Ab Mitte der 60er Jahre setzte ein umweltpolitisches Denken in den Industrienationen ein. Die Anfänge finden sich, im Jahr 1968 gegründeten Club of Rome wieder. Dieser (in Rom gegründete) Club ist eine nichtkommerzielle Organisation, deren Ziel es nach eigener Definition ist: „die gemeinsame Sorge und Verantwortung um, beziehungsweise für die Zukunft der Menschheit!“(http://de.wikipedia.ord/wiki/Grenzen_des Wachstums). Der Club of Rome veröffentlichte 1972 das Buch „Die Grenzen des Wachstums“, unter der Mitarbeit von Dennis Meadows. In dieser Studie wurden erstmals Prognosen für die künftige Entwicklung der Welt aufgestellt. Am 23. Mai 1977 hielt der damalige demokratische Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Jimmy Carter, eine Rede vor dem amerikanischen Kongress. Er forderte das Council on Enviromental Quality und das Außenministerium auf, in Zusammenarbeit mit der Atmospheric Administration, der National Oceanic, der National Science Foundation und mit der Enviromental Protection Agency und weiteren anderen Behörden eine einjährige Untersuchung durchzuführen. Es galt die Punkte Bevölkerungsentwicklung, natürliche Ressourcen und die Umwelt bis zum Jahr 2000 zu untersuchen und Entwicklungstrends aufzuzeigen. Nach Fertigstellung dieser Studie sollte sie der amerikanischen Politik als Grundlage für eine langfristige Planung dienen. Aus der einjährigen Untersuchung sind drei Jahre geworden und somit erschien im Jahr 1981 der Bericht an den amerikanischen Präsidenten mit der Bezeichnung „Global 2000“. Unter der Leitung von Dr. Gerald O. Barney wurde unter Mithilfe und Einbeziehung von elf anderen Behörden* diese Studie fertig gestellt. Der Bericht gliedert sich in drei Bände. Die knapp 100 Seiten umfassende Einführung bildet den ersten Band, gefolgt von dem 1400 Seiten umfassenden zweiten Band - dem Technischen Bericht. Im dritten Band findet man die technische Dokumentation zu den Weltmodellen der amerikanischen Regierung. Meine Ausführungen beziehen sich auf die beiden ersten Teile (vgl. Global 2000, 1981, S. 19 ff.). Ziel meiner Arbeit ist es, die Inhalte der Studie „Global 2000“ zu veranschaulichen und die Prognosen aufzuzeigen. Unterstützt wird dies von zahlreichen Abbildungen und Grafiken. Ich werde einen Vergleich der Prognosen mit dem Jahr 2000 wagen und darauf eingehen, wie die Studie von der damaligen Umweltpolitik bewertet wurde. Zum Ende der Seminararbeit werde ich versuchen, auf die „Die Grenzen des Wachstums“ näher einzugehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Einleitung
3. Die Vorgehensweise der Untersuchungen und Probleme
3.1. Die Annahmen der Studienleiter
3.2. Der zeitliche Ablauf der Studie
3.3. Die Probleme und Inkonsistenzen der Studie
4. Die Entwicklung der Weltbevölkerung von 1975-2000
4.1. Die Unterschiede zwischen entwickelten Ländern und weniger entwickelten Ländern
5. Die wirtschaftliche Entwicklung von 1975 – 2000
6. Die Klimatischen Veränderungen von 1975 – 2000
7. Wann sind die Erdölressourcen aufgebraucht?
8. Die Prognosen für Nahrungsmittel, Wasser, Wälder, mineralische Rohstoffe und Energie
9. Die Folgen der Prognosen für die Umwelt und die Menschheit
9.1. Die Folgen für die Landwirtschaft
9.2. Die Auswirkungen auf die Wasserressourcen
9.3. Die Auswirkungen der Waldschrumpfung
9.4. Die Auswirkungen der Nutzung von Kernenergie
9.5. Das Aussterben von Pflanzen- und Tierarten
9.6. Die Folgen für unser Klima
10. Die Forderung der Studie an die Politik
11. Vergleich der Prognosen mit dem Jahr 2000
12. Die Bewertung der Studie Global 2000
12.1. Die Bewertung der amerikanischen Regierung
12.2. Die Bewertung der Studie im deutschsprachigen Raum
12.3. Die Bewertung der Studie durch Carter und Barney und ihre Konsequenzen
13. Die Maßnahmen der Politik seit 1981
14. Wo ist die Grenze des Wachstums?
15. Eigene Gedanken zur Umwelterhaltung
16. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, die Inhalte und Prognosen der 1981 veröffentlichten Studie "Global 2000" zu veranschaulichen, ihre Genauigkeit im Rückblick auf das Jahr 2000 zu bewerten und die politische sowie gesellschaftliche Relevanz der ökologischen Herausforderungen kritisch zu reflektieren.
- Analyse der methodischen Annahmen und Probleme der "Global 2000"-Studie
- Prognosen zur Entwicklung von Weltbevölkerung, Wirtschaft und Klima
- Folgenabschätzung für Ressourcen, Landwirtschaft, Wasser und Artenvielfalt
- Vergleich der damaligen Vorhersagen mit der tatsächlichen Entwicklung im Jahr 2000
- Kritische Auseinandersetzung mit den Grenzen des Wachstums und Ansätze für eine nachhaltige Umwelterhaltung
Auszug aus dem Buch
3.1. Die Annahmen der Studienleiter
Die Hauptaussagen der Studie (siehe Kapitel 4) gingen von drei Annahmen aus. Zum ersten, dass sich die Weltpolitik hinsichtlich der Bevölkerungs-, Umwelt- und Ressourcenpolitik nicht ändern würde. Dies hätte bedeutet, dass die Politik von 1977 unverändert bis zum Jahr 2000 so fortgeführt worden wäre. Dies wäre also eine Politik, in der dem Umweltschutz und dem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen keine große Bedeutung zukommen würde.
Die zweite Annahme betrifft die technologischen Entwicklungen und Innovationen, sowie die Mechanismen des Marktes. Man nahm an, dass die technologischen Entwicklungen weiterhin schnell voranschreiten würden und es bei der Übernahme von neuen technologischen Entwicklungen und Innovationen keine Bedenken oder gesellschaftliche Widerstände gäbe. Jedoch komme es weder zu revolutionären Erfindungen oder Fortschritten noch zu katastrophalen Rückschlägen, wie etwa einer Pflanzenkrankheit, die wichtige Getreidesorten für die Ernährung des Menschen in Mitleidenschaft ziehen würde. Die dritte Annahme bezieht sich auf die internationale, politische und wirtschaftliche Stabilität. Es komme zu keiner Störung des internationalen Handels infolge von Kriegen, Disbalancen im internationalen Währungssystem oder politischen Konflikten (vgl. Global 2000, 1981, S. 37 ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Dieses Kapitel erläutert den Bezug der Seminararbeit zum Buch "Global 2000" und betont dessen Relevanz im Kontext des Klimawandels.
2. Einleitung: Hier wird der historische Kontext der Studie, ihre Initiierung durch US-Präsident Jimmy Carter sowie ihr Aufbau und das Ziel der Arbeit beschrieben.
3. Die Vorgehensweise der Untersuchungen und Probleme: Dieses Kapitel beleuchtet die Annahmen, den zeitlichen Ablauf sowie die methodischen Herausforderungen und Inkonsistenzen der Studie.
4. Die Entwicklung der Weltbevölkerung von 1975-2000: Hier wird die Prognose zur Bevölkerungszunahme analysiert und nach dem Entwicklungsstand der Regionen differenziert.
5. Die wirtschaftliche Entwicklung von 1975 - 2000: Dieses Kapitel betrachtet das Wirtschaftswachstum anhand des Bruttosozialprodukts und die daraus resultierenden Unterschiede zwischen den Regionen.
6. Die Klimatischen Veränderungen von 1975 – 2000: Hier werden die verschiedenen Klimaszenarien und deren mögliche Auswirkungen vorgestellt.
7. Wann sind die Erdölressourcen aufgebraucht?: Dieses Kapitel untersucht die weltweiten Erdölvorräte, den Verbrauch und die Prognosen zur Erschöpfung dieser Ressourcen.
8. Die Prognosen für Nahrungsmittel, Wasser, Wälder, mineralische Rohstoffe und Energie: Hier werden die künftigen Engpässe und Entwicklungen in diesen essentiellen Bereichen analysiert.
9. Die Folgen der Prognosen für die Umwelt und die Menschheit: Dieses Kapitel erörtert die gravierenden Konsequenzen für die Landwirtschaft, Wasserqualität, Wälder, Kernenergie, Artenvielfalt und das Klima.
10. Die Forderung der Studie an die Politik: Hier werden die von der Studie abgeleiteten Notwendigkeiten für ein politisches Umsteuern und internationale Zusammenarbeit dargelegt.
11. Vergleich der Prognosen mit dem Jahr 2000: Dieses Kapitel prüft die Genauigkeit der damaligen Prognosen anhand der tatsächlich eingetretenen Entwicklungen im Jahr 2000.
12. Die Bewertung der Studie Global 2000: Hier wird die unterschiedliche Aufnahme der Studie durch die amerikanische Regierung und im deutschsprachigen Raum analysiert.
13. Die Maßnahmen der Politik seit 1981: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über internationale Umweltabkommen und politische Maßnahmen nach dem Erscheinen der Studie.
14. Wo ist die Grenze des Wachstums?: Hier setzt sich der Autor kritisch mit dem Konzept des Wirtschaftswachstums und der Begrenztheit der Erde auseinander.
15. Eigene Gedanken zur Umwelterhaltung: Dieses Kapitel enthält persönliche Reflexionen über notwendige Verhaltensänderungen und Lösungsansätze.
16. Zusammenfassung: Abschließend wird die Notwendigkeit eines Umdenkprozesses in der Umwelt- und Friedenspolitik bekräftigt.
Schlüsselwörter
Global 2000, Grenzen des Wachstums, Umweltpolitik, Ressourcenverbrauch, Weltbevölkerung, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Wirtschaftswachstum, Jimmy Carter, Ressourcenknappheit, Umwelterhaltung, Erdöl, Prognosegenauigkeit, internationale Zusammenarbeit, industrielle Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die 1981 veröffentlichte, richtungsweisende Studie "Global 2000", die im Auftrag der US-Regierung Zukunftsprognosen bis zum Jahr 2000 erstellte, und reflektiert deren Ergebnisse und Relevanz.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Arbeit behandelt Themen wie Bevölkerungsentwicklung, globale wirtschaftliche Trends, Klimaveränderungen, die Verfügbarkeit von Erdöl und anderen Ressourcen sowie die ökologischen Folgen für Mensch und Natur.
Was war das primäre Ziel der Studie "Global 2000"?
Das Ziel der Untersuchung war es, Trends in den Bereichen Bevölkerungsentwicklung, natürliche Ressourcen und Umwelt aufzuzeigen, um der US-amerikanischen Politik als Grundlage für langfristige Planungen zu dienen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Studie verwendet?
Die Studie stützte sich auf die Daten und analytischen Modelle verschiedener Behörden unter der Leitung von Dr. Gerald O. Barney, wobei die Ergebnisse einzelner Prognosen als Eingabedaten für andere Bereiche genutzt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Prognosen der Studie, dem Vergleich mit den tatsächlichen Entwicklungen im Jahr 2000 sowie der Bewertung der politischen Konsequenzen und Reaktionen auf diese Untersuchung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben "Global 2000" vor allem Nachhaltigkeit, Ressourcenerschöpfung, ökologische Folgenabschätzung und die kritische Auseinandersetzung mit dem globalen Wirtschaftswachstum.
Warum war die Studie "Global 2000" laut dem Autor besonders relevant für ihre Zeit?
Die Studie war relevant, weil sie erstmals systematisch und behördenübergreifend globale Entwicklungstrends aufzeigte und vor massiven Problemen wie Ressourcenausbeutung und Umweltverschmutzung warnte, deren Folgen für das 21. Jahrhundert prognostiziert wurden.
Wie bewertet der Autor die politische Umsetzung der Studienergebnisse?
Der Autor konstatiert eine mangelnde internationale Behandlung und politische Umsetzung der Ergebnisse; während Jimmy Carter konkrete Folgeprogramme initiierte, wurden diese unter Ronald Reagan gestoppt, und auch im deutschsprachigen Raum blieb die politische Debatte weitgehend folgenlos.
- Arbeit zitieren
- Stephan Glöckner (Autor:in), 2009, 'Global 2000' oder wo sind die Grenzen des Wachstums?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154312