Filmmusikanalyse zu dem Film "Trainspotting"


Seminararbeit, 2010
14 Seiten, Note: 1,0
Martin Philipp Wiesert (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Musikauswahl

3. Verhaltnis von Musik und anderen Tonebenen

4. Verhaltnis von Musik und Bild

5. Verhaltnis von Musikrhythmus und Schnittrhythmus

6. Soziale Faktoren
6.1 Musik und Protagonisten
6.2 Musik und Zuschauer

7. Fazit

Anhang

1. Einleitung

Bei der vorliegenden Seminararbeit handelt es sich um eine eigenstandige Analyse und Interpretation des Einsatzes von Musik in dem Film TRAINSPOTTING. Eine Basis dafur bieten einige der filmmusikwissenschaftlichen Theorien von Diedrichsen und Chion, die im Seminar behandelt wurden und auf die an spaterer Stelle naher eingegangen wird. AuRerdem werden noch Literaturen zur Hilfe herangezogen, die Fakten und weiterfuhrende Oberlegungen zum Film beinhalten.

Das Werk von Regisseur Danny Boyle aus dem Jahr 1996 thematisiert das trostlose, aber auch skurrile Leben einer Gruppe junger Heroinabhangiger in Edinburgh. Ewan McGregor spielt den Erzahler und Protagonisten Mark Renton, der zusammen mit seinen Freunden durch Drogenmissbrauch und kriminelle Handlungen einen negativen Lebensstil einschlagt. Allerdings ist er durchaus bereit sich von diesem loszusagen. Seine ersten Versuche schlagen jedoch fehl. Erst als Mark nach einem Diebstahl verhaftet wird, einer Gefangnisstrafe nur knapp entgeht und nachdem er wegen einer Oberdosis Heroin in der Notaufnahme behandelt werden muss, gelingt es ihm sein Leben zu andern. Seine Eltern zwingen ihn zu einer strengen Entzugsmaßnahme. Anschließend verlasst er Edinburgh, zieht nach London und arbeitet dort als Immobilienmakler. Seine Freunde Begbie, Sick Boy und Spud uberreden ihn jedoch noch einmal zu einem lukrativen Verkauf einer groReren Menge Heroin. Anstatt aber das Geld aus diesem Handel mit den anderen zu teilen, entschlieRt sich Mark eines Morgens mit der gesamten Summe zu fliehen.

John Hodges Drehbuch zu TRAINSPOTTING basiert auf dem gleichnamigen Roman von Schriftsteller Irvine Welsh aus dem Jahr 1993. Produzent Andrew McDonald finanzierte TRAINSPOTTING ausschlieRlich durch Gelder von der Produktionsfirma Channel Four Films, die ein Budget von 2,5 Millionen US-Dollar zur Verfugung stellte (vgl. Gordinier, 1996, S. 1). Polygram vertrieb TRAINSPOTTING in GroRbritannien und investierte, trotz des relativ niedrigen Budgets des Films, 800.000 britische Pfund in die Vermarktung (vgl. Nelmes, 2003, S. 38). Das Geschaft sollte sich jedoch lohnen. TRAINSPOTTING spielte 1996 international uber 72 Millionen US- Dollar ein (vgl. Petrie, 2004, S. 101). Der Film erhielt eine Oscarnominierung und gewann 18 verschiedene Filmpreise (vgl. TRAINSPOTTING in der Internet Movie Data Base).

Eine Filmmusikanalyse zu diesem erfolgreichen und bekannten Film bietet sich somit an. Nach dieser Einleitung erfolgt ein Kapitel zur Auswahl der Filmmusik. In den weiteren Kapiteln wird die eigentliche Filmmusikanalyse anhand ausgewahlter Sequenzen oder Szenen vorgenommen. Dazu gehoren das Verhaltnis der Musik zu anderen Tonebenen des Films, das Verhaltnis von Musik und Bild, das des Musikrhythmus zum Schnittrhythmus und die Verbindung zwischen der Musik und den Protagonisten sowie dem Zuschauer. AbschlieRend erfolgt ein Fazit.

2. Musikauswahl

Die Musik, die im Film entweder diegetisch oder extra-diegetisch zu horen ist, stellt einen Querschnitt popularer Musikgenres der 1980er bis zur ersten Halfte der 1990er Jahre dar. Damit wird der popularkulturelle Wandel zwischen diesen Dekaden aufgezeigt. Der Soundtrack bedient sich dazu praexistenten Popsongs und formiert sich so zu einem Sampler. Auf eigens fur den Film komponierte Lieder oder gar einen Score wird verzichtet. Vor allem typisch britische beziehungsweise im Vereinigten Konigreich entwickelte Musikstile und britische Kunstler sind in der Auswahl vertreten. So finden beispielsweise der Punkrock und New Wave der 1980er oder der Britpop und Techno der 1990er Beachtung. Namentlich werden diese Genres durch Kunstler und Bands wie Iggy Pop, New Order, Pulp oder Underworld reprasentiert. Im Sinne Diederichsens wird eine Montage der Popmusik in die Filmwelt vollzogen, was eine Grundposition des Sampling ist. Im Gegensatz zu seiner These, ist dieses Zitieren aber bewusst von den Machern des Films vorgenommen worden (2005, S. 142f). Die Lebensgefuhle der verschiedenen Subkulturen, welche durch die Musik vertreten werden, spiegeln sich in der Filmmusik wieder, was im Abschnitt „Musik und Protagonisten" noch genauer beschrieben wird. Grundsatzlich sei hierzu festgehalten, dass die Stilrichtungen und Texte einiger Lieder zum Drogenthema des Films passen.

Zum Beispiel wird Techno-Musik haufig in Verbindung mit Drogenkonsum gebracht.

3. Verhaltnis von Musik und anderen Tonebenen

Die Untersuchung der Musik in Verbindung zu den anderen Tonebenen - Sprache und Gerausche - gibt nach Chion Aufschluss uber ihre Stellung in einem Film. Er nennt das die „Konsistenz“ der Musik. Je dichter ihre Konsistenz, das heißt ihre akustische Verstandlichkeit, desto großer ihre Bedeutung (1994, S. 189f).

Unter den Tonebenen in TRAINSPOTTING nimmt die Musik einen wichtigen Rang ein. Sie ist anderen Ebenen, ausgenommen der Sprache, meistens ubergeordnet. Hierbei ist jedoch eine genauere Betrachtung des Verhaltnisses zwischen Diegese und Extra-Diegese notwendig.

Die extra-diegetische Ich-Erzahlerstimme Mark Rentons ist, wenn sie auftritt, die hochste Tonebene und steht somit auch uber der Musik. Zwei anschauliche Beispiele hierfur bieten die beiden Diskothek-Szenen des Films. Erstens jene in einem Club in Edinburgh (00:19:12 - 00:22:32) und zweitens jene in London (01:03:48 - 01:04:37). In beiden Fallen ist die diegetische Musik, welche in den Clubs gespielt wird, so laut, dass diegetische Stimmen und Gerausche nicht oder nur leise zu vernehmen sind. Diegetische Stimmen hingegen sind extra-diegetischer Musik zwar ubergeordnet, werden aber teilweise von diegetischer Musik sogar ubertont. Bestes Beispiel hierzu sind wiederum einige Einstellungen der Diskothek- Szene in Edinburgh (00:19:23 - 00:20:48). Die Musik bleibt lauter als der diegetische Dialog zwischen Tommy und Spud, der zum besseren Verstandnis latent ironisch mit Untertiteln versehen wird, womit die laute Musik in der Diskothek berucksichtigt wird.

4. Verhaltnis von Musik und Bild

Die Analyse audiovisueller Interaktionen im Film gibt weiteren Aufschluss uber die Signifikanz der Filmmusik, vor allem aber erklart sie ihre Funktion (vgl. Chion, 1994, S. 190f).

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Filmmusikanalyse zu dem Film "Trainspotting"
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Institut für Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Musik im zeitgenössischen Film
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
14
Katalognummer
V154348
ISBN (eBook)
9783640673537
ISBN (Buch)
9783640673407
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Filmwissenschaft, Musik im Film, Filmmusik, Musikwissenschaft
Arbeit zitieren
Martin Philipp Wiesert (Autor), 2010, Filmmusikanalyse zu dem Film "Trainspotting", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154348

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