Integration von Legacy-Systemen in eine WFMS Architektur


Seminararbeit, 2002

20 Seiten, Note: 1.7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Computergestützte Gruppenarbeit
2.1 Grundlagen
2.2 Workgroup Computing
2.3 Workflowmanagementsysteme
2.4 Beurteilung des automatisierten Workflows

3 Implementierung eines WfMS mit Legacy Problem
3.1 Einführung eines WfMS
3.2 Legacy Problem
3.3 Migration von Legacy Systemen

4 Integration von Legacy Systemen und Wrapping
4.1 Prozessteuerung
4.2 Applikationsaufruf
4.3 Datenübergabe
4.4 Aufrufmechanismen
4.5 Wrapper-Technologie für das Legacy Problem

5 Anwendungsbeispiel Auftragseingang

6 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

ABBILDUNG 1: WORKFLOW REFERENZ MODELL DER WFMC (WWW.WFMC.ORG)

ABBILDUNG 2: AUFRUFKONZEPTE DER WFMS ARCHITEKTUR (NACH GRAEBER 1997, 3)

ABBILDUNG 3: KOMMUNIKATION EINES WRAPPERS (EIGENE DARSTELLUNG)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Ein gutes Geschäftskonzept wird nur zum nachhaltig erfolgreichen Unternehmen, wenn alle mit der Leistungserstellung und Vermarktung verbundenen Aktivitäten geordnet, schnell, flexibel und optimiert ablaufen. Der für die Erfüllung verschiedener gesetzlicher Vorschriften notwendige organisatorische Aufwand der Erstellung, Sammlung und Archi-vierung von Daten und Dokumenten ist eine weitere Herausforderung. Workflowmanage-mentsysteme (WfMS) können hier substanzielle Wettbewerbsvorteile schaffen (s. Öster-le/Vogler 1996). Die Einführung solcher Systeme in Geschäftsprozesse etablierter Unter-nehmen bringt jedoch auch Nachteile mit sich und wirft teils erhebliche Probleme auf.

Gegenstand dieser Seminararbeit ist eines der auftretenden Probleme, die Einbindung von Legacy-Systemen[1] (LgS) in WfMS Architekturen.

Zur Vereinfachung bzw. Lösung dieses Problems wird aufgeführt, welche betriebswirtschaftlichen Überlegungen bezüglich Integration bestehender Software (SW) bei der Implementierung des WfMS anzustellen sind, welche Merkmale SW aufweisen muss um vollständig integriert werden zu können und wie es möglich ist, nicht-anpassungsfähige SW in den Workflow zu integrieren. Zu letzterem wird außerdem eine SW vorgestellt, die beispielhaft die Integrationsfähigkeit demonstriert.

Zum allgemeinen Verständnis werden im Kapitel 2 Grundlagen zur SW-Unterstützung von Gruppenarbeit, im speziellen WfMS, und deren Funktionsweise vermittelt. Kapitel 3 geht auf die technische Vorgehensweise zur erfolgreichen Implementierung eines WfMS in ein existierendes Unternehmen ein. Daraus abgeleitet wird das Legacy Problem, für das die vorhandenen Migrationstechniken vorgestellt werden. Kapitel 4 erläutert im Detail die In-tegration eines LgS in eine WfMS Architektur im Detail. Der besonderen Bedeutung der Wrapper Technologie wird dabei Kapitel 4.5 gerecht. Des weiteren wird im Kapitel 5 die praktische Umsetzung dieser Technologie im Rahmen eines Beispielfalles erklärt. Die zu-gehörige SW ist Bestandteil des Referates zu dieser Seminararbeit. Abschließend wird ein Fazit gezogen und ein Ausblick gewagt.

2 Computergestützte Gruppenarbeit

2.1 Grundlagen

Die fortschreitende Durchdringung der verwaltenden Tätigkeiten in Unternehmen und Behörden durch informationstechnologische (IT) Dienste und Geräte ermöglicht die Verbreitung neuer Formen des Zusammenarbeitens und des gemeinsamen Nutzens von Ressourcen. Diese Entwicklung ist Folge der kontinuierlich verbesserten Hard- und Software, sowie der verstärkten Wahrnehmung der möglichen Effizienzsteigerungen durch solche Systeme in der Wirtschaft (vgl. Götzer 1995, 12).

Technische Komponenten werden nicht mehr allein stehend beurteilt, sondern sind integraler Bestandteil der gesamten Datenverarbeitung(DV)-Systemlandschaft. Eine solche Landschaft zeigt heute eine dezentrale (verteilte) Architektur. Götzer (vgl. 1995, 30) nennt als zentralen Vorteil der hierbei angewandten Client-Server-Architektur (CSA), also verteilter Datenhaltung und verteilten Applikationen, die nah am Nutzer platzierbare Funktionalität und die verbesserte Verfügbarkeit.

Ein lokales Netzwerk (Local Area Network, LAN) verbindet alle hierfür benötigten Systeme. Als Systeme sind typischerweise anzutreffen:

- Zentraler Server
- Dezentrale Server
- Clients (Arbeitsplatzsysteme) .

Zentrale Server halten unternehmensweit benötigte, zentrale Daten und operative Anwendungssysteme. Die dezentralen Server dienen der Speicherung abteilungsbezogener Daten und zur Bereitstellung lokaler Dienste, wie Druck- oder Kommunikationsserver. Auf den Clients laufen die Applikationen des individuellen Arbeitsplatzes samt zugehöriger Ablage auf einer individualisierbaren Oberfläche (vgl. Götzer 1995, 31).

Flexibilität ist ein großer Vorteil der CSA. Die Ausrichtung auf minimale Zentralisation der Daten und Applikationen führt zu überschaubaren Teilsystemen, die schneller angepasst, gewartet, ergänzt und skaliert werden können. Dieser Vorteil wird jedoch mit dem Manko des „Mitschleppens“ von Hard- und Software erkauft, die nicht dem Zwang zur Erneuerung oder des Ersetzens erlag und daher kurz mit dem Attribut „altgedient“ bezeichnet werden kann. Diese „Legacy“ Systeme können beim Einrichten, Ändern oder Erweitern der DV-Systemlandschaft zu Problemen führen. Das Alter verwendeter SW in DV-Systemen gro-ßer Unternehmen beträgt heute durchschnittlich 12 Jahre und läuft auf Rechnern vergan-gener Generationen, mit nicht standardisiertem oder gar proprietärem Betriebssystem (vgl. Serain 1999, 2).

2.2 Workgroup Computing

Seit Anfang der 90’er Jahre ermöglicht eine neuartige Kategorie von SW-Produkten, zu-sammen mit der im letzten Abschnitt beschriebenen Bereitstellung von modernen DV-Systemlandschaften mit CSA, zunehmend die Unterstützung von Gruppen bei der Lösung von Aufgaben ohne Medienbrüche, Datenredundanz oder unnötigen Wartezeiten.

Eine Definition aus der Zeit der Etablierung dieser Systeme beschreibt: „Workgroup Com-puting ist die Anwendung einer gemeinschaftlich nutzbaren computerbasierten Umgebung, die Teams bei der Erfüllung einer gemeinsamen Aufgabe unterstützt. Hierbei werden vor-rangig die Koordination, das Treffen von Gruppenentscheidungen, die Kommunikation sowie das gemeinsame Bearbeiten eines Objektes unterstützt“ (Petrovic 1993, 6).

Mehr im wissenschaftlichen Bereich beheimatet ist hierfür auch die Bezeichnung Compu-ter Supported Cooperative Work (CSCW). Ausgehend von dieser Basis haben sich viele Formen und Spezialisierungen von SW zur Unterstützung von Gruppenarbeit gebildet.[2] Der oft synonym zu Workgroup Computing benutzte Begriff Groupware steht dabei nach Götzer (vgl. 1995, 43) als Oberbegriff für Workgroup und Workflow. Für den Inhalt dieser Seminararbeit haben die WfMS zentrale Bedeutung, daher werden sie im folgenden Ab-schnitt näher erläutert.

2.3 Workflowmanagementsysteme

Ein WfMS überwacht die Einhaltung der Abfolge von Arbeitsschritten (workitems) in vorgegebenen, wohldefinierten Prozessmodellen[3] (process model), die aus den bekannten Geschäftsprozessen des Unternehmens gebildet werden. Dabei koordiniert es die Zusammenarbeit der personellen und maschinellen Arbeitsträger, stellt die Versorgung mit benötigten Daten sicher und sorgt für die Einhaltung von Kompetenz- und Organisationsrichtlinien. Des weiteren muss ein WfMS Fehler in zeitlicher und sachlicher Hinsicht im Ablauf der Geschäftsprozesse feststellen und ggf. darauf reagieren.

Da es inzwischen eine große Zahl an Workflow Systemen auf dem Markt gibt, ist eine Standardisierung verwendeter Begriffe, Funktionalitäten und Daten notwendig. Auf Initiati-ve von IBM wurde im August 1993 die Workflow Management Coalition (WfMC) gegrün-det, die sich um Standardisierung im Bereich Workflow bemüht (vgl. Götzer 1995, 80).

Das Modellieren der Workflows geschieht ex ante in einer gesonderten Entwicklungsum-gebung, die im Sprachgebrauch der WFMC „Process Definition Tool“ und allgemein „Build-time“ (Entwurfszeit) genannt wird. Für die Übertragung erfolgreich erstellter Prozess modelle auf den Workflow Server, sieht die Coalition das „Interface 1“ (Schnittstelle 1) in ihrem Workflow Referenz Modell vor. Unterstützt das verwendete Buildtime Modul die vom WfMC eingeführte „Workflow Process Definition Language“ (WDL), stellt sich diese Über-tragung im einfachsten Fall als Export aus der Buildtime und Import in den ausführenden Teil des WfMS dar.

Als „Runtime“ (Laufzeit) wird die Abarbeitung der einsatzbereiten Prozess Modelle be-zeichnet, die in der Runtime Datenbank gespeichert sind und deshalb abrufbereit zur Ver-fügung stehen. Diese Funktionalität bezeichnet die WfMC als „Workflow Enactment Servi-ce.“ Dieser Service kann mehreren „Workflow Engines“ (Workflow Maschine, Kernkompo-nente) in einem WfMS zur Verfügung stehen, die ihrerseits aus mehreren Komponenten aufgebaut sind.

2.4 Beurteilung des automatisierten Workflows

Durch den Einsatz eines WfMS kann ein Unternehmen Wettbewerbsvorteile realisieren. Das Automatisieren von Routineaufgaben führt zu einer Verringerung der Fehler in den unterstützten Geschäftsprozessen und damit zu Qualitätssteigerung. Reklamationen und Nachfragen von Kundenseite, sowie statische Auswertungen werden durch die Logging Funktion (Aufzeichnungsfunktion) der WfMS unterstützt. Das einheitliche und elektroni-sche Ablegen von Dokumenten vereinfacht die Informationsbeschaffung, die Erfüllung von Buchhaltungs- und Publizitätspflichten und ermöglicht drastische Papiereinsparung. Es führt außerdem zu einer Beschleunigung und Rationalisierung von Archivvorgängen. Die Ablaufkontrolle der Geschäftsprozesse kann organisatorische Mängel verringern. Dies ermöglicht eine Verminderung von Redundanzen und Leerlaufzeiten, bessere Koordinati-on verteilter Teams und eine Terminüberwachung. Da eintönige Routineaufgaben nun teilweise vom WfMS übernommen werden, sollte eine Motivationssteigerung bei den Mit-arbeitern möglich sein. Letztlich verteilt ein gut eingerichtetes System Workitems besser. Auch dies sollte zur Motivation beitragen und produktivitätssteigernd wirken. Alle genann-ten wirtschaftlichen Gründe bergen Kosteneinsparungspotential in sich.

Es müssen jedoch auch Nachteile bei der Einführung von WfMS in Kauf genommen wer-den. Hard- und Softwarekosten, notwendige Schulungen für Mitarbeiter, administrative Unterstützung von Spezialisten und Anpassungen von existierender SW, insbesondere LgS, führen in der Einführungsphase zu immensen finanziellen Belastungen. Rechtliche Probleme in Form von Formvorschriften, Arbeitsrecht und Datenschutz erschweren die Implementierung. Die Möglichkeit der Leistungskontrolle durch das Ausnutzen des Log-ging und das generelle Ablehnen von Neuem können zu Akzeptanzproblemen bei den Mitarbeitern führen.

[...]


[1] Legacy (engl.: Vermächtnis, Erbe) Systeme bezeichnen allgemein veraltete, überholte Systeme. Hier steht es für Software samt zugehöriger Daten, deren Eignung für die Verwendung in computerunterstützter Gruppenarbeit (CSCW), insbesondere WfMS, unzureichend ist.

[2] In der Literatur und dem Internet finden sich viele, teils synonyme Begriffe für Speziallösungen, Weiterentwicklungen oder auch Teilgebiete des CSCW (s. Petrovic 1993, 7).

[3] Synonym wird auch der Begriff „workflow“ (Arbeitsfluss) benutzt.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Integration von Legacy-Systemen in eine WFMS Architektur
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Workflowmanagement
Note
1.7
Autor
Jahr
2002
Seiten
20
Katalognummer
V15505
ISBN (eBook)
9783638205948
Dateigröße
508 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Integration, Legacy-Systemen, WFMS, Architektur, Workflowmanagement
Arbeit zitieren
Matthias Grabe (Autor), 2002, Integration von Legacy-Systemen in eine WFMS Architektur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15505

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