"An der Nordseeküste ..." - Dünen, Watt und Me(e)hr für Naturbegeisterte

Anregungen und Materialien für den Unterricht


Unterrichtsentwurf, 2010
87 Seiten

Leseprobe

Inhalt

Ein Einblick: Zukunftsfähiger Tourismus

1. Damals, nach der Eiszeit

2. Kabeljau & Co.

3. Wunderbare Vielfalt

4. Von der Segeljolle bis zum Containerschiff

5. Der Mond und die Tide

6. Nordseegarnelen – Krebse mit vielen Namen

7. Miesmuscheln – Filtrierer im Wattenmeer

8. Kieselalgen – kleine Schönheiten mit großer Wirkung

9. Knutts – Vielflieger zu Besuch im Watt

10. Salzpflanzen – Leben auf extremen Standorten

11. Einzigartiges Wattenmeer!

12. Wind – voller Energie

13. Wege übers Meer

14. Schätze im Meer

15. Lernen von der Natur

16. Auf neuen Wegen – Reisen an die Nordsee

17. Die Nordseeregion im Jahre 2050

18. Algen und Schlick für die Gesundheit

19. Grünkohl, Labskaus, Fisch und Rote Grütze

20. Wi snackt Platt

Vorwort

„Damals an der Nordsee…“ – die ersten touristischen Spuren führen in dieser Region bis in das Jahr 1783 zurück. Der Pastor Janus auf der Nordseeinsel Juist hatte in den Gazetten seiner Zeit gelesen, dass die Briten die gesundheitsfördernde Wirkung des Meerwassers entdeckt und daher Bäder im Meer genommen hatten. Dies veranlasste ihn darüber nachzudenken, ob sich die Heilkraft des Meeres nicht auch auf seiner Insel zugunsten der armen Bewohner auswerten ließe. Denn wenn Fremde auf die Insel kämen, um im Meer zu baden, würde das eine neue Einnahmequelle erschließen. Juist war, wie manche andere Nordseeinsel damals auch, recht arm. Mit diesen Überlegungen begann eine Erfolgsgeschichte, die heute Millionen von Touristen pro Jahr an die deutsche Nordseeküste führt. Die Küsten und Inseln des Nordseeraums sind mittlerweile stark vom Reisewesen geprägt. Diese Entwicklung hat allerdings zwei Seiten: Ohne die vielen Besucher würden viele Menschen an der Küste keine Arbeit haben. Aber zu viel Tourismus belastet die Natur. Die einzigartige Landschaft muss geschützt werden, damit sie auch zukünftigen Generationen erhalten bleibt. Qualitätsmerkmale für den Urlaub rücken damit, sowohl auf Seiten der Anbieter als auch der Reisenden selbst, mehr als bisher in den Vordergrund.

Heute steht nicht nur das Bad im Meer an erster Stelle der Urlaubsmotive, sondern die Besucher suchen Ruhe, Entspannung und Naturerleben, aber auch sportliche Aktivitäten wie Wassersport (Windsurfen, Segeln), Wattwandern, Angeln oder Fahrradfahren. Die Gezeiten spielen für die Urlauber immer wieder eine große Rolle. Die einen genießen die Wattwanderungen, die anderen wollen lieber in der Nordsee schwimmen gehen. Die klimatischen Bedingungen an der Nordseeküste gelten als gesundheitsfördernd. Schon früher nutzten viele Reisende ihren Aufenthalt an der Küste als Kururlaub. Die günstigen Klimafaktoren von Luft, Temperatur, Wasser, Wind und Sonnenstrahlung aktivieren Abwehrkräfte und Kreislauf, stärken das Immunsystem und wirken heilend, insbesondere auf Haut und Atemwege.

Die Nordseeregion bietet günstige Voraussetzungen, sie als zukunftsfähiges Reiseziel zu empfehlen. In der Verantwortung der Reisenden liegt es, sich entsprechend vorzubereiten und geeignete Angebote zu wählen.

Ein Einblick: Zukunftsfähiger Tourismus

Betonblicks am Strand, in denen sich die Touristen drängeln prägen heute weltweit Urlaubsgebiete, die früher einmal natürliche Oasen mit individuellem Flair waren. Nicht erst seit der Diskussion um den Klimawandel wird der Tourismus, insbesondere der Ferntourismus, zunehmend kritisiert. Die negativen Folgen auf die Natur und die Individualität von „Land und Leuten“ sind vielerorts nicht zu übersehen. Aber: es gibt genügend Angebote, „anders“ zu reisen.

Das Problem: FernWeh – Reisen mit Folgen

Der Tourismus hat sich in den letzten 50 Jahren nach der Öl- und der Automobilindustrie zu einem der größten Wirtschaftszweige der Welt entwickelt und erzielte 2004 nach Angaben der Welttourismusorganisation (WTO) einen Gesamtumsatz von etwa 623 Mrd. US-Dollar. Diese Einnahmen sind allerdings höchst ungleich verteilt: 50 % davon werden in nur 7 Ländern (USA, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland, Österreich) erzielt, während sich der Rest der Welt (ohne Ostasien/Pazifik) mit nur 5 % der Einnahmen begnügen muss. In den westlichen Industriestaaten werden ca. 11 % der Konsumausgaben für Reisen ausgegeben. Die Zahl der Arbeitsplätze im Tourismus liegt weltweit bei rund 100 Millionen Beschäftigter. Alle Prognosen weisen darauf hin, dass in Zukunft noch mehr Menschen reisen werden als bisher. Die WTO rechnet sogar mit jährlichen Steigerungsraten von 12 %. Doch wo viele Menschen Güter und Angebote nutzen, entsteht ein Gefälle zwischen Qualität und Quantität. Gigantische Hotelkomplexe, angelegt für Pauschalreisende, „schmücken“ heute viele Regionen der Erde, die früher einmal durch weite Strände, Fischerboote und originäre Flora und Fauna charakterisiert waren.

Natur- und Landschaftserleben gehören zu den wichtigsten Urlaubsmotiven, so dass der Tourismus wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig auf eine intakte Umwelt angewiesen ist. Aber nicht nur die Umwelt leidet unter dem Anstieg des Tourismus, sondern er hat oft auch gravierende Folgen für die einheimische Bevölkerung und deren Kultur. Für die Touristen wird vielfach eine entsprechende Infrastruktur (Hotelanlagen, Straßen sowie Transportmöglichkeiten bis hin zu eigens gebauten Flughäfen) errichtet. Auf Natur, Kultur und traditionelle Strukturen wird dabei häufig keine Rücksicht genommen. Wiederholt wird durch diese Entwicklung das touristische Potenzial der Region selbst beeinträchtigt: Massentourismus und die Umgebung der großen Ferienanlagen sind für viele Erholungssuchende nicht mehr attraktiv.

Kulturelle Auswirkungen

Touristische Anlagen entstehen häufig in abgelegenen Regionen, die bislang eher landwirtschaftlich genutzt wurden. Die Folge kann eine Veränderung traditioneller Strukturen, Konsum- und Werthaltungen sein. Die starke Anpassung an die Erfordernisse der Tourismuswirtschaft führt leicht dazu, dass lokale kulturelle Traditionen nur noch als Show und Inszenierung für die Touristen weitergeführt werden.

Touristen reisen in als solche beworbene und wahrgenommene „exotische Urlaubsparadiese“ und tragen gerade dadurch mit dazu bei, dass die kulturellen Eigenheiten dieser Länder zurückgedrängt werden. Das „Fremde“ wird den Wünschen der Gäste und den Vorgaben der Reiseveranstalter angepasst und damit letztlich zur Kulisse. Allerdings: Touristen spüren, dass die traditionelle Gastfreundschaft der Einheimischen vielerorts pragmatischem Geschäftssinn gewichen ist, beklagen sich über „Touristenfallen“ und über den Verlust der Ursprünglichkeit der Region. Das wiederum führt zu einem weiteren Verlust des oftmals ohnehin schon gering ausgeprägten Respekts gegenüber den Einheimischen und ihren Belangen.

Umweltschäden

Klimawandel und Klimaschutz sind zurzeit in aller Munde. Die Folgen des Klimawandels werden immer deutlicher spürbar und die Aussichten für Menschen und die Umwelt erscheinen schwerwiegend. Im Februar 2007 mehrten sich die Schlagzeilen über schmelzende Polkappen, ungewöhnliche Wetterereignisse und in den Zeitungen tauchten Informationen über Treibhausgase, Tipps für ein klimaschonendes Verhalten im Alltag und CO2-Rechner auf. Der Auslöser war ein Bericht des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), einer Expertengruppe zum Klimawandel. Die globale Erwärmung durch den Menschen gilt als bewiesen. Entsprechend deutlich fallen die Forderungen der Klimaforscher an Politik und Gesellschaft aus. Im Vordergrund der Diskussion stehen insbesondere Bereiche wie Verkehr, energieoptimiertes Bauen, regenerative Energieerzeugung sowie die Erhöhung der Energieeffizienz.

Der Tourismus verursacht einen erheblichen Anteil der Treibhausgas-Emissionen, vor allem durch den grenzüberschreitenden Flugverkehr. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach Urlaubsreisen noch zunimmt, wobei die Zahl der Menschen, die überhaupt in den Urlaub fahren, den Prognosen folgend nur gering steigt. So stammt die vorausgesagte Zunahme aus vermehrten Zweit- und Drittreisen. In Deutschland machen derzeit zwischen 17 und 19 % der Bevölkerung mehr als eine Urlaubsreise pro Jahr, wobei die Dauer der einzelnen Reise tendenziell abnimmt. Als Transportmittel wird das Flugzeug weiter an Bedeutung gewinnen. Laut einer Prognose des Öko-Instituts aus dem Jahr 2001 nehmen bis 2020 dank technischer Verbesserungen zwar die Emissionen pro Person und Reise bei Flugreisen um rund 25 %, bei Autos um 20 % und in den Unterkünften um 15 % ab. Durch das Wachstum steigen aber insgesamt die Treibhausgas-Emissionen bei Flugfernreisen auf das Doppelte, das sind 61 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente.

Gesamt-Treibhausgassemissionen für ausgewählte In- und Auslandsreisen der Deutschen in den Jahren 1999 – 2020

(für den Luftverkehr sind zusätzlich zum Mittelwert die derzeit diskutierten Unter- und Obergrenzen der CO2-Äquivalent-Emissionen dargestellt)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Öko-Institut, 2001

Sollen die Treibhausgasemissionen des Tourismus in Zukunft verringert werden, muss vor allem beim Flugverkehr angesetzt werden, sonst werden alle anderen Minderungsanstrengungen, z.B. im Inland, durch den starken Anstieg der Flugverkehrsemissionen mehr als aufgehoben. In diesem Zusammenhang ist auch das Angebot so genannter Kompensationsleistungen zu sehen.

Andere Umweltprobleme wie Gewässerverschmutzung, Abfallaufkommen und Lärm stellen ebenso hohe Belastungen dar. Die Umwelt leidet beispielsweise auch unter dem Öl, das vermehrt zu den Urlaubszeiten von Kraftfahrzeugen und Sportbooten abgesondert wird. Diverse Wassersportarten wie z.B. Wasserski, Tauchen, Surfen usw. führen darüber hinaus zu einer Schädigung von Wasserbiotopen. Der von Touristen zurückgelassene Müll kann in Gebirgsgegenden oder an Stränden häufig nur mit ungleich größeren Schwierigkeiten entsorgt werden als in den ausgebauten Infrastrukturen der Städte.

Tourismus führt zum verstärkten Verbrauch natürlicher Ressourcen: So bringt etwa gerade in armen Ländern die Lebensweise westlicher Touristen mit ihren Klimaanlagen und Swimmingpools einen problematischen Anstieg des Energie- und Wasserverbrauchs mit sich. Letzterer verursacht häufig ein Absinken des Grundwasserspiegels mit all seinen Konsequenzen für die örtliche Trinkwasserversorgung und die Bewässerung in der Landwirtschaft.

Schließlich beeinträchtigt Tourismus vielfach auch bestehende Naturräume, Biotope und Ökosysteme und damit die Lebensgrundlage für Tiere und Pflanzen. Teilweise ist dies auf die mit der Errichtung von Unterkünften und Ferienanlagen verbundene Bodenversiegelung zurückzuführen.

Natur, sofern sie intakt ist, hat eine heilsame Wirkung auf alles Leben. Wer sich entspannen will, wird das wohltuende Plätschern eines Baches ebenso mögen wie das Rauschen der Bäume oder des Meeres und das Zwitschern der Vögel. Nur: Unberührte Gegenden sind selten geworden. Umso eindringlicher ist der Appell, das, was noch intakt und naturnah ist, nach Kräften zu bewahren. Der sanfte bzw. zukunftsfähige Tourismus baut eine Brücke zwischen dem Anspruch zu verreisen und dem Anliegen, die schönen Urlaubsorte dieser Welt zu schützen.

Schritte zum zukunftsfähigen Tourismus

Die Grundidee

Müssen Wochenende-Shopping-Trips nach Mallorca oder „7-Tage-Karabik“ wirklich sein und bringen sie tatsächlich Erholung? Geht es auch im Urlaub nur darum, zu konsumieren oder ist eine wahre Auszeit vielleicht viel wirkungsvoller?

Das eigene Verhalten entscheidet darüber, wie gestalterisch auf die Welt Einfluss genommen werden kann. Reiselustige brauchen keineswegs auf „Kaffeefahrten“ umzusteigen und auf Palmen zu verzichten. Mittlerweile haben viele Reiseveranstalter erkannt, dass Urlaubsqualität langfristig nur im Einklang mit der Natur, ohne Schäden für das Gastland und mit Respekt vor der jeweiligen Kultur möglich und wohltuend ist. Es gibt bereits viele Angebote für „sanfte bzw. zukunftsfähige Touristen“. Der Begriff der Zukunftsfähigkeit oder auch Nachhaltigkeit wird vermehrt auch im Kontext des Reisens benutzt.

„Nachhaltiger Tourismus ist von den Grundsätzen der Erklärung von Rio über Umwelt und Entwicklung und den Empfehlungen der Agenda 21 geleitet. Er muss soziale, kulturelle, ökologische und wirtschaftliche Verträglichkeitskriterien erfüllen. Nachhaltiger Tourismus ist langfristig, d.h. in Bezug auf heutige wie auf zukünftige Generationen, ethisch und sozial gerecht und kulturell angepasst, ökologisch tragfähig sowie wirtschaftlich sinnvoll und ergiebig".

(Forum Umwelt und Entwicklung,1999)

Kurz: Ein respektvoller Umgang mit Land und Leuten ist das Leitmotiv des zukunftsfähigen Reisens. Es wird damit also versucht, die negativen Äußerungen und Wirkungen des Tourismus in ökologischer und soziokultureller Hinsicht zu korrigieren. Erstmalig wurde der Begriff „Sanfter Tourismus" von Robert Jungk im Jahr 1980 geprägt. Als Gegenpol zu den immer deutlicher werdenden Defiziten und Problemen des harten Tourismus (Massentourismus) enthält das Konzept des sanften Tourismus eine Reihe von Elementen, wie der Urlaub ökologisch wie auch soziokulturell verantwortlich gestaltet werden kann. In den Urlaubsregionen sollen die Bedürfnisse der erholungssuchenden Menschen mit den Interessen der ortsansässigen Bevölkerung in Einklang gebracht werden. Dies ist sowohl abhängig von der aktiven Gestaltung durch die Reisenden selbst als auch von den entsprechenden Angeboten der Veranstalter und Tourismusregionen. Wichtige Forderungen sind eine Dezentralisierung der touristischen Einrichtungen, eine Anbindung an den öffentlichen Verkehr, Förderung von Kleinprojekten, Beteiligung der ansässigen Bevölkerung an touristischen Entscheidungen und eine Anpassung von Ernährung und Architektur an die regionalen Gegebenheiten. Außerdem ist eine Entzerrung der Urlaubszeiten von enormer Bedeutung, damit nicht alle Urlauber gleichzeitig auf die Fremdenverkehrsgebiete einströmen

So genannte All-inclusive-Angebote erscheinen vielen Urlaubern praktisch und finanziell verlockend, aber sie sind für das Gastgeberland wenig lukrativ, denn die einheimische Bevölkerung wird zu einem erheblichen Teil von den Einnahmen aus dem Tourismus abgeschnitten. An dem harten Geschäft um Touristen verdienen in diesen Fällen zumeist nur Großinvestoren, die im Besitz von Hotelketten sind. Doch wer die regionale Bevölkerung unterstützt, leistet einen Beitrag für deren wirtschaftliche Autonomie und somit für die Vielfalt.

Im Idealfall setzen sich die Reisenden vor Reisebeginn mit der Region auseinander, eignen sich wichtige Begriffe in der Landessprache zumindest teilweise an und informieren sich über Umgangsformen und Verhaltensweisen der einheimischen Bevölkerung. Sie bringen die Bereitschaft mit, sich anzupassen. Dies ist besonders relevant bei Reisen in eher fremde Kulturkreise, die es immer zu respektieren gilt. Auf der Suche nach einer passenden Unterbringung können folgende Fragen eine Entscheidungshilfe sein: Fügt sich die Unterkunft harmonisch in das Landschaftsbild ein? Wie ist das Verhältnis zwischen Bettenangebot und Einwohnerzahl? Gibt es dort Essen aus der Region? Wer sind die Betreiber? Erdrückt der Tourismus den Ort oder gibt es eine gesunde Mischung? Ist das kulturelle Angebot vielfältig und repräsentiert es die Kultur des Gastlandes? Ist das Reiseziel eventuell mit der Bahn erreichbar?

Auch die Freizeitaktivitäten sollten sich an die Rahmenbedingungen anpassen. Ist es nötig, in der Wüsten Golf spielen zu müssen, was ein bewässerungsintensives Gelände erfordert? Ebenso sind Motocross-Touren im Regenwald oder Moorgebiet nicht wirklich ökologisch angemessen. Alternativen gibt es genug: Kanufahrten, Fahrrad- und Wandertouren, Kreativurlaub, Segeltörns, Trekking-Reisen. Und: Wer ein Urlaubssouvenir nach Hause mitnehmen will, findet beim traditionellen Kunsthandwerk viele Anregungen. Weiterhin spielt eine Rolle, welche Produkte im Lebensmittelbereich bevorzugt werden. Gibt es landestypisches Essen aus der Region oder ein standardisiertes Einheitsangebot? In vielen Urlaubsländern ist das Recycling-System noch nicht ausreichend entwickelt. Damit es den Touristen an nichts mangelt, werden jedoch zahlreiche Produkte angeboten, die einen Berg an Verpackungsmüll verursachen. Leere Plastikflaschen, Zigarettenkippen, kaputte Handys – das alles gehört leider inzwischen zum „Strandgut“ an etlichen Stränden in der Welt.

Anders reisen kann auch bedeuten, die Landschaft und Kultur im eigenen Land intensiv zu erleben und zu entdecken. Der Prophet im eigenen Land zählt bekanntlich nichts. Beim Reisen trifft das allerdings nicht zu, denn immer mehr Menschen machen sich auf den Weg, um die Vielfalt Deutschlands zu erkunden.

Hinter dem Begriff Zukunftsfähiger Tourismus verbirgt sich also keine Reglementierung für Menschen, die gerne verreisen. Reiselust kann insbesondere auch ausleben, wer die Refugien der Erde achtet und die Menschen in den entsprechenden Kulturkreisen würdigt. Es geht darum, bewusster zu verreisen und mit einem Gefühl nach Hause zu kommen, sich nicht am Raubbau an der Natur beteiligt zu haben.

Problembereiche

Das Konzept des zukunftsfähigen Tourismus bietet deutliche Chancen für Veränderungen in der Reisebranche. Es kann aber nicht für alle Reisewilligen angeboten werden, denn ab einer bestimmten Sättigungsgrenze würde es wieder zu einem umweltschädlichen und sozial unverträglichen Massentourismus führen.

Häufig sind „sanfte“ Reisen kostenintensiver als die Ferienangebote aus dem Katalog und sie stellen, manchmal auch aus gesundheitlichen Gründen (z. B. bei Radtouren, Wanderungen) für viele Urlauber keine Alternative dar. Dadurch bleibt die Zahl der Interessierten relativ niedrig. Der potenzielle Markt für zukunftsfähigen Tourismus ist somit begrenzt und das Konzept ist nach wie vor ein Nischenprodukt.

Teilweise wird mit dem Begriff "sanft" auch fälschlicherweise geworben, denn manchmal wird nur ein Element aus dem vielfältigen Konzept verwirklicht. Beispielsweise wird mit Radwegen geworben, aber gleichzeitig sind Freizeitparks o. ä. Bestandteil der Angebotspalette der Urlaubsregion. Oft wird der Begriff auch nur als Marketinginstrument verwendet, um neue Kundengruppen zu gewinnen, aber die Sorge um die Umwelt wird dabei vernachlässigt.

Das Konzept hat jedoch langjährige Diskussionen ausgelöst und durchaus ein Umdenken eingeleitet, sowohl bei Anbietern und Politikern als auch bei einigen Reisewilligen. Es wurden Belastungsgrenzen für sensible Landschaftszonen definiert und diese so vor entsprechenden touristischen Übernutzungen geschützt. Wichtig für einen zukunftsfähigen Tourismus sind der Maßstab des qualitativen Wachstums und kein weiteres quantitatives Wachstum ohne Rücksichtnahme auf die lokalen ökologischen und soziokulturellen Ressourcen.

Zukunftsfähiger Tourismus hat den respektvollen Umgang mit Land und Leuten als Leitmotiv. Folgende Anliegen werden verfolgt:

- die Bedürfnisse der erholungssuchenden Menschen mit den Interessen der ortsansässigen Bevölkerung in Einklang bringen,
- so wenig wie möglich auf die bereiste Natur einwirken bzw. ihr schaden, - die Natur möglichst nah, intensiv und ursprünglich erleben,
- sich der Kultur des bereisten Landes möglichst anpassen.

Die Konzeptidee vom zukunftsfähigen Tourismus fasst die Kriterien Umwelt- und Sozialverträglichkeit, eine adäquate Wertschöpfung und eine "neue Reisekultur" zusammen.

Das Thema im Unterricht

Schülerinnen und Schüler erhalten mit den vorgestellten Materialien die Gelegenheit, sich vielschichtig mit verschiedenen Eigenarten der Nordseeregion auseinander zu setzen (siehe markierte Stichworte in der Mind-Map) Sie erwerben exemplarische Kenntnisse über ökologische, soziale und wirtschaftliche Eigenheiten, aber auch über Konflikte in diesen Bereichen. Mit den erworbenen Kenntnissen sind sie in der Lage, Kriterien eines zukunftsfähigen Tourismus bei der Planung und der Durchführung einer Nordseereise zu berücksichtigen.

Es wird jeweils kurz und kompakt in das Thema eingeführt. Daraus entwickeln sich dann Forschertipps, die die Jugendlichen zu verschiedenen Aktionen anregen.

Die Lernenden können sich mit den Informationen sowohl zur Vorbereitung in der Schule als auch direkt an der Nordsee auseinandersetzten. Die ausgewählten Themen stellen natürlich nur eine Auswahl der möglichen zu behandelnden Schwerpunkte dar. Sie sollen exemplarisch verschiedene Sichtweisen auf die Urlaubsregion Nordsee ermöglichen.

Es bietet sich an, die verschiedenen Themenaspekte in Gruppen zu bearbeiten, die Ergebnisse zu präsentieren und Wesentliches dann z. B. in Form eines kleinen Reiseführers zusammenzufassen.

Quellenangaben

(Stand Juli 2010)

Eco Tip, Tourismen and Environment in Europe, Nachhaltiger Tourismus

http://www.eco-tip.org/Nachhaltiger_Tourismus/nachhalt.htm

Entwicklungspolitik online (Hg.): Ausgaben für Reisen und Tourismus sollen 2007 weltweit auf 5,4 Billionen Euro steigen, http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=2484&Itemid=34

Evangelischer Entwicklungsdienst, TourismWatch, Fairer Handel im Tourismus

DANTE-Forum zu Fairer Handel im Tourismus | TOURISM WATCH Infodienst Dritte-Welt-Tourismus

Focus-online

Klimawandel und Klimaschutz, Klima und Energie - Wissenschaft - Wissen - FOCUS Online

Forum Umwelt und Entwicklung, http://www.forum-ue.de/

IPCC – Intergovernmental Panel on Climate Change

IPCC: Aufgaben der deutschen IPCC-Koordinierungsstelle

Öko-Institut, http://www.oeko.de/aktuelles/dok/544.php

Umwelt und Tourismus, Grundlagen für einen Bericht der Bundesregierung, Kurzfassung, Berlin 2001

Pressetext Austria, 2006 wird Rekordjahr für die Reise- und Tourismusindustrie

http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=060515016

Spiegel online, Studie zu Reiseverhalten - Deutsche zieht es weiter in die Ferne, 15. Jan. 2008, http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,528687,00.html

Visit Verband, Europäische Plattform für Umweltzeichen im Tourismus

http://www.ecotrans.org/visit/brochure/de/130.htm

Mind-Map

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Damals, nach der Eiszeit

- Besonderheiten der Nordseeregion
- Nordsee

Kurz und Kompakt

Die Nordsee ist ein Randmeer des Atlantiks und rund 580.000 km2 groß. Das Wasser stammt aus verschiedenen Quellen: ca. 84 % aus dem Nordatlantik, ca. 11 % aus dem Ärmelkanal, ca. 4 % aus der Ostsee und ca. 2 % aus Flüssen und Niederschlägen. Die Tiefe beträgt zwischen 13 m auf der Doggerbank und 712 m in der Norwegischen Rinne. Das Wasser der Nordsee steht nicht still; die Ausläufer des Golfstroms und die vorherrschenden Westwinde sorgen für Strömungen, die es großräumig gegen den Uhrzeigersinn bewegen. Dadurch werden auch große Mengen an Nährstoffen transportiert und die Wassertemperatur ändert sich. In der nördlichen Hälfte der Nordsee erfolgt der Wasseraustausch ziemlich schnell (nach ca. 6 Monaten), wohingegen das Wasser weiter südlich länger verweilt (das Wasser in der Deutschen Bucht ist erst nach 3 Jahren ausgetauscht). Hier können sich also vermehrt Stoffe, die im Wasser schweben, ablagern.

Die Nordsee ist erst ca. 10.000 Jahre alt – das ist geologisch gesehen relativ jung. Die großen Klimaschwankungen des Eiszeitalters sind verantwortlich für die Entstehung des heutigen Schelfmeeres. Die letzte Eiszeit begann vor etwa 80.000 Jahren. Das Wasser auf der nördlichen Erdkugel gefror, es bildeten sich Gletscher und der Meeresspiegel sank um etwa 100 m. Die Eisflächen reichten damals bis zur Mitte des heutigen Jütland im Norden Dänemarks und bis zur Doggerbank. Auch die großen Flüsse nahmen zu der Zeit andere Wege als heute: Die Elbe floss etwa 300 km weiter westlich als jetzt in das Meer und die Themse war ein Nebenfluss des Rheins. Südlich der Doggerbank war die Landschaft sehr karg und nur wenig mit Pflanzen wie Moose, Flechten und Zwergsträucher bedeckt. Sie war vergleichbar mit Tundren, wie es sie auch heute noch in Nordeuropa gibt. Hier hielten sich während der letzten Eiszeit umherziehende Rentierjäger auf. Sie folgten den Tieren und ernährten sich von ihrem Fleisch. Aus den Knochen und Fellen stellten sie Waffen und Werkzeuge, Kleidung und Zelte her.

Vor etwa 10.000 Jahren wurde es dann auf der Erde wärmer. Das Eis taute und der Meeresspiegel stieg langsam an. Vor 8.000 Jahren lag der Nordseespiegel etwa 35 Meter unter Normal Null (NN). Die Doggerbank wurde überschwemmt und die Küstenlinie verlagerte sich weiter nach Süden. Durch das vordringende Meer staute sich das Wasser in den Flüssen und es bildeten sich riesige Niedermoore vor den Küsten. Hieraus entstanden die ersten Wattflächen. Der Übergangsbereich zwischen Land und Meer in den Gegenden mit flacher Küste war ursprünglich stark amphibisch geprägt. Das Land bestand aus zahlreichen Inseln und Halligen, die durch Flüsse, Bäche und Moore getrennt waren. Das „Festland“ wurde regelmäßig überflutet. Mal Land, mal Überschwemmungsgebiet, mal Brackwassersee und nun ein Randmeer des Atlantiks: die Nordsee befindet sich in einem dynamischen Entwicklungsprozess, der immer noch anhält.

Entstehung der Meeresbuchten

In den letzten 1.000 Jahren wurde die Küste immer wieder dort, wo es keine schützenden Inseln gab, von großen Sturmfluten erfasst. Dadurch entstanden die großen Meeresbuchten wie das Ijsselmeer in den Niederlanden, der Dollart und die Leybucht bei Emden sowie der Jadebusen bei Wilhelmshaven. Das alte „Westland“ vor der nordfriesischen Küste wurde durch die großen Sturmfluten bis 1634 in Inseln, die heutigen nordfriesischen Inseln, aufgerissen. Erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts baute man an der gesamten Küste Schutzdeiche, so dass seitdem die Küstenlinie in etwa gleich geblieben ist. Auch in den letzten 100 Jahren konnte beobachtet werden, dass der Meeresspiegel weiter ansteigt. Sturmfluten treten häufiger auf und verlaufen höher, weil zum einen Teile des Festlandsockels absinken, andererseits aber auch die Folgen des Klimawandels spürbar werden (vgl. Kapitel 17).

Erste Siedler

Die ersten dauerhaften Siedler kamen ca. 800 v. Chr. an die Küsten und bauten Flachsiedlungen in der Marsch, die aber nach Stürmen und Überflutungen häufig wieder aufgegeben wurden. Als Schutz vor den Fluten entstanden die ersten Wurten oder Warften. Diese Wohnhügel wurden nach und nach erhöht. Die Häuser waren bis zu 30 m lang und Menschen und Tiere lebten zusammen unter einem Dach. Sie betrieben Viehzucht und lieferten die Erzeugnisse sogar an römische Legionen bis an den Rhein. Doch die Fluten versalzten die Böden, so dass die Siedler im 5. Jahrhundert das Gebiet wieder verließen.

„Nordsee“

Der Name wurde vermutlich durch die an der Küste ansässigen Friesen geprägt. Andere gebräuchliche Namen waren „Mare Frisicum“, „Mare Germanicum“ oder auch „Westsee“. In Dänemark wird heute z. T. noch der Name „Vesterhavet“ („Westmeer“) genutzt.

Doggerbank

ist eine große, lang gestreckte stellenweise nur etwa 13 m unter dem Meeresspiegel liegende Untiefe in der Nordsee, die als nordwestliche Begrenzung der großen Deutschen Bucht gilt

Schelfmeer

bezeichnet ein küstennahes Meer bis zu 400 m Tiefe. Darunter erfolgt meist der steile Abfall zur Tiefsee. Die Nordsee ist ein überfluteter Teil des Kontinentalsockels.

NN – Normal Null

war im 20. Jh. die amtliche deutsche Bezugsfläche für Höhen über dem Meeresspiegel und wird noch oft als Synonym für den mittleren Meeresspiegel verstanden. Seit 2000 wird offiziell NHN, Normalhöhennull, als Bezugsgröße verwendet.

Wurt / Warft

ist ein Erdhügel, der seine Bewohner vor Überflutungen durch Sturmfluten schützt. Warften wurden im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erhöht, da der Meeresspiegel anstieg.

Forschertipps

Feddersen Wierde

In den besonders durch Sturmfluten bedrohten Gegenden siedelten die Menschen zuerst auf natürlichen Erhebungen wie Nehrungen oder Geestzungen. Erste menschliche Siedlungen im flachen Küstenbereich wurden ab dem 7./8. Jahrhundert auf Warften errichtet. Eine solche Warft ist die Feddersen Wierde. Sie wurde zwischen Bremerhaven und Cuxhaven entdeckt und ausgegraben. Die Feddersen Wierde war zunächst eine Flachsiedlung. Der ständig steigende Meeresspiegel und die höher auflaufenden Sturmfluten zwangen die Menschen, sie immer wieder zu erhöhen, bis sie etwa 4 Meter über Normal Null lag.

Suche Informationen über die Feddersen Wierde. Wie haben die Menschen dort gelebt und gearbeitet? Versetze dich in die Zeit und schreibe einen Bericht. Vielleicht ist auch ein Besuch im Museum Burg-Bederkesa möglich?

Sturmfluten und ihre Folgen

Von der ersten aufgezeichneten Flut, der Julianenflut vom 17. Februar 1164, über die Hamburger Sturmflut am 16./17. Februar 1962 bis hin zu aktuellen Häufungen und Wasserhöchstständen – die Insel- und Küstenbewohner an der Nordsee müssen sich fortwährend mit diesen Naturgewalten auseinandersetzen.

Erstelle einen Zeitstrahl: Recherchiere dazu die Daten von schwerwiegenden Sturmfluten und finde heraus, welche Folgen sie für die Inseln und die Küstenlinie hatten.

Küstenschutz früher und heute

Ringdeiche, Deichlinien, Deichvorland, Sperrwerke … Mit welchen Mitteln reagieren die Menschen bis heute auf die Bedrohungen durch Sturm und Hochwasser? Dokumentiere diese Maßnahmen. Fertige dazu auch Zeichnungen von Deichen an und erkläre die Funktion der technischen Konstruktion.

Das sagenumwobene Rungholt

Lange Zeit galt Rungholt nur als eine Legende aus versunkenen Zeiten. Kein materieller Beleg wies auf die Existenz hin. Das änderte sich erst, als die Gezeiten zwischen 1921 und 1938 im Watt nördlich von Südfall, eine Hallig vor der Westküste Schleswig-Holsteins, Überreste von Warften, Bauten und Zisternen frei spülten. Der Ort Rungholt im Nordfriesischen Wattenmeer wurde in der Zweiten Marcellusflut (Grote Mandränke) am 16. Januar 1362 zerstört.

Versunkene Städte regen unsere Fantasie an. Begebe dich auf Spurensuche: Welche Karten, Malereien, Geschichten, Gedichte, Musik, Filme u. a. findest du über Rungholt?

Wo findet sich dieser Name heute und welche Assoziationen werden damit verbunden?

Deichaufbau

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quellenangaben

Aktionskonferenz Nordsee, CD ROM "Die Nordsee - Eine interaktive Reise rund um das Meer", Bremen 2007

Die ganze Nordsee

http://www.die-ganze-nordsee.de

Schulz, M.: Göttertränen im Watt , in: Der Spiegel, Nr. 49, 2006, 4. Dezember 2006

http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=49767441

Erkundungstipp:

Museum Burg-Beder-kesa

www.burg-bederkesa.de/

Informationen zur Feddersen Wierde

2 Kabeljau und Co.

- Besonderheiten der Nordseeregion
- Nordsee
- Lebensraum
- Tiere

Kurz und Kompakt

Die Nordsee bietet reichlich Nahrung. Hier leben viele Fischarten, Krabben und Muscheln, die Nahrung für andere Meeresbewohner und auch für uns Menschen sind. Doch mittlerweile ist die Nordsee so stark befischt, dass das Leben im Meer gefährdet ist. Insbesondere der Kabeljau wurde als der am stärksten überfischte Speisefisch zum Synonym für die Krise der Fischerei.

Kabeljau und Dorsch sind unterschiedliche Bezeichnungen für dieselbe Fischart (Gadus morhua) aus der Familie der Dorsche. Der noch nicht geschlechtsreife Kabeljau und die in der Ostsee lebenden Tiere werden Dorsch genannt. Bis etwa 1970 war der Kabeljau eine der weit verbreiteten Fischarten der Welt. Er kommt im gesamten Nordatlantik, in der Nord- und Ostsee sowie im Nordpazifik vor und hält sich sowohl in küstennahen flacheren Gewässern als auch in Tiefen bis 600 m auf. Besonders zahlreich war der Kabeljau bis Mitte des 20. Jahrhunderts im Bereich der Neufundlandbank zu finden. Doch seine vielseitigen Verwertungsmöglichkeiten, die hohe Lagerfähigkeit und die guten Fangmöglichkeiten haben dazu geführt, dass der Bestand an Kabeljau sehr unter der Überfischung leidet und in seinem Fortbestand bedroht ist.

Aussehen und Lebensweise

Der Kabeljau hat einen gestreckten, etwa 60 bis 80 cm langen Körper und kann bis zu 15 kg schwer werden. Auf dem Rücken stehen mehrere abgerundete Flossen dicht beieinander; zudem gibt es eine Bauch- und eine Afterflosse. Charakteristisch sind ein langer kräftiger Kinnfaden und eine deutlich erkennbare Seitenlinie. Die Färbung des Tieres kann unterschiedlich sein: Meist ein grünliches, bräunliches oder rötliches Fleckenmuster, wobei die Bauchseite heller ist als der Rücken.

Kabeljau

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Foto: fotolia

Kabeljau, der insgesamt bis zu 25 Jahren alt werden kann, hat seine Geschlechtsreife mit 5 bis 7 Jahren erreicht. Dann bewegen sich die Fische von Januar bis Mai aus den tieferen Gewässern hin zu ihren küstennahen Laichgebieten. Die ausgewachsenen Weibchen geben bis zu neun Millionen Eier ins Wasser ab. 2 bis 4 Wochen nach der Befruchtung schlüpfen etwa 5 Millimeter große Jungfische, die nach drei bis fünf Monaten zum Leben nahe dem Meeresgrund übergehen. Die jungen Fische ernähren sich zunächst von Weichtieren, Krebsen und Würmern. Mit zunehmendem Alter ernähren sich Kabeljaue zusätzlich auch von anderen Fischen wie Hering, Knurrhahn, Plattfische, aber auch Muscheln und Tintenfische.

Kabeljaufang

Der meiste Fisch wird mit großen Schiffen gefangen, direkt verarbeitet und tiefgefroren, denn die riesigen Fabrikschiffe sind oft wochenlang auf See. Ihre Motoren sind so stark, dass sie sehr schnell fahren und dabei unvorstellbar große und schwere Fangnetze ziehen können. Mit ihren Riesennetzen durchkämmen sie ganze Meere und fangen hunderte Tonnen von Fisch. Der Großteil der Arbeit wird von Maschinen erledigt und nur noch wenige Fischer finden hier Arbeit. Man nennt diese Art von Fischerei industrielle Hochseefischerei. Kabeljaue werden hauptsächlich mit Baumkurren und Grundschleppnetzen gefangen. Weitere Methoden sind Langleine, Ringwade, Reuse oder auch das Garnelennetz, in das diese Fische häufig als Beifang gelangen. Der einstmals wertvollste Fisch der Nordsee befindet sich deutlich außerhalb „sicherer biologischer Grenzen“, so warnt der Internationale Rat für Meeresforschung ICES (International Council for the Exploration of the Sea). Zu dieser Situation trägt auch die so genannte „IUU-Fischerei“ bei, das bedeutet: illegal, unreguliert und nicht dokumentiert. Wissenschaftler des ICES gehen davon aus, dass Millionen Tonnen Kabeljau pro Jahr unregistriert entnommen werden. Um ökologische Katastrophen zu verhindern, die langfristig auch den wirtschaftlichen Untergang der Fischereiindustrie in vielen Regionen bedeuten würden, werden Fangquoten, d.h. eine festgelegte Menge an Fischen in einem bestimmten Gebiet, festgelegt. Häufig werden diese jedoch aus politischen und wirtschaftlichen Gründen zu hoch angesetzt.

Kabeljau als Speisefisch

Das weiße fettarme Fleisch des Kabeljau eignet sich für viele Zubereitungsarten. Die Leber wird konserviert als Dorschleber angeboten und liefert den vitaminreichen Lebertran. Darüber hinaus stellt frischer geräucherter Dorschrogen eine Delikatesse dar. Auch die in England so beliebten Fish and Chips werden vorrangig aus Kabeljau hergestellt, ebenso findet man ihn zusammen mit anderen Weißfischen in Fischstäbchen. Getrocknet wird der Kabeljau zum Stockfisch, zusätzlich gesalzen zum Klippfisch. Geräuchert wird er als Seelachs (Karbonadenstücke), teilweise mit anderen Fischarten gemischt vermarktet. Frisch in Fässern eingesalzen war Kabeljau lange Zeit als Laberdan verbreitet.

Nachhaltige Fischwirtschaft

Die Überfischung der Nordsee hat ihre Ursache vor allem in der Fischereipolitik der europäischen Gemeinschaft. Immer noch spielen der Schutz der Fischbestände und der Meeresschutz nur eine untergeordnete Rolle. Zusätzlich sind in den letzten Jahrzehnten die Schiffe und die technischen Ausrüstungen wesentlich leistungsstärker geworden. Dadurch sind die meisten Arten inzwischen überfischt und in ihrem Bestand gefährdet. Der Kabeljau ist besonders betroffen. Nachhaltiger Fischfang hingegen bedeutet, dass Fischereimethoden so eingesetzt werden, dass sie den Bestand an Fischen erhalten, den Anteil ungewollter Beifänge so weit wie möglich minimieren und das Ökosystem nicht schädigen. Nachhaltige Fischprodukte können auch aus Aquakultur stammen, aber die Zucht von Kabeljau ist sehr schwierig. Der frisch geschlüpfte Dorsch ist nur 4 Millimeter groß und ernährt sich von Plankton. Deshalb muss ein Kabeljau-Zuchtbetrieb auch Plankton züchten. Ein Dorsch frisst nur Futter in der Größe seines Auges. Somit müssen die Tiere bei der Aufzucht nach der Größe sortiert gehalten werden. Und darüber hinaus frisst ein Kabeljau vorzugsweise in der Tiefe (bis zu 200 Meter). Es ist daher schwierig zu kontrollieren, ob der Fisch das dargebotene Futter auch tatsächlich aufnimmt.

Fischprodukte aus nachhaltigem Fischfang werden zertifiziert und sind mit einem Siegel kenntlich gemacht.

Rote Liste

Die Weltnaturschutzorganisation IUCN stuft Kabeljau als „gefährdet“ ein. Seine Bestandsgröße ist auch in der Nordsee in den vergangenen 40 Jahren um etwa 90 % zurückgegangen.

International Union for Conservation of Nature and Natural Resources ( IUCN )

http://www.iucnredlist.org/

Stock- und Klippfisch

ist seit dem Mittelalter einer der wichtigsten Speisefische Europas und diente der Versorgung von Schiffsmannschaften und Soldatenheeren. Diese „Dauerkonserve“ beeinflusste sogar die Geschichte der Entdeckungen und die Politik der seefahrenden Nationen.

Baumkurre

wird zum Fang von Garnelen oder Plattfischen benutzt. Sie dringt z. T. tief in den Meeresboden ein hinterlässt eine tiefe Schleifspur.

Beifang

nennt man alles, was dem Fischer ins Netz gerät, wonach der aber nicht unbedingt hat. Je nach Fischfangmethode können das Seesterne, Schnecken, Muscheln, Würmer, aber auch Fische und sogar Schweinswale sein. Beifang wird wieder über Bord geworfen, was die meisten Tiere aber nicht überleben.

Omega-3-Fettsäuren

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt den Verzehr von 2 Portionen Fisch pro Woche, damit wir u. a. genügend Omega-3-Fett-säuren aufnehmen. Diese wirken ausgleichend auf den Blutfettspiegel und können dadurch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen.

MSC-Siegel

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Foto: HF

M arine S tewardship C ouncil ist ein Produktkennzeichen das Ver-brauchern ermöglichen soll, Fisch aus nachhaltiger Fischerei zu kaufen.

Forschertipps

Fangmethoden

Die Fischer in der Nordsee setzten viele verschiedene Fangmethoden ein, je nachdem, an welchen Orten sie welchen Fisch fangen wollen.

Entwickle eine Übersicht über die verschiedenen Fangmethoden und ordne zu, welche Tiere jeweils gejagt werden. Suche auch Informationen über mögliche Beifänge und Auswirkungen der einzelnen Fangmethoden auf das Ökosystem Nordsee.

Vom Krieg um den Kabeljau bis zu Fangquoten

in den Jahren 1958-1975 entwickelten sich vornehmlich zwischen Island und Großbritannien drei so genannte Kabeljau kriege. Informiere dich über Hintergründe und Folgen dieser Kriege.

Heute stellen die für Fischerei zuständigen EU-Minister regelmäßig Fangquoten für einzelne Fischarten fest. Welche Quoten gelten aktuell für den Kabeljau, aber auch für andere Fische in der Nordsee? Gewährleisten diese Zahlen einen Schutz der Bestände? Welche Folgen entstehen für die Fischer und die Fischereiwirtschaft? Wie könnten Konflikte gemildert werden?

Fische und Fischprodukte

Fisch gehört aufgrund seiner Nährstoffzusammensetzung zu den wertvollsten Lebensmitteln. Doch nicht nur frischer Fisch, sondern viele verschiedene Fischprodukte liegen in den Regalen der Geschäfte.

Führe Erkundungen durch: Welche Fische und Fischprodukte werden in unterschiedlichen Geschäften angeboten? Findest du Informationen über die Verarbeitungsschritte? Was passiert dabei und welche Auswirkungen hat das auf das Lebensmittel?

Welche Hersteller bieten zertifizierten Fisch aus nachhaltiger Fischwirtschaft an? Was findest du hier z. B. über das Unternehmen Frosta in Bremerhaven und seine Leitlinien?

Slow Food und Slow Fisch

Slow Food (wörtlich: langsames Essen) steht für genussvolles, bewusstes, regionales und saisonales Essen. Die ursprünglich aus Italien stammende Bewegung bemüht sich um die Erhaltung der regionalen Küche mit heimischen pflanzlichen und tierischen Produkten und deren lokale Produktion. Dazu gehört auch der heimische Fisch (vgl. auch www.slowfisch-bremen.de).

Erstelle einen Flyer: Welche Ziele verfolgen Slow Food und insbesondere Slow Fisch? Wie soll dies erreicht werden? Was bedeutet dies für den Kabeljau? Informiere dich dazu auch direkt bei Vertretern von Slow Food.

Gefangene Fische

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Foto: HF

Fischprodukte

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Foto: HF

Einer Studie des Zukunftsinstituts Deutschland zufolge ist „Slow Food“ einer von 18 Trends, die das Leben von morgen auf dem Gebiet der Ernährung beeinflussen. http://www.slowfood.de/

Quellenangaben

AID Verbraucherportal

www.waswiressen.de

Bundesforschungsanstalt für Fischerei

http://www.bfa-fish.de

Fisch Informationszentrum

http://www.fischinfo.de/

Fischereihafen Betriebsgesellschaft mbH, Bremerhaven

http://www.fischmarkt-bremerhaven.de/

International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN)

http://www.iucnredlist.org/

Marine Stewardship Council

http://www.msc.org/de

WWF Artenportrait

http://wwf-arten.wwf.de/detail.php?id=253

WWF Fischführer

http://www.wwf.de/presse/details/news/fisch_geniessen_meere_schonen/

Exkursionsziel

Ein Besuch auf dem Fischmarkt? Dies ist z. B. möglich in Hamburg oder auch in Bremerhaven.

3 Wunderbare Vielfalt

- Besonderheiten der Nordseeregion
- Nordsee
- Lebensraum
- Biodiversität

Kurz und Kompakt

Der Begriff Biodiversität oder biologische Vielfalt umfasst drei Bereiche:

- Vielfalt der Lebensräume: Lokale, regionale und globale Ökosysteme
- Artenvielfalt innerhalb der Lebensräume: Alle dort lebenden Organismen (Tiere, Pflanzen, Mikroorganismen)
- Genetische Vielfalt innerhalb der Arten.

Die Bezeichnung, die also weit mehr als nur die Artenvielfalt umfasst, wurde 1985 in die wissenschaftliche und politische Diskussion eingeführt und insbesondere durch das 1988 vom Evolutionsbiologen E.O. Wilson herausgegebene Buch „Biodiversity“ geprägt. Im Boden, im Wasser und in der Luft sorgt die Biologische Vielfalt für ein Überleben der äußerst komplexen ökologischen Gesellschaften. Der weltweite dramatische Rückgang der Biologischen Vielfalt wird zu einer Verarmung und Gefährdung der Natur führen, was letztlich auch die Lebensgrundlagen der Menschen bedroht. Die Biodiversität hat einen erheblichen Einfluss auf unser Wohlergehen und unsere Gesundheit. Land- und Forstwirtschaft, Verkehr, Tourismus, Gewerbe und Wohnen sind auf die Nutzung einer intakten Natur und vielfältigen Landschaft angewiesen. Dabei treffen die Folgen einer abnehmenden Biodiversität oft als erstes die Armen der Welt, da diese häufig auf die eigenen aus der Natur gewonnenen Erzeugnisse angewiesen sind. Die Staatengemeinschaft hat erkannt, dass das Problem sehr komplex ist und nicht durch isolierte Naturschutzaktivitäten gelöst werden kann. Daher wurde 1992 in Rio de Janeiro in einem gemeinsamen Übereinkommen (Biodiversitätskonvention, CBD) beschlossen, dieses Thema gemeinsam anzugehen. Die Konvention über Biologische Vielfalt verfolgt 3 Ziele: den Erhalt der Biologischen Vielfalt, die nachhaltige Nutzung der Biologischen Vielfalt und eine ausgewogene und gerechte Verteilung der Chancen, die sich aus der Nutzung der Biologischen Vielfalt, insbesondere der genetischen Ressourcen, ergeben. Alle zwei Jahre wird seitdem überprüft, was bislang erreicht wurde.

Dazu wurde eine Reihe von messbaren direkten und indirekten Indikatoren für Biodiversität und deren Entwicklung zusammengestellt:

- die Abundanz, d.h. die Anzahl der Individuen einer Art, bezogen auf ihr Siedlungsgebiet und die Verteilung von Arten
- die Waldfläche
- die Fläche geschützter Areale (Naturschutzgebiete etc.)
- die Qualität von Meer- und Süßwasser
- die Anzahl der Träger von traditionellem Naturwissen (z. B. durch Ureinwohner)

Die Biodiversität wird vielfach als eine der Grundvoraussetzungen für die Stabilität und Elastizität der weltweiten Ökosysteme gegenüber störenden Einflüssen verstanden, wobei dies aber nicht in allen Fällen zutrifft. Auf der anderen Seite bedeutet die schwindende Biodiversität eine unwiederbringliche Verarmung der Fauna, Flora und der Varietäten der Arten. Damit verringert sich die Voraussetzung für eine evolutionäre Anpassung der Arten z. B. an sich verändernde Umweltbedingungen.

Biopiraterie

Eine enorme wirtschaftliche Bedeutung hat die Biodiversität als Reservoir für mögliche Arzneiwirkstoffen, für Gene für die landwirtschaftliche Sortenzüchtung, für biotechnologische Prozesse oder auch für bionische Entwicklungen. In der Vergangenheit konnten sich interessierte Wissenschaftlicher/innen oder auch Firmenvertreter/innen frei an der Biodiversität anderer Länder bedienen (Biopiraterie). Mit der Biodiversitätskonvention wurden Eigentumsrechte eines Staates an seinen genetischen Ressourcen festgeschrieben.

Biodiversität der Meere

Meere, wie auch die Nordsee, gelten nach den Regenwäldern als das zweit-artenreichste Ökosystem der Erde. Alle drei Dimensionen der Biologischen Vielfalt sind auch hier durch zahlreiche negative Entwicklungen gefährdet. Vor allem die Erwärmung des Wassers in Folge des anthropogenen Treibhauseffektes macht den in den Meeren lebenden Arten zu schaffen. Der Klimawandel bewirkt längerfristig aber auch eine Verschiebung von Klimazonen, global und regional. Da viele Arten sich nicht oder nicht schnell genug dem Klimawandel anpassen oder sich räumlich fortbewegen können, droht ihnen das Aussterben. Mit schwindenden oder sich zu schnell wandelnden Lebensräumen verlieren viele Arten ihre Lebensgrundlage. Hinzu kommen vielfältige direkte Formen der Bedrohung der Artenvielfalt wie zum Beispiel durch Überfischung, Beifang oder illegalem Fischfang. Mit aussterbenden Arten verschwinden auch ihre Gene, es sei denn, sie werden rechtzeitig in Gen-Datenbanken erfasst. Auch die vielerorts schlechte Wasserqualität durch Überdüngung, Chemikalien und Schadstoffe gefährdet viele Arten. Experten vermuten, dass eine Vielzahl von Arten ausstirbt, z. B. Lebewesen in der Tiefsee, ohne dass sie bisher überhaupt bekannt und erforscht wurden.

Gesetzliche Grundlagen in Deutschland – eine Auswahl

Washing toner Artenschutzabkommen

http://www.umweltdatenbank.de/lexikon/washingtoner_artenschutzabkommen.htm

Bundesartenschutzverordnung

http://www.bmu.de/artenschutz/doc/6849.php

Bundesnaturschutzgesetz

http://www.bmu.de/naturschutz_biologische_vielfalt/bundesnaturschutzgesetzt/gesetzestext/doc/2553.php

Vogelschutzrichtlinie

http://www.bmu.de/naturschutz_biologische_vielfalt/natura_2000/vogelschutzrichtlinie/doc/6016.php

Natura 2000

http://www.bmu.de/naturschutz_biologische_vielfalt/natura_2000/doc/20286.php

Abkommen

1992 wurde ein weltweites Übereinkommen über den Schutz der biologischen Vielfalt getroffen (Biodiversitätskonvention).

Der Internationale Tag der biologischen Vielfalt

wurde von der UN auf den 22. Mai festgesetzt, den Tag der Verabschiedung der Konvention.

Heuler

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Foto: HF

Biodiversitäts-Informatik

umfasst die Speicherung und Verarbeitung von Informationen zur biologischen Vielfalt

Access-&-Benefit-Sharing (ABS)

soll die Nutzung der genetischen Ressourcen erleichtern, gleichzeitig aber die Quellen-Länder der Biodiversität an dem Nutzen teilhaben lassen.

Klimawandel

durch den anthropogenen Treibhauseffekt stellt wohl langfristig den bedrohlichsten Prozess für die Biologische Vielfalt dar. Ergebnisse einer Studie zeigen, dass 2050 jede vierte Art vom Aussterben bedroht sein wird (vgl. taz-Spezial vom 08.01.04).

Gen-Datenbanken im Internet

http://www.schule-bw.de/unterricht/faecher/bioinformatik/material/links_bioinf/gen_db

Rote Liste

Bundesamt für Naturschutz, Rote Listen gefährdeter Biotoptypen, Tier- und Pflanzenarten sowie der Pflanzengesellschaften

http://www.bfn.de/0321_rote_liste.html

Forschertipps

Von A bis Z – die Artenliste

Die Artenvielfalt in der Nordsee hat in den letzten 30 Jahren stetig zugenommen, auch seltene Arten sind wieder häufiger geworden. Diese positive Entwicklung haben Experten vom Institut für Seefischerei in Hamburg als Ergebnis einer Langzeituntersuchung bilanziert. Dabei sind keine Arten neu in die Nordsee eingewandert, vielmehr habe sich der Anteil bislang selten anzutreffender Spezies erhöht. Auch bei am Boden lebenden Würmern, Muscheln, Schnecken und Stachelhäutern wie etwa Seesternen, Schlangensternen und Seeigeln nahm die Biodiversität zu.

Wie viele in der Nordsee lebende Arten kennst du? Erstelle eine Liste von A wie zum Beispiel „Algen“ bis Z wie zum Beispiel „Zander“.

Formen, Farben, Funktionen – die Kreativität der Natur

Warum sind manche Fische platt und andere kugelrund? Die Entwicklung des Artenreichtums in der Nordsee hat viele unterschiedliche Lebensformen hervorgebracht.

Suche dir einzelne prägnante Beispiele heraus. Findest du Zusammenhänge zwischen der Erscheinungsform und dem Lebensraum?

Geo-Tag der Artenvielfalt

Die Zeitschrift Geo initiiert seit 1999 jedes Jahr einen Tag der Artenvielfalt. Die Veranstaltung folgt dem Grundsatz, dass wir nur das, was wir kennen, achten und schützen werden. Jeder kann an dieser „Inventur“ der heimischen Flora und Fauna teilnehmen. Informiere dich über diese Aktion. Vielleicht hast du Interesse, Ausschnitte der Nordseeregion zu erforschen?

http://www.geo.de/GEO/natur/oekologie/tag_der_artenvielfalt/

Tom Müller, Tel: 040/3703-2732, Fax 040/3703-17-2732 oder per E-Mail: mueller.tom@geo.de.

Vielfalt an der Nordsee genießen

Egal ob an der Nordsee oder anderswo. Haltet eure Augen offen für die Vielfalt der Natur und freut euch an den vielen unterschiedlichen Lebewesen.

Hotspots der Biodiversität

Eine Zone, in der die Biodiversität besonders hoch ist, wird als Biodiversitäts-Hotspot bezeichnet. Auf nur 2,3 % der globalen Landfläche, die die Hotspots ausmachen, leben drei Viertel aller bedrohten Säugetiere, Vögel und Amphibien, 42 % der Landwirbeltiere und etwa die Hälfte der weltweiten Pflanzenarten.

Schau dir die folgende Karte an und interpretiere die Angaben. Treffe auch Aussagen über die Nordseeregion.

Inventur

Die regelmäßige Bestandsaufnahme der Nordseelebewesen wird vom Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) in Kopenhagen koordiniert.

Scholle

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Foto: HF

Knurrhahn

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Foto: HF

Hotspots der Biodiversität

wurden von der global tätigen Umweltschutzorganisation Conservation International charakterisiert.

http://www.inka-ev.de/deutsch/inhalte/biodiversit%E4t/hotspots.htm

Quellenangaben

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Naturschutz / Biologische Vielfalt

http://www.bmu.de/naturschutz_biologische_vielfalt/kurzinfo/doc/4025.php

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Biologische Vielfalt, Materialien für Bildung und Information

http://www.bmu.de/publikationen/bildungsservice/bildungsmaterialien/sekundarstufe/lehrer/doc/39363.php

Deutsche Umwelthilfe e.V. und BildungsCent e.V.: Biodiversität Info

http://www.biodiversitaet.info/Hauptseite,

Streit, B.: Was ist Biodiversität? Erforschung, Schutz und Wert biologischer Vielfalt, C.H. Beck, 2007

Spiegel online, 04.09.08, Artenvielfalt in der Nordsee gestiegen, http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,576124,00.html

taz, 08.01.2004, Das Klima artet aus

http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2004/01/08/a0041

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Ende der Leseprobe aus 87 Seiten

Details

Titel
"An der Nordseeküste ..." - Dünen, Watt und Me(e)hr für Naturbegeisterte
Untertitel
Anregungen und Materialien für den Unterricht
Hochschule
Universität Bremen  (FB 12, Fachbezogene Bildungswissenschaften, Arbeitsorientierte Bildung)
Autor
Jahr
2010
Seiten
87
Katalognummer
V154363
ISBN (eBook)
9783640685141
ISBN (Buch)
9783640685868
Dateigröße
4160 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zukunftsfähiger Tourismus, Nordsee, Anregungen für den Unterricht
Arbeit zitieren
Ute Fehnker (Autor), 2010, "An der Nordseeküste ..." - Dünen, Watt und Me(e)hr für Naturbegeisterte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154363

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