Die drei Demokratisierungswellen nach Huntington


Seminararbeit, 2010

11 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff der Demokratie nach Huntington
2.1 Erklärung und Bedeutung der Wellenbewegung nach Huntington
2.2 Erste Welle (1828 - 1926)
2.3 Die Erste Rückwelle (1922 - 1942)
2.4 Zweite Welle (1943 - 1962)
2.5 Die zweite Rückwelle (1958 - 1975)

3. Dritte Welle (ab 1974)
3.1 Zeitlicher Rahmen („When?“)
3.2 Ursachen für die dritte Welle („Why?“)
3.3 Erklärungen der Dritten Welle

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Eine moderne Demokratie ist nicht nur die Demokratie eines Dorfes, eines Stammes oder von Stadtstaaten, sondern eine Demokratie von Nationalstaaten.

Demokratie ist keine Erfindung der Moderne. Sie ist jedoch transformationsartig auf wesentliche Räume, Bereiche oder Personenkreise bis ins 19. Jahrhundert umgesetzt worden. Städtische Republiken der italienischen Renaissance oder die Adelsrepubliken Litauen und Polen sowie Bewegungen der englischen Revolution im 17. Jahrhundert zeichnen sich als wichtige Merkmale in der Transfomationsforschung.

Im Januar 1638 wurde erstmalig eine schriftliche Verfassung der modernen Demokratie verabschiedet. Ende des 20. Jahrhunderts besitzen zahlreiche weitere Länder demokratische Institutionen.

In der vorgelegten Arbeit soll die Theorie des US-Amerikanischen Politologen Samuel P. Huntington zum Demokratisierungs- und Transformationsprozess (Huntington 1991) dargestellt werden.

Zunächst einmal soll es nach einer kurzen Definition des Begriffes Demokratie um die von Huntington beobachteten ersten beiden Wellen gehen, bevor die Analyse der Dritten Welle beginnt. Die Gliederung entspricht, was die Darstellung der Theorie betrifft, der von Huntington.

2. Zum Begriff der Demokratie nach Huntington

In der Politikwissenschaft findet sich bei dem Wort „DEMOKRATIE“ keine allgemeine oder gar umfassende Definition. Der Begriff weist auf seine Komplexibilität und Vielschichtigkeit hin.

Huntington beschreibt in seinem Text Demokratie als eine Methode zur Auswahl von Regierungen, so findet quasi ein entscheidender Prozess nicht statt: Eine Demokratisierung der Bevölkerung. In der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen heißt es im Artikel 21:

„(I) Jeder Mensch hat das Recht, an der Leitung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter teilzunehmen. (2) Jeder Mensch hat unter gleichen Bedingungen das Recht auf Zulassung zu öffentlichen Ämtern in seinem Lande.

(3) Der Wille des Volkes bildet die Grundlage für die Autorität der öffentlichen Gewalt;

dieser Wille muß durch periodische und unverfälschte Wahlen mit allgemeinem und gleichen Wahlrecht bei geheimer Stimmabgabe oder in einem gleichwertigen freien Wahlverfahren zum Ausdruck kommen.“1

Somit betrachtet Huntington Staatsbürger/innen lediglich als Stimmproduzenten, die die Aufgabe des Wählers übernehmen sollen und Politik den Politikern überlassen.

2.1 Erklärung und Bedeutung der Wellenbewegung nach Huntington

„A wave of democratization is a group of transitions from nondemocratic to democratic regimes that occur within a specified period of time and that significantly outnumber transitions in the opposite direction during that period of time.”2

Huntington beschreibt also seine Wellentransformation als Übergänge von nichtdemokratischen zu demokratischen Regimes, die innerhalb einer bestimmten Zeit erfolgen sowie in die entgegengesetzte Richtung. Er definiert seine Wellenbewegungen in drei Wellen, welche Bewegungen der Demokratie in der modernen Welt erschließt. Jede der einzelnen Wellen beeinflusst eine relativ kleine Anzahl von Nationen, wobei nur die beiden ersten Wellen von einer Art Rückkopplung beeinflusst sind.

2.2 Erste Welle (1828 - 1926)

Huntington definiert die 1. Welle für den Zeitraum 1828 - 1926 und definiert sie somit als lange Welle. Die Wurzeln liegen in der amerikanischen und französischen Revolution, jedoch ist das Entstehen der Nationaldemokratien definitiv dem 19. Jahrhundert zuzuordnen.3 Der Zeitpunkt 1828 erklärt Huntington wie folgt. Jonathan Sunshines Kriterien waren sehr locker folgend, lässt sich die US-Amerikanische Präsidentschaftswahl von 1828 als Demokratisch bezeichnen, denn: Wähler sind 50% der Männer und es existiert eine Exekutive welche entweder eine Mehrheit in einem gewählten Parlament haben muss oder in regelmäßig stattfindenden Wahlen gewählt werden. 4 An dieser Stelle muss schon einmal Huntingtons Darstellung hinterfragt werden. Es wird deutlich dass Huntington hier einen - aus heutiger Sicht - extrem eingeschränkten Demokratiebegriff wählt. Es stellt sich sogar die Frage, ob hier überhaupt von Demokratie gesprochen werden kann.

Zu den Ländern der 1. Welle gehören laut Huntington neben den USA auch die Schweiz, die britischen Überseegebiete, Frankreich, Großbritannien, mehrere kleinere europäische Länder sowie einige andere. 5

2.3 Die Erste Rückwelle (1922 - 1942)

Die dominierende politische Entwicklung der 1920er und 1930er Jahre waren die Abkehr der Ersten Demokratisierungswelle.6 Es war die Rückkehr von traditionellen Formen der autoritären Herrschaft oder der Einführung neuer Mass-based - brutale und sich ausbreitende Formen des Totalitarismus. Die Auflösung erfolgte im wesentlichen in den Ländern, die ihre demokratischen Formen kurz vor oder nach dem 1. Weltkrieg angenommen hatten. Dies galt vor allem für jene Länder denen nicht nur die Demokratie neu war, sondern auch die Nationen.

Durch die Eroberung der Macht durch Hitler (1933) endete die deutsche Demokratie und somit auch 1934 Österreich und 1938 Tschechien. Nationen wie Portugal, Brasilien und Argentinien wurden durch das Militär erobert. Diese Veränderung reflektiert die kommunistischen, faschistischen und militaristischen Ideologien.

[...]


1 Massing/Breit 2005: 320 - 321

2 Huntington 1991: 16

3 Merkel 2010: 129

4 Huntington 1991: 16

5 Huntington 1991: 17

6 Huntington 1991: 17

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die drei Demokratisierungswellen nach Huntington
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
11
Katalognummer
V154826
ISBN (eBook)
9783640675494
ISBN (Buch)
9783640675265
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Demokratisierungswellen, Huntington
Arbeit zitieren
Juliane Brose (Autor), 2010, Die drei Demokratisierungswellen nach Huntington, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154826

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