Finanzskandale und Unternehmenspleiten sind immer wieder auf den Titelseiten – nicht nur der Wirtschaftspresse – zu finden. Traurige Berühmtheit erlangte das Unternehmen ENRON. Über Jahre galt ENRON als solide finanziert, umso mehr über- raschte der plötzliche Absturz im Jahr 2001. Mehrere Milliarden US Dollar an Pensionsgeldern der Mitarbeiter wurden übernacht vernichtet, 22.000 Mitarbeiter wurden arbeitslos.
Es zeigte sich, dass die Unternehmensführung in krimineller Weise Bilanzfälschung betrieb hatte. Die Wirtschaftsprüfungsagentur Arthur Andersen beteiligte sich daran als Aufsteller der Bilanz und anschließend als Wirtschaftsprüfer derselben. Die als Kontrollinstanz vorgesehene Wirtschaftsprüfungsagentur beförderte damit die kriminellen Handlungen des ENRON Vorstandes.
In den USA wurde daraufhin der Sarbanes-Oxley Act erlassen mit weitreichenden Auswirkungen auf die Bilanzierung und Unternehmensführung. Um Fälle wie ENRON in Zukunft zu verhindern, wurde international in Unternehmen und Politik die Frage diskutiert, was „gute“ Unternehmensführung ist und wie man diese in Unternehmen umsetzten kann.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. GESCHICHTE DES DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX
2.1. HINTERGRUND
2.2. ENTWICKLUNG
3. DER DEUTSCHE CORPORATE GOVERNANCE KODEX
3.1. BEGRIFFE
3.2. ZIELE
3.3. AUFBAU
3.3.1. Präambel
3.3.2. Aktionäre und Hauptversammlung
3.3.3. Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat
3.3.4. Vorstand
3.3.5. Aufsichtsrat
3.3.6. Transparenz
3.3.7. Rechnungslegung und Abschlussprüfung
4. KRITISCHE BETRACHTUNG
4.1. UMSETZUNG IN DER PRAXIS
4.2. KONTROLLMECHANISMEN UND SANKTIONSMÖGLICHKEITEN
4.3. KRITIK AM DCGK
5. AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) umfassend darzustellen und einer kritischen Betrachtung zu unterziehen. Dabei wird insbesondere untersucht, wie der Kodex als Instrument zur Verbesserung der Unternehmensführung und -kontrolle fungiert und welche Bedeutung er im Kontext der nationalen und internationalen Kapitalmärkte einnimmt.
- Historische Entwicklung und Hintergründe des DCGK
- Struktur und inhaltliche Schwerpunkte des Kodex
- Praktische Umsetzung und Befolgung durch börsennotierte Unternehmen
- Analyse von Kontrollmechanismen und Sanktionen
- Kritische Auseinandersetzung mit der Wirksamkeit des Regelwerks
Auszug aus dem Buch
3.1. Begriffe
Für Axel von Werder bezeichnet Corporate Governance „in einer Kurzformel den rechtlichen und faktischen Rahmen für die Leitung und Überwachung eines Unternehmens“11. Er grenzt dabei Corporate Governance vom Begriff der Unternehmensverfassung ab, die sich vor allem auf die interne Ordnung eines Unternehmens bezieht.12 Im amerikanischen bezieht sich der Begriff Governance in erster Linie auf das Verhältnis von Eigentümern und dem Management. Insbesondere Kontrollfragen der Eigentümer gegenüber den Inhabern der Verfügungsmacht (Managern) sind hier Gegenstand. Hintergrund von Corporate Governance ist die Prinzipal-Agenten Theorie, nach der Verträge zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer unvollständig sind, da sie sich auf eine unbekannte Zukunft beziehen. Opportunistisches Verhalten der Akteure, insbesondere der Agenten, kann die Folge sein und soll vermindert werden.13 Dies ist aber dieses nur durch Regulierung möglich die Regulierungskosten erzeugt. Daher muss zwischen der Regulierung und den daraus entstehenden Kosten abgewogen werden um „[...] möglichst günstige Bedingungen für eine produktive Wertschöpfung und faire Wertverteilung zu schaffen“14.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit guter Unternehmensführung anhand von Finanzskandalen wie ENRON und deren globale Auswirkungen auf die Gesetzgebung.
2. GESCHICHTE DES DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX: Dieses Kapitel beschreibt die Entstehung des Kodex als Reaktion auf deutsche Unternehmenspleiten, insbesondere den Fall Philipp Holzmann AG.
3. DER DEUTSCHE CORPORATE GOVERNANCE KODEX: Es werden die begrifflichen Grundlagen, die Zielsetzungen sowie der strukturelle Aufbau des Kodex erläutert, wobei auf die einzelnen Abschnitte von der Präambel bis zur Abschlussprüfung eingegangen wird.
4. KRITISCHE BETRACHTUNG: Der Abschnitt bewertet die praktische Umsetzung des Kodex, analysiert die Befolgungsquoten sowie die rechtlichen Sanktionsmechanismen und adressiert geäußerte Kritikpunkte.
5. AUSBLICK: Das Kapitel schließt mit einer Einschätzung zur zukünftigen Entwicklung und Relevanz des Kodex für die Unternehmensführung in Deutschland.
Schlüsselwörter
Deutscher Corporate Governance Kodex, DCGK, Unternehmensführung, Unternehmenskontrolle, Prinzipal-Agenten-Theorie, Aktiengesellschaft, Aufsichtsrat, Vorstand, Transparenz, Finanzberichterstattung, Kodex Report, Entsprechungserklärung, Kapitalmarkt, Wertschöpfung, Stakeholder-Ansatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Darstellung des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) und reflektiert dessen praktische Anwendung sowie kritische Aspekte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Entstehungsgeschichte des Kodex, seine Struktur, die gesetzliche Verankerung, die Akzeptanz bei Unternehmen sowie die Diskussion um seine Wirksamkeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Analyse der Rolle des DCGK als Regelwerk zur Sicherung einer verantwortungsvollen Unternehmensführung und zur Stärkung des Vertrauens von Investoren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Literaturrecherche, gestützt auf Fachliteratur, Berichte der Regierungskommission sowie aktuelle Kodex-Reports.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Begriffe und Ziele des Kodex, den detaillierten Aufbau des Regelwerks sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der praktischen Umsetzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Corporate Governance, DCGK, Unternehmensführung, Aufsichtsrat, Transparenz und die Prinzipal-Agenten-Theorie.
Welche Bedeutung haben Sanktionsmöglichkeiten im Kontext des DCGK?
Obwohl der Kodex selbst keine formalen Sanktionen vorsieht, zeigt die Arbeit, dass Gerichte zunehmend auf die Entsprechungserklärungen Bezug nehmen, was die Bedeutung der Einhaltung unterstreicht.
Wie bewerten die Autoren des Kodex Reports die Akzeptanz?
Die Arbeit verweist auf eine allgemein hohe Akzeptanz und steigende Befolgungsquoten, insbesondere bei im DAX notierten Unternehmen.
- Arbeit zitieren
- Dipl.Kfm, Christopher Schroeder (Autor:in), 2010, Der Deutsche Corporate Governance Kodex, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155477