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Die Borderline-Persönlichkeitsstörung im Kontext der Sozialtherapie unter besonderer Berücksichtigung der krankheitsspezifischen Störungs- und Therapiemodelle

Titel: Die Borderline-Persönlichkeitsstörung im Kontext der Sozialtherapie unter besonderer Berücksichtigung der krankheitsspezifischen Störungs- und Therapiemodelle

Studienarbeit , 2010 , 32 Seiten

Autor:in: Stefanie Füllgrabe (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ich habe mich für das Thema der Borderline-Persönlichkeitsstörung entschieden, da ich neben meinem Studium der Sozialen Arbeit in einer sozialtherapeutischen Wohngruppe für psychisch kranke Jugendliche und junge Erwachsene nach § 35a SGB VIII arbeite und ich somit regelmäßig mit Menschen in Kontakt trete, die an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung erkrankt sind. Ich möchte mit dieser Arbeit meinen Wissensstand über die Erkrankung erweitern, da mein Umgang mit den Bewohnern bislang weitestgehend intuitiv verläuft, dass bedeutet ohne empirisches Hintergrundwissen über diese Persönlichkeitsstörung. Es interessiert mich, welche verschiedenen Störungsmodelle es gibt, die eine Persönlichkeitsstörung im Allgemeinen und speziell die Borderline-Störung erklären. Zudem stelle ich mir die Frage, wie eine sozialtherapeutische Einrichtung, wie diese in der ich arbeite, von einer anderweitigen betreuten Wohnform, die nicht sozialtherapeutisch ausgerichtet ist, unterschieden werden kann. Mir ist bislang noch nicht ganz klar, wie die Sozialtherapie zu definieren ist, da ich auch in „meiner“ Einrichtung keine spezifischen Methoden beziehungsweise keine sozialtherapeutischen Handlungsweisen feststellen kann. Bestehen überhaupt reine sozialtherapeutische Methoden oder ist jede Sozialarbeit eine soziale Therapie, da sie sich stets an den Problemlagen und Systemen benachteiligter Menschen orientiert? Die Frage nach der Definition von Sozialtherapie steht zwar nicht im Mittelpunkt meiner Arbeit, ich erachte es dennoch als sinnvoll, in dieser Arbeit auf die Definition von Soziotherapie einzugehen, da diese die Basis dafür ist, um meine eigene Arbeit besser verstehen zu können und die Wohngruppe, in der ich arbeite, hinsichtlich der allgemeinen Definition zu überprüfen. Zudem ist es mir wichtig, die Therapiemöglichkeiten der Borderline- Persönlichkeitsstörung darzustellen, damit mir bewusst wird, welche Methoden und Interventionsmöglichkeiten es für sozialtherapeutische Einrichtungen gibt, die Symptomatiken dieser Persönlichkeitsstörung abzumildern.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1 PERSÖNLICHE MOTIVATION

1.2 FRAGESTELLUNG

1.3 AUFBAU DER ARBEIT

2. DIE SOZIALTHERAPIE

2.1 AUFGABEN UND ZIELE

2.2 DAS INTROSPEKTIVE KONZEPT

3. DIE PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNG

3.1 ALLGEMEINE DIAGNOSTISCHE KRITERIEN NACH DEM DIAGNOSTISCHEN UND STATISTISCHEN MANUAL PSYCHISCHER STÖRUNGEN IV (DSM–IV) UND DER INTERNATIONAL CLASSIFICATION OF DISEASES (ICD-10)

3.2 ERKLÄRUNGSMODELLE

3.2.1 DAS VULNERABILITÄTS-STRESS-MODELL

3.2.2 DAS BIOPSYCHOSOZIALE MODELL

3.2.3 DIE OBJEKTBEZIEHUNGSTHEORIE NACH KERNBERG

4. DIE BORDERLINE-PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNG

4.1 DIE DIAGNOSTISCHEN KRITERIEN NACH DSM-IV UND ICD-10

4.2 PRÄVALENZ

4.3 FALLBEISPIEL

4.4 STÖRUNGSMODELLE

4.4.1 DIE BORDERLINE-PERSÖNLICHKEITSORGANISATION NACH KERNBERG

4.4.2 DER VERHALTENSTHERAPEUTISCHE ANSATZ

5. STÖRUNGSSPEZIFISCHE THERAPIEMODELLE

5.1 DIALEKTISCH-BEHAVIORALE THERAPIE (DBT)

5.1.1 WIRKSAMKEIT DER DBT IM STATIONÄREN KONTEXT

5.2 ÜBERTRAGUNGSFOKUSSIERTE PSYCHOTHERAPIE (TFP)

5.2.1 WIRKSAMKEIT DER TFP

5.3 DIE DBT UND TFP IM DIALOG

6. SCHLUSSFOLGERUNGEN

6.1 BEDEUTUNG FÜR DIE SOZIALTHERAPIE

6.2 REFLEXION

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Anwendbarkeit spezialisierter Therapiemethoden für Borderline-Persönlichkeitsstörungen, namentlich der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) und der Übertragungsfokussierten Psychotherapie (TFP), im Kontext der sozialtherapeutischen Arbeit. Ziel ist es, den Wissensstand über diese Ansätze zu erweitern, um mögliche Interventionsstrategien für die Praxis in einer sozialtherapeutischen Wohngruppe für junge Erwachsene zu evaluieren.

  • Grundlagen der Sozialtherapie und das introspektive Konzept nach Richter.
  • Diagnostische Kriterien und theoretische Erklärungsmodelle der Borderline-Persönlichkeitsstörung.
  • Detaillierte Analyse der DBT und TFP als störungsspezifische Therapiemodelle.
  • Vergleich der beiden Manuale hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit in sozialtherapeutischen Einrichtungen.
  • Reflexion der praktischen Anwendbarkeit anhand von Fallbeispielen aus dem sozialtherapeutischen Alltag.

Auszug aus dem Buch

4.3 FALLBEISPIEL

An dieser Stelle möchte ich ein Fallbeispiel aus meiner praktischen Arbeit in der Wohngruppe für psychisch kranke Jugendliche und junge Erwachsene in O. am Harz anführen. Das Beispiel soll verdeutlichen, wie sich eine Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung nach dem Borderline-Typus in der Praxis auswirken kann.

Frau W. ist 20 Jahre alt und wohnt seit fünf Monaten in der Wohngruppe in O. Zuvor wohnte sie in einer anderen Wohngruppe für psychisch erkrankte Jugendliche in Göttingen. Dort wurde sie raus geschmissen, da sie im Affekt eine Betreuerin mit einem Messer bedroht hatte. Sie zog bei uns ein und war drei Monate unauffällig, still und zurückhaltend. Sie erledigte ihre Dienste, die ihr auferlegt wurden, sehr zuverlässig. Nach einem Streit mit ihrer Schwester, die ebenfalls in einer betreuten Wohngruppe lebt, wurde sie sehr aggressiv und verhaltensauffällig. Sie verweigerte ihre Dienste mit den Worten: „Ihr habt mir gar nichts zu sagen!“ und terrorisierte andere Mitbewohner, indem sie diese mitten in der Nacht aus ihren Betten schmiss und rief: „Los, wir machen jetzt Party!“

An einem Freitagabend klopfte sie bei mir an die Bürotür und fragte mich, ob ich nicht mit ihr fernsehen gucken möchte. Ich antwortete ihr, dass ich in zehn Minuten ins Wohnzimmer kommen würde, da ich noch etwas zu schreiben hätte. Sie antwortete, dass sie auf mich warten würde und schon einmal vorgehen wird. Frau W. schloss die Bürotür, doch anstatt tatsächlich ins Wohnzimmer zu gehen, stand sie draußen vor der Bürotür und rief die ganze Zeit: „Steffi, ich liebe dich! Du bist voll süß!“ Da sie mich damit meinte, ging ich raus und fragte sie, ein wenig überfordert mit der Situation, warum sie denn nun plötzlich so aufdrehen und rumschreien würde. Frau W. lachte einfach nur und ging ins Wohnzimmer. Kurze Zeit später, als ich im Wohnzimmer eintraf und mit ihr fernsehen gucken wollte, fragte sie mich nach meiner Handynummer. Ich antwortete Frau W., dass ich ihr meine Telefonnummer nicht geben würde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung der persönlichen Motivation zur Themenwahl, der spezifischen Fragestellung sowie des geplanten Aufbaus der Arbeit.

2. DIE SOZIALTHERAPIE: Erläuterung der vielfältigen Ziele und Aufgaben der Sozialtherapie sowie Einführung in das introspektive Konzept von Richter zur Analyse von Interaktionsprozessen.

3. DIE PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNG: Überblick über die allgemeinen diagnostischen Kriterien gemäß DSM-IV und ICD-10 sowie Vorstellung wesentlicher Erklärungsmodelle wie dem Vulnerabilitäts-Stress-Modell und der Objektbeziehungstheorie nach Kernberg.

4. DIE BORDERLINE-PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNG: Konkretisierung der diagnostischen Merkmale und Darstellung der Störungsmodelle von Kernberg und der Verhaltenstherapie, illustriert durch ein praktisches Fallbeispiel.

5. STÖRUNGSSPEZIFISCHE THERAPIEMODELLE: Detaillierte Beschreibung der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) und der Übertragungsfokussierten Psychotherapie (TFP) inklusive eines Vergleichs beider Verfahren.

6. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Reflexion über die Übertragbarkeit der theoretischen Konzepte auf die sozialtherapeutische Praxis und Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse für die Arbeit in einer Wohngruppe.

Schlüsselwörter

Borderline-Persönlichkeitsstörung, Sozialtherapie, Dialektisch-Behaviorale Therapie, DBT, Übertragungsfokussierte Psychotherapie, TFP, Persönlichkeitsorganisation, Objektbeziehungstheorie, Affektregulation, stationäre Jugendhilfe, Vulnerabilitäts-Stress-Modell, Psychopathologie, Sozialarbeit, therapeutische Intervention, Selbstverletzendes Verhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung im Kontext der Sozialtherapie und untersucht, wie spezialisierte Therapiemethoden in diesem Bereich angewendet werden können.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die diagnostischen Grundlagen von Persönlichkeitsstörungen, verschiedene wissenschaftliche Erklärungsmodelle und die detaillierte Vorstellung der DBT- und TFP-Therapiemanuale.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, für die sozialtherapeutische Praxis zu klären, ob und wie die speziellen Ansätze der DBT oder TFP zur Milderung der Symptomatik bei Betroffenen eingesetzt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Reflexion eines Fallbeispiels aus der eigenen beruflichen Praxis basiert.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Störungsbilder, die detaillierte Darstellung der Therapiemethoden sowie deren kritische Gegenüberstellung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Borderline-Persönlichkeitsstörung, Sozialtherapie, DBT, TFP, Affektregulation und Objektbeziehungstheorie.

Warum wird Kernbergs Objektbeziehungstheorie so detailliert betrachtet?

Kernbergs Theorie ist essenziell, da sie die Basis für das Verständnis der Borderline-Persönlichkeitsorganisation bildet und das theoretische Fundament für die TFP-Therapiemethode liefert.

Wie unterscheidet sich die DBT von der TFP in ihrer Anwendung?

Die DBT ist praxisnäher und stärker auf die Reduktion von Symptomen sowie die Einbeziehung des sozialen Umfelds ausgerichtet, während die TFP ein tiefenpsychologisches, eher abstraktes Verfahren zur Veränderung der Persönlichkeitsstruktur darstellt.

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Details

Titel
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung im Kontext der Sozialtherapie unter besonderer Berücksichtigung der krankheitsspezifischen Störungs- und Therapiemodelle
Hochschule
Universität Kassel
Veranstaltung
Soziale Therapie
Autor
Stefanie Füllgrabe (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
32
Katalognummer
V155451
ISBN (eBook)
9783640697618
ISBN (Buch)
9783640697830
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Borderline-Persönlichkeitsstörung Sozialtherapie TFP DBT
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefanie Füllgrabe (Autor:in), 2010, Die Borderline-Persönlichkeitsstörung im Kontext der Sozialtherapie unter besonderer Berücksichtigung der krankheitsspezifischen Störungs- und Therapiemodelle, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155451
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Leseprobe aus  32  Seiten
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