Das Musical "Chicago" von Rob Marshall

Die USA in den 20er Jahren


Hausarbeit, 2007

12 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1) Einleitung

2) Definition des klassischen Hollywood Musicals
2.1) Die Überspitzung der Gefühle in Chicago
2.2) Zusammenfassung

3) Die Nebengeschichte
3.1) Geschichtliche Fakten zur Entstehung des Gangsterfilms
3.2) Elemente des Gangsterfilm in Chicago
3.3) Chicago, ein Abbild der zwanziger Jahre in den USA

4) Schlussfolgerung

5) LITERATURVERZEICHNIS

1) Einleitung

Chicago in den zwanziger Jahren. Die Tänzerin Velma Kelly (Catherine Zeta-Jones) ist der Star der Chicagoer Nachtclubszene. Die junge Roxie Harth träumt davon, genau so ein Star zu werden, wie ihr Vorbild. Doch vorerst bleibt ihr dieser Erfolg versagt. Nachdem man Velma Kelly wegen Doppelmordes einsperrt und Roxie einen Monat später auch wegen Mordes in das gleiche Gefängnis inhaftiert wird, sieht Roxie endlich ihre große Chance. Der große Staranwalt Billy Flynn (Richard Gere), der zuerst Velma Kelly vertritt, nimmt sich nach einigen Hindernissen ihrer an. In einer Stadt, in der Mord und Medien den Alltag bestimmen wird Roxie endlich zum umjubelten Star.

Bei diesem Film handelt es sich in allererster Linie um ein Musical und wie jedes traditionelle Hollywood Musical enthält auch dieses neben Gesang und Tanz eine begleitende Narration. Herauszufinden gilt es nun, die Konventionen des klassischen Holywood Musicals aus diesem Film herauszuarbeiten, um welches Genre, Subgenre oder Sujet es sich bei dieser Narration handelt, die neben einem Musical miterzählt wird und wie die Verflechtung beider Elemente miteinander funktioniert.

Jane Feuer hat den Begriff Musical mit den vier einfachen Worten „The world of entertainment“[1] beschrieben. Ein Musical ist in allererster Linie ein Unterhaltungsfilm, in dem Gesang und Tanz das Geschehen dominieren. Zwar haben Musicals neben diesen beiden Komponenten auch einen erzählerischen Inhalt, aber vermutlich nur, weil die Zuschauer in der Frühentwicklungsphase des Musicals es mehr genossen, eine Unterhaltungsnummer zu sehen, die im Kontext zur Show stand, statt Märchengeschichten, mit ihren Königinnen und Königen, bei denen plötzlich ein Lied eingeschoben wurde.[2] Doch trotz der eingefügten Narration, besteht die primäre Intension eines Musicals darin, den Zuschauer zu unterhalten. Jane Feuer ist der Meinung, dass das Musical das Genre ist, das die größte Illusion gibt und bei dem es sich um eine Unwahrheit handelt. Sie begründet es folgendermaßen, in dem sie die Begriffe show und entertainment unterscheidet:

„[…] it means, that entertainment is shown as having greater value than it actually does. In this sense musicals are ideological products; they are full of deceptions.”[3]

Mit The Jazz Singer (Alan Crosland 1927) wurden die Showbusinnesgeschichten in den USA geboren. Das tänzerische Element kam bei den Musicals erst in den 30er Jahren mit dem bekannten Paar Fred Astaire und Ginger Rogers, hinzu.

2) Definition des klassischen Hollywood Musicals

Die primäre Intension eines Musicals, nämlich den Zuschauer zu unterhalten, ist auch hier gegeben. Bereits durch die Besetzung der Rollen durch die Schauspielerstars wie Richard Gere, Queen Latifah, Catherine Zeta-Jones und Reneè Zellweger wird in dem Zuschauer ein Interesse an dem Film erweckt. Er geht mit einer direkten Erwartungshaltung ins Kino und der Neugier zu erfahren, wie sich diese Stars, die man bereits aus zahlreichen vorangegangenen Filmen kennt, beim Singen und Tanzen präsentieren und ob sie „eine gute Show bieten können.“ Alle drei Schauspieler singen und tanzen. Beim genaueren Betrachten bemerkt man, dass Catherine Zeta-Jones im Gegensatz zu Reneè Zellweger und Richard Gere eine bessere Tanzausbildung genoss, da sie vor ihrer Tanzausbildung am Broadway tanzte. Trotzdem wirken die Auftritte der beiden anderen Darsteller nicht minder professionell, da diese durch begleitende Tänzerinnen und einer entsprechenden Gestaltung der Atmosphäre, dem Zuschauer spektakulär präsentiert werden und somit eine perfekte Illusion geschaffen wird.

Ein Musicalfilm ist nicht mit einem Tanzfilm zu verwechseln, bzw. gleichzusetzen. Ein Tanzfilm hat das Tanzen an sich zur Thematik, wie Flashdance oder Center Stage. Bei einem Musical ist die Tanzthematik nicht zwingend erforderlich, sondern hat es, wie bereits erwähnt, neben dem Tanz und Gesang eine narrative Geschichte. Diese Geschichten können aus allen Bereichen und Sujets stammen. Ein Musical kann selbstverständlich als narrative Geschichte die Tanzthematik beinhalten, wie es A chorus line aufzeigt. Des Weiteren ist die Dominanz von Gesang im Tanzfilm nicht vorhanden. Die Fragestellung was ein Musicalfilm ist, beantwortet Lee Edward Stern folgendermaßen:

„[…] simply a motion picture built around the music it contains. Substract the music from the musical and the film doesn’t exist.[4]

Auf die Fragestellung hin, welches Ziel ein Filmmusical hat, beantwortete Frank Krutnik folgendermaßen:

[…] these genres establish an interactional dynamic: the attractions of performance & entertainment spectacle are set in competition with the „historical“ priorities of fiction-making.[5]

Im Musical ist Tanz und Gesang nicht als Hauptthematik wie im Tanzfilm bestimmt, sondern dient zum Ausdruck der Gefühle der betroffenen Personen. Emotionen spitzen sich so intensiv zu, das sie ihren Höhepunkt in der Darstellung eines Liedes und der damit verbundenen Bewegung wieder findet.

2.1) Die Überspitzung der Gefühle in Chicago

In Chicago sieht man die Welt durch Roxys Augen. Die erste Einstellung des Films ist eine Grossaufnahme von ihrem Gesicht, die in eine Detailaufnahme bis zu ihrer Augenpupille übergeht. Dann erfolgt das nächste Bild in einem Chicagoer Nachtclub. Sie sieht Velma Kelly, ihr großes Vorbild, beim Tanzen und Singen zu und plötzlich versinkt sie dermaßen in ihre Bewunderung zu ihr und der Bühne, dass sie sich plötzlich selbst im Geiste auf der Bühne singen sieht, bis ihr Liebhaber Fred sie aus ihrem Tagtraum erweckt. Alle Gesangs- und Tanzeinlagen erfolgen jedes Mal, wenn Roxy mit neuen Situationen oder anderen Menschen konfrontiert wird, die ihr völlig unbekannt sind und ein hohes Maß an Gefühlen von ihr erfordern. Sei es Mitleid für ihren Ehemann Amos, wenn er versucht, den von ihr begangenen Mord auf sich zu nehmen, wenn man ihr von der Gefängniswärterin „Mama“ erzählt, oder sie in den „Mörderinnentrakt“ inhaftiert wird, der offensichtlich in ihr dermaßen ein Unbehagen auslöst, so dass sie dadurch nachts im „Zellblocktango die sechs fröhlichen Mörderinnen“ wahrnimmt.

[...]


[1] Jane Feuer (2003). Seite 457

[2] Vgl. Ebd Seite 457

[3] Ebd Seite 459

[4] Lee Edward Stern (1975). Seite 11

[5] Frank Krutnik (1995). Seite 23

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Das Musical "Chicago" von Rob Marshall
Untertitel
Die USA in den 20er Jahren
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Filmwissenschaft)
Veranstaltung
Einführung in die Genretheorie
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
12
Katalognummer
V155155
ISBN (eBook)
9783640676651
ISBN (Buch)
9783640676804
Dateigröße
418 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Musical, Chicago, Marshall, Jahren
Arbeit zitieren
Rosalinda Basta (Autor), 2007, Das Musical "Chicago" von Rob Marshall, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155155

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