Die Unterrichtsstunde wurde in der Praxis im fachdidaktischen Tagespraktikum Geschichte erprobt und vor- und nachbesprochen. Es handelt sich hierbei um eine 60-Minütige Schulstunde, die aber auch auf 45 Minuten runtergebrochen werden kann. Der Unterrichtsentwurf ist für die 8. Klasse eines Gymnasiums konstruiert.
Da die Quellen recht anspruchsvoll gehalten sind, können die Arbeitsblätter durch eine entsprechend veränderte Aufgabenstellung auch in höheren Stufen eingesetzt werden.
Die Unterrichtsstunde insgesamt wurde mit "sehr gut" bewertet.
Insgesamt beinhaltet der Entwurf
- 1 Unterrichtsmatrix
- 2 verschiedene Arbeitsblätter
- 1 Tafelbild
Inhaltsverzeichnis
1. Unterrichtsentwurf „Wiener Kongresses und sich entwickelndes Nationalgefühl“
2. Arbeitsblatt Wiener Kongress
Gruppe A
Gruppe B
3. Tafelbild „Ergebnisse des Wiener Kongress 1815“
Zielsetzung und Themen
Das Ziel der Arbeit ist die didaktische Aufbereitung des Wiener Kongresses für den Geschichtsunterricht in der Sekundarstufe I, wobei insbesondere die Spannung zwischen restaurativen Bestrebungen und der aufkommenden Nationalbewegung thematisiert wird. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Schülerinnen und Schüler durch Quellenarbeit die Ergebnisse des Kongresses vor dem Hintergrund dieser gegensätzlichen politischen Tendenzen beurteilen können.
- Didaktische Planung einer Unterrichtsstunde zum Wiener Kongress
- Analyse restaurativer Machtstrukturen (Legitimität, Solidarität)
- Untersuchung der nationalen Bestrebungen im frühen 19. Jahrhundert
- Quellenbasierte Erarbeitung in Partnerarbeit (Gruppen A und B)
- Visualisierung historischer Ergebnisse durch ein strukturiertes Tafelbild
Auszug aus dem Buch
M1 Der Kongress tanzt
Fürst de Ligne, österreichischer Feldmarschall, begrüßte seinen Gast, den französischen Grafen de la Garde, bei dessen Ankunft in Wien (1814):
„Sie kommen zu rechten Zeit, um große Dinge zu sehen. Europa ist in Wien. Das Gewebe der Politik ist ganz mit Festlichkeiten durchsponnen. In Ihrem Alter liebt man die fröhlichen Zusammenkünfte, die Bälle, die Vergnügungen, und ich stehe Ihnen dafür, dass Sie nicht viel Muße haben werden; denn der Kongress schreitet nicht vor, sondern er tanzt. Es ist ein köstliches Wirrwar. Von allen Seiten schreit man: Friede, Gerechtigkeit, Gleichgewicht, Legitimität – ein Wort, um das Ihr Fürst von Benevent (Talleyrand) das Diktionär der Diplomatie bereichert hat. Wer wird dieses Chaos sichten und dem Strome von Ansprüchen einen Damm entgegensetzen? ... Die Eintracht hat endlich die Völker verbunden, die so lange feindlich waren; ihr berühmtesten Vertreter gaben das erste Beispiel dazu. Eine seltsame Sache, die man hier zum ersten Male sieht: das Vergnügen erringt den Frieden.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Unterrichtsentwurf „Wiener Kongresses und sich entwickelndes Nationalgefühl“: Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte Verlaufsplanung für eine Schulstunde, die den Wiener Kongress in das Spannungsfeld zwischen Nationalismus und Restauration einbettet.
2. Arbeitsblatt Wiener Kongress: Hier werden die Arbeitsmaterialien für die Schüler bereitgestellt, wobei zwei Gruppen unterschiedliche Quellen zur politischen Situation und zur öffentlichen Stimmung untersuchen.
3. Tafelbild „Ergebnisse des Wiener Kongress 1815“: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Beschlüsse des Kongresses (wie Legitimität, Solidarität und Gleichgewicht) zusammen und bewertet diese hinsichtlich der gescheiterten nationalen Lösung.
Schlüsselwörter
Wiener Kongress, Restauration, Nationalismus, Nationalgefühl, Geschichte, Geschichtsunterricht, Legitimität, Solidarität, Heilige Allianz, Deutscher Bund, Unterrichtsentwurf, Quellenarbeit, Europäische Ordnung, Fürstenherrschaft, 1815
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Umsetzung des Themas „Wiener Kongress“ im Geschichtsunterricht der Klasse 8, wobei die Auswirkungen auf das aufkommende Nationalgefühl im Zentrum stehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Ziele der Restauration, die diplomatischen Strategien der europäischen Großmächte und die daraus resultierenden negativen Konsequenzen für die nationale Einigungsbewegung in Deutschland.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist, Schülern durch die Konfrontation mit zeitgenössischen Quellen und Bildmaterial zu verdeutlichen, wie der Wiener Kongress die nationalen Hoffnungen zugunsten einer fürstlichen Neuordnung unterdrückte.
Welche wissenschaftliche bzw. didaktische Methode wird verwendet?
Es wird eine fragend-entwickelnde Unterrichtsmethode in Kombination mit einer arbeitsteiligen Gruppenarbeit (Partnerarbeit) an Text- und Bildquellen genutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die konkrete Unterrichtsplanung, die Bereitstellung von Arbeitsblättern für zwei Schülergruppen sowie die Zusammenfassung der Kongressergebnisse in Form eines strukturierten Tafelbildes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind die Begriffe Restauration, Nationalismus, Wiener Kongress, Diplomatie, Deutscher Bund und didaktische Aufbereitung.
Welche Bedeutung kommt der Karikatur „Der Kuchen der Könige“ zu?
Die Karikatur veranschaulicht metaphorisch, wie die führenden Mächte Europa wie einen Kuchen unter sich aufteilen, was die rücksichtslosen Gebietsveränderungen auf Kosten nationaler Identität verdeutlicht.
Warum wird der Begriff „Flickenteppich“ im Kontext des Wiener Kongresses verwendet?
Der Begriff beschreibt die zersplitterte politische Landkarte Deutschlands, die durch den Wiener Kongress zementiert wurde, statt einen einheitlichen Nationalstaat zu schaffen.
- Citation du texte
- Katharina Beyer (Auteur), 2010, Wiener Kongress und sich entwickelndes Nationalgefühl - Unterrichtsentwurf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154361