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Der Karikaturenstreit und Huntingtons „Kampf der Kulturen“

Titre: Der Karikaturenstreit und Huntingtons „Kampf der Kulturen“

Dossier / Travail , 2007 , 19 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Daniel Valente (Auteur)

Médias / Communication - Médias et Politique, Communication politique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Kaum ein anderer Zeitschriftenartikel hat in der Vergangenheit eine derartige Reaktion ausgelöst, wie der in der Fachzeitschrift ‚Foreign Affairs’ 1993 erschienene Artikel Samuel P. Huntingtons, Professor an der Harvard University und Direktor des John-M.-Olin-Instituts für Strategische Studien, mit dem Titel „The Clash of civilizations?“. Sprach vier Jahre zuvor Francis Fukuyama noch vom Ende der Geschichte, so konstatiert Huntington den Kampf der Kulturen und löst damit eine bis heute andauernde Debatte aus. Seit dem vergegenwärtigen sich Leser seines Artikels und dem später erschienenen Buch bei internationalen Konfliktsituationen (besonders mit islamischen Staaten) Huntingtons Thesen und es stellt sich die Frage, wann der Kampf der Kulturen beginnt, ob er vielleicht sogar schon unlängst begonnen hat, oder ob es erst ein auslösendes Ereignis geben wird, welches für die internationalen Beziehungen von entscheidender Bedeutung sein wird.
Neben den Anschlägen vom 11. September 2001 prägte vor allem der Karikaturenstreit Ende des Jahres 2005 die Diskussion. Am 30. September besagten Jahres hatte die dänische Zeitung ‚Jyllands Posten’ verschiedenen Karikaturen Mohammeds, dem historisch letzten Propheten des Islam, veröffentlicht. Daraufhin kam es Anfang 2006 zu schweren Ausschreitungen, die islamische Welt sah sich angegriffen und verspottet.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Karikaturenstreit, seiner Entstehung, dem Ablauf der Ereignisse und versucht, eine Verbindung zu verschiedenen Thesen Huntingtons herzustellen, um der Frage nachzugehen, ob es sich bei dem Ereignis um ein Indiz für Huntingtons Kampf der Kulturen handeln kann, ob Huntingtons Argumente auf die Krise anwendbar sind und wie die Ereignisse vor allem in der Öffentlichkeit und der Presse, durch welche die Karikaturen entstanden sind, wahrgenommen wurde.
Die Arbeit kann bei der Fülle an Informationen zu beiden Themengebieten, also zu Huntingtons Buch bzw. seiner Rezeption und zu den Beiträgen zum Karikaturenstreit, nicht die gesamte Meinungsvielfalt einbeziehen und stellt somit den Versuch dar, die Ereignisse vor dem Hintergrund des Buches „Kampf der Kulturen – Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert“ zu thematisieren. Im Folgenden wird der Versuch unternommen, grundlegende Thesen zum Kampf der Kulturen zusammenzufassen, daraufhin den Streit um die Karikaturen einzuordnen um schlussendlich eine thematische Verbindung herstellen zu können.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

II. 1 Der Kampf der Kulturen

II.2 Der Karikaturenstreit

II. 3 Meinungen zum Karikaturenstreit

II. 4 Der Karikaturenstreit als Indiz für den Kampf der Kulturen?

III. Fazit

IV. Quellen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den dänischen Karikaturenstreit im Kontext der Thesen Samuel P. Huntingtons zum "Kampf der Kulturen". Dabei soll geklärt werden, inwiefern dieses Ereignis als Indiz für einen Zusammenprall westlicher und islamischer Zivilisationen gewertet werden kann oder ob es sich primär um eine lokal bedingte Provokation und deren Instrumentalisierung durch radikale Gruppen handelt.

  • Analyse der Kernhypothesen von Samuel P. Huntington
  • Chronologie und Entstehung des Karikaturenstreits
  • Rezeptionsvielfalt und kontroverse Meinungsbilder zum Streit
  • Überprüfung der Anwendbarkeit des Konzepts der "self-fulfilling-prophecy" auf internationale Konflikte

Auszug aus dem Buch

II. 2 Der Karikaturenstreit

Der dänische Autor Kare Bluitgen wollte ein harmloses Kinderbuch zum Verständnis Mohammeds und des Koran schreiben. Nach dem Mord an dem niederländischen Regisseur Theo van Gogh fand der Autor jedoch keinen Illustrator für sein Buch. Diesen Umstand empfand Bluitgen als eine Form der Selbstzensur in einer ansonsten freiheitlichen Gesellschaft. Der Chefredakteur der dänischen national-konservativen Zeitung „Jyllands Posten“, Fleming Rose, erfuhr von diesem Problem und schrieb insgesamt 40 Karikaturisten an, eine Zeichnung Mohammeds aus ihrer individuellen Sicht an die Zeitung zu senden. Lediglich zwölf Zeichner schickten ihre Karikaturen des Propheten ein, diese zwölf Zeichnungen wurden daraufhin am 30. September 2005 veröffentlicht.

Auf die Karikaturen gab es zunächst keinerlei besondere Reaktionen, erst als die Zeitung selbst islamische Organisationen zur Stellungnahme aufforderte, kam es zu den ersten Zwischenfällen: Am 12. Oktober 2005 erhielt Rose die ersten Morddrohungen und zwei Tage später kam es zu Demonstrationen in Kopenhagen. Gemäßigte muslimische Verbände riefen zur Besonnenheit auf, so dass es zunächst nach einer Eindämmung der Krise aussah bzw. diese eigentlich noch gar nicht wirklich ausgebrochen war.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Rezeption von Samuel P. Huntingtons Thesen ein und stellt den Karikaturenstreit als mögliches Fallbeispiel für einen Zusammenprall der Kulturen vor.

II. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Betrachtung von Huntingtons Zivilisationstheorie, die Darstellung des Karikaturenstreits, eine Analyse der öffentlichen Meinungsbildung dazu sowie die kritische Prüfung der Ereignisse als Beleg für den Kampf der Kulturen.

III. Fazit: Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass der Karikaturenstreit kein Beweis für Huntingtons Theorie ist, sondern eine durch Medien und politische Akteure instrumentalisiertes Ereignis darstellt, das das Risiko einer "self-fulfilling-prophecy" birgt.

IV. Quellen: Das Quellenverzeichnis führt die verwendete Fachliteratur, Zeitungsartikel sowie Internetquellen auf.

Schlüsselwörter

Karikaturenstreit, Samuel P. Huntington, Kampf der Kulturen, Jyllands Posten, Islam, Westen, Fundamentalismus, Pressefreiheit, Selbstzensur, Mohammed-Karikaturen, Zivilisation, Identität, Konflikt, Medien, Interkultureller Dialog

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen westlichen Werten und islamischen Traditionen am Beispiel des Karikaturenstreits und hinterfragt kritisch die Validität von Huntingtons "Kampf der Kulturen"-Hypothese.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören die Huntington-Debatte, die mediale Eskalation des dänischen Karikaturenstreits und die Rolle von Meinungsführern in dieser Krise.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Karikaturenstreit sachlich einzuordnen und zu prüfen, ob er als Indiz für einen globalen Kulturenkampf dienen kann oder ob er eher durch innenpolitische Dynamiken und Provokation geprägt war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine analytische Aufarbeitung des Themas, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur, Zeitschriftenbeiträgen und der Analyse öffentlicher Diskurse basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Thesen Huntingtons, dem zeitlichen Ablauf und der Eskalation des Karikaturenstreits sowie einer Gegenüberstellung verschiedener Expertenmeinungen zu dem Konflikt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Karikaturenstreit, Huntington, Zivilisation, Fundamentalismus und interkulturelle Kommunikation beschreiben.

Welche Rolle spielt die "self-fulfilling-prophecy" in der Argumentation?

Der Autor argumentiert, dass das ständige Deuten von Ereignissen durch die Brille von Huntingtons Theorie dazu führt, dass ein Konflikt erst dadurch als unausweichlich konstruiert wird.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der dänischen Zeitung Jyllands Posten?

Die Zeitung wird nicht als Vertreter des gesamten Westens gesehen, sondern als Akteur, der durch eine spezifische, innenpolitisch motivierte Provokation einen Konflikt auslöste, dessen Ausmaß so nicht beabsichtigt war.

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Résumé des informations

Titre
Der Karikaturenstreit und Huntingtons „Kampf der Kulturen“
Université
University of Wuppertal
Note
1,0
Auteur
Daniel Valente (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
19
N° de catalogue
V154901
ISBN (ebook)
9783640672509
ISBN (Livre)
9783640672554
Langue
allemand
mots-clé
Karikaturenstreit Huntingtons Kulturen“
Sécurité des produits
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Citation du texte
Daniel Valente (Auteur), 2007, Der Karikaturenstreit und Huntingtons „Kampf der Kulturen“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154901
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Extrait de  19  pages
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