Kritische Betrachtung der Bewertung von Optionen in Leasingverträgen nach IFRS


Seminararbeit, 2010
19 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1 Einführung
1.1. Problemstellung
1.2. Gang der Untersuchung

2. Formen und Klassifizierung von Leasingverhältnissen.
2.1 Begriff und Formen des Leasings
2.2. Bilanzielle Behandlung von Leasingverhältnissen
2.3. Klassifizierung von Leasingverhältnissen.

3. Bewertung von Optionen in Leasingverhältnissen
3.1. Bewertung günstiger Kaufoptionen / Bargain purchase option test
3.2. Kritische Betrachtung der Bewertung günstiger Kaufoptionen
3.3. Bewertung günstiger Mietverlängerungsoptionen.
3.4. Kritische Betrachtung der Bewertung günstiger Mietverlängerungsoptionen
3.5. Kritische Betrachtung von Kauf- und Mietverlängerungsoptionen als Beurteilungshilfe zur Leasingklassifikation
3.6. Reformvorschläge der G4+1-Working Group

4. Fazit und Ausblick

LITERATURVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1:Entwicklung der Leasing-Investitionen in Deutschland

Abbildung 2:Klassifizierung von Leasingverhältnissen nach IAS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführung

In Deutschland hat das Leasing als Finanzierungsalternative in den letzten Jahrzehnten stetig an Bedeutung gewonnen. Wie die unten stehende Abbildung zeigt, ist die Leasingquote[1]von 5,4% im Jahre 1979 auf 18,0% im Jahre 2007 gestiegen. Mit einem Neugeschäftsvolumen von 57,4 Milliarden Euro war die Leasingbranche im Jahre 2007 der größte Investor in Deutschland.[2]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung1:Entwicklungder Leasing-Investitionen in Deutschland[3].

Leasinggeschäfte ermöglichen einer Vielzahl von Unternehmen, ohne eine Verschlechterung ihrer Bilanzkennzahlen zu erwirken, zusätzliche Investitionen zu tätigen. Neben dieser Finanzierungsfunktion werden dem Leasing weitere Vorteile zugesprochen:

- Planungssicherheit aufgrund fest vereinbarter Leasingzahlungen,
- Risikoverringerung der Überalterung von Investitionsgütern,
- Liquiditätsschonung,
- Flexibilität der Leasingvertragsgestaltung,
- steuerliche Vorteile von Leasingvereinbarungen und
- Schonung der Bankkreditlinie infolge der möglichen Nichtbilanzierung von Leasingverhältnissen.[4]

1.1. Problemstellung

Basierend auf dem Umstand Leasingvereinbarungen flexibel gestalten zu können, entstehen erhebliche Auslegungsmöglichkeiten bezüglich der Einordnung eines Leasingverhältnisses. Die Folge ist, dass Leasingvereinbarungen häufig unsachgemäß als Operate Leasing klassifiziert werden, wodurch die Vermögensgegenstände sowie die korrespondierenden Verbindlichkeiten aus Leasingbeziehungen nicht in der Bilanz des Leasingnehmers erfasst werden und somit unberücksichtigt bleiben. Die Folge ist, dass Bilanzen systematisch verkürzt ausgewiesen werden. Somit wird das Ziel der IFRS, den aktuellen und potentiellen Investoren ein zuverlässiges Bild der Vermögens-, Finanz- und Erfolgslage einer Unternehmung zu vermittel, häufig verfehlt. Ermöglicht wird dieser Sachverhalt durch die in IAS 17 unzureichend präzise formulierten Bilanzierungshilfen zur Leasingklassifizierung in Form von Beispielen und Indikatoren.

In den folgenden Ausführungen wird daher der Frage nachgegangen, durch welche Ungenauigkeiten solche Gestaltungsspielräume entstehen, indem die in den Klassifizierungskriterien genannten Kauf- und Mietverlängerungsoptionen kritisch bewertet werden.

1.2. Gang der Untersuchung

Nach der Einführung zum wirtschaftlichen Stellenwert des Leasings, beschäftigt sich der Grundlagenteil mit den grundsätzlichen Erscheinungsformen und der bilanziellen Behandlung von Leasingverhältnissen und gibt eine Übersicht darüber, welche Klassifizierungskriterien der IAS 17 zu deren Einordnung vorgibt. Darauf aufbauend werden im Hauptteil die in den Klassifizierungskriterien genannten Kauf- und Mietverlängerungsoptionen näher beleuchtet, indem sowohl ihre Bewertung als auch ihre Aussagekraft bezüglich einer adäquaten Leasingeinordnung kritisch betrachtet werden. Die Arbeit schließt mit einem Fazit und einem Ausblick.

2. Formen und Klassifizierung von Leasingverhältnissen

2.1 Begriff und Formen des Leasings

Der IAS 17.4 definiert „ ... ein Leasingverhältnis als eine Vereinbarung, bei der der Leasinggeber dem Leasingnehmer gegen eine Zahlung oder einer Reihe von Zahlungen das Recht auf Nutzung eines Vermögenswertes für einen vereinbarten Zeitraum überträgt.“[5]

Das Leasing stellt somit eine entgeltliche Gebrauchs- oder Nutzungsüberlassung dar, welche je nach Vertragsgestaltung in Richtung von Mietverträgen oder Mietkaufverträgen tendieren kann. Zusätzlich beeinflusst die Form des Leasingvertrags die bilanzsteuerliche Behandlung, die sich grundsätzlich an der Zuordnung des Leasinggegenstandes zum wirtschaftlichen Eigentümer ausrichtet.[6]Leasingverhältnisse sind nicht gesetzlich geregelt und gründen sich auf die Vertragsfreiheit und einigen Erlassen der Finanzverwaltung, sowie höchstrichterlichen Entscheidungen.[7]

Mit demFinanzierungsleasing,Operate-Leasingund demSale-and-lease-backals Leasingsonderform lassen sich grundsätzlich drei Arten von Leasinggeschäften unterscheiden.

DasFinanzierungsleasingzeichnet sich durch festgesetzte Grundmietzeiten aus, innerhalb derer keine der beiden Vertragsparteien kündigen darf.[8]Die Grundmietzeit liegt hierbei zumeist zwischen 60 bis 80% der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, wie sie sich aus den AfA-Tabellen der Finanzverwaltung ergibt.[9]Leasingverträge können so ausgestaltet sein, dass sie sich entweder während (Vollamortisationsverträge) oder erst nach Ablauf (Teilamortisationsverträge) der Grundmietzeit amortisieren. Falls sich ein Objekt während seiner Leasingdauer nicht vollständig bezahlt macht, muss sich der Leasinggeber nach Ablauf dieser Frist um eine wirtschaftliche Weiterverwendung bemühen, wofür sich sogenannte Second-Hand-Leasingverträge sowie Leasingverträge mit Optionsrechten eignen.[10]

Verträge im Rahmen einesOperate-Leasingswerden für eine im Vergleich zu der üblichen Einsatzdauer des Objektes kurze Nutzungsdauer abgeschlossen oder sind bei einem Vertragsabschluss ohne festgelegte Dauer von beiden Vertragsparteien kurzfristig kündbar.[11]Der Leasinggeber kann nicht davon ausgehen, dass sich das Leasingobjekt innerhalb der Vertragslaufzeit amortisiert, welches im Allgemeinen erst dann der Fall ist, falls eine „Kette“ mehrerer aufeinander folgender Leasingverträge erreicht werden kann.[12]

Der Vollständigkeit halber soll im Folgenden lediglich kurz auf das Sale-and-lease-back-Leasing als eine Leasingsonderform eingegangen werden.

BeiSale-and-lease-back-Verträgen veräußert der Eigentümer ein zumeist langlebiges Investitionsgut an eine Leasinggesellschaft und least diesen gleichzeitig wieder zurück, so dass er den verkauften Leasinggegenstand wie zuvor betrieblich nutzen kann.[13]Diese Leasingform bietet dem Verkäufer, neben den klar erkennbaren Finanzierungseffekten, zusätzlich die Möglichkeit das Jahresergebnis durch den ertragswirksamen Ausweis der realisierten „stillen Reserven“ positiv zu beeinflussen.[14]

Für die weiteren Ausführungen finden jedoch aus Platzgründen die Leasingsonderformen keine weitere Betrachtung.

[...]


[1] Die Leasingquote gibt den Anteil der Leasinginvestitionen an den gesamtwirtschaftlichen Investitionen eines Jahres wieder.

[2] Vgl. Peters (2009), S. 3.

[3] Siehe Peters (2009), S. 3.

[4] Vgl. Peters (2009), S. 4.

[5] Siehe IAS 17.4 (2008).

[6] Vgl. Kußmaul (2006), S. 40.

[7] Vgl. Kroll (2000), S. 80.

[8] Vgl. Kruschwitz (2007), S. 165.

[9] Vgl. Bitz / Stark (2008), S. 118.

[10] Vgl. Kruschwitz (2007), S. 165.

[11] Vgl. Bitz / Stark (2008), S. 117.

[12] Vgl. Bitz / Stark (2008), S. 117.

[13] Vgl. Bitz / Stark (2008), S. 122.

[14] Vgl. Bitz / Stark (2008), S. 122.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Kritische Betrachtung der Bewertung von Optionen in Leasingverträgen nach IFRS
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung)
Note
2,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
19
Katalognummer
V154506
ISBN (eBook)
9783640671809
ISBN (Buch)
9783640672004
Dateigröße
607 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kritische, Betrachtung, Bewertung, Optionen, Leasingverträgen, IFRS
Arbeit zitieren
Timm Witt (Autor), 2010, Kritische Betrachtung der Bewertung von Optionen in Leasingverträgen nach IFRS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154506

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