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Länderrating: Aktuelle Tendenzen

Title: Länderrating: Aktuelle Tendenzen

Seminar Paper , 2001 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Magister Artium Michael Scheer (Author), Kai Habeth (Author)

Communications - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Seit vielen Jahren prägt der Begriff „Globalisierung“ die Berichterstattung in den Medien, wenn es um die Annäherung von Nationalstaaten, Regionen und einzelnen Unternehmen in Wirtschaftsfragen geht. Globalisierung wird als Prozeß verstanden, durch den Märkte und Produktionen in den verschiedenen Ländern immer mehr voneinander abhängig werden. Dies heißt nichts anderes, als daß sich die Ökonomien der einzelnen Länder in einem direkten Wettbewerb zueinander befinden. Globalisierung bedeutet für den Staat, daß er wirtschaftliche Aktivitäten immer weniger steuern kann. Daraus ergeben sich folgende Aufgaben: Erstens die Schaffung eines günstigen Umfeldes für die Wirtschaft und zweitens die Imagepflege im Ausland, um potentielle Investoren anzulocken. Die Vollendung des europäischen Binnenmarktes mit der Einführung einer gemeinsamen Währung und die Schaffung von multinationalen Unternehmen wie DaimlerChrysler sollen hierfür als bedeutende Beispiele dienen. Die Globalisierung geht jedoch weit über rein wirtschaftliche Aspekte hinaus. Die Annäherung der Wirtschaftssysteme bedingt, dass kulturelle Schranken verschwinden und das Konzept des isolierten Nationalstaates in Zukunft immer mehr an Bedeutung verlieren wird. Für die Menschen aller Nationen bedeutet dies eine dramatische Veränderung bisheriger Strukturen. Globalisierung ist vor allem die Schaffung einer bisher nie dagewesenen Transparenz in allen Bereichen des Lebens. Nicht nur, daß Unternehmen weltweit um Absatzmöglichkeiten und Marktanteile für ihre Produkte konkurrieren, auch Ausbildungssysteme, Staaten und Regionen werben weltweit um die besten Studenten und Arbeitskräfte, um im globalen Wettbewerb nicht den Anschluß zu verlieren. Deshalb fällt der Imagepolitik in der gegenwärtigen Situation eine entscheidende Rolle zu. Länder, Regionen oder auch Unternehmen müssen Werbung in eigener Sache betreiben. Die vorliegende Arbeit soll aufzeigen, wie mit Hilfe von Rating-Verfahren eine global vergleichbare „Benotung“ von Finanzinstrumenten, Unternehmen, Ländern und Regionen geschaffen wurde, um Investoren die Möglichkeit des objektiven Vergleichs von unterschiedlichen Anlageformen zu geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen

2.1. Definition des Begriffes Länderrisiko

2.2. Definition des Begriffs Rating

2.2.1. Die prozessuale Komponente des Rating

2.2.1.1. Das beantragte und das nicht beantragte Ratingverfahren

2.2.2. Die taxonomische Komponente des Rating

3. Die Entstehung der führenden Ratingagenturen

4. Relevanz des Rating

4.1. Volkswirtschaftsrating unter weltpolitischen Gesichtspunkten

4.2. Volkswirtschaftsrating unter finanzmarktpolitischen Aspekten

4.3. Volkswirtschaftsrating unter sozio-politischen Aspekten

4.4. Volkswirtschaftsrating unter wettbewerbspolitischen Aspekten

5. Die Qualität des Rating

6. Kritikpunkte am Rating

7. Ansätze zur Objektivierung des Ratingverfahrens

8. Informationspolitik der Ratingagenturen

8.1 Informationsquellen der Rating-Agenturen

8.2 Publikationen der Rating-Agenturen

8.3 Die Entgeltpolitik der Rating-Agenturen

9. Fazit

10. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die zunehmende Bedeutung von Rating-Verfahren bei der globalen Bewertung von Staaten und Unternehmen. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Rating-Verfahren eine global vergleichbare „Benotung“ ermöglichen, um Investoren eine objektive Entscheidungsgrundlage zu bieten, wobei gleichzeitig kritische Aspekte wie Subjektivität und Interessenkonflikte beleuchtet werden.

  • Definition der zentralen Begriffe Länderrisiko und Rating
  • Historische Entwicklung der führenden internationalen Rating-Agenturen
  • Analyse der Relevanz und Nutzen des Ratings für Investoren und Emittenten
  • Untersuchung von Kritikpunkten am aktuellen Rating-System
  • Ausblick auf moderne Ansätze zur Objektivierung durch neue Technologien

Auszug aus dem Buch

2.2.1.1. Das beantragte und das nicht beantragte Ratingverfahren

Das Ratingverfahren i. e. S. nimmt in der Antragsstellung des Emittenten seinen Anfang. Die Agenturen behalten sich vor, die Durchführung eines Verfahrens abzulehnen. Zum einen aufgrund ungenügender Informationen des Emittenten, zum anderen wenn kein Rating vergeben werden kann. Nach der formalen Auftragsvergabe durch den Emittenten, wird die Emission in ein Beurteilungs- und Überwachungssystem aufgenommen. Das Analyseteam unternimmt in der hauseigenen Bibliothek und mit Datenbanken interne Recherche. Zu den angeforderten Daten gehören unter anderem der Emissionsprospekt, Jahresabschlüsse, statistische Angaben zur Wettbewerbsstellung sowie Unternehmens- und Finanzpläne. Die übergeordnete Instanz der Rating Agentur ist das sogenannte Ratingkomitee, das die einzelnen Abteilungen koordiniert. Das Ratingkomitee, dem die Entscheidung über die Vergabe eines Ratings obliegt, setzt sich aus vier bis sieben erfahrenen Analysten zusammen.

Das Ratingkomitee wird für jedes zu vergebende Rating konstituiert und setzt sich je nach Branchenzugehörigkeit des zu beurteilenden Emittenten aus dem für die betreffende Branche führenden Analysten, weiteren spezialisierten Analysten und einem Direktor zusammen, wobei meist auch die ausländischen Büros der Agentur durch einen Analysten vertreten sind. Nach einer Sitzung mit dem Management bildet das Ratingkomitee sein Urteil. Nachdem die Gesprächsergebnisse ausgewertet werden, erstellen die Analysten einen internen Bericht. Dieser Bericht wird vom Ratingkomitee anschließend geprüft. Danach entscheidet das Ratingkomitee über das festzusetzende Rating. Dies erfolgt durch eine Abstimmung. Daraufhin wird der Emittent über das Rating informiert. Falls der Emittent mit dem Rating nicht zufriedengestellt ist, kann er durch Bereitstellung weiterer Informationen eine erneute Prüfung durch das Ratingkomitee veranlassen, erst danach wird die endgültige Entscheidung bekanntgegeben und publiziert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung thematisiert die Rolle der Globalisierung und die Notwendigkeit einer objektiven „Benotung“ von Investitionsobjekten durch Rating-Verfahren.

2. Begriffsdefinitionen: Hier werden die fundamentalen Begriffe Länderrisiko und Rating sowie deren prozessuale und taxonomische Komponenten definiert.

3. Die Entstehung der führenden Ratingagenturen: Dieses Kapitel skizziert den historischen Ursprung der wichtigsten Rating-Agenturen in den USA während des 19. Jahrhunderts.

4. Relevanz des Rating: Es wird der Nutzen von Ratings aus Sicht von Investoren und Emittenten sowie deren Bedeutung unter weltpolitischen, finanzpolitischen und sozio-politischen Aspekten erläutert.

5. Die Qualität des Rating: Dieser Abschnitt behandelt die Reputation von Agenturen und die statistische Relevanz von Ratings als Prognoseinstrumente für Ausfallrisiken.

6. Kritikpunkte am Rating: Hier werden Probleme wie das stark vereinfachte Messsystem, Herdenverhalten der Agenturen und das „Rating-Shopping“ kritisch hinterfragt.

7. Ansätze zur Objektivierung des Ratingverfahrens: Es werden neue mathematische und technische Methoden wie Künstlich Neuronale Netze vorgestellt, um den Subjektivitätsfaktor zu senken.

8. Informationspolitik der Ratingagenturen: Dieses Kapitel analysiert die Datenquellen, die Publikationspraxis und die finanzielle Abhängigkeit der Agenturen von ihren Auftraggebern.

9. Fazit: Die Arbeit fasst die wachsende Bedeutung des Ratings für Schwellenländer zusammen und gibt einen Ausblick auf eine stärkere Einbeziehung von „soft facts“.

10. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Globalisierung, Länderrisiko, Rating, Rating-Agenturen, Finanzmärkte, Bonitätsanalyse, Investition, Transparenz, Rating-Shopping, Künstlich Neuronale Netze, Kapitalmärkte, Risiko, Objektivität, Emittenten, Anleger.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung von Rating-Verfahren für die globale Finanzwelt, insbesondere auf Länderebene.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Definitionen des Rating-Begriffs, historische Hintergründe, die Relevanz für Investoren, die Qualitätssicherung sowie Kritik am bestehenden System.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Rating-Verfahren eine objektive, global vergleichbare Bewertung von Staaten und Unternehmen ermöglichen, trotz der vorhandenen methodischen Herausforderungen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die theoretische Ansätze aus der Ökonomie und Finanzwissenschaft zur Bewertung von Risiken undRating-Prozessen zusammenführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definitionen, Entstehungsgeschichte, den Nutzen sowie die Qualität und Kritikpunkte von Ratings, ergänzt um moderne technologische Lösungsansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Globalisierung, Länderrisiko, Rating, Transparenz, Bonitätsanalyse und Künstlich Neuronale Netze charakterisiert.

Warum ist die Unabhängigkeit der Rating-Agenturen umstritten?

Die Unabhängigkeit wird hinterfragt, da Agenturen oft Tochtergesellschaften von Medienkonzernen sind und sich in einer finanziellen Abhängigkeit zu den zahlenden Emittenten befinden.

Welche Rolle spielt die „Neue politische Ökonomie“ im Rating?

Sie dient dazu, das politische Handeln von Regierungen rational oder irrational zu entlarven, wobei eine konsequente, wohlfahrtsorientierte Politik für ein besseres Rating förderlich ist.

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Details

Title
Länderrating: Aktuelle Tendenzen
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Publizistik Mainz)
Course
Internationale Kommunikation: Aktuelle Forschungsprobleme
Grade
1,3
Authors
Magister Artium Michael Scheer (Author), Kai Habeth (Author)
Publication Year
2001
Pages
25
Catalog Number
V15516
ISBN (eBook)
9783638206020
ISBN (Book)
9783638699303
Language
German
Tags
Länderrating Aktuelle Tendenzen Internationale Kommunikation Aktuelle Forschungsprobleme
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Michael Scheer (Author), Kai Habeth (Author), 2001, Länderrating: Aktuelle Tendenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15516
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