Die Bedeutung der 'acedia' in Petrarcas 'Secretum'


Examensarbeit, 2001
36 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Einleitung

2. Biographisches und Bibliographisches zu Petrarca
2.1 Kindheit und Jugend
2.2 Lebensmitte
2.3 Entstehungszeit des Secretum
2.4 Petrarcas ‚Bekehrung‘
2.5 Alter

3. Das Secretum
3.1 Allgemeines
3.2 Das genre
3.3 Aufbau und Inhalt
3.2.1 Praefatio
3.2.2 Erstes Buch
3.2.3 Zweites Buch
3.2.4 Drittes Buch

4. Der Begriff der acedia
4.1 Begriffsgeschichte: Die acedia von der alten Kirche
bis zum Mittelalter
4.2 Begriffsanalsye: Die accidia im Secretum
4.3 Vergleich: Petrarcas accidia und die mittelalterliche Todsünde

5. Die Rolle Augustins im Secretum

6. Petrarcas philosophische Rollenmodelle

7. Schlußfolgerungen

Literaturverzeichnis

Vorwort

Das persönliche Interesse der Verfasserin am Thema entstand während eines kirchengeschichtlichen Hauptseminars bei Prof. Dr. H. Junghans zu den „Humanisten”. Die vorliegende Arbeit widmet sich dem speziellen Problem der acedia in Petrarcas Secretum.

Bei diesem handelt es sich in kirchengeschichtlicher Hinsicht um ein interessantes Werk. Seine Genese fällt in die mittleren Lebensjahre des Autors, die schon früh im besonderen Interesse der Petrarca-Forschung standen, ging es doch um die These von Petrarcas ‘Bekehrung’. Für die Stützung beziehungsweise Entkräftigung der These sind Petrarcas berühmter Bericht der Bergbesteigung des Mont Ventoux, das Secretum und die Schrift De otio religioso entscheidende Quellen. In den beiden letztgenannten Werken spielt Augustin als Identifikationsfigur eine große Rolle, die in dieser Arbeit auch untersucht wird.

Der accidia , die den Hauptschwerpunkt dieser Untersuchung bildet, kommt aus theologischer Sicht eine Schlüsselrolle zu, da sie die einzige unter den im zweiten Buch des Secretums behandelten sieben Todsünden ist, die durch Petrarca eine signifikante Umdeutung innerhalb des ansonsten konventionell übernommenen Sündenkatalogs erfährt. Diese Neuinterpretation der acedia wirft ein äußerst interessantes Licht auf das Verständnis des Dogmas der Erbsünde im Humanismus des 14. Jahrhunderts.

Deshalb wird diese Hauptsünde sowohl hinsichtlich ihres Vorkommens als accidia im zweiten Buch des Secretums als auch bezüglich ihrer begriffsgeschichtlichen Entwicklung als acedia von der Alten Kirche bis Dante beleuchtet.[1]

Um die Bedeutungsverschiebung der acedia von der mittelalterlichen Todsünde zur ‚Seelenkrankheit’ bei Petrarca zu erklären, wird in dieser Untersuchung Petrarcas religiös-biographische Entwicklung anhand der in dieser Hinsicht wichtigsten biographischen Daten beleuchtet.

Petrarcas moralphilosophische Schriften wurden erst ab der Mitte des 20. Jahrhunderts mit Forschungsinteresse bedacht und untersucht.[2]

Die dieser Arbeit zugrunde liegende Textedition des Secretum , die der Verfasserin zugänglich war, ist ein in Bern erschienener Druck von 1604. Diese Ausgabe wird noch immer benutzt. Eine kritische Ausgabe des Secretum existiert bislang nicht.[3]

1. Einleitung

Das zeitgenössische Umfeld Petrarcas, das Italien des 14. Jahrhunderts, stellt in vielfältiger Hinsicht ein historisch bedeutsames Jahrhundert dar, denn Italien war dasjenige europäische Land, in dem sich zuerst die Auswirkungen umfassender Veränderungen in politischer und sozioökonomischer Hinsicht zeigten.[4]

Dieser Umwandlungsprozess war durch die Krise des ausgehenden Mittelalters eingeleitet worden. Kaiser- und Papsttum als universale Ordnungsmächte zerfielen, es bildeten sich Nationalstaaten und in Italien Territorialgewalten und Kommunen heraus. Als ökonomische Faktoren traten die rückläufige landwirtschaftliche Produktion infolge des schwindenden Einflusses des Feudalsystems, sowie eine Finanzkrise der frühkapitalistischen Geldwirtschaft auf.[5]

Das bereits geschwächte Papsttum verliert endgültig seine souveräne Rolle im Europa des Hochmittelalters mit dem Exil in Avignon am Anfang des 14. Jahrhunderts.[6] Die sich dort vollziehende Entwicklung der Kurie hat in den Augen der Reformkreise, die nach religiöser, intellektueller und politischer Selbständigkeit streben, einen weitergehend negativen Charakter.[7]

Die durch die Krise bewirkte „Integrationsschwäche herrschender Systeme, [der] Ansehensschwund hergebrachter Autoritäten und [der] Geltungsverlust überlieferter Normen“[8] läßt eine Sehnsucht nach Erneuerung und die Vorstellung der Wiedergeburt in allen Bereichen der Gesellschaft entstehen. Die Renaissance-gesinnung schlägt sich unter anderem auch in einer neuen Bildungsbewegung nieder, die im Italien des 14. Jahrhunderts ihren Anfang nimmt und sich bald auf ganz Europa ausdehnen wird. Diese als Humanismus bezeichnete Bewegung erhielt ihre Impulse aus dem Rückgriff auf die römische „‘Humanitas‘, ... ein aus der Synthese von griechischen und römischen Elementen erwachsenes Ideal des Menschseins ...“[9]

Die ‘studia humanitatis’ mit dem Fächerkanon Moralphilosophie, Grammatik, Rhetorik, Poetik, Geschichte bilden das humanistische Studienprogramm, das im Frühhumanismus schon angelegt ist und von späteren Humanisten ausgearbeitet wird.[10] Die Moralphilosophie nimmt als philosophische Basis in diesem Kanon die Vorrangstellung ein, da sie das Ziel des Studienprogramms, die „Lehre der rechten Lebensgestaltung“[11] nach dem Vorbild antiker Autoren, reflektiert. Das humanistische Persönlichkeitsideal umfaßt aber nicht nur eine hohe ethische Moral im Privatleben, sondern eine ebenso große als politisch engagierter Bürger.[12]

Die in Italien nach der spätmittelalterlichen Krise jedoch schon bald einsetzende wirtschaftliche Expansion ist vor allem durch die Verschiebung des ökonomischen Schwerpunktes von der Landwirtschaft zu den neuen städtischen Zentren gekennzeichnet.[13]

Im Zuge der umfassenden Erneuerung bildete sich auch in anthropologischer Hinsicht ein neues Bewußtsein heraus. Während sich der einzelne Mensch im Mittelalter vorrangig als Mitglied einer Gemeinschaft begriff, trat mit der Renaissance die Einmaligkeit des Indiviuums stärker in den Vordergrund.[14]

Die vor allem biblisch bestimmten Vorstellungen von der Menschenwürde, der dignitas hominis , gewinnen in der Auseinandersetzung mit der Antike die neue Dimension der Verwirklichung des schöpferischen Potentials im Menschen hinzu.[15]

Die trotz dieses optimistischen Lebensgefühls nicht zu verdrängende Erfahrung der Kontingenz des Lebens und die Begrenztheit der menschlichen Fähigkeiten ließen die Humanisten das Festhalten an den eigenen Erfahrungen und das Vertrauen in die alles überwindenden Tugenden betonen.[16]

Obwohl die Institution Kirche in selbstverständlicher Weise das Leben aller Menschen auch in der Renaissancegesellschaft prägte, war es dennoch „nur eine beschränkte Zahl von Humanisten, die religiöse und theologische Probleme diskutiert haben: die christlichen Humanisten.”[17] Aufgrund der anthropozentrischen Grundtendenz des Humanismus bildeten religiöse Fragen nicht den Mittelpunkt seiner Interessen, daher ist auch die Rekonstruktion eines geschlossenen christlich-humanistischen Reformprogrammes nicht möglich.[18]

Da sich das Selbstverständnis und die ‘Weltanschauung’ der Humanisten auf die Hochschätzung der Antike und das Studium ihrer Schriftsteller gründete, stellten sie „... naturgemäß zuerst die Frage nach den Beziehungen zwischen Christentum und Antike und nach der Kompatibilität des antiken Menschenbildes mit der christlichen Lehre...”[19], wenn es um ihre Haltung gegenüber der christlichen Religion ging.

Eine erste, grundlegende Vermittlung zwischen Antike und Christentum hatten schon die Kirchenväter geleistet, und auf diese Vermittlungsarbeit griffen die christlichen Humanisten gern zurück, konnten sie sich doch so auf eine bereits ‘vorgedachte’ Synthese zwischen Antike und Christentum berufen.[20]

Um ihre Wertschätzung der antiken ‘sapientia’ zu legitimieren und ihr als ‘praeparatio evangelica’ Anerkennung zu verschaffen, knüpften die christlichen Humanisten an die Theorie der Kirchenväter an, nach der den Heiden durch natürliche Offenbarung grundlegende Glaubenswahrheiten zugänglich waren.[21]

Die patristische Frömmigkeit besaß für die Humanisten eine besondere Anziehungskraft, weil sie ‚eloquentia‘ und ‚pietas‘ in sich vereinigte und sich wohltuend von der ‚scientia‘ der scholastischen Theologie unterschied. Sie gab in ihrer einfachen und klaren Weise den Geist der Evangelien wieder.[22] Der Wertschätzung der Eloquenz lag eine neue Entwicklung auf dem Gebiet der Philosophie zugrunde. In der Auseinandersetzung mit der scholastishen Logik und Sprachwissenschaft, die die Bestimmung des Seienden (res) mit unhistorischem, abstraktem Charakter zur Voraussetzung und Priorität jeglicher Wissenschaft erhoben hatte[23], erkannten die Humanisten die Bedeutung des (verbum), des konkreten, der alltäglichen menschlichen Erfahrung entstammenden Sprachäußerungen.[24] In der bildreichen Sprache von Poesie und Rhetorik lagen in den Augen der Humanisten die Möglichkeiten, ihren Zeitgenossen die Wahrheit in angemessener und pragmatischer Weise zugänglich zu machen.[25]

Die von der Kirche als Heilsanstalt zunehmend unabhängigere individuelle Frömmigkeit ist charakteristisch für die christlichen Humanisten.[26] Diese verstärkte Spiritualisierung von christlich-humanistischen Glaubensäußerungen korrespondierte mit einer Geringschätzung des öffentlichen religiösen Kultus.[27] Weil die subjektive Glaubenseinstellung nun wichtiger erschien als die objektive Verkündigung, „wurde der Initiativpunkt der Beziehungen zu einer transzendenten Welt von Gott in das menschliche Gewissen verlegt und das Schwergewicht im religiösen Bereich von der theologischen Spekulation auf die christliche Lebensführung verlagert...”[28]. In christologischer Hinsicht ergab sich daraus eine Betonungsverschiebung in Richtung auf die menschliche Natur Christi, demgegenüber der Aspekt des Kreuzes an Bedeutung verlor.[29]

2. Biographisches und Bibliographisches zu Petrarca

2.1 Kindheit und Jugend

Francesco Petrarca wurde als Sohn des Notars Petracco di Parenzo und der Eletta Canigiani am 20. Mai 1304 in Arezzo geboren. Aufgrund der Verbannung des Vaters aus Florenz und dessen neuer Tätigkeit als Advokat an der päpstlichen Kurie in Avignon ließ er sich mit der Familie im nahegelegenen Carpentras nieder. 1307 wurde Francescos Bruder Gherardo geboren.

Petrarca erhielt in Carpentras seinen ersten Unterricht und anschließend eine Ausbildung in lateinischer Grammatik und Rhetorik.[30]

1311 und 1313 begegnete Petrarca Dante, der ein Freund seines Vaters und Großvaters war.

Ohne wirkliches Interesse dafür aufzubringen, studierte Petrarca die Rechte in Montpellier (1316-20) und in Bologna (1320-26), einem bereits damals angesehenen Zentrum volkssprachlicher und lateinischer Literatur.[31]

1326, nach dem Tod seines Vaters, bricht Petrarca das Jurastudium ab. Er geht nach Avignon zurück und führt dort zusammen mit Gherardo ein ausschweifendes Leben.[32] Zu dieser Zeit war Avignon eine kosmopolitische Stadt, die kulturelle ‚Kreuzung‘ der Kulturen in Europa.[33]

Um sich eine wirtschaftliche Existenzgrundlage aufzubauen, schlägt Petrarca die kirchliche Laufbahn ein und empfängt 1326 die niederen Weihen, eine für die damalige Zeit nicht ungewöhnliche Entscheidung.[34] Der Klerikerstand verschaffte ihm Zugang zu kirchlichen Ämtern und Pfründen.

Noch während seines Studiums hatte Petrarca in Bologna freundschaftliche Beziehungen zu Giacomo Colonna aufgenommen, der aus einer der mächtigsten Familien des römischen Hochadels stammte. Petrarca trat 1330 als Kaplan in den Dienst von Giacomos Bruder, Kardinal Giovanni, den er 1330 zu seinem neuen Bischofssitz in Lombez begleitete. Dieser erlegte ihm nur geringe Pflichten auf und gewährte ihm Freiheit für die Ausübung seiner literarischen Tätigkeit.[35] Im Jahre 1335 wird Petrarca Kanonikus der Kathedrale von Lombez und erhält damit sein erstes kirchliches Benefizium von Papst Benedikt XII.

Im Laufe seines Lebens wird er weitere kirchliche Stellen erhalten. Aber erst in seinen reiferen Jahren nimmt er die den Ämtern entsprechenden Aufgaben auch persönlich wahr, und selbst dann wird er von den entsprechenden Orten auch während der Amtszeit oft abwesend sein.[36]

Petrarca folgt damit jedoch einer durchaus üblichen Praxis seiner Zeit, die darin nichts Ungewöhnliches oder Diskreditierendes sah, noch etwas, was der persönlichen Frömmigkeit eines solchen kirchlichen Amtsinhabers Abbruch getan hätte.[37]

Sein Einkommen aus den Pfründen betrachtet er lediglich als ein Mittel, um seine Idealvorstellung von einem freien Leben als Gelehrter und Poet zu verwirklichen. Diese Freiheit hatte für ihn oberste Priorität, so daß er kein seelsorgerisches Amt bekleiden wollte, da er mit der Sorge für seine eigene Seele genug Mühe habe.[38]

Nach seinen eigenen Aufzeichnungen begann am 6. April 1327 in der Kirche Santa Chiara in Avignon Petrarcas idealisierte Liebe zu Laura, einer Frau, die sein weiteres Leben schicksalshaft prägen sollte. Da diese Liebe wohl ausschließlich platonischen Charakter trug, lebte er mit ihr als literarischer Symbolfigur, einem Ideal, von dem er alle Unvollkommenheiten eines wirklichen Menschen fernhielt. In jener Zeit begann er zyklische Lyrik zu dichten, in der er die flüchtige Begegnung mit dieser Frau in innere oder erinnerte Liebessituationen verwandelte. In jahrelanger Arbeit entstanden daraus die Canzoniere , in deren Liedern er eigentlich nur sich selbst begegnete.

1333 lernte Petrarca in Paris den Augustinermönch und Humanisten Francesco Dionigi von Borgo San Sepolcro kennen, von dem er mit den Schriften und mit der Gedankenwelt Augustins bekanntgemacht wurde; von ihm erhielt er auch im selben Jahr ein Exemplar der Confessiones.

Erst Ende 1336 kommt Petrarca zum ersten Mal nach Rom, der ihn seit seiner Kindheit faszinierenden Stadt. Er ist von den Eindrücken der Ruinen und Überreste überwältigt,[39] obwohl sie nur vom fortschreitenden Verfall der Stadt zeugten, die im übrigen von der Armut der Bewohner, von Fehden der Adelsfamilien und räuberischen Überfällen gezeichnet war. Dennoch beschließt Petrarca, den Ruf der alten ‚Roma‘ durch seine lateinische Dichtung wiederherzustellen und damit auch die Wiederansiedlung des Papststuhls in Rom voranzutreiben.[40]

2.2 Lebensmitte

Petrarca hatte wohl schon durch frühere Reisen versucht, die nun zehn Jahre währende, quälende Liebe zu Laura zu vergessen. So reiste er auch 1337 nach Spanien und Frankreich. Danach kam er endlich innerlich zur Ruhe und zog sich auf sein kleines Landgut nach Fontaine de Vaucluse bei Avignon zurück, um sich seiner literarischen Arbeit zu widmen.

Im folgenden Sommer wird sein illegitimer Sohn Giovanni geboren.

Am 1. Sept. 1340 wird Petrarca zugleich vom Römischen Senat und von der Universität Paris die Dichterkrone angeboten; er entscheidet sich für Rom. Nach einer öffentlichen Prüfung in Neapel unter Vorsitz des Königs Robert von Anjou wird er am Ostertag 1341 als großer Dichter und Historiker mit dem Lorbeerkranz geehrt.

Anfang 1342 kommt Petrarca von seiner Reise über Rom und Parma wieder in der Vaucluse an, wo er längere Zeit zurückgezogen lebt. Auch erhält er in diesem Jahr ein Kanonikat in Migliarino bei Pisa. Sein Bruder tritt überraschend in den strengen und weltabgeschiedenen Karthäuserorden von Montriex ein.[41]

1343 wird Petrarca die Tochter Francesca aus einer gleichfalls unehelichen Beziehung geboren.

Von Ende 1343 reist Petrarca nach Neapel, Parma und Verona, bis er im Dezember 1345 wieder in Avignon eintrifft. 1346 erhält er ein Kanonikat am Dom zu Parma, bleibt aber bis Ende 1347 in der Provence.

Im Frühjahr 1346 entsteht die erste, später überarbeitete Fassung des moralischen Traktats De vita solitaria , in dem es unter anderem um den Gegensatz von Land- und Stadtleben geht.[42]

1347 schreibt Petrarca die erste Fassung der Abhandlung De otio religioso für seinen Bruder, nachdem er ihn im Kloster besucht hatte. Petrarca hebt darin die Vorzüge des Klosterlebens hervor, dessen Einsamkeit der Kontemplation und der Suche nach der ewigen Wahrheit und Seligkeit Raum biete. Demgegenüber stellt er in scharfen Gegensatz das Humanistendasein inmitten von Lärm und weltlichen Versuchungen.[43]

Trotzdem kommt Petrarca zu dem Schluß, daß er ungeachtet seiner eigenen Sehnsucht nach einem kontemplativeren, monastischen Leben einen anderen Weg gehen muß, da sein Wesen und seine literarische Tätigkeit dies erfordern.[44]

Ein Schwerpunkt der Schrift ist auch Petrarcas veränderte Einstellung zur Bibel, über die er in einem späteren Einschub berichtet: Ita hoc pulcerrimo comitatu Scripturarum sacrarum fines quos ante despexeram venerabundus ingredior et invenio cunta se aliter habere quam credideram. [45]

Auf diese geistliche Entwicklung Petrarcas hatten seine späteren kirchlichen Ämter in Parma und Padua einen entscheidenden Einfluß genommen, denn in einem Einschub des Werkes ist die Mitteilung enthalten, „daß seine Kenntnis des Psalters und seine Liebe zu ihm gesteigert worden seien durch die oportuna necessitas , regelmäßig am Gottesdienst teilzunehmen - zweifellos ein Hinweis auf seine Verplichtungen als Kanoniker in Parma und Padua von 1348 bis 1351.”[46]

[...]


[1] Die Schreibweise in dieser Arbeit folgt Siegfried Wenzel: Petrarcas ‚Accidia’. Darmstadt, 1976.

[2] Petrarca, Francesco: De sui et multorum ignorantia. Über seine und vieler anderer Unwissenheit. Hg.

von August Buck. Hamburg, 1993, X.

[3] Vgl. Hoffmeister, Gerhart: Petrarca. Stuttgart, 1997, 43

[5] Buck: Humanismus..., 123.

[6] Schwarzkopf, Johannes; Witz, Cornelia: Italien-Ploetz. Italienische Geschichte zum Nachschlagen.

Freiburg/Würzburg, 1996, 120.

[7] Schwarzkopf; Witz: Italien-Ploetz..., 89.

[8] Buck: Humanismus..., 123.

[9] Petrarca: De sui... , VII.

[10] Petrarca: De sui... , VII.

[11] Petrarca: De sui... , VII.

[12] Buck: Humanismus..., 176.

[13] Schwarzkopf; Witz: Italien-Ploetz...,116.

[14] Buck: Humanismus..., 253.

[15] Buck: Humanismus..., 255-256

[16] Vgl. Buck: Humanismus..., 264.

[17] Buck: Humanismus..., 228.

[18] Buck: Humanismus..., 534.

[19] Buck: Humanismus..., 229.

[20] Vgl. Buck: Humanismus..., 229.

[21] Vgl. Buck, Humanismus..., 233.

[22] Vgl. Buck: Humanismus..., 243.

[23] Vgl. Schulthess, Peter; Imbach, Ruedi: Die Philosophie im lateinischen Mittelalter: Ein Handbuch mit

einem bio-bibliographischen Repertorium. Düsseldorf/Zürich, 2000, 287.

[24] Vgl. Grassi, Ernesto: Einführung in die humanistische Philosophie: Vorrang des Wortes. Darmstadt,

1989, 19.

[25] Vgl. Schulthess; Imbach: Die Philosophie..., 287.

[26] Vgl. Buck: Humanismus..., 250.

[27] Buck: Humanismus..., 243.

[28] Buck: Humanismus..., 229.

[29] Vgl. Buck: Humanismus..., 251.

[30] Petrarca: Die Besteigung..., 42.

[31] Petrarca, Francesco: Die Besteigung des Mont Ventoux. (Familiarum rerum libri IV, 1). Übersetzt u. hg. von Kurt Steinmann. Stuttgart, 1995, 42.

[32] Vgl. Hoffmeister, Gerhart: Petrarca. Stuttgart, 1997, 2.

[33] Vgl. Witt, Ronald: Petrarch adn Pre-Petrarchan Humanism: Stylistic Imitation and the Origins of Italian Humanism. Leiden/New York/Köln, 1993, 94.

[34] Vgl. Hoffmeister: Petrarca, 3.

[35] Vgl. Hoffmeister: Petrarca, 3.

[36] Vgl. Wilkins, Ernest H.: Studies in the Life and Works of Petrarch. Cambridge, Mass., 1955, 31.

[37] Vgl. Wilkins: Studies ..., 31.

[38] Vgl. Wilkins: Studies..., 31.

[39] Mommsen, Theodor E.: Der Begriff des „Finsteren Zeitalters bei Petrarca. Darmstadt, 1969, 159.

[40] Schottlaender, Rudolf: Petrarcas universeller Latinismus. Frankfurt (M.), 1975, 17.

[41] Neumann, Florian: Francesco Petrarca. Reinbek (bei Hamburg), 1998, 143.

[42] Hoffmeister: Petrarca, 37.

[43] Hoffmeister: Petrarca, 49.

[44] Baron, Hans: Petrarch’s Secretum: Its Making and its Meaning. Cambridge, Mass., 1985, 5.

[45] Zit.bei Baron, Hans: Petrarcas geistige Entwicklung: Gedanken zum Stand der gegenwärtigen Petrarca- Forschung. Darmstadt, 1976, 413.

[46] Baron: Petrarcas geistige Entw. ..., 415.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung der 'acedia' in Petrarcas 'Secretum'
Hochschule
Universität Leipzig  (Theologische Fakultät, Institut für Kirchengeschichte)
Note
2,0
Autor
Jahr
2001
Seiten
36
Katalognummer
V155163
ISBN (eBook)
9783640679652
ISBN (Buch)
9783640681129
Dateigröße
593 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Bedeutung, Petrarcas, Secretum
Arbeit zitieren
Elisabeth Humboldt (Autor), 2001, Die Bedeutung der 'acedia' in Petrarcas 'Secretum', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155163

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