Selbstorganisiertes Lernen - Einblick in Umsetzung, Ziele und Vorteile


Hausarbeit, 2007
13 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen
2.1 Lernen
2.3 Selbstorganisiertes Lernen

3. Umsetzung des selbstorganisierten Lernens
3.1 Methoden
3.1.1 Kartenmemory
3.1.2 Dreiergespräch
3.1.3 Sortieraufgabe
3.1.4 Strukturlegen
3.2 Unterrichtsorganisation und Einsatzmöglichkeiten
3.3 Anforderungen an Lehrenden und Lernenden

4. Ziele und Vorteile des selbstorganisierten Lernens

5. Fazit/Stellungnahme

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In traditionellen Unterrichtsformen formuliert fast ausschließlich der Lehrer die Aufgaben, vermittelt die nötigen Informationen, erarbeitet unter anderem in der Form einer Frage-Antwort-Kommunikation mit den Schülern Lösungswege, stellt Übungsaufgaben, kontrolliert ihre Leistungen und wechselt, wenn es für ihn passend erscheint, zu dem nächsten Thema. Kurz gesagt: Der gesamte Unterricht wird von dem Lehrer organisiert und geleitet.[1] Den Schülern werden keine oder nur sehr wenige Möglichkeiten geboten, sich selbst aktiv in den Unterricht mit einzubringen, sowie Vorschläge und Meinungen zur Unterrichtsgestaltung zu äußern und durchzusetzen. Hierbei kommt die Frage auf, ob es nicht sinnvoll ist, diese traditionellen Unterrichtsformen durch neue, angepasste und durch bessere Unterrichtsformen zu ersetzen. Natürlich, denn über die Wirksamkeit des Unterrichts wird, seit es die Schule gibt, nachgedacht. Viele Reformvorschläge um die Verbesserung schulischen Lernens zu bewirken, gab es immer wieder.[2] Um hier anzuknüpfen möchte ich in dieser Hausarbeit das Konzept des selbstorganisierten Lernens vorstellen. Es soll „ein systematischer Ansatz für innovativen Unterricht“2 sein, der neben Fachwissensvermittlung, Lernziele wie Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Handlungskompetenz in seinen Mittelpunkt stellt.

Um dieses Konzept vorzustellen, möchte ich als erstes durch die Begriffsdefinitionen von „Lernen“ und „Selbstorganisiertes Lernen“ in das Thema einleiten und dieses dadurch vorab schon einmal näher erläutern. Daraufhin möchte ich mit Hilfe einiger Methoden, der Beschreibung der Unterrichtsorganisation, sowie durch die Aufzählung der Anforderungen an den Lehrenden und Lernenden die mögliche Umsetzung dieses Konzepts veranschaulichen. Anschließend folgen die Ziele und die Vorteile von selbstorganisiertem Lernen.

Da in der Literatur fast nur positives über selbstorganisiertes Lernen zu lesen ist, schließt die Hausarbeit neben der Zusammenfassung des Themas mit einer persönliche Stellungnahme zu diesem ab, die kritisch die Umsetzung dieses Konzeptes hinterfragt.

2. Begriffsdefinitionen

Im Folgenden werden Begriffdefinitionen vorgenommen um in das Thema einzuleiten und eventuelle Fragen bezüglich des Themas auszuräumen.

2.1 Lernen

„Das Wort "Lernen" geht auf die gotische Bezeichnung für "ich weiß" (lais) und das indogermanische Wort für "gehen" (lis) zurück“[3].

Zu dem Begriff des "Lernens" gibt es eine Vielzahl von Definitionen. In Meyers großes Taschenlexikon wird Lernen als „der bewusste und unbewusste Erwerb (...) von Kenntnissen und Fähigkeiten“, sowie „die Änderung von Denken, Einstellungen und Verhaltensweisen aufgrund von Einsicht oder Erfahrung“[4] definiert. Somit kann Lernen als ein Prozess der Aufnahme, Speicherung und Verarbeitung von erlebten Vorgängen beschrieben werden.

2.2 Selbstorganisiertes Lernen

Selbstorganisiertes Lernen, auch self-directed learning genannt, ist ein systemisches und zielorientiertes Unterrichtskonzept für eigenverantwortliches und kooperatives Lernen.[5] Das System des selbstorganisierten Lernens steht für die Vermittlung und den Erwerb fachlicher und überfachlicher Kompetenzen. Im Gegensatz zu traditionellen Unterrichtsverfahren, bei dem der Lehrende die Unterrichtsgestaltung in die Hand nimmt, steht hier die Selbstbestimmung des Schülers in dem Vordergrund. Sie sollen durch eigenständiges Strukturieren und Ordnen des Lernstoffes den Unterrichtsverlauf weitgehend selbständig planen und durchführen.[6] Die Lernenden sollen demnach selbst entscheiden, was und wie sie lernen. Sie werden dazu befähigt ihr Lernen selbst zu organisieren, denn sie bestimmen „die didaktische Planung von Lernschritten, die Anleitung beim Einarbeiten von Lerninhalten und deren Kontrolle“[7]. Die Schüler bestimmen Sozialform, Ort, Inhalt sowie Tempo und Dauer ihrer Arbeit. Sie lernen Informationen einzuholen, sich ihre Arbeit einzuteilen und die nötigen Materialien zusammenzustellen[8]. Lernende müssen während einer Aus- oder Weiterbildung, einem Studium oder andere berufsbildende Maßnahmen selbst ihr Lernen organisieren, somit ist „die Vermittlung solcher Fähigkeiten eine (...) wichtige Aufgabe“[9] auch für die Zukunft.

3. Umsetzung des Selbstorganisierten Lernens

In diesem Abschnitt wird erklärt, wie selbstorganisiertes Lernen an Schulen umgesetzt werden kann. Dabei wird auf die Unterrichtsorganisation, einzelne Methoden und die Anforderungen an den Lernenden und den Lehrenden eingegangen.[10]

3.1 Methoden

In diesem Abschnitt werden unterschiedliche Kartenmethoden beschrieben, die im Rahmen der Wiederholung und Vertiefung wichtiger Fachbegriffe eingesetzt werden können. Sie spielen bei der Wissensvermittlung in Kleingruppen eine wichtige Bedeutung im Bezug auf selbstorganisiertem Lernens.

3.1.1 Kartenmemory

Bei dem Kartenmemory schreibt die Lehrkraft dreißig Begriffe zu einem wichtigen Unterrichtsthema auf ebenso viele Karten, die sie den Lernenden auf drei unterschiedlichen Arten präsentiert: zehn Begriffe zeigt sie den Schülern, weitere zehn Begriffe liest sie ihnen vor und die letzten zehn liest sie ihnen vor und zeigt sie zeitgleich. Zwischen den drei Präsentationsarten erfolgt jeweils eine einminütige Pause in der die Schüler die Möglichkeit haben, sich die Begriffe zu merken. Anschließend notieren die Schüler alle Begriffe, die sie noch wissen, in beliebiger Reihenfolge. Da die meisten Schüler von ihrer eigenen Merkfähigkeit enttäuscht sein werden, wird sich nach einigen Minuten eine deutliche Unsicherheit in der Klasse ausbreiten. In dieser Situation fordert der Lehrer die Schüler auf, sich in Dreiergruppen zusammenzusetzen und eine gemeinsame Liste zu erstellen. Die Gruppen werden feststellen, dass sie gemeinsam fast alle Begriffe zusammengestellt haben. Daraufhin liest die Lehrkraft nochmals die Begriffsliste vor. Die Gruppen sollen dabei durch Aufzeigen deutlich machen, wenn sie, als Dreiergruppe, einen Begriff nicht auf ihrer Liste notiert haben. Ohne den Einzelnen bloß zu stellen, bekennt sich die Gruppe dadurch zu ihren Fehlern.[11]

[...]


[1] Vgl. Gerhard Zimmer (1987):Selbstorganisation des Lernens, S.171-172

[2] Herold/Landherr (2003): SOL, Selbstorganisiertes Lernen Ein systematischer Ansatz für Unterricht, S.2-3

[3] Mielke (2001): Psychologie des Lernens, S.11

[4] Meyers großes Taschenlexikon (1999): Band 13, S.157

[5] vgl. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (2003): SOL selbst organisiertes Lernen,

S.6

[6] vgl. Gerhard Zimmer (1987): Selbstorbanisation des Lernens, S.171

[7] Studien zur Bildung und Wissenschaft (1986): Selbstorganisiertes Lernen im Fernunterricht, S.91 Z.3-4

[8] vgl. Herold/Landherr (2003), S.8-9

[9] Studien zur Bildung und Wissenschaft, S.91 Z.6

[10] vgl. Herold/Landherr(2003), S.69

[11] vgl. Herold/Landherr(2003),S.69-71

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Selbstorganisiertes Lernen - Einblick in Umsetzung, Ziele und Vorteile
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Note
2,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
13
Katalognummer
V154937
ISBN (eBook)
9783640683642
ISBN (Buch)
9783640684175
Dateigröße
456 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Selbstorganisiertes, Lernen, Einblick, Umsetzung, Ziele, Vorteile
Arbeit zitieren
Marina Wessels (Autor), 2007, Selbstorganisiertes Lernen - Einblick in Umsetzung, Ziele und Vorteile, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154937

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