen Wörterbüchern beim Erwerb einer Fremdsprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154275

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