Nach den Wirren am Ende des Zweiten Weltkrieges war der Wunsch nach einer Einigung Europas groß. Auf diesen Wunsch aufbauend wurde 1952 die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) von sechs europäischen Staaten gegründet, womit der Friede innerhalb Europas gesichert werden sollte. Mit diesen Bestrebungen ging auch die Idee einer gemeinsamen außenpolitischen Repräsentation und damit einer integrierten europäischen Armee einher. Es sollte ein Projekt verwirklicht werden, welches eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) beinhaltete. Um eine gute Kooperation zwischen EGKS und EVG zu gewährleisten, wurde auch über eine Europäische Politische Gemeinschaft (EPG) nachgedacht. Die EPG sollte außerdem außenpolitische Elemente aufnehmen um einen Ansatz mit Wirtschafts- und Außenpolitik umzusetzen. Allerdings lehnte die französische Nationalversammlung den Plan ab. Somit scheiterte der Versuch die europäische Integration über die rein ökonomischen Zwecke zu erheben und sie auch zu einer politischen Gemeinschaft zu machen.
Erst mit dem Vertrag von Maastricht, welcher die Grundlage zur Gründung der Europäischen Union darstellt, gelang es eine Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP), mit der Perspektive einer gemeinsamen Verteidigungspolitik, in den Vertrag aufzunehmen. Die GASP war aber eher anlassbezogen und erfüllte nicht den Anspruch, der EU ein kohärentes und langfristiges außenpolitisches Profil zu verleihen. 1999 wurde der Vertrag von Maastricht in Amsterdam und vier Jahre später in Nizza revidiert.
Eine Zäsur hinsichtlich der außenpolitischen Fähigkeiten der EU sollte der Vertrag von Lissabon, welcher am 1.Dezember 2009 in Kraft getreten ist darstellen. Damit wollte die EU ihr Ziel, endlich eine gemeinsame Außenpolitik zeigen zu können, verwirklichen. Dies sollte auch mit der Schaffung des Amtes eines Hohen Vertreters der EU für Außen- und Sicherheitspolitik unterstrichen werden. Damit wollte die EU erstmals eine klare Linie ihreraußenpolitischen Handlungen zeigen und verdeutlichen, dass sie neben einem rein ökonomischen „global player“ auch ein Politischer sein kann.
Diese Arbeit macht es sich zur Aufgabe, zu ergründen, ob und inwiefern die EU durch den Vertrag von Maastricht bzw. dem Vertrag von Lissabon eine gemeinsame europäische Außenpolitik verwirklichen kann/ konnte und ob sie somit ihrem Ziel – in der Weltpolitik ein entscheidender Faktor zu sein - näher gekommen ist.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problem- und Fragestellung
- Methodisches Vorgehen
- Theoretische Grundlagen
- Vertrag von Maastricht
- Vertrag von Lissabon
- Vergleich der außenpolitischen Aspekte
- Maastricht - Betrachtung
- Lissabon - Betrachtung
- Schluss
- Ergebnisse
- Ausblick/ Perspektiven
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen der Verträge von Maastricht und Lissabon auf die gemeinsame europäische Außenpolitik. Sie analysiert, inwieweit diese Verträge der EU eine gemeinsame Außenpolitik ermöglicht haben und ob sie ihrem Ziel näher gekommen ist, in der Weltpolitik ein entscheidender Faktor zu sein.
- Entwicklung der europäischen Integration und außenpolitische Ziele
- Vergleich der außenpolitischen Ansätze des Vertrags von Maastricht und des Vertrags von Lissabon
- Analyse der Stärken und Schwächen der EU-Außenpolitik im Kontext der beiden Verträge
- Bedeutung der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP)
- Einfluss des Vertrags von Lissabon auf die Handlungsfähigkeit der EU
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung stellt die Problem- und Fragestellung der Arbeit vor. Sie beleuchtet die historischen Hintergründe der europäischen Integration und die Herausforderungen bei der Entwicklung einer gemeinsamen europäischen Außenpolitik.
Theoretische Grundlagen
Dieser Abschnitt beschreibt die zentralen Inhalte des Vertrags von Maastricht und des Vertrags von Lissabon, insbesondere im Hinblick auf die europäische Außenpolitik.
Vergleich der außenpolitischen Aspekte
Dieser Abschnitt vergleicht die außenpolitischen Elemente des Vertrags von Maastricht und des Vertrags von Lissabon und analysiert die jeweiligen Auswirkungen auf die Handlungsfähigkeit der EU.
Schlüsselwörter
Europäische Union, Außenpolitik, Vertrag von Maastricht, Vertrag von Lissabon, Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP), Handlungsfähigkeit, Integration, Weltpolitik, Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG), Europäische Politische Gemeinschaft (EPG).
Häufig gestellte Fragen
Was änderte der Vertrag von Maastricht für die EU-Außenpolitik?
Mit Maastricht wurde die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) als zweite Säule der EU eingeführt, allerdings blieb sie zunächst oft anlassbezogen und wenig kohärent.
Welche Neuerungen brachte der Vertrag von Lissabon für die Diplomatie?
Lissabon schuf das Amt des Hohen Vertreters der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, um der Union ein klareres Profil und mehr Handlungsfähigkeit in der Weltpolitik zu geben.
Warum scheiterte die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG)?
Der Plan für eine integrierte europäische Armee scheiterte 1954 an der Ablehnung durch die französische Nationalversammlung, was die politische Integration für Jahrzehnte bremste.
Was ist das Ziel der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP)?
Das Ziel ist es, die EU neben ihrer ökonomischen Stärke auch als politischen „Global Player“ zu etablieren und gemeinsame europäische Interessen weltweit zu vertreten.
Ist die EU heute ein entscheidender Faktor in der Weltpolitik?
Die Arbeit untersucht, ob die institutionellen Reformen ausreichen, um eine wirklich einheitliche und einflussreiche europäische Außenpolitik gegenüber anderen Mächten zu realisieren.
- Citar trabajo
- Teresa Dürr (Autor), 2010, Die Verträge von Maastricht und Lissabon im Vergleich unter außenpolitischen Aspekten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155384