Die Segelechse Indonesiens (Hydrosaurus amboinensis) wurde schon im frühen 18. Jahrhundert vom Holländer Francois Valentyn (1666-1727) entdeckt und beschrieben. Dennoch war die zoologische Klassifikation schwierig und man sprach zunächst von einem „wilden Wasserleguan“ oder von einem „Kampfläufer“. Trotz der wissenschaftlichen Erstbeschreibung der Gattung im Jahre 1768 durch Johannes Albertus Schlosser (1733-1769), wurde es erst spät klassifikatorisch deutlich, dass es sich nicht um Leguane im eigentlichen Sinne, sondern um leguanartige Agamen handelt und die Art Hydrosaurus amboinensis von Hydrosaurus celebensis und Hydrosaurus microlophus alleine schon durch den unterschiedlichen Lebensraum zu unterscheiden ist.
Inhaltsverzeichnis
- (1) Eine Echse auf der Insel Ambon wird im Jahr 1724 als „wilder Wasserleguan“ beschrieben:
- (2) Die Entdeckung einer zweiten und dritten Art der Gattung wird ab 1885 zunehmend unterschlagen:
- (3) Aber seit wann wurde die Zugehörigkeit der Segelechse zur Familie der Agamidae erkannt?
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit ist eine historische und wissenschaftliche Recherche, die sich mit der Entdeckungsgeschichte und der taxonomischen Klassifikation der indonesischen Segelechse (insbesondere Hydrosaurus amboinensis) durch europäische Seefahrer und Naturforscher befasst. Das primäre Ziel ist es, die Herausforderungen und die Entwicklung der systematischen Einordnung dieser faszinierenden Reptilienart im Laufe der Jahrhunderte nachzuzeichnen und aufzuzeigen, wie sich das Verständnis ihrer Artenvielfalt gewandelt hat.
- Historische Erfassung der Entdeckung und Beschreibung indonesischer Segelechsen.
- Analyse der frühen zoologischen Klassifikationsversuche und der damit verbundenen Schwierigkeiten.
- Darstellung der taxonomischen Debatten und Revisionen von der Erstbeschreibung bis ins 21. Jahrhundert.
- Untersuchung der Rolle anatomischer Merkmale, insbesondere der Kieferstruktur, bei der Abgrenzung von Agamen, Leguanen und Basilisken.
- Verfolgung der Entwicklung von der Annahme einer Art zu einer diverseren Gattung mit mehreren Spezies.
Auszug aus dem Buch
Eine Echse auf der Insel Ambon wird im Jahr 1724 als „wilder Wasserleguan“ beschrieben:
Die Welt der Molukken, die Gewürzinseln in der indonesischen Inselwelt, wurde spätestens seit Magellans Weltumseglung im 16. Jahrhundert, und zwar auch die Tierwelt, näher untersucht, und man fand dort bisher unbekannte Reptilien, die tatsächlich wie sagenumwobene Drachen aussahen und auch heute noch aussehen.
Im Jahre 1724 war noch nicht deutlich geworden, um was für ein Reptil (in seiner Artverbundenheit mit anderen Reptilien) es sich bei dem Fund eines „wilden Wasserleguans“ (F. Valentyn, 1724) auf der Insel Ambon (heute ein Teil von Indonesien) handelte. Klassifikatorisch ging Francois Valentyn, im Jahre 1724, von einem vorgefundenen „Landleguan“ und einem „Wasserleguan“ aus. Vom eigentlichen Wasserleguan unterschied er den „Kemphaan“, einen „Kampfläufer“ oder auch „Wilder Wasser-Leguan“ genannt, ebenda, im Jahr 1724, Seite 282 des Originals, heute bekannt als die Ambonʻsche Segelechse, die einen eigenen Körperbau mit segelartigem Rückenkamm aufweist. Heute wissen wir, dass es sich um eine ungewöhnlich große Agamenart der Alten Welt handelt:
Der Reisebericht von Valentyn beschreibt die Segelechse in folgenden Worten: „Vom Hals aus entlang des gesamten Rückens verläuft eine durchgehende Flosse, ähnlich einem Formkamm, die an einigen Stellen in kürzere Dornen unterteilt ist, ebenso wie die gesamte Stelle zwischen den Beinen an anderen Stellen auch in längere [Dornen, A.F.] unterteilt ist. Insbesondere kurz hinter den Hinterbeinen erhebt sich die etwa fünf Zentimeter breite Flosse, fast wie ein Kamm, den das Tier aufsetzt, und [diese, A.F.] erstreckt sich über den größten Teil des Tieres (Übersetzer Niederländisch Deutsch kostenlos online)."1
Anscheinend war die klassifikatorische Beziehung zwischen Leguanen und Segelechsen zunächst nicht ganz deutlich. Erst 1768 wurde das anders durch den Freund von Carolus Linneus, namens Johannes Albertus Schlosser (1733-1769), der Leguane, Basilisken und Segelechsen deutlich unterschied. Daraufhin publizierte auch das Linneische Systema naturae von 1788 die als Echse, Lat. Lacerta, im Systema eingetragene Lacerta amboinensis, neben Leguanen (d.h. neben Iguana lacerta) und Basilisken (d.h. Basiliscus lacerta) alleine stehend, sich auf J. Albertus Schlosser als Entdecker beziehend. Die vorhergehende Auflage des Systema naturae von 1758 kannte tatsächlich nur die Einträge Iguana, Basiliscus und Agama. Siehe den neuen Eintrag im neuen 1788 Originaltext von Carolus Linneusʻ Werk, das nun eine eigene Lacerta amboinensis kennt: v. 1, pt. 3 - Caroli a Linné Systema naturae per regna tria naturae - Biodiversity Heritage Library, Seite 1064.
Zusammenfassung der Kapitel
(1) Eine Echse auf der Insel Ambon wird im Jahr 1724 als „wilder Wasserleguan“ beschrieben: Dieses Kapitel beleuchtet die frühen Beschreibungen der Ambon-Segelechse durch Francois Valentyn im frühen 18. Jahrhundert und die anfänglichen Schwierigkeiten, sie taxonomisch korrekt einzuordnen, wobei sie zunächst oft als "wilder Wasserleguan" bezeichnet wurde.
(2) Die Entdeckung einer zweiten und dritten Art der Gattung wird ab 1885 zunehmend unterschlagen: Hier wird diskutiert, wie die Entdeckung weiterer Segelechsenarten durch Zoologen wie C.H.W. Peters im späten 19. Jahrhundert zunächst zur Synonymisierung mit Lacerta amboinensis führte, was die Artenvielfalt der Gattung über lange Zeit verkannte.
(3) Aber seit wann wurde die Zugehörigkeit der Segelechse zur Familie der Agamidae erkannt? Dieser Abschnitt verfolgt die schrittweise taxonomische Neuordnung der Segelechse, von der Unterscheidung echter Leguane und Basilisken bis zur finalen Zuordnung zur Familie der Agamidae, basierend auf detaillierten anatomischen Merkmalen wie der Kieferstruktur.
Weiterführende Erkenntnisse zur Artenvielfalt: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass erst im 21. Jahrhundert eine Revision der Segelechsen-Taxonomie erfolgte, die zur Anerkennung von mittlerweile fünf Hydrosaurus-Arten führte, basierend auf neuen Forschungen und der Berücksichtigung unterschiedlicher Lebensräume.
Schlüsselwörter
Segelechse, Hydrosaurus amboinensis, Indonesien, Taxonomie, Klassifikation, Herpetologie, Naturgeschichte, Francois Valentyn, Agamidae, Leguan, Basilisk, Molukken, Artenabgrenzung, Zoologie, Entdeckungsgeschichte, Systematik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit behandelt die historische Entdeckung, Beschreibung und die komplizierte taxonomische Klassifikationsgeschichte der indonesischen Segelechse (insbesondere Hydrosaurus amboinensis) durch europäische Naturforscher und Seefahrer vom 18. bis ins 21. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die Zoologie und Herpetologie, die Geschichte der Naturwissenschaften, die Systematik und Taxonomie von Reptilien sowie die geografische Verbreitung und die Entdeckung der Tierwelt in Südostasien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Entwicklung der wissenschaftlichen Einordnung der Segelechse nachzuzeichnen und zu verstehen, warum ihre Klassifikation über Jahrhunderte hinweg strittig war und welche Kriterien letztendlich zu ihrer heutigen systematischen Position führten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine historische und vergleichende Methode, indem sie alte Reiseberichte, wissenschaftliche Publikationen und taxonomische Revisionen analysiert, um die Entwicklung des Verständnisses der Segelechse nachzuvollziehen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Erstbeschreibung durch Valentyn, die anfängliche Verwechslung mit Leguanen und Basilisken, die spätere Entdeckung weiterer Arten und deren Synonymisierung, sowie die letztendliche Zuordnung zur Familie der Agamidae basierend auf spezifischen anatomischen Merkmalen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Segelechse, Hydrosaurus amboinensis, Taxonomie, Klassifikation, Herpetologie, Naturgeschichte, Agamidae und Entdeckungsgeschichte.
Warum war die frühe Klassifikation der Segelechse so schwierig?
Die frühe Klassifikation war schwierig, weil die Segelechse Merkmale aufwies, die sowohl an Leguane als auch an Basilisken erinnerten, aber nicht genau in die bestehenden Kategorien passte, was zu Bezeichnungen wie "wilder Wasserleguan" führte und eine klare Abgrenzung erschwerte.
Welche Rolle spielten anatomische Merkmale, insbesondere der Kiefer, bei der Klassifikation?
Anatomische Merkmale, insbesondere die Kieferstruktur (Akrodontie im Gegensatz zur Pleurodontie), waren entscheidend für die korrekte Einordnung der Segelechse zu den Agamen und ihre Abgrenzung von echten Leguanen und Basilisken, da sie einen fundamentalen Unterschied in der Zahnentwicklung aufzeigten.
Wie hat sich das Verständnis der Artenvielfalt der Segelechsen im Laufe der Zeit verändert?
Das Verständnis der Artenvielfalt durchlief mehrere Phasen: von der anfänglichen Konzentration auf eine Art (H. amboinensis), über die Synonymisierung entdeckter weiterer Arten im späten 19. Jahrhundert, bis hin zur aktuellen Erkenntnis von fünf distinkten Hydrosaurus-Arten, die sich auch durch ihre unterschiedlichen Lebensräume abgrenzen.
Welche verschiedenen Namen trug die Ambon-Segelechse im Laufe ihrer Klassifikationsgeschichte?
Im Laufe ihrer Klassifikationsgeschichte trug die Ambon-Segelechse verschiedene wissenschaftliche Namen, darunter Lacerta Amboinensis (Schlosser, Linneus), Hydrosaurus Amboinensis (Kaup), Istiurus Amboinensis (Cuvier) und Lophura Amboinensis (Wagler), was die Unsicherheit in ihrer taxonomischen Einordnung widerspiegelt.
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- Aaron Fellbaum (Autor), 2024, Die Segelechsen im Stillen Ozean. Eine Recherche zur Entdeckung Indonesiens durch europäische Seefahrer, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1552884