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Der Ökologische Fußabdruck

Fachliche Grundlagen und didaktisch methodische Potenziale

Title: Der Ökologische Fußabdruck

Examination Thesis , 2010 , 85 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Johannes Schulz (Author)

Didactics - Earth Science
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Summary Excerpt Details

Mathis Wackernagel, Umwelterziehung, Umweltbildung

In der vorliegenden Arbeit sollte das Konzept des Ökologischen Fußabdrucks auf seine fachlichen Grundlagen hin überprüft werden. Insbesondere wurden kritikwürdige Details herausgearbeitet, die dem „normalen“ Anwender des Konzepts meist im Verborgenen bleiben. Die Interpretierbarkeit eines errechneten Fußabdrucks hängt aber im Wesentlichen von der Zusammensetzung und der Grundannahme ab.
Diese Grundannahmen sind sehr abstrakt und für sich in vielfacher Weise realitätsfern. Besonders die Zusammensetzung und Einbeziehung des Energieverbrauchs in den ÖFA, sowie die Berechnung und Gewichtung der Äquivalenzfaktoren, lassen den ÖFA sehr Variabel erscheinen, je nachdem welcher Ansatz verfolgt und welche Berechnungsmethodik verwendet wird. Die ständige Weiterentwicklung zur Verbesserung des ÖFA steht für einen regen Diskurs und verspricht eine ständige Überprüfung der wissenschaftlichen Grundlagen. Sie ist für die Interpretation sowohl problematisch als auch positiv zu sehen.
Wichtig für den Anwender ist bei solch stark aggregierten Indikatoren, dass das dahinter stehende Konzept mit den grundlegenden Prämissen durchschaut wird, da sonst falsche Vorstellungen bei der Schlussfolgerung gezogen werden können. Zum Beispiel, dass durch die Aufforstung von Wäldern das Vergrößern des Fußabdrucks kompensiert werden könne.
Weiterhin wurde hintergefragt, ob der ÖFA einer seiner Zielsetzungen, ein Indikator für Nachhaltigkeit zu sein, gerecht werden kann. Dazu ist zu sagen, dass der ÖFA nur einen kleinen aber wichtigen Ausschnitt aus dem Nachhaltigkeitskomplex untersuchen kann. Die Kombination mit anderen Indikatoren wie zum Beispiel zur Biodiversität (Living Planet Index) oder dem Waterfootprint schafft hier teilweise Abhilfe. Die die Aussagekraft in Bezug auf Nachhaltigkeit ist grundsätzlich in Frage zu stellen.
Die didaktische Wirkung bleibt der große Vorteil des Ansatzes. Selbst bei veränderten Rechenmodellen und veränderten Grundannahmen, ist die Aussage dieselbe: wir leben über unseren Verhältnissen. Egal ob der der Fußabdruck aus 4 oder 5 gha besteht, denn 2,2 gha wären laut vorhandener Biokapazität schon zu viel.
Es hat sich herausgestellt, dass der Einsatz des ÖFA im Unterricht sehr vielfältig sein kann. Neben dem bekannten Footprintrechner gibt es sehr unterschiedliche Varianten des Einsatzes. Je nach Zielsetzung kann der ÖFA zu unterschiedlichen Problemfeldern hinführend oder abschließend eingesetzt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wissenschaftshistorie

3. Fachliche Grundlagen

3.1. Die Grundidee des Ökologischen Fußabdrucks

3.2. Berechnungsgrundlagen

3.2.1. Der Globale Hektar (in gha)

3.2.2. Äquivalenzfaktoren (ÄQF)

3.2.3. Ertragsfaktoren (EF)

3.2.4. Produktivität von Energiequellen

3.3. Die Biokapazität

3.4. Die Ökobilanzierung

3.5. Erhebung von Daten

3.6. Flächenkategorien

4. Kritische Betrachtungen

4.1. Vorüberlegung

4.2. Bezug zur Nachhaltigkeit

4.3. Konzeptionelle Schwachstellen

4.3.1. Geringproduktive Flächen und die exklusive Funktionalität

4.3.2. Über den Verlust von Biokapazität

4.3.3. Über den Verlust von Biodiversität

4.3.4. Der ÖFA sieht nur mit einem Auge

4.3.5. Das Doublecounting

4.3.6. Die Kernenergie

4.3.7. Die CO²-Fläche

4.4. Schwachstellen im Verfahren

4.4.1. Die Datensituation

4.4.2. Die Umrechnungsfaktoren

4.4.3. Die hohe Aggregation

4.5. Zur Begrifflichkeit

5. didaktisch methodische Potenziale in der gymnasialen Oberstufe

5.1. Nachhaltigkeit im Unterricht

5.2. Umweltbewusstsein im Konztext von Bildung und Werteorientierung

5.3. Der Ökologische Fußabdruck

5.3.1. Problematisierung

5.3.1.1. Schwerpunkt: Overshoot

5.3.1.2. Schwerpunkt: Wohlstand für alle – eine Utopie?

5.3.2. Der persönliche Ökologische Fußabdruck im Unterricht

5.3.3. Arbeiten mit den Ökologischen Fußabdruck

5.3.3.1. Anwendungsbeispiele außerhalb des Footprintrechners

5.3.3.2. Unsere Bedürfnisse in der Nachhaltigkeitsfalle

5.3.3.3. Footprint und nun? Konstruktive Weiterarbeit

5.3.3.3.1. Individuelle Ebene - Die Zukunft selbst in die Hand nehmen

5.3.3.3.2. Kollektive Ebene - gemeinsam aktiv durchstarten

5.3.3.4. Das Dilemma des zu hohen Fußabdrucks

5.4. Probleme bei der Arbeit mit dem Ökologischen Fußabdruck

6. Zusammenfassende Schlussbetrachtung

7. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des Ökologischen Fußabdrucks hinsichtlich seiner fachlichen Grundlagen und erarbeitet dessen didaktische Potenziale für den Geographieunterricht in der gymnasialen Oberstufe. Das zentrale Ziel ist es, den Nutzen des Indikators zur Bewusstmachung ökologischer Probleme zu bewerten, ohne dabei die konzeptionellen Schwachstellen und die notwendige kritische Einordnung zu vernachlässigen.

  • Wissenschaftsgeschichte und theoretische Herleitung der ökologischen Tragfähigkeit
  • Methodische Grundlagen der Berechnung und Datenbasis des Ökologischen Fußabdrucks
  • Kritische Reflexion der methodischen Schwachstellen und Grenzen des Konzepts
  • Didaktische Konzepte zur Implementierung im Unterricht der Oberstufe
  • Förderung von Handlungskompetenz durch die Verknüpfung von Konsum und Umweltfolgen

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Grundidee des Ökologischen Fußabdrucks

Das menschliche Leben auf unserem Planeten, jeder Konsum von Gütern und Dienstleistungen ist auf die Verfügbarkeit von Rohstoffen und Energie angewiesen, die von der Natur bereitgestellt werden. Die Grundfrage, mit der sich William E. Rees und Mathis Wackernagel auseinandergesetzt haben (M. Wackernagel 1996) stellt das Konzept der ökologischen Tragfähigkeit auf den Kopf, indem nicht danach gefragt wird, wie viele Menschen die Erde „tragen“ kann, sondern wie viele Erden die Menschen bräuchten:

Es stellte sich die Frage: Wie groß müssten die biologisch produktiven Flächen sein, um unseren Konsum ökologisch nachhaltig, das heißt im Sinne der starken Nachhaltigkeit ohne Abbau von Naturkapital, abdecken zu können (Ebd. S.55).

Naturkapital im Sinne des ÖFA ist der gesamte Umfang der Produktionsfaktoren der Natur. Das Naturkapital bleibt erhalten, wenn bei gleicher Bewirtschaftungsweise kein Ertragsverlust erfolgt. Die Umwidmung von Flächennutzungsarten sowie die Änderung der Qualität an Naturressourcen bzw. Diversität der Arten geben keinen Ausschlag für den Betrag des Naturkapitals.

Der Ökologische Fußabdruck ist ein Instrument, mit dem der Verbrauch von Natur bzw. biologisch produktiver Fläche bilanziert werden kann. Er ist ein Nachhaltigkeitsindikator der den Flächenverbrauch mit der verfügbaren Fläche vergleicht (J. Kitzes 2007). Er fasst zahlreiche Umweltdaten in einem aggregierten Wert zusammen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und definiert den Ökologischen Fußabdruck als Instrument zur Untersuchung der ökologischen Tragfähigkeit und dessen didaktisches Potenzial.

2. Wissenschaftshistorie: Das Kapitel zeichnet die Ideengeschichte der Nachhaltigkeit und Tragfähigkeit nach, von frühneuzeitlichen forstwirtschaftlichen Ansätzen bis hin zu modernen Systemanalysen wie "The Limits to Growth".

3. Fachliche Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die mathematischen und methodischen Berechnungsgrundlagen, einschließlich Faktoren wie Globalhektar, Äquivalenz- und Ertragsfaktoren sowie die Rolle der Biokapazität.

4. Kritische Betrachtungen: Hier werden methodische Grenzen, die Aggregationsproblematik und konzeptionelle Schwachstellen wie die Vernachlässigung qualitativer Umweltaspekte und der Umgang mit CO² kritisch hinterfragt.

5. didaktisch methodische Potenziale in der gymnasialen Oberstufe: Dieses Kapitel widmet sich der praktischen Anwendung im Unterricht, inklusive der Problematisierung globaler Ungleichheiten, dem Einsatz von digitalen Tools und der Förderung individueller Gestaltungskompetenz.

6. Zusammenfassende Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass der Ökologische Fußabdruck zwar fachlich umstritten ist, aber als didaktisches Instrument zur Sensibilisierung für den persönlichen Ressourcenverbrauch und globale Zusammenhänge unverzichtbar bleibt.

7. Literatur: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literaturangaben zur Arbeit.

Schlüsselwörter

Ökologischer Fußabdruck, Nachhaltigkeit, Biokapazität, Tragfähigkeit, Flächenverbrauch, Globalhektar, CO²-Emissionen, Umweltbildung, Oberstufe, Geographieunterricht, Overshoot, Naturkapital, Ressourcenkonsum, ökologisches Defizit, Werteorientierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Konzept des Ökologischen Fußabdrucks sowohl aus fachwissenschaftlicher als auch aus fachdidaktischer Sicht für den Einsatz in der gymnasialen Oberstufe.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die theoretische Herleitung der ökologischen Tragfähigkeit, die mathematische Berechnungsmethodik, die Kritik am Indikator sowie die pädagogische Aufbereitung zur Förderung von Umweltbewusstsein.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das didaktische Potenzial des Ökologischen Fußabdrucks zu evaluieren, um Schülern einen Zugang zu globalen ökologischen Zusammenhängen und zur Reflexion des eigenen Lebensstils zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit den Modellen des Global Footprint Networks sowie verschiedenen wissenschaftlichen Diskursen zur Nachhaltigkeit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in fachliche Grundlagen, eine umfassende kritische Betrachtung der Schwachstellen und ein didaktisches Kapitel, das konkrete methodische Ansätze für den Unterricht vorstellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Hauptbegriffe sind der Ökologische Fußabdruck, Nachhaltigkeit, Biokapazität, Flächenverbrauch und die didaktische Gestaltung im Geographieunterricht.

Warum wird die Berechnung des "Grauen Footprints" als problematisch angesehen?

Der Graue Footprint umfasst Infrastruktur und Allgemeingüter, die dem Nutzer automatisch angerechnet werden, was dem Schüler seine individuelle Einflussmöglichkeit nimmt und zu Frustration führen kann.

Wie gehen Lehrkräfte mit den emotionalen Reaktionen der Schüler auf den ÖFA um?

Die Lehrperson sollte die emotionale Auseinandersetzung einfühlsam begleiten, da die Konfrontation mit der globalen Übernutzung Schuldgefühle oder Überforderung auslösen kann, und diese in eine konstruktive Handlungsperspektive lenken.

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Details

Title
Der Ökologische Fußabdruck
Subtitle
Fachliche Grundlagen und didaktisch methodische Potenziale
College
Dresden Technical University  (Institut für Geographie)
Grade
1,0
Author
Johannes Schulz (Author)
Publication Year
2010
Pages
85
Catalog Number
V154707
ISBN (eBook)
9783640673933
Language
German
Tags
Fachliche Grundlagen Potenziale Ökologischer Fußabdruck Ökologische Fußabdruck ecological footprint footprint Fußabdruck Wackernagel Rees Nachhaltigkeit Umweltbildung Umwelterziehung Nachhaltigkeitserziehung Ressourcen Overshoot CO2 Fußabdruck Mathis Wackernagel William E. Rees Ressourcenverbrauch carbon footprint footprint calculation method Berechnung Ökologischer Fußabdruck Ökologischer Fußabdruck berechnen Bedeutung Ökologischer Fußabdruck Ressourcenmanagement Ökologischer Fußabdruck Test Anwendung Ökologischer Fußabdruck use ecological footprint Kritik Ökologischer Fußabdruck critics ecological footprint Geschichte Ökologischer Fußabdruck history ecological footprint
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Schulz (Author), 2010, Der Ökologische Fußabdruck, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154707
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