Die hier vorliegende Magisterarbeit fasst die Ergebnisse einer mehrmonatigen Beschäftigung mit dem Thema des Übersetzens zusammen. Der Titel der Arbeit „Linguistische Probleme des Übersetzens – Theorien zur Übersetzbarkeit und Übersetzungsäquivalenz“ beinhaltet schon den Schwerpunkt, welcher im weiteren Verlauf näher beleuchtet werden soll.
Zum einen werden in den ersten zwei Kapiteln der Begriff des Übersetzens, sowie die Entwicklungsgeschichte und die Aufgaben der Übersetzungswissenschaft diskutiert. Im dritten Kapitel werden danach die linguistischen Probleme der Übersetzbarkeit und der Äquivalenz beleuchtet. Des Weiteren werden im vierten Kapitel einerseits die linguistisch orientierten Ansätze von den Vertretern der Leipziger Schule und von Nida/Taber und andererseits die handlungsorientierte Translationstheorie von Reiß/Vermeer und deren Didaktisierung von Nord dargestellt.
Im Anschluss wird im zweiten Teil der Versuch unternommen eine Übersetzungsanalyse durchzuführen. Für die Übersetzungsanalyse habe ich einzelne Sätze aus dem Roman „Der Meister und Margarita“ von Michail Bulgakov gewählt.
Das Ziel der vorliegenden Magisterarbeit besteht vor allem darin, im Rahmen der oben genannten übersetzungswissenschaftlichen Ansätze einen Überblick über unterschiedliche Auffassungen von den linguistischen Problemen mit dem Schwerpunkt auf der Übersetzungsäquivalenz und der Übersetzbarkeit zu geben. Zusätzlich soll die Übersetzungsanalyse im zweiten Teil veranschaulichen, dass die Übersetzungsprobleme keinen rein linguistischen Charakter haben können. Neben den morphologischen, syntaktischen und semantischen Übersetzungsschwierigkeiten werden die kulturbedingten Besonderheiten diskutiert, die eine direkte Beziehung zum Problem der Übersetzbarkeit haben. Der Roman „Der Meister und Margarita“ von Michail Bulgakov wurde auch bewusst gewählt, weil er viele Konzepte beinhaltet, die ohne Rücksicht auf den kulturellen Kontext, ihren inhaltlichen Wert verlieren.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Teil I
1. Begriff der Übersetzung
2. Aufgaben und Gliederung der Übersetzungswissenschaft
2.1 Hauptbereiche der Übersetzungswissenschaft
3. Linguistische Probleme der Übersetzungswissenschaft
3.1 Übersetzbarkeit vs. Unübersetzbarkeit
3.2 Äquivalenz
4. Theoretische Ansätze der Übersetzungstheorie
4.1 Linguistisch orientierte traditionelle Übersetzungstheorien
4.1.1 Translationslinguistik: die Leipziger Schule
4.1.1.1 Zweisprachige Kommunikationsmodelle
4.1.1.2 Das Problem der Invarianz
4.1.2 Der linguistisch-kommunikative Ansatz
4.1.2.1 Drei-Schritt-Schema von Nida und Taber
4.2 Handlungsorientierte Theorien
4.2.1 Skopostheorie
4.2.1.1 Translation als interkulturelle Kommunikation
4.2.1.2 Skopos und die Rolle des Translators
4.2.2 Übersetzungsrelevante Textanalyse
4.2.2.1 Das Modell der übersetzungsrelevanten Textanalyse
4.2.2.1.1 Die Rolle des Initiators
4.2.2.1.2 Die Rolle des Translators
4.2.2.2 Zirkelartige Struktur des Übersetzungsprozesses
5. Zusammenfassung
Teil II
6. Versuch einer vergleichender Übersetzungsanalyse Russisch-Deutsch
6.1 Russisch und Deutsch im kontrastiven Vergleich: ein Überblick
6.2 Kulturhistorischer Hintergrund zum Roman „Der Meister und Margarita“
6.3 Übersetzungsanalyse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht theoretische Ansätze der Übersetzungswissenschaft, mit einem besonderen Fokus auf die Problematiken von Übersetzbarkeit und Äquivalenz, und wendet diese Erkenntnisse in einer praktischen vergleichenden Übersetzungsanalyse an.
- Grundlagen und Aufgaben der Übersetzungswissenschaft
- Linguistische versus handlungsorientierte Translationstheorien
- Analyse von Übersetzbarkeit, Unübersetzbarkeit und Äquivalenzbegriffen
- Kontrastiver Vergleich von Russisch und Deutsch
- Praktische Anwendung der Übersetzungstheorie anhand des Romans „Der Meister und Margarita“
Auszug aus dem Buch
6.3 Übersetzungsanalyse
Ausgewählte Stellen aus dem I. Kapitel des Romans „Der Meister und Margarita“ von Michail Bulgakov in Übersetzung von Thomas Reschke (s. dazu Bulgakow 2008)
Die Übersetzungsanalyse wird nach dem folgenden Muster durchgeführt:
• Zuerst kommt der russische Satz;
• Danach seine lateinische Transkription mit der Interlinearübersetzung;
• Nach der lateinischen Transkription steht die deutsche Übersetzung von Thomas Reschke;
• Anschließend kommt die kommentierende Übersetzungsanalyse.
Für die Übersetzungsanalyse habe ich die Sätze gewählt, die möglichst verschiedene syntaktische, semantische, morphologische oder kulturbedingte Übersetzungsschwierigkeiten darstellen. Als erster Satz steht der Titel des ersten Kapitels.
Никогда не разговаривайте с неизвестными
Nikogda ne razgovarivajte s neizvestnymi
Nie nicht sprechen [Sie] mit Unbekannten
Sprechen Sie nie mit Unbekannten
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, einen Überblick über unterschiedliche übersetzungswissenschaftliche Ansätze zu geben und diese mittels einer praktischen Analyse am Roman „Der Meister und Margarita“ zu veranschaulichen.
1. Begriff der Übersetzung: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene Definitionen von Übersetzung, von der streng linguistischen Sicht als Umkodierungsprozess bis hin zur handlungsorientierten Auffassung als Kulturtransfer.
2. Aufgaben und Gliederung der Übersetzungswissenschaft: Hier wird die Entwicklung der jungen Disziplin sowie deren Einteilung in verschiedene Hauptbereiche, wie Theorie, Kritik und Didaktik, beschrieben.
3. Linguistische Probleme der Übersetzungswissenschaft: Dieses Kapitel widmet sich den Herausforderungen bei der Übersetzung von Sprachstrukturen sowie der theoretischen Debatte um Übersetzbarkeit und Äquivalenz.
4. Theoretische Ansätze der Übersetzungstheorie: Dieser Abschnitt stellt die wichtigsten Ansätze vor, von der Leipziger Schule über den linguistisch-kommunikativen Ansatz bis hin zu handlungsorientierten Theorien wie der Skopostheorie und Nords Textanalyse.
5. Zusammenfassung: Das Kapitel fasst die Erkenntnisse der zuvor dargestellten Theorien zusammen und ordnet die unterschiedlichen Perspektiven auf den Übersetzungsprozess ein.
6. Versuch einer vergleichender Übersetzungsanalyse Russisch-Deutsch: Der zweite Teil der Arbeit führt eine praktische Analyse ausgewählter Textstellen aus Michail Bulgakovs Roman durch, um die theoretischen Aspekte im direkten Sprachvergleich zu prüfen.
Schlüsselwörter
Übersetzungswissenschaft, Translationslinguistik, Skopostheorie, Äquivalenz, Übersetzbarkeit, Kulturtransfer, Kontrastive Analyse, Sprachvergleich, Translation, Ausgangssprache, Zielsprache, Textanalyse, Handlungstheorie, Loyalität, Sprachbarriere.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der Übersetzungswissenschaft und untersucht insbesondere die Spannungsfelder zwischen Linguistik, Handlungstheorie und kulturellen Besonderheiten beim Übersetzen.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definitionen des Übersetzens, der Umgang mit Übersetzungsproblemen, die Konzepte der Äquivalenz und Übersetzbarkeit sowie die Rolle des Translators als aktiver Kulturmittler.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über diverse theoretische Auffassungen der Übersetzungswissenschaft zu geben und deren Anwendbarkeit durch eine vergleichende Übersetzungsanalyse zu prüfen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden eine Literaturanalyse der gängigen Translationstheorien sowie ein kontrastiver Sprachvergleich (Russisch-Deutsch) durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert linguistisch orientierte Modelle, den linguistisch-kommunikativen Ansatz sowie handlungsorientierte Theorien, gefolgt von einer konkreten Übersetzungsanalyse von Sätzen aus Bulgakovs „Der Meister und Margarita“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte umfassen Übersetzungswissenschaft, Skopostheorie, Äquivalenz, Übersetzbarkeit und den interkulturellen Transfer.
Welche Bedeutung hat der „Skopos“ in der Skopostheorie?
Der Skopos bezeichnet das Ziel oder den Zweck einer Translation; er bestimmt die Übersetzungsstrategie und ordnet alle anderen Faktoren dem Erreichen dieses Zwecks unter.
Warum ist die Analyse der „kulturellen Unterschiede“ so wichtig?
Kulturelle Unterschiede stellen oft das größte Hindernis für eine rein linguistische Transkodierung dar, da Begriffe und Konzepte in der Zielsprache häufig keine direkte Entsprechung haben und somit eine kulturelle Adaption erfordern.
- Citar trabajo
- Natallia Prykhozhka (Autor), 2009, Linguistische Probleme des Übersetzens - Theorien zur Übersetzbarkeit und Übersetzungsäquivalenz, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154701