Im Verlauf meiner Bachelorarbeit beschäftige ich mich mit zwei der bedeutsamsten und größten Theologen, deren tiefgehende theologische und menschliche Grundsätze, lehrreiche Gedanken und den damit verbundenen Errungenschaften in der Vergangenheit bahnbrechend waren und auch für uns heutzutage noch leitend sind, so dass sie insbesondere in der Theologie konkret honoriert, rezipiert und gelebt werden.
Den großen Reformator Martin Luther (1483-1546) kennt eine Vielzahl der Menschen sicherlich u.a. durch folgende herausragende Leistungen: Das berühmte Anschlagen seiner 95 Thesen in Wittenberg im Verlauf der Reformation, die Bibelübersetzung, die Auflehnung Luthers gegen den Papst und den damit verbundenen Ablassbrief sowie seine Rechtfertigungs- und Zwei-Reiche-Lehre.
Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) gilt als einer der größten Widerstandskämpfer zur Zeit des Nationalsozialismus, der seine Theologie, die u.a. im barmherzigen Umgang mit seinen Mitmenschen am Vorbild Jesu Christi und im Sinne der Nächstenliebe bestand, insbesondere in Bezug auf die leidenden Juden sowie auch gegenüber anderen leidtragenden Mitmenschen konkret in die Tat umgesetzt hat. Dieses wunderbare Gedankengut solch großartiger Theologen habe ich während meines gesamten Studiums Stück für Stück mit Faszination kennengelernt. Im Zuge meiner Bachelorarbeit hat mich jedoch, ausgehend von der öffentlichen Diskussion um Luthers angeblichen Antisemitismus , die Bearbeitung einer kontroversen Thematik gereizt: Wie gestaltete sich eigentlich das Verhältnis dieser beiden populären Theologen zu den Juden? Abschließend möchte ich folgende Fragen beantworten: Welche Lehre können wir für uns im Kontext der heutigen Zeit daraus ziehen – in einer Zeit, [...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Martin Luther und die Juden
- Der „frühe“ Luther und die Juden
- Der „späte“ Luther und die Juden
- Inhalt der Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ (1543)
- Interpretation der Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“
- Dietrich Bonhoeffer und die Juden zur Zeit des Nationalsozialismus
- Inhalt des Aufsatzes „Die Kirche vor der Judenfrage“ (1933)
- Interpretation des Aufsatzes „Die Kirche vor der Judenfrage“
- Kirchengeschichtlicher Exkurs
- Bonhoeffer und die Juden in Anbetracht des Alten Testaments
- Vergleich - Gemeinsamkeiten und Unterschiede bzgl. des Judenbildes von Luther und Bonhoeffer
- Eigene theologische Position
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit dem Verhältnis von Martin Luther und Dietrich Bonhoeffer zu den Juden. Sie untersucht die unterschiedlichen Ansätze beider Theologen und deren historische und theologische Bedeutung. Ziel der Arbeit ist es, die zentralen Aussagen Luthers und Bonhoeffers zu diesem Thema zu analysieren und zu vergleichen, um daraus wichtige Lehren für die heutige Zeit zu ziehen.
- Martin Luthers Verhältnis zu den Juden in seiner frühen und späten Phase
- Dietrich Bonhoeffers Engagement für die Juden im Nationalsozialismus
- Vergleich der Judenbilder von Luther und Bonhoeffer
- Theologische und gesellschaftliche Bedeutung der Thematik im Kontext der heutigen Zeit
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung stellt die beiden Theologen Martin Luther und Dietrich Bonhoeffer sowie deren Bedeutung für die Theologie vor. Sie erläutert den Hintergrund und die Motivation für die Bearbeitung der Thematik des Verhältnisses beider Theologen zu den Juden. Die Einleitung verdeutlicht die Relevanz des Themas im Kontext der heutigen Zeit und formuliert die Forschungsfragen der Arbeit.
- Martin Luther und die Juden: Dieser Abschnitt gliedert sich in zwei Teile: „Der „frühe“ Luther und die Juden“ und „Der „späte“ Luther und die Juden“. Der erste Teil beleuchtet Luthers frühe Schriften und argumentiert, dass diese in Teilen eine positive Tendenz in Bezug auf die Juden aufweisen. Im zweiten Teil wird Luthers Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ (1543) analysiert. Die Schrift wird in Bezug auf ihren Inhalt und ihre Interpretation beleuchtet, wobei der Fokus auf Luthers Kritik an den Juden liegt.
- Dietrich Bonhoeffer und die Juden zur Zeit des Nationalsozialismus: Dieses Kapitel widmet sich Dietrich Bonhoeffers Engagement für die Juden im Nationalsozialismus. Es analysiert seinen Aufsatz „Die Kirche vor der Judenfrage“ (1933) und beleuchtet seine Kritik an der Kirche und deren Haltung gegenüber den Juden. Des Weiteren wird Bonhoeffers theologische Haltung im Kontext der Judenfrage und seine Bedeutung für die heutige Zeit erörtert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Schlüsselbegriffen und Fokus-Themen wie Martin Luther, Dietrich Bonhoeffer, Antisemitismus, Judentum, Christentum, Reformation, Holocaust, Theologie, Kirche, Nächstenliebe, Toleranz und Respekt.
Häufig gestellte Fragen
War Martin Luther antisemitisch?
Die Arbeit untersucht Luthers komplexes Verhältnis zu den Juden, insbesondere den Wandel von einer eher positiven Haltung in jungen Jahren hin zu den harten judenfeindlichen Schriften im Alter.
Was steht in Luthers Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“?
In dieser Spätschrift von 1543 äußert Luther massive Kritik und fordert radikale Maßnahmen gegen die jüdische Bevölkerung, was heute sehr kontrovers diskutiert wird.
Wie verhielt sich Dietrich Bonhoeffer gegenüber den Juden?
Bonhoeffer gilt als Widerstandskämpfer, der sich aktiv für verfolgte Juden einsetzte und die Kirche in seinem Aufsatz „Die Kirche vor der Judenfrage“ zur Verantwortung rief.
Gibt es Gemeinsamkeiten im Judenbild von Luther und Bonhoeffer?
Die Arbeit vergleicht beide Theologen und arbeitet sowohl theologische Kontinuitäten als auch fundamentale Unterschiede in ihrem Handeln und Denken heraus.
Welche Bedeutung hat das Thema für die heutige Zeit?
Ziel ist es, aus der Geschichte Lehren für Toleranz, Nächstenliebe und den Umgang mit religiösen Minderheiten im heutigen gesellschaftlichen Kontext zu ziehen.
- Arbeit zitieren
- Mona Marwan (Autor:in), 2010, Luther, Bonhoeffer und die Juden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155090