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Die Geschichte der Heilpädagogischen Spieltherapie mit ihren Verbindungen zur Personzentrierten Spieltherapie

Ein historischer Zugang als Wegweiser für die spieltherapeutische Könnerschaft von heute

Title: Die Geschichte der Heilpädagogischen Spieltherapie mit ihren Verbindungen zur Personzentrierten Spieltherapie

Master's Thesis , 2023 , 175 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stephanie Jofer (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Summary Excerpt Details

>Spieltherapie ist etwas ganz Wichtiges und Richtiges – und für Kinder eine Form der heilpädagogischen Begleitung, die ihnen in ihren belasteten Lebenslagen hilft.< So fasst Prof.in und Pionierin Hildegard Just die Heilpädagogische Spieltherapie zusammen.
Die Masterarbeit eröffnet einen historischen Zugang zur Heilpädagogischen Spieltherapie bezogen auf die Jahre 1968 bis 1997 an der Katholischen (Fach-)Hochschule Freiburg im Breisgau und ordnet das Handlungskonzept der Spieltherapie vertieft ein. Es werden die verschiedenen Ansätze der Spieltherapie beschrieben und besonders die Verbindungen zur Personzentrierten Spieltherapie sowie zur Heilpädagogischen Übungsbehandlung erarbeitet - damit wird insgesamt die Geschichte der Heilpädagogik ab 1965 sowie die Differenzierungen der spieltherapeutischen Schulen erörtert. Hierzu erfolgt eine Analyse historischer und aktueller Texte sowie eine Expert*innenbefragung zur Historie der Spieltherapie an der Katholischen (Fach-)Hochschule Freiburg.

Die Erkenntnisse dienen als Wegweiser für die Entwicklung spieltherapeutischer Könnerschaft mit den Aspekten der vertieften Beziehungsgestaltung zu Kindern, der Wissensaneignung 'Spieltherapie', des Erprobens und des Trainings in spieltherapeutischen Praxissituationen, des Fallverstehens, der Selbstprüfung, der institutionellen Ausstattung sowie der Diagnostik, der Indikation und der Bezugspersonenarbeit. Deutlich wird: Wie geht 'Spieltherapie' im Kontext der Beratung von Kindern in Krisen und welche Bausteine sind für die Praxis sowie für die Qualifikation relevant?

Die Arbeit destilliert einen Wegweiser für die Lehre und für ein Lernen spieltherapeutischer Könnerschaft. Dargelegt werden Elemente zur Qualifikation und Qualität der Spieltherapie, um Kinder in Krisen hilfreich, konstruktiv im Sinne der Professionalität zu beraten und ihre Familien zu unterstützen. Umfasst wird diese Arbeit von Zitaten wichtiger Pionier*innen der Spieltherapie und von Einblicken der Expert*innen aus Lehre und Praxis. Es ist ein sehr persönlicher Text mit umfassenden Quellen und Literaturangaben.

Excerpt


Inhalt

1. Einleitung

2. Die Begriffsvielfalt der Spieltherapie in Kontext des klinischen Handelns mit Kindern

2.1 Die Spieltherapie als Methode in der psychosozialen Arbeit mit Kindern

2.2 Die Spieltherapie als Methode der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

2.3 Die Spieltherapie als therapeutisches Nutzbarmachen der Spieltätigkeit des Kindes

2.4 Die Spieltherapie als Methode der spezialisierten Pädagogik

2.5 Die Spieltherapie als ein Handlungskonzept der Heilpädagogik

2.6 Das Konzept »Heilpädagogische Spieltherapie«

2.7 Die Personzentrierte Spieltherapie

3. Der aktuelle Stand der historischen Einordnung der Heilpädagogischen Spieltherapie

4. Das Forschungsdesign

4.1 Die qualitative Sozialforschung als Grundlage der Re- und Dekonstruktion der historischen Zugänge

4.2 Historische Zugänge durch die Analyse der veröffentlichten Texte Hildegard Justs und anderer historischer Texte

4.3 Historische Zugänge durch die Befragung von Expert*innen und weiterführenden vertieften Recherchen

5. Historische Zugänge zur Heilpädagogischen Spieltherapie (Darstellung der Ergebnisse)

5.1 Der Ursprung am Heilpädagogischen Seminar Freiburg

5.2 Der Zeitgeist: Die Freiburger Schule in den 1960er Jahren

5.3 Just (1971): Zur Behandlung aggressiver Kinder‘

5.4 Der Zeitgeist: Die Entwicklung spieltherapeutischer Methoden ab den 1970er-Jahren

5.5 Just (1973): Gedanken zur heilpädagogischen Spieltherapie

5.6 Just (1974): Heilpädagogische Spieltherapie für behinderte Kinder

5.7 Der Zeitgeist: Die Konkurrenz zwischen den Praxiskonzepten HpÜ und HpS

5.8 Die Klientenzentrierte Kinderspieltherapie

5.9 Just (1982): Kindzentrierte Spieltherapie mit aggressiven Kindern

5.10 Just (1992): Heilpädagogische Spieltherapie als Beziehungsprozess

5.11 Der Zeitgeist: Die Personzentrierte Kindertherapie im Kontext von Pädagogik und Psychotherapie

5.12 Die Bedeutung der Person Hildegard Just für die Entwicklung der Heilpädagogischen Spieltherapie

6. Schlussfolgerungen für die spieltherapeutische Könnerschaft

6.1 Der Begriff der Könnerschaft

6.2 Das Bewusstsein für die professionelle Beziehungsgestaltung als zentrale Basis spieltherapeutischer Könnerschaft

6.3 Die Aneignung von Wissen legt das weiteres Fundament spieltherapeutischer Könnerschaft

6.4 Das Erproben von Praxissituationen durch Training

6.5 Die Praxiserfahrung, das Fallverstehen und die Interventionsplanung erfolgen zeitlich und institutionell aufeinander bezogen

6.6 Die Selbstprüfung und Selbstreflexion als persönlichkeitsbildendes Element spieltherapeutischer Könnerschaft

6.7 Die institutionelle Ausstattung

6.8 Das Primat der Diagnostik, der Indikation und der Bezugspersonenarbeit

7. Schlussbetrachtung, oder: Der spieltherapeutischen Könnerschaft Deutlichkeit verleihen

Zielsetzung & Forschungsthemen

Das Hauptziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist es, die Entstehungsgeschichte und das Praxiskonzept der Heilpädagogischen Spieltherapie unter besonderer Berücksichtigung der Lehrtätigkeit von Prof.in Hildegard Just zu rekonstruieren und in den Kontext der Personzentrierten Spieltherapie einzuordnen, um daraus fundierte Erkenntnisse für die moderne spieltherapeutische Professionalität abzuleiten.

  • Historische Analyse des Handlungsfeldes der Heilpädagogischen Spieltherapie (1968–1997).
  • Aufarbeitung der Lehre von Hildegard Just im Kontext des Zeitgeistes der Freiburger Schule.
  • Vergleichende Untersuchung der Konzepte Heilpädagogische Spieltherapie und Personzentrierte Spieltherapie.
  • Entwicklung eines Wegweisers zur Stärkung spieltherapeutischer Könnerschaft in der heutigen pädagogischen Praxis.

Auszug aus dem Buch

5.3 Just (1971): Zur Behandlung aggressiver Kinder‘

Der Fokus des ersten Artikels von Just in der Fachzeitschrift ‚Jugendwohl‘ (1971) des Deutschen Caritasverbandes liegt auf den Fragen, welche Ursachen der Durchbruch wilder Aggression in menschlichem Verhalten hat und durch welche angemessene Behandlungsmöglichkeit massiv destruktiv-aggressive Kinder im Kontext der Heimsituation behandelt werden können. Just (1971: 97) ordnet Aggression in psychoanalytische Zusammenhänge ein. Sie fordert, sich die „Einstellung Freuds anzueignen.“ In der Darlegung der Theoriebezüge pendelt sie zwischen einer libidinösen Triebtheorie und der Theorie einer reaktiven Tendenz (Ausdruck von Frustration, Angst). Just rezipiert maßgeblich die Autoren Freud und Mitscherlich und grenzt die heilpädagogische Behandlung aggressiver Kinder von der Therapie der Ich-Störung im Sinne der Psychoanalyse ab: „Wenn Psychotherapie, dann ist sie erst der zweite Schritt.“ (101). Der erste Schritt ist für Just, die Stärkung der Ich-Funktionen des Kindes sowie die Bildung eines Vertrauensfundamentes zur Auflösung der negativen Abwehrsysteme“ (ebd.). Just (102) spricht von einer „Heimbehandlung“, die als langfristige stationäre Gruppenbehandlung notwendig ist und in der alle Mitarbeitenden in einen Gesamtplan eingebunden sind.

Just (102) fordert die „sorgfältige Gestaltung der psychischen Atmosphäre und der Gesamtumgebung“. Sie spricht sich für therapeutische Zielsetzungen aus, die das Wesen heilpädagogischer Behandlung ausmachen, indem sie das längerfristige, kontinuierliche Beziehungsangebot zwischen dem Heimmitarbeitenden und dem Kind (Bezugsbetreuung) hervorhebt und fordert, die Regeln und Gebräuche im Heim auf ein Minimum zu reduzieren sind. Die Einhaltung von Regeln unterliegt der Gefahr, durch entsprechend erzieherisch-verhaltenstherapeutische Interventionen im Heim traumatisierend für Kinder zu sein und das fehlgeleitete Verhalten zu verstärken. Nach Just (106) ist ein Klima zu schaffen, welches Frustrations- und Abwertungssituationen minimiert. An den Erzieher bzw. die Erzieherin im Heim appelliert Just (103), erstens dem Kind durch das Angebot des freien (Rollen-)Spiels Ich-Kontrolle und Ich-Korrektur zu ermöglichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Notwendigkeit einer hohen Qualifikation in der heilpädagogischen Praxis und setzt sich mit der Verflachung von Kompetenzbegriffen auseinander.

2. Die Begriffsvielfalt der Spieltherapie in Kontext des klinischen Handelns mit Kindern: Eine theoretische Dekonstruktion des nicht geschützten Begriffs Spieltherapie und dessen Verortung in verschiedenen klinischen und pädagogischen Fachfeldern.

3. Der aktuelle Stand der historischen Einordnung der Heilpädagogischen Spieltherapie: Darstellung der Forschungslücke bezüglich der historischen Entwicklung der Heilpädagogischen Spieltherapie und der Bedeutung von Hildegard Just.

4. Das Forschungsdesign: Erläuterung der qualitativen Vorgehensweise, basierend auf Dokumentenanalysen und einem Leitfaden-Experteninterview mit Zeitzeugen.

5. Historische Zugänge zur Heilpädagogischen Spieltherapie (Darstellung der Ergebnisse): Analyse der Entstehungsgeschichte, eingebettet in den zeitgeschichtlichen Kontext und die akademische Entwicklung am Seminar in Freiburg.

6. Schlussfolgerungen für die spieltherapeutische Könnerschaft: Definition von Könnerschaft als Verbindung von Wissen, Praxis und Reflexion zur Sicherung professionellen Handelns.

7. Schlussbetrachtung, oder: Der spieltherapeutischen Könnerschaft Deutlichkeit verleihen: Ein finales Plädoyer für Professionalität und die Bewahrung fachlicher Identität in der heilpädagogischen Arbeit.

Schlüsselwörter

Heilpädagogische Spieltherapie, Personzentrierte Spieltherapie, Hildegard Just, professionelle Beziehung, Heilpädagogik, spieltherapeutische Könnerschaft, Aggression, Kinderpsychotherapie, Klinische Heilpädagogik, Praxisberatung, Diagnostik, Entwicklungsförderung, Psychodynamik, Reflexion, Beziehungsgestaltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht historisch die Entwicklung und die konzeptionelle Einordnung der Heilpädagogischen Spieltherapie im Kontext der Lehre von Prof.in Hildegard Just an der Katholischen (Fach-)Hochschule Freiburg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Verbindung von Theorie und Praxis, die historische Entwicklung therapeutischer Konzepte in der Heilpädagogik sowie die Frage, wie "spieltherapeutische Könnerschaft" professionell entwickelt werden kann.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, der oft beobachteten Verflachung heilpädagogischer Praxiskonzepte entgegenzuwirken und durch historische Aufarbeitung klare Standards für eine fundierte spieltherapeutische Ausbildung zu definieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine qualitative Sozialforschung, die historische Dokumente (Originaltexte von Just) mit narrativen Experteninterviews von Zeitzeugen kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Heilpädagogischen Spieltherapie in den späten 1960er bis 1990er Jahren und setzt diese in Bezug zur Personzentrierten Spieltherapie sowie zum damaligen Zeitgeist der Psychotherapielandschaft.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Könnerschaft, Beziehungsgestaltung, Klinische Heilpädagogik, Personzentrierung und das "Sich-Einarbeiten" in die Lebenswelten der Kinder durch Reflexion sind die prägenden Begriffe.

Welche Rolle spielte Hildegard Just in Freiburg?

Just war maßgeblich an der Konzeptentwicklung der Heilpädagogischen Spieltherapie beteiligt und etablierte diese als eigenständiges, pädagogisch orientiertes Fach an der Hochschule, wobei sie den Fokus stark auf die Diagnostik und Elternarbeit legte.

Wie grenzt die Arbeit Spieltherapie von Psychotherapie ab?

Die Arbeit arbeitet heraus, dass die Heilpädagogische Spieltherapie nach Just eine pädagogisch orientierte Begleitung darstellt, die sich über ihren integrativen, ethnisch reflektierten Ansatz von der medizinisch-psychotherapeutischen Psychotherapie unterscheidet.

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Details

Title
Die Geschichte der Heilpädagogischen Spieltherapie mit ihren Verbindungen zur Personzentrierten Spieltherapie
Subtitle
Ein historischer Zugang als Wegweiser für die spieltherapeutische Könnerschaft von heute
College
Catholic University of Applied Sciences Freiburg  (Klinische Heilpädagogik)
Grade
1,7
Author
Stephanie Jofer (Author)
Publication Year
2023
Pages
175
Catalog Number
V1549189
ISBN (eBook)
9783389107584
ISBN (Book)
9783389107591
Language
German
Tags
Spieltherapie Heilpädagogik Kinder in Krisen Personzentrierte Beratung für Kinder Spiel als Medium der Kindertherapie Könnerschaft Hildegard Just Geschichte der Heilpädagogik Befragung von Expert*innen Historischer Zugang
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephanie Jofer (Author), 2023, Die Geschichte der Heilpädagogischen Spieltherapie mit ihren Verbindungen zur Personzentrierten Spieltherapie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1549189
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