Demokratischer Frieden durch die KSZE?

Welche Rolle spielte die KSZE im Kalten Krieg und worin lag ihre Bedeutung für die Konfliktmilderung zwischen- und innerstaatlicher Auseinandersetzungen und die Ausbreitung der Demokratie?


Seminararbeit, 2008
18 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. GRUNDANNAHMEN DES DEMOKRATISCHEN FRIEDENS
2.1. DER EMPIRISCHE
2.2. ERKLÄRUNGSANSÄTZE
2.2.1. Der strukturell-institutionalistische Argumentationsansatz
2.2.2. Der normativ-kulturelle Argumentationsansatz

3. DIE ROLLE DER KSZE IM KALTEN KRIEG
3.1. DIE ENTWICKLUNG DER
3.2. DIE SCHLUSSAKTE VON
3.2.1. Korb I: Der Prinzipiendekalog
3.2.1.1. Die Auswirkungen auf die Ost-West-Beziehung
3.2.2. Militärische Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen
3.2.2.1. Die Auswirkungen auf die Ost-West-Beziehung
3.2.3. Korb II: Zusammenarbeit im Bereich Wirtschaft
3.2.3.1. Die Auswirkungen auf die Ost-West-Beziehung
3.2.4. Korb III: Grundsätze der Zusammenarbeit im humanitären Bereich
3.2.4.1. Die Auswirkungen auf die Ost-West-Beziehung
3.3. DER BEITRAG DER KSZE ZUR FÖRDERUNG EINES DEMOKRA- TISCHEN

4. ZUSAMMENFASSENDE SCHLUSSBETRACHTUNG

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Seit nunmehr bald einem Vierteljahrhundert befasst sich das Forschungsprogramm zum „Demokratischen Frieden“ intensiv mit dem Zusammenhang von demokratischer staatlicher Verfasstheit und friedlichem Außenverhalten.[1]

In Immanuel Kants politischen Schriften werden im Bereich der Forschung drei Bedingungen einer stabilen internationalen Friedensordnung identifiziert: Die republikanische Verfassung der Mitgliedsstaaten, intensive Handelsbeziehungen und internationale Institutionen. Während sich die Wissenschaft bisweilen vorrangig mit den ersten beiden Bereichen zur Friedensschaffung befasste, wird die These von einer eigenständigen friedensstiftenden Kraft internationaler Beziehung eher kritisch gesehen.

Die folgende Arbeit widmet sich daher der Frage, inwieweit eine internationale Organisation durch ihre Arbeit einen Demokratischen Frieden fördern kann. Als Untersuchungsfall wird die KSZE herangezogen, die während des Ost-West-Konflikts die Stellung als ein zentrales Element der europäischen Entspannungspolitik einnahm. Es soll untersucht werden, welchen Beitrag sie zur Ausbreitung der Demokratie und zur Überwindung des Kalten Krieges geleistet hat.[2]

2. Grundannahmen des Demokratischen Friedens

Immanuel Kant entfaltete 1795 in seinem Traktat „Zum Ewigen Frieden“ systematisch die liberale These, dass demokratische Herrschaftsstrukturen eine Voraussetzung für eine stabile Friedensordnung in den internationalen Beziehungen seien.[3]Verschiedene Vertreter der liberalen Theorie entwickelten auf dieser Grundlage das Theorem des „Demokratischen Friedens“, für das sich in den letzten Jahrzehnten eine Vielzahl von Erklärungsansätzen herausgebildet hat.

2.1. Der empirische Doppelbefund

Quantitative Untersuchungen der Theorie Kants hatten einen Doppelbefund als Ergebnis, welcher sich aus dermonadischenunddyadischen Theoriezusammensetzte:[4]

Diemonadische Theoriegeht davon aus, dass Demokratien grundsätzlich friedfertiger sind als Nicht-Demokratien („inhärente Friedfertigkeit“). Dieses wiesen Maoz und Russett anhand einer Untersuchung „militarisierter zwischenstaatlicher Streitigkeiten“ für den Zeitraum von 1946 bis 1986 nach. Sie stellten einen signifikanten Zusammenhang zwischen demokratisch verfassten Herrschaftssystemen und ihrem Konfliktverhalten fest und folgern, dass die inneren politischen Prozesse und Strukturen das Außenverhalten der Staaten signifikant beeinflussen.[5]

Nach derdyadischen Theoriehingegen führen Demokratien zwar keine Kriege ge- geneinander, unterscheiden sich in ihrem Konfliktverhalten gegenüber Nicht-Demokratien aber kaum. Demokratische Staaten sind nach dieser Hypothese somit nicht inhärent friedlich. Empirische Untersuchungen ergaben, dass Demokratien im internationalen System seit 1816 ebenso häufig in militärische Konflikte verwickelt waren wie Nicht-Demokratien. Obwohl die Wahrscheinlichkeit der Gewaltausübung zwischen demokratisch verfassten Staaten offensichtlich seit 1946 statistisch äußerst gering ist, lässt sich daraus aber keinesfalls ableiten, dass Demokratien eine friedfertigere und kooperative Außenpolitik verfolgen als nicht-demokratische Herrschaftssysteme.[6]

2.2. Erklärungsansätze

2.2.1. Der strukturell-institutionalistische Argumentationsansatz

Der strukturell-institutionalistische Ansatz geht unter anderem davon aus, dass Demokratien friedfertiger seien als andere staatliche Formen, da deren Bevölkerung ihre Interessen rational kalkuliert und über ihre Partizipation an politischen Entscheidungen eine friedliche Außenpolitik durchsetzen kann.[7]

Weiter muss für die Durchsetzung eines Vorhabens in einem demokratischen Staat nicht nur die öffentliche Meinung, sondern auch eine Vielzahl beteiligter Institutionen gewonnen werden. Hierdurch wird die Macht Einzelner begrenzt, da eine Vielzahl von Akteuren einem Kriegsvorhaben zustimmen müssten.

In diesem Zusammenhang geht Bruce Bueno de Mesquita davon aus, dass die Staatsmänner einer Demokratie stets auf ihre Wiederwahl bedacht sein müssen, wohingegen der Autokrat auf sein gesellschaftliches Umfeld wesentlich weniger Rücksicht nehmen muss. Während demokratische Regierungen nur einen Kriege eingehen, wenn sie sich sicher sind, diesen zu geringen Kosten zu gewinnen (utilitaristischer Ansatz), kann der Autokrat sich ein höheres Risiko und ein geringeres Engagement im Ernstfall leisten.[8]

2.2.2. Der normativ-kulturelle Argumentationsansatz

Der normativ-kulturelle Argumentationsansatz unterstellt, dass demokratische Herrschaftssysteme gleichartige Strukturen und Wertsysteme (Normen) aufweisen. Dazu gehören unter anderem der Schutz der Menschenrechte und Minderheiten, politischer Wettbewerb, friedliche Machtwechsel, Kompromisslösungen bei politischen Kon-flikten oder die Achtung der Gesetze.[9]

[...]


[1] Siehe Dieterich et. al. (2008), S. 173.

[2] Vgl. Schlotter (1999), S. 13.

[3] Vgl. Schlotter (1999), S. 163.

[4] Vgl. Risse-Kappen (1994), S. 161 ff.

[5] Vgl. Moaz/Russet (1993), S. 624 ff.

[6] Vgl. Gantzel (1987), S. 19 ff.

[7] Vgl. von Bredow (2008), S. 124.

[8] Vgl. Müller (2004), S. 54.

[9] Vgl. Czempiel (1996), S. 88-89.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Demokratischer Frieden durch die KSZE?
Untertitel
Welche Rolle spielte die KSZE im Kalten Krieg und worin lag ihre Bedeutung für die Konfliktmilderung zwischen- und innerstaatlicher Auseinandersetzungen und die Ausbreitung der Demokratie?
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Politikwissenschaften)
Veranstaltung
Internationale Beziehungen
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V154501
ISBN (eBook)
9783640686339
ISBN (Buch)
9783640686292
Dateigröße
543 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Demokratischer, Frieden, KSZE, Welche, Rolle, Kalten, Krieg, Bedeutung, Konfliktmilderung, Auseinandersetzungen, Ausbreitung, Demokratie
Arbeit zitieren
Timm Witt (Autor), 2008, Demokratischer Frieden durch die KSZE?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154501

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