In dieser Arbeit wird an einigen ausgewählten Beispielen dargestellt, wie Soziale Medien in der Politik verwendet werden und darüber hinaus wird aufgezeigt, welche gesellschaftlichen Implikationen innerhalb einer demokratischen Grundordnung zu beachten sind.
Dazu wird zunächst auf die Begrifflichkeit von politischer Macht und Herrschaft eingegangen. Es folgt eine Einordnung von Sozialen Medien in den gesellschaftlichen Kontext, beispielhaft dargestellt an politischen Akteuren, nämlich einzelnen Politikern, Parteien und Protestbewegungen, die soziale Medien nutzen, um ihre Macht- und Herrschaftsinteressen zu verbreiten und durchzusetzen.
Viel einfacher kann man eine große Zahl von Menschen nicht erreichen: Man setzt einen Tweet ab, postet eine Story, verbreitet einen Kommentar oder stellt einen Clip ins Netz. Das alles kann nahezu ohne inhaltliche Kontrolle erfolgen und die Botschaft hat eine potentielle Reichweite von mehreren Millionen / Milliarden Lesern oder Sehern.
Bisweilen hat man aber den Eindruck, dass Kampagnen von Politikern in den sozialen Medien vor allem dann große Aufmerksamkeit erzielen, wenn sie danebengehen oder wenn sie unglaubwürdige Inhalte, deftige Sprache oder unqualifizierte Rundumschläge beinhalten.
Inhaltsverzeichnis
1. Soziale Medien – Bequemes Vehikel oder Schleudersitz für Politiker?
2. Politische Macht und Medien Macht
2.1 Politische Macht und Herrschaft
2.2 Medienmacht
2.3 Fehlen von Regulierung und journalistischen Grundsätzen
3. Soziale Medien – Interaktiv und Sozial ?
3.1 Definition und Abgrenzung
3.2 Verbreitung und Nutzung
4. Soziale Medien – Nutzung in der Politik
4.1 Nutzung sozialer Medien durch Politiker
4.1.1 Twitter Nutzung Donald Trump
4.2 Nutzung sozialer Medien durch Parteien
4.2.1 FPÖ-TV und AFD-TV
4.3 Nutzung sozialer Medien durch Protestbewegungen
4.3.1 Social Media Nutzung von Fridays For Future
5. Soziale Medien – Politisch, Sozial, Interaktiv
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie soziale Medien von politischen Akteuren genutzt werden, um ihre Machtinteressen zu verbreiten, und analysiert dabei die gesellschaftlichen Implikationen innerhalb einer demokratischen Grundordnung.
- Einfluss sozialer Medien auf politische Machtverhältnisse.
- Die Rolle von Algorithmen und Filterblasen in der politischen Meinungsbildung.
- Nutzungsstrategien von Politikern und Parteien (am Beispiel Donald Trumps und deutscher/österreichischer Kanäle).
- Social Media als Mobilisierungsinstrument für soziale Protestbewegungen wie Fridays For Future.
- Herausforderungen durch mangelnde Regulierung und journalistische Standards.
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Die Twitternutzung von Donald Trump
„Kulturwissenschaftler haben den Erfolg von Donald Trump unter anderem auf das dort (in den USA) etablierte Image des Cowboys zurückgeführt: Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss.“ (Gasser, 2018, o.S.).
Twitter ist das Nr.1 Medium für Politiker um Botschaften zu verbreiten. Twitter ist ein Microblogging-Dienst, in dem multimodale Kurznachrichten mit maximal 140 Zeichen erstellt und verbreitet werden. Die Plattform unterscheidet sich dementsprechend von einem regulären Blog, denn hier ist die Anzahl der Zeichen nicht per se beschränkt. Außerdem führt der Einsatz von Kurznachrichten zu einem geringeren inhaltlichen und zeitlichen Aufwand bei der Beitragserstellung (Java et al, 2007, S.2). Der Titel fußt auf der Möglichkeit der schnellen Informationsverbreitung, die durch das Retweeting, eine Funktion, mit der User Tweets anderer Twitterer im Netzwerk teilen können, befördert wird (Richter & Kneuer, 2015, S.111). Damit ähnelt das Retweeting dem Sharing. Hashtags, also das Verwenden des #-Zeichens zusammen mit einer Zeichenkombination (Beispiel #democraciarealya), führen ferner dazu, dass Inhalte getaggt, also einer bestimmten Thematik zugeordnet werden können. Tweets zu einzelnen Themen sind so leicht auffindbar (Richter & Kneuer, 2015, S.111).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Soziale Medien – Bequemes Vehikel oder Schleudersitz für Politiker?: Einführung in das Thema der medialen Selbstdarstellung von Politikern und der ambivalenten Wirkung von Sozialen Medien auf deren Erfolg und Glaubwürdigkeit.
2. Politische Macht und Medien Macht: Theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Macht und Herrschaft nach Weber sowie der Rolle der Medienmacht und des fehlenden journalistischen Anspruchs in sozialen Netzwerken.
3. Soziale Medien – Interaktiv und Sozial ?: Definition und Abgrenzung des Begriffs soziale Medien als Plattformen für Information, Partizipation und soziale Interaktion sowie Darstellung ihrer Verbreitung.
4. Soziale Medien – Nutzung in der Politik: Analyse der konkreten Nutzung sozialer Medien durch Politiker, Parteien und Protestbewegungen anhand von Fallbeispielen wie Donald Trump, YouTube-Kanälen politischer Parteien und der Fridays For Future Bewegung.
5. Soziale Medien – Politisch, Sozial, Interaktiv: Resümee über die politische Qualität der sozialen Medien bei gleichzeitiger Warnung vor demokratischen Gefahren wie Polarisierung und Manipulation.
Schlüsselwörter
Soziale Medien, Politische Macht, Medienmacht, Politische Kommunikation, Digitalisierung, Algorithmen, Filterblasen, Meinungsbildung, Lobbyismus, Protestbewegungen, Donald Trump, Demokratie, Partizipation, Populismus, Politische Bildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Nutzung von sozialen Medien durch politische Akteure und wie diese Plattformen als Mittel zur Ausübung und Verbreitung von politischer Macht eingesetzt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind politische Machtstrukturen, der Einfluss von Online-Medien auf die demokratische Meinungsbildung, die Rolle von Algorithmen sowie das Verhalten politischer Gruppen im digitalen Raum.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche politische Akteure – von einzelnen Politikern bis hin zu Bewegungen – soziale Medien nutzen, um Interessen durchzusetzen, und welche gesellschaftlichen Risiken dies birgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Analyse von Fachliteratur, ergänzt durch die Untersuchung aktueller Fallbeispiele und statistischer Daten zur Nutzung sozialer Netzwerke.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen von Macht und Medien sowie die praktische Anwendung in der Politik, unterteilt in die Kategorien Politiker, Parteien und Protestbewegungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem politische Partizipation, Medienmacht, Filterblasen, Meinungsmanipulation und digitale Kommunikation.
Warum wird Donald Trump als Fallbeispiel gewählt?
Donald Trump dient als prominentes Beispiel für die enorm hohen Reichweiten, die durch eine ständige Nachrichtenflut erzielt werden können, zeigt aber gleichzeitig die negativen Folgen für die Glaubwürdigkeit eines Politikers auf.
Inwieweit unterscheiden sich Protestbewegungen von Parteien bei der Social-Media-Nutzung?
Während Parteien oft zur gezielten inhaltlichen Vermarktung und zum Aufbau von YouTube-Kanälen neigen, nutzen transnationale Bewegungen wie Fridays For Future die Plattformen primär zur Vernetzung, Organisation und zur Schaffung eines globalen Zugehörigkeitsgefühls.
Welche Gefahr geht von Algorithmen aus?
Algorithmen können Filterblasen erzeugen, die den Nutzer nur noch mit Inhalten versorgen, die dem persönlichen Umfeld entsprechen, was zu einer einseitigen Wahrnehmung und Polarisierung führen kann.
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- Annika Mayer (Author), 2020, Soziale Medien als Mittel der politischen Macht. Beispiele für die Nutzung neuer (sozialer) Medien durch politische Akteure, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1549018