Eine dependenztheoretische Situationsanalyse

Versuch einer Einbettung der WTO in die Dependenztheorie


Seminararbeit, 2008

17 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhalt

Vorwort

Einleitung – Die Speisekarte

1. Kapitel – Die Vorspeise

2. Kapitel – Der Hauptgang

Anhang – Die Nachspeise (Quellenverweise)

Vorwort

Subjektiv-motivationale Basis – selbstauferlegter Zwang und Erkenntnishunger

Man könnte das Zustandekommen dieser Arbeit - ihrer Thematik, Problematik und die daraus resultierenden methodischen, strukturellen und inhaltlichen Fokussierungen - prozessual beschreiben und chronologisch periodisieren.

Gemäß (m)eines emanzipatorisch-individualistischen Menschenbildes, das ein selbstbestimmt und eigenverantwortlich handelndes Individuum voraussetzt, würde dies bedeuten, dass die vorliegende Arbeit Resultat eines wechsel-seitigen Prozesses ist, welcher mit der Wahl dieses Studiengangs beginnt. Damit habe ich mich gezwungen ein Seminar aus diesem Modul zu wählen. Ferner habe ich mich, mit der Entscheidung für Ihr Seminar, dazu gezwungen, mich erstens mit den Institutionen der IPÖ theoretisch und empirisch auseinanderzusetzen, zweitens dazu, eine Vertiefung dieser Auseinander-setzung in Form eines Referates zur Einbettung der WTO in die drei Analyseperspektiven vorzunehmen, um das Recht zum Verfassen einer Hausarbeit zu erlangen, womit ich mich schließlich drittens dazu gezwungen habe, die thematischen und formalen Vorgaben für eine solche Arbeit zu akzeptieren. Da ich diese Vorgaben bei der ersten Arbeit nicht eingehalten habe, weil mein Erkenntnishunger mich in eine andere Richtung trieb, war ich nunmehr gezwungen, einen Neuversuch zu starten. Um einen gleichartigen Fehler zu vermeiden, zwang ich mich zu einer konzeptionellen Vorarbeit, die sich aufgrund einer zu breit angelegten Fokussierung als korrekturbedürftig erwies. Somit habe mich gewissermaßen gezwungen den Fokus zu verengen und die Arbeit dementsprechend anzulegen. Auf all diesen Etappen spielte mein Erkenntnishunger eine beeinflussende Rolle, die verschiedenartig ausgeprägt war.

So könnte man subjektiv davon sprechen, dass die vorliegende Arbeit auf zwei motivationalen Säulen basiert, nämlich einerseits auf eben diesem Erkenntnis-hunger und andererseits auf den mir jeweils selbst auferlegten Zwängen.

Wie ich mich diesmal zwinge, meinen Erkenntnishunger zu sättigen, soll der folgende „Menü-Plan“ einleitend skizzieren.

Einleitung – Die Speisekarte

Nach Aufnahme der konzeptionellen Korrekturvorschläge bin ich zu folgender Frage- bzw. Problemstellung gelangt:

Wie lässt sich die Dependenztheorie für eine Analyse der WTO fruchtbar machen?

In meiner These behaupte ich Folgendes:

Dies gelingt, indem man dependenztheoretische Kernelemente dergestalt operationalisiert, dass eine Einbettung der WTO in Form einer Situations-analyse, die jeweiligen dependenztheoretischen Elemente evident bestätigt.

Mit diesem Gerüst aus Problemstellung und These werden zunächst einmal zweierlei Aspekte induziert:

1. Die Formulierung verdeutlicht, dass primär mein allgemeiner Erkenntnis-hunger nach dem Erklärungspotential von Theorien gesättigt werden soll und erst in zweiter Instanz versucht wird, den selbst auferlegten Zwängen gerecht zu werden.
2. Die Problemstellung impliziert eine unabdingbare Beschäftigung mit der Dependenztheorie im Voraus, um selektiv ein Filtrat von dependenz-theoretischen Kernelementen zu erhalten, welches dann schließlich anhand der WTO auf seine Gültigkeit überprüft werden soll.

Die Präferenz einerseits und die Notwendigkeit andererseits schlagen sich im methodischen Vorgehen und der Struktur der Arbeit nieder. Dementsprechend werde ich zunächst eine Vorstellung der Dependenztheorie wagen, an deren Ende ein Filtrat von dependenztheoretischen Kernelementen stehen soll, welches schließlich, in einem zweiten Schritt, operativ für eine stringente und evidente Einbettung der WTO in diesen Theoriestrang fruchtbar gemacht werden soll.

Aus Platzgründen und argumentationsstrategischen Erwägungen belasse ich es an dieser Stelle bei dieser sehr abstrakten und groben Skizze meines Vorhabens, da sonst die Gefahr besteht, argumentativ vorzugreifen. Um überleitend trotzdem etwas Plastizität einzubringen, möchte ich folgende Arbeitshypothese präsentieren, die für den Hauptteil der Arbeit zielführend sein soll:

Wenn einem paradigmatisch-großtheoretisch angelegtem Dependenz-ansatz einerseits Evidenz abgesprochen, andererseits aber einem weniger dogmatisch-situationsanalytisch angelegtem Dependenzansatz Evidenz attestiert wird, dann sollte eine Operationalisierung wesentlicher Kern-elemente eine evidente Einbettung der WTO ermöglichen.

1. Kapitel – Die Vorspeise

Die „Dependencia“ - zwischen Dogmatismus und Differenzierung

Gemäß dem konditionierenden Teil der Arbeitshypothese soll dieses erste Kapitel also zunächst den Boden bereiten für die im Folgekapitel angestrebte Gültigkeitsprüfung. So beschränkt sich die Arbeit an dieser Stelle zunächst auf eine deskriptive, sowie rezipierende Methodik. Dabei stehen, wie im Titel angedeutet, der Entstehungsprozess und der theoretische Diskurs um die Akzentuierung bestimmter Dependenzautoren im Zentrum, sowie die verschiedenartig ausgeprägten Ansprüche, die jene Ansätze anlegen. Die Darstellung greift hierbei auf drei Theorie begleitende Beiträge zurück. Zum einen geben zwei eher grob überblicksartige Beiträge (Bieling, Cohn)[i] Auskunft über analytische Schwerpunktsetzungen, wesentliche Kernelemente und den Einfluss verschiedener Grundströmungen. Andererseits soll ein mehr detaillierter Beitrag (Bujard)[ii] rezipiert werden, der die divergierenden Dependenzansätze herausarbeitet. In diesem Sinne soll ausgehend von den Entstehungsbedingungen schließlich das benötigte Filtrat dependenz-theoretischer Kernelemente am Ende dieses Kapitels stehen.

Zeitlich fällt die Entstehung dependenztheoretischer Annahmen in die 60-er Jahre, die von einer intensiven entwicklungspolitischen und –theoretischen Debatte geprägt waren[iii]. Zentral für die Entstehung waren die ökonomischen Probleme Lateinamerikas, sowie jene in den Entwicklungsländern Afrikas und Asiens der frühen 60-er Jahre[iv]. Entgegen der Prophezeiungen vieler Modernisierungstheoretiker[v] verschlimmerten sich dort die Probleme. Armut in Form von Krankheit, Unterernährung, Analphabetismus und Verwahrlosung war für den Großteil der Bevölkerung dieser Länder täglich virulent[vi]. Diese Zustände führten bei Beobachtern zu kritischen Reflexionen über die Ursachen. Aus diesen Beobachtern rekrutierten sich die ersten Dependenzautoren[vii].

An dieser Stelle möchte ich einen operationalen Einschub machen, der die für diese Arbeit relevanten Autoren eingrenzt. Wenn ich im Rahmen dieser Arbeit also von Dependenztheorie bzw. –Theoretikern spreche, beschränke ich mich auf die Überlegungen von Henrique Fernando Cardoso, Samir Amin, Andre Gundar Frank und Dieter Senghaas. [viii]

[...]


[i]Vgl. Bieling, Hans-Jürgen: „Historischer Strukturalismus“, 2007, in: Internationale Politische Ökonomie. Eine Einführung, Deppe/Bieling [Hrsg.], Kap. 2.1.3, S.39-44, sowie Cohn, Theodore H.: “The Historical Structuralist Perspective. Dependency-Theory”, 2008, in: Global Political Economy. Theory and Practice, New York: Pearson Education, Kap. 5, S. 100-104.

[ii] Vgl. Bujard, Martin: „Entwicklungspolitische Debatte in Deutschland - Dieter Senghaas’ Beitrag zur Dependenztheorie“, 2002, Institut für Politische Wissenschaften Universität Heidelberg, online http://www.martinbujard.de/Inhalt/u-Senghaas.pdf, abgerufen am 13.2.2009

[iii] Vgl. ebenda, S. 3.

[iv] Vgl. ebenda.

[v] Vgl. ebenda, S.4.

[vi] Vgl. ebenda.

[vii] Vgl. ebenda.

[viii]Die folgenden vier Werke werden im Rahmen dieser Arbeit betrachtet::

- Frank, Gundar Andre: „Kapitalismus und Unterentwicklung in Lateinamerika“, 1967
- Cardoso, Fernando Henrique: „Abhängigkeit und Entwicklung“, 1969
- Amin, Samir: „Akkumulation auf Weltebene“, 1970.
- Senghaas, Dieter: „Peripherer Kapitalismus“, 1974.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Eine dependenztheoretische Situationsanalyse
Untertitel
Versuch einer Einbettung der WTO in die Dependenztheorie
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Otto Suhr Institut - Politikwissenschaft )
Veranstaltung
Institutionen der Internationalen Politischen Ökonomie
Note
2,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
17
Katalognummer
V155253
ISBN (eBook)
9783640739271
ISBN (Buch)
9783640739585
Dateigröße
579 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eine, Situationsanalyse, Versuch, Einbettung, Dependenztheorie
Arbeit zitieren
Christian Posse (Autor), 2008, Eine dependenztheoretische Situationsanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155253

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