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Mündigkeit als pädagogisches Leitmotiv

Eine Analyse didaktischer Handlungsalternativen

Title: Mündigkeit als pädagogisches Leitmotiv

Seminar Paper , 2010 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Julian Schürholz (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Summary Excerpt Details

Seit der Zeit der Aufklärung und Kants berühmter Forderung nach vollständiger Mündigkeit des Individuums ist geistige Freiheit ein Grundpfeiler westlich-demokratischer, individuell egalitärer Gesellschaften geworden: Ohne Mündigkeit fehlt die Grundvoraussetzung für die Entwicklung innovativer Gedanken und damit auch für Fortschritt und Wachstum. Ohne mündige Individuen sind staatliche demokratische Organisationsprinzipien lediglich leere Worthülsen (siehe Weimarer Republik als „Demokratie ohne Demokraten“ ). Die betroffene Gesellschaft läuft in einer solchen Situation Gefahr die (wenn auch von vornherein schwachen, da lediglich institutionellen) freiheitlichen Grundprinzipien ihres Staates unversehens einzubüßen. Es wird offensichtlich, welch überragenden Stellenwert Mündigkeit im Selbstbild, der Ideologie und Philosophie der gesamten westlichen Hemisphäre einnimmt.
Jedoch ist Mündigkeit kein natürlich gegebener Zustand. Im Gegenteil: Unmündigkeit ist ein solcher. Es stellt sich daher die grundlegende, ja gesellschaftlich existenzielle Frage, wie schulischer Unterricht dazu beitragen kann Mündigkeit zu fördern und welche didaktischen Prinzipien zu diesem Zweck gewinnbringend eingesetzt werden können.
Zu diesem Zweck wird diese Arbeit zuerst den Begriff Mündigkeit definieren. Anschließend wird herausgearbeitet, warum Mündigkeit als schulisches Lernziel so wichtig ist. In diesem Zusammenhang wird diese Untersuchung auch auf die prinzipielle Unmöglichkeit einer „Erziehung zur Mündigkeit“ eingehen.
Im Anschluss wird diese Untersuchung darlegen, welche pädagogischen Handlungsansätze den Ansprüchen an mündigkeitsfördernden Unterricht nicht genügen. Der folgende Abschnitt wird erläutern, welche Prinzipien sinnvoll zu nutzen sind um SchülerInnen ihre (Selbst-)Entwicklung zu mündigen Bürgern zu erleichtern.
Ziel dieser Arbeit ist also eine Evaluation und Präselektion einiger didaktischer Handlungsalternativen mit Blick auf eine Optimierung der Chancen auf Entwicklung von Mündigkeit unter den SchülerInnen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0) WER? WIE? WAS?

1) WAS IST MÜNDIGKEIT?

2) WARUM ZUR MÜNDIGKEIT ERZIEHEN?

3) WARUM IST ES EIGENTLICH UNMÖGLICH ZUR MÜNDIGKEIT ZU ERZIEHEN?

4) WELCHE METHODEN SIND WENIGER GEEIGNET?

5) WELCHE CHARAKTERISTIKA HAT MÜNDIGKEITSFÖRDERNDER UNTERRICHT?

5.1) REALITÄTSBEZUG DES UNTERRICHTS

5.2) HANDLUNGSORIENTIERUNG

5.3) DEMOKRATISCHER UNTERRICHT

6) GIBT ES EIN UNTERRICHTSKONZEPT, DAS DIESE CHARAKTERISTIKA BETONT? („PROBLEM-BASED LEARNING“)

7) IN WELCHER THEORETISCHEN TRADITION STEHT SOLCHER UNTERRICHT?

8) FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie schulischer Unterricht die Mündigkeit von Schülern fördern kann und welche didaktischen Ansätze hierfür geeignet sind. Dabei wird kritisch hinterfragt, inwiefern eine "Erziehung zur Mündigkeit" überhaupt möglich ist und welche Methoden den Anforderungen einer modernen, demokratischen Gesellschaft gerecht werden.

  • Philosophische Definition und gesellschaftliche Bedeutung von Mündigkeit
  • Die inhärente Problematik und der Widerspruch der Erziehung zur Mündigkeit
  • Evaluation didaktischer Handlungsalternativen (insb. Problem-Based Learning)
  • Die Bedeutung von Realitätsbezug, Handlungsorientierung und demokratischen Strukturen im Unterricht
  • Förderung kognitiver, prozeduraler und habitueller Kompetenzen

Auszug aus dem Buch

6) Gibt es ein Unterrichtskonzept, das diese Charakteristika betont? („Problem-Based Learning“)

Wie bereits mehrfach angedeutet, ist die Welt, in der die heutigen SchülerInnen sich morgen zurechtfinden können sollen, rapiden und tiefgreifenden Veränderungen unterworfen. Unter dieser Prämisse erscheint es kaum sinnvoll, SchülerInnen für jede mögliche Situation ein immer gleiches „Schema F“ an die Hand zu geben, das sie abspulen könnten. Trotz aller Bemühungen, die Institution Schule kann diese Aufgabe angesichts des rasanten technologischen Fortschritts nicht mehr vollständig erfüllen. Was sie jedoch sehr wohl kann, ist, die SchülerInnen zu befähigen, selbst adäquate Lösungswege für zukünftige Probleme zu finden.

In der Praxis bedeutet das, dass die Lösung eines beliebigen Problems (i.e. einer Mathematikaufgabe, eines naturwissenschaftlichen Experiments, einer literaturwissenschaftlichen Interpretation, etc.) belohnt werden sollte – nicht die Einhaltung eines vorgegebenen Lösungsweges. Der Grundgedanke des Problem-Based Learnings ist daher folgerichtig das Präsentieren eines (aussagekräftigen, übertragbaren, möglichst realen / realitätsnahen) Problems durch die Lehrkraft. Die SchülerInnen werden ab diesem Zeitpunkt aktiver als sie es in klassischem Frontalunterricht jemals könnten und die Rolle der Lehrkraft beschränkt sich auf das Moderieren und Evaluieren des Lernprozesses sowie das Bereitstellen der benötigten Materialien, Informationen und Quellen (inklusive Internetzugang, evtl. Erfahrung im Umgang mit bestimmter Software, etc.). Das Finden eines tragbaren Lösungsweges bleibt den SchülerInnen selbst überlassen, genauso wie das Begehen desselben. Dies bedeutet wiederum, dass die sie selbst in der Hand haben, wie und was sie lernen.

Zusammenfassung der Kapitel

0) WER? WIE? WAS?: Einführung in die Bedeutung der Mündigkeit als Fundament demokratischer Gesellschaften und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.

1) WAS IST MÜNDIGKEIT?: Klärung des Mündigkeitsbegriffs anhand philosophischer Ansätze, insbesondere mit Bezug auf Immanuel Kant und Peter Massing.

2) WARUM ZUR MÜNDIGKEIT ERZIEHEN?: Erörterung der Notwendigkeit von Mündigkeit zur Vorbeugung gesellschaftlicher Katastrophen und zur Befähigung zur Teilhabe an demokratischen Prozessen.

3) WARUM IST ES EIGENTLICH UNMÖGLICH ZUR MÜNDIGKEIT ZU ERZIEHEN?: Analyse des inhärenten Widerspruchs, dass man Mündigkeit als Fähigkeit zur Selbstbestimmung nicht durch Fremdbestimmung erzwingen kann.

4) WELCHE METHODEN SIND WENIGER GEEIGNET?: Kritik an traditionellen, frontalunterrichtlich geprägten Methoden und dem Konzept der rein disziplinbasierten Erziehung.

5) WELCHE CHARAKTERISTIKA HAT MÜNDIGKEITSFÖRDERNDER UNTERRICHT?: Vorstellung der drei zentralen Säulen für mündigkeitsfördernden Unterricht: Realitätsbezug, Handlungsorientierung und Demokratie als Lebensform.

5.1) REALITÄTSBEZUG DES UNTERRICHTS: Erläuterung der Bedeutung einer praxisnahen Lernumgebung, die sich an der Lebenswelt der Schüler orientiert.

5.2) HANDLUNGSORIENTIERUNG: Beschreibung eines Unterrichts, der durch Schüleraktivität, Produktorientierung und die Übernahme von Verantwortung geprägt ist.

5.3) DEMOKRATISCHER UNTERRICHT: Darstellung des Klassenzimmers als Ort, an dem demokratische Spielregeln und soziales Handeln direkt eingeübt werden.

6) GIBT ES EIN UNTERRICHTSKONZEPT, DAS DIESE CHARAKTERISTIKA BETONT? („PROBLEM-BASED LEARNING“): Untersuchung von Problem-Based Learning als Methode, die eigenständiges Problemlösen und Kompetenzerwerb fördert.

7) IN WELCHER THEORETISCHEN TRADITION STEHT SOLCHER UNTERRICHT?: Einordnung des Konzepts in die dialektische Didaktik und die bildungstheoretische Didaktik von Klafki.

8) FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der pädagogischen Möglichkeiten und Appell an Lehrer und Institutionen, neue Wege der Mündigkeitsförderung zu gehen.

Schlüsselwörter

Mündigkeit, Didaktik, Erziehung, Demokratie, Problem-Based Learning, Handlungsorientierung, Realitätsbezug, Schule, Kognitive Kompetenz, Prozedurale Kompetenz, Habitus, Pädagogik, Selbstbestimmung, Unterrichtsmodell, Sozialkompetenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie schulischer Unterricht dazu beitragen kann, die Mündigkeit von Schülern zu entwickeln und welche didaktischen Prinzipien dabei unterstützend wirken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten zählen die philosophische Grundlegung der Mündigkeit, die Bedeutung demokratischer Bildung im Schulalltag sowie der Vergleich verschiedener didaktischer Unterrichtsmodelle.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist die Evaluation von pädagogischen Handlungsalternativen, um die Entwicklung von Mündigkeit unter Schülern zu optimieren und das "Wie" der schulischen Förderung zu konkretisieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse und Literaturarbeit, um bestehende didaktische Konzepte wie das "Problem-Based Learning" und die "dialektische Didaktik" kritisch zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Mündigkeit, der Problematik der Erziehung dazu, der Kritik an starren Unterrichtsmethoden sowie der Vorstellung förderlicher Charakteristika wie Realitätsbezug und Handlungsorientierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Kernbegriffe sind Mündigkeit, Didaktik, Demokratie, Handlungsorientierung, Problem-Based Learning und die Förderung verschiedener Kompetenzbereiche.

Warum sieht der Autor einen Widerspruch in der "Erziehung zur Mündigkeit"?

Der Autor argumentiert, dass Mündigkeit die Fähigkeit zur selbstständigen Urteilsbildung ohne fremde Anleitung voraussetzt. Durch gezielte erzieherische Maßnahmen (Fremdbestimmung) wird dieses Konzept theoretisch konterkariert.

Was zeichnet das „Problem-Based Learning“ als Konzept besonders aus?

Es verlagert den Schwerpunkt von der Vermittlung festen Fachwissens hin zum aktiven, eigenständigen Finden von Lösungen für reale Probleme, wodurch kognitive, prozedurale und soziale Kompetenzen gleichzeitig trainiert werden.

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Details

Title
Mündigkeit als pädagogisches Leitmotiv
Subtitle
Eine Analyse didaktischer Handlungsalternativen
College
Technical University of Braunschweig  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Course
Didaktische Modelle
Grade
2,0
Author
Julian Schürholz (Author)
Publication Year
2010
Pages
18
Catalog Number
V154665
ISBN (eBook)
9783640673643
ISBN (Book)
9783640673391
Language
German
Tags
Mündigkeit Leitmotiv Eine Analyse Handlungsalternativen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julian Schürholz (Author), 2010, Mündigkeit als pädagogisches Leitmotiv, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154665
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