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Kreationismus und Intelligent Design - Definition, Theorien, Kritik

Title: Kreationismus und Intelligent Design - Definition, Theorien, Kritik

Seminar Paper , 2009 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Julian Schürholz (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Entgegen dem in Europa zu beobachtenden Trend, ist religiöser Fundamentalismus, der sich auf das exakte „Wort Gottes“ beruft und dessen genaue Befolgung fordert, auf gesamtgesellschaftlicher Ebene gegenüber aufklärerischen Idealen nicht auf dem Rückzug. Im Gegenteil: in einigen Teilen der Welt erfährt er offensichtlich starken Zulauf. Besonders offensichtlich wird dieser „Schriftfundamentalismus“ bei der Frage nach der Entstehung der Welt und ihrem Urheber und der theistischen Kreationismusthese. Sie behauptet, dass Gott der Schöpfer der Welt ist und dass das „Wort Gottes“ den faktischen Hergang der Entstehung der Welt beschreibt. Dieser Fundamentalismus ist nicht religionsspezifisch und daher ein nicht lokal begrenztes Phänomen.
Diese Arbeit wird sich in diesem Bereich vorrangig mit der US-amerikanischen, christlichen Kreationismusbewegung befassen, die in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr gesellschaftlichen und politischen Einfluss erlangte. Dieser Umstand zwang die amerikanische Gesellschaft in eine langwierige (und noch immer nicht beendete) Debatte um ihre Wertebasis.
Eine zweite, von den Kreationisten prinzipiell unabhängige, in den USA einflussreiche Gruppierung, die in dieser Arbeit behandelt werden soll, sind die Anhänger der „Intelligent Design-“ oder „ID-Theorie“. Diese Theorie baut auf der gleichen philosophischen Basis auf wie der Kreationismus, i.e. dass die Welt, so wie sie jetzt existiert, geschaffen wurde. Die definierenden prinzipiellen Unterschiede sind dabei a) dass das Intelligent Design einen theoretischen (d.h. nichtreligiösen) Unterbau zu schaffen sucht, sowie b) die Vermeidung jedes expliziten Gottesbezugs. Auf diese Weise entgeht die ID-Theorie dem praktischen Problem der gesetzlich verankerten Trennung von Kirche und Staat. Dies ist vor allem im Rahmen staatlicher Schulen von Bedeutung, da die ID-Theorie –einmal als wissenschaftliche Theorie anerkannt- ihren Weg in verbindliche Curricula finden könnte.
Ziel dieser Arbeit ist die Beantwortung der Frage, ob die erwähnten Theorien wissenschaftlich korrekt sind. Genügen sie diesem Anspruch, spräche nichts gegen ihre Implementierung in verpflichtende Curricula. Genügen sie jedoch wissenschaftlichen Ansprüchen nicht, wäre die Gleichbehandlung von Evolutionstheorie und Intelligent Design bzw. Kreationismus in staatlichen Schulen nicht vertretbar.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Kreationismus und Intelligent Design – Ein Überblick

A. Welche Hintergrundinformationen sind relevant?

B. Was ist Kreationismus?

B.1 Welche Formen von Kreationismus existieren?

B.1.1 „Junge Erde“-Kreationismus

B.1.2 „Alte Erde“-Kreationismus

B.2 Was zeichnet den US-amerikanischen Kreationismus aus?

B.3 Was spricht gegen Kreationismus?

C. Was ist „Intelligent Design“?

C.1 Wie kritisiert die ID-Theorie Darwin?

C.2 Was spricht gegen Intelligent Design?

D. Welche Schlussfolgerungen ergeben sich daraus?

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit befasst sich kritisch mit der US-amerikanischen Kreationismusbewegung sowie der „Intelligent Design“-Theorie. Ziel ist es, die wissenschaftliche Korrektheit dieser Lehren zu prüfen und ihre Eignung als verpflichtender Lehrinhalt in staatlichen Schulen zu bewerten.

  • US-amerikanische christliche Kreationismusbewegung
  • „Intelligent Design“-Theorie und ihre Abgrenzung zum klassischen Kreationismus
  • Wissenschaftstheoretische Analyse der Argumente gegen die Evolutionstheorie
  • Rechtliche und gesellschaftliche Debatte in den USA

Auszug aus dem Buch

C.1 Wie kritisiert die ID-Theorie Darwin?

Die Kritik am Darwinismus wird im „Intelligent Design“-Lager auf mehreren Ebenen versucht. Erstens wird das Argument der Unwahrscheinlichkeit ins Feld geführt, dessen Kern die Aussage ist, dass die Wahrscheinlichkeit der zufälligen Entstehung irdischen Lebens unmöglich sei.

Zweitens wird das von Michael Behe entwickelte Konzept der „nicht reduzierbaren Komplexität“ genutzt um die Existenz eines intelligenten Designers zu belegen. Dieser definiert nicht reduzierbare Komplexität als “a single system which is composed of several interacting parts that contribute to the basic function, and where the removal of any one of the parts causes the system to effectively cease functioning.” Häufig zu hören ist hier die Analogie zum Aufbau einer Mausefalle. Auf der biologischen Ebene, so die ID-Theoretiker, seien solche Systeme zum Beispiel in Form des menschlichen Auges vorhanden. Als weitere Beispiele werden „Peitsche“ und „Motor“, die einige Bakterien zur Fortbewegung nutzen, angeführt und festgestellt, dass in allen Fällen das Wegnehmen eines Teils zur Funktionslosigkeit des Gesamtsystems führt. Eben dieser Umstand führt zu der Annahme, dass Systeme nicht reduzierbarer Komplexität nicht graduell entstanden sein können, sondern von Beginn an in komplett funktionsfähigem Zustand existierten, was einer Widerlegung der Darwin‘schen Theorie gleichkäme. Zugleich wäre es ein starker Hinweis auf einen intelligenten Designer.

Zusammenfassung der Kapitel

Kreationismus und Intelligent Design – Ein Überblick: Einführung in die Thematik der religiös motivierten Fundamentalismustendenzen und deren Einfluss auf die Debatte um die Entstehung der Welt in den USA.

A. Welche Hintergrundinformationen sind relevant?: Darstellung der religiösen Prägung der US-Gesellschaft anhand von statistischen Daten zur Religionszugehörigkeit und zum fundamentalistischen Denken.

B. Was ist Kreationismus?: Definition des Begriffs Kreationismus und Einordnung der US-amerikanischen Ausprägung in den gesellschaftspolitischen Kontext.

B.1 Welche Formen von Kreationismus existieren?: Differenzierung zwischen „Junge Erde“- und „Alte Erde“-Kreationismus unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Schöpfungsverständnisse.

B.2 Was zeichnet den US-amerikanischen Kreationismus aus?: Untersuchung des politischen und gesellschaftlichen Einflusses der Kreationismusbewegung in den USA, insbesondere im Bildungssektor.

B.3 Was spricht gegen Kreationismus?: Auseinandersetzung mit der Unvereinbarkeit kreationistischer Annahmen mit wissenschaftlich-empirischen Arbeitsweisen.

C. Was ist „Intelligent Design“?: Beschreibung der ID-Theorie als Versuch, einen nicht-religiösen Unterbau für das Schöpfungsthema zu schaffen, um verfassungsrechtliche Probleme zu umgehen.

C.1 Wie kritisiert die ID-Theorie Darwin?: Erläuterung der Argumente der ID-Anhänger, insbesondere das Konzept der nicht reduzierbaren Komplexität.

C.2 Was spricht gegen Intelligent Design?: Kritische Würdigung der ID-Argumente sowie Darlegung, warum diese logisch und empirisch nicht haltbar sind.

D. Welche Schlussfolgerungen ergeben sich daraus?: Fazit der Untersuchung mit dem Ergebnis, dass weder Kreationismus noch Intelligent Design wissenschaftlichen Kriterien genügen und daher nicht als Lehrinhalt geeignet sind.

Schlüsselwörter

Kreationismus, Intelligent Design, Evolutionstheorie, USA, Fundamentalismus, Wissenschaftlichkeit, Nicht reduzierbare Komplexität, Schöpfungsgeschichte, Schulcurricula, Darwinismus, Religion und Staat, Empirie, ID-Theorie, USA-Religiosität, Wissenschaftsphilosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die US-amerikanische Kreationismusbewegung und die Intelligent-Design-Theorie hinsichtlich ihrer Ansprüche, wissenschaftlich fundierte Alternativen zur Evolutionstheorie zu sein.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Definitionen beider Konzepte, ihre gesellschaftspolitische Verankerung in den USA und die wissenschaftstheoretische Prüfung ihrer Argumente gegen die Evolution.

Welches Ziel verfolgt der Verfasser mit dieser Arbeit?

Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob diese Theorien wissenschaftlich korrekt sind und somit eine Berechtigung zur Aufnahme in schulische Lehrpläne besitzen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine kulturwissenschaftliche Analyse sowie einen wissenschaftstheoretischen Abgleich, um die Konsistenz und Beweiskraft der kreationistischen bzw. ID-Argumente zu prüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Strömungen, die Beleuchtung der US-Debatte, die Kritik an den Methoden der Kreationisten sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Argumenten der ID-Theorie.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kreationismus, Intelligent Design, Evolutionstheorie, Wissenschaftlichkeit und die Trennung von Kirche und Staat.

Warum versucht die ID-Bewegung den Begriff „Gott“ zu vermeiden?

Die Vermeidung expliziter Gottesbezüge dient dazu, die gesetzlich verankerte Trennung von Kirche und Staat in den USA zu umgehen, um so den Zugang zu staatlichen Schulen zu erleichtern.

Welche Rolle spielt das Urteil im Fall „Kitzmiller vs. Dover“?

Das Urteil stützt die These der Arbeit, da das Gericht Intelligent Design explizit als unwissenschaftlich und als getarnten Kreationismus eingestuft hat.

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Details

Title
Kreationismus und Intelligent Design - Definition, Theorien, Kritik
College
Technical University of Braunschweig  (Seminar für Philosophie)
Course
Gott
Grade
1,0
Author
Julian Schürholz (Author)
Publication Year
2009
Pages
18
Catalog Number
V154666
ISBN (eBook)
9783640675357
ISBN (Book)
9783640675227
Language
German
Tags
Kreationismus Intelligent Design Definition Theorien Kritik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julian Schürholz (Author), 2009, Kreationismus und Intelligent Design - Definition, Theorien, Kritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154666
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