Reduzierung von Armut und Hunger in den Ländern südlich der Sahara

Die Milleniumsziele


Hausarbeit, 2009
22 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Millenniums-Projekt
2.1 Die MDGs – alte Forderungen neu verpackt
2.2 Die konkreten Ziele
2.3 Die Umsetzung verlangt eine globale Strategie
2.4 Interdependenzen innerhalb der MDGs

3 Ziel 1: Beseitigung der extremen Armut und des Hungers
3.1 Wann ist ein Mensch arm?
3.2 Armutsbekämpfung als zentrales Millenniumsziel
3.3 Die Lage der Länder südlich der Sahara

4 Umsetzung der MDGs in den Ländern südlich der Sahara
4.1 Entwicklungsstand in Subsahara
4.2 Die MDGs als „Mogelpackung“?
4.3 Zwei grundlegende Probleme bei der Umsetzung der MDGs
4.4 Ein veränderter Umgang ist nötig

5 Fazit

6 Quellenverzeichnis
6.1 Literaturverzeichnis
6.2 Internetquellen

1. Einleitung

Armut und soziale, politische sowie ökonomische Ungleichheit sind weltweit zentrale Themen. Gerade die Globalisierung macht diese Ungleichheiten immer deutlicher und verstärkt sie noch. In den vergangenen Jahrzehnten gab es deshalb immer wieder Bemühungen, die Unterschiede zwischen den sogenannten Entwicklungs- und Industrieländern auszugleichen. Dennoch sind viele Kampagnen häufig im Sande verlaufen. Ein neues Projekt, dass sich es sich zum Ziel gesetzt hat, Armut, Hunger und Krankheiten weltweit zu reduzieren, wurde 2000 von den Vereinten Nationen (UN) ins Leben gerufen – die Millennium Development Goals (MDGs).

Die vorliegende Arbeit „Reduzierung von Armut und Hunger in den Ländern südlich der Sahara – die Millenniumsziele“ beschäftigt sich mit den Millenniumsentwicklungszielen – insbesondere mit der Fragestellung, inwieweit die MDGs tatsächlich zur Reduzierung von Armut beitragen können. Hierbei soll es also hauptsächlich um die Zielvorgabe [1] gehen – mehr würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Auch liegt der Focus lediglich auf den afrikanischen Ländern südlich der Sahara.

Zu Beginn der Ausarbeitung wird das Millenniums-Projekt beschrieben – es werden organisatorische Details, einzelne Ziele sowie die Interdependenzen innerhalb der Zielvorgaben genannt. Um eine genaue Vorstellung von der Armutsproblematik zu gewinnen, geht es in Punkt drei zunächst generell um die Frage „Wann ist ein Mensch arm?“. Daraufhin folgt eine detaillierte Beschreibung der Zielvorgabe 1: „Beseitigung der extremen Armut und des Hungers“, sowie eine Darstellung der gegenwärtigen Situation in den Subsahara-Staaten.

Kapitel vier der Arbeit beschäftigt sich schließlich mit der Umsetzung der MDGs in den afrikanischen Staaten südlich der Sahara. Dabei wird zunächst ein Überblick über den Entwicklungsstand 2007 gegeben, woraufhin eine kritische Auseinandersetzung mit der Frage der Realisierbarkeit des Millenniums-Projekts sowie dessen Defizite und Verbesserungsmöglichkeiten erfolgt.

Abschließend werden zentrale Punkte im Fazit resümiert, es erfolgt eine kritische Reflexion der Fragestellung und weiterführende Probleme werden aufgezeigt.

2. Das Millenniums-Projekt

Im September 2000 trafen sich die führenden Weltregierungen auf dem UN- Millennium-Gipfel in New York, um über die aktuelle Weltlage zu beraten. Dabei verfassten sie am Ende der Sitzung eine Erklärung – die Millennium Declaration. Darin versprachen die 189 Unterzeichnerstaaten, eine Umwelt zu schaffen – auf nationalem sowie globalem Niveau – „ which is conducive to development and to the elimination of poverty “1 (förderlich zur Entwicklung und zur Beseitigung von Armut).

2.1 Die MDGs – alte Forderungen neu verpackt

Auf Grundlage der Erklärung des Millennium-Gipfels und verschiedenen Konferenzen aus den 1990er Jahren, darunter auch der World Food Summit (WFO) von 1996 – dieser setzte sich die Reduzierung von Hunger um die Hälfte bis 2015 zum Ziel –, entstanden die Millennium Development Goals (MDGs). Neu waren die Forderungen der MGDs nicht, vielmehr stellten sie eine Zusammenführung zahlreicher Beschlüsse und Absichtserklärungen dar. Wirklich neuartig hierbei waren jedoch die hohe Zahl der zustimmenden Akteure sowie die Konkretisierung der Ziele anhand von messbaren Indikatoren und zeitlich begrenzten Vorgaben.

Insgesamt sind mehr als 250 Experten aus der ganzen Welt am Projekt Millennium beteiligt, darunter Wissenschaftler, Forscher, politische Entscheidungsträger, Vertreter von nichtstaatlichen Organisationen, Organisationen der UN, die Weltbank, der Internationale Währungsfond und Fachleute des Privatsektors[2]. Verteilt auf zehn Arbeitsgruppen entwickelten sie in einem unabhängigen Beratungsgremium acht Ziele – die Millennium Development Goals. Diese zerfallen noch in über 20 Teilziele bzw. differenziertere Zielvorgaben[3]. Zu jeder Zielvorgabe wurde ein Set von Indikatoren erarbeitet. Mithilfe dieser soll in regelmäßigen Zeitabständen überprüft werden, ob und in welchem Maße die Ziele umgesetzt wurden.

2.2 Die konkreten Ziele

Die konkreten Ziele des Millenniums-Projekts sind folgendermaßen formuliert:

„Ziel 1: Beseitigung der extremen Armut und des Hungers Ziel 2: Verwirklichung der allgemeinen Grundschulbildung

Ziel 3: Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und Ermächtigung der Frauen

Ziel 4: Senkung der Kindersterblichkeit

Ziel 5: Verbesserung der Gesundheit von Müttern

Ziel 6: Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und anderen Krankheiten Ziel 7: Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit

Ziel 8: Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft“[4]

Jedem Ziel gehören noch Unterziele an sowie Indikatoren – insgesamt haben die UN-Expertenteams 48 Indikatoren entwickelt.

2.3 Die Umsetzung verlangt eine globale Strategie

Zur Umsetzung der Zielvorgaben sei eine globale Strategie der Armutsbekämpfung von Nöten, d.h. die Millenniumsziele müssten Bestandteil nationaler und internationaler Bemühungen sein[5]. Als Politikempfehlungen legen die Vereinten Nationen den Schwerpunkt deshalb auf drei Handlungsstrategien: Zum Ersten sollen die MDGs als politische Mindestziele in den Entwicklungsländern verfolgt werden[6].

Zum zweiten sind die Geberländer dazu aufgefordert, ihre finanziellen Hilfen deutlich aufzustocken. Die entwickelten Länder sollen insgesamt 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens[7] für die öffentliche

Entwicklungshilfe aufwenden – bislang lag diese bei 0,25 Prozent[8].

Der dritte Punkt bezieht sich auf den zeitlichen Rahmen innerhalb dessen die MDGs erreicht werden sollen. Nach Vorbild der WFO haben sich die Vereinten Nationen 2015 zum Stichjahr gesetzt. „ Selbst in den ärmsten Ländern können die Ziele bis 2015 erreicht werden[9], heißt es in der Beschreibung der Millenniumsziele der UN.

2.4 Interdependenzen innerhalb der MDGs

Die Erreichung jedes einzelnen Ziels steht in Abhängigkeit zur Umsetzung aller anderen. Armut und Hunger führen zwangsläufig zu Krankheit und einer erhöhten Kindersterblichkeit. Ebenso ist ein armes Land weniger in der Lage, eine Grundschulbildung zu gewährleisten – was wiederum zu einer geringen Beschäftigungsquote führt, da es an ausgebildeten Fachkräften mangelt. Keine oder keine geregelte Beschäftigung rufen jedoch wieder Armut hervor. Fehlende Bildung schafft Unwissenheit in Bezug auf Geschlechterrollen – Benachteiligung von Frauen und Mädchen – sowie auf Erkrankungen – hier insbesondere HIV/Aids. Prävention ist aufgrund mangelnden Wissens also schwierig, die Krankheit breitet sich weiter aus. Aufgrund der Armut fehlen schließlich die finanziellen Mittel, um eine adäquate medizinische Versorgung zu gewährleisten. Ebenso darf der Zusammenhang zwischen Armut und Umwelt nicht unterschätzt werden

– hängen die Erfolgsaussichten der Armutsbekämpfung doch wesentlich von der Fähigkeit armer Gesellschaften ab, mit den Folgen veränderter Klimaverhältnisse umgehen und sich anpassen zu können[10].

Um auf Stand der entwickelten Länder zu kommen, ist ein Abbau der Schulden nötig. Diese kann in armen Ländern nicht aus eigener Kraft erfolgen und muss deshalb zunächst größtenteils von den Industrienationen getragen werden. Auch fehlt der Zugang zum internationalen Markt[11], was wiederum bedeutet, dass die unterentwickelten Länder kaum Export betreiben – dafür aber Waren von außen geliefert werden, die meist günstiger sind als die inländisch produzierten und daher einen größeren

Absatz finden. Was wiederum nicht gut für die Produktion im eigenen Land ist und zu einer weiteren Verarmung führt. Das eine hängt mit dem anderen zusammen. Um grundlegende Probleme der weltweiten Armut zu beseitigen, müssen somit alle Ziele gleichermaßen angegangen werden.

[...]


[1] „FAO and the challenge of the Millenium Development Goals“, 2005

[2] Vgl. UN: Über das Milleniums-Projekt

[3] Vgl. UN: MDG Report 2008, S. 4

[4] Vgl. UN: Offizielle Liste der Indikatoren für die Millenniums-Entwicklungsziele

[5] Siehe UN: Über das Millenniums-Projekt,

[6] Vgl. ebd.

[7] Vgl. ebd.

[8] Vgl. UN: Die Krise

[9] UN: Über das Millenniums-Projekt

[10] Siehe: Nuscheler, 2005, S. 577

[11] Vgl. Wiggerthale, 2009, S. 17

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Reduzierung von Armut und Hunger in den Ländern südlich der Sahara
Untertitel
Die Milleniumsziele
Hochschule
Universität Kassel  (Gesellschaftswissenschaften)
Veranstaltung
Friedens- und Konflikforschung
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
22
Katalognummer
V155310
ISBN (eBook)
9783640683895
ISBN (Buch)
9783640684434
Dateigröße
1126 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Reduzierung, Armut, Hunger, Ländern, Sahara, Milleniumsziele
Arbeit zitieren
Katrin Maiterth (Autor), 2009, Reduzierung von Armut und Hunger in den Ländern südlich der Sahara, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155310

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