Wenn wir uns nun dem Herausfinden der Wahrheit, einer allgemeinen und wissenschaftlich verwertbaren Wahrheit, im Kontext von und zwischen Menschen widmen wollen, so stellen wir fest, dass es bestimmter Methoden bedarf, die uns diese Arbeit erleichtern sollen und erst ermöglichen. Ich werde mich im Verlauf meiner Arbeit damit befassen, wie Wissenschaft im erziehungswissenschaftlichen Kontext sich mit einer Methode aus der Qualitativen Forschung behilft, aus Individuen allgemeingültige Wahrheiten zu extrahieren und diese entsprechend auszuwerten.
Wie bereits erwähnt lege ich den Fokus meiner Ausarbeitung auf die Qualitative Forschung – um genauer zu sein, auf das Problemzentrierte Interview. Hierbei werde ich die grundlegen-den Charakteristika und die entsprechende Vorgehensweise dieser Methodik erläutern und auf die Fragestellung eingehen, wie sich eine dedizierte Wissenschaftlichkeit anhand der Kriteri-en der Quantitativen Forschung feststellen lassen kann, beziehungsweise neue Kriterien ein-geführt werden müssen. Um meinen Ausführungen besser folgen zu können, werde ich versu-chen, einen kleinen Einblick in die Qualitative Forschung zu geben. Ohne diese Grundinfor-mationen wäre ein schlüssiger Verlauf, beim Lösen der von mir ausgewählten Fragestellung, nicht gänzlich nachvollziehbar. Desweiteren möchte ich ebenfalls einen kurzen Einblick in die Definition und die Differenzierung von Sinnwelten geben, da sich eben die von mir unter-suchte Methode des Problemzentrierten Interviews (PZI) mit den Sinnwelten der einzelnen Probanden beschäftigt und somit individuelle Wahrheiten zutage fördert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitende Worte und Problemstellung
2. Was ist Qualitative Forschung?
2.1 Erläuterung
3. Lebenswelt und Sinnwelt
3.1 Lebenswelt
3.2 Sinnwelt
4. Gütekriterien der Qualitativen Forschung (QF)
5. Interview als Methode der QF
5.1 Das Problemzentrierte Interview (PZI)
5.2 Instrumente und Gestaltung des PZIs
5.2.1 Instrumente
5.2.2 Gestaltung
6. Persönliche Bewertung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Wissenschaftlichkeit qualitativer Forschungsmethoden – insbesondere des Problemzentrierten Interviews – kritisch zu hinterfragen und zu erörtern, wie diese Methode trotz der Unterschiede zur quantitativen Forschung valide und reliable Erkenntnisse über die Lebens- und Sinnwelten von Individuen generieren kann.
- Grundlagen der Qualitativen Forschung
- Konzeptualisierung von Lebens- und Sinnwelten
- Gütekriterien in der qualitativen Sozialforschung
- Das Problemzentrierte Interview (PZI) als Methode
- Instrumente und Gesprächstechniken in der qualitativen Erhebung
Auszug aus dem Buch
5.1 Das Problemzentrierte Interview (PZI)
Als Interviewform ist das PZI dem Leitfadeninterview angelehnt, bei dem eine Fragestellung bezüglich des Forschungsgegenstandes nach vorab definierten Themenbereichen gegliedert und geführt wird. Es dient als Theoriegenerierendes Verfahren und versucht, die Gegensätze zwischen Theoriegeleitetheit und Offenheit aufzuheben. Hierbei geschieht der Erkenntnisgewinn durch ein induktiv-deduktives Wechselspiel wobei theoretisches Wissen sich erst in der Auswertungsphase bilden lässt. (vgl. Witzel, 2000, S. 1) Es lassen sich unter diesen Aspekten drei Grundpositionen herleiten, die prinzipiell offen und ohne Vorwissen des Interviewers, anhand eines induktiv-deduktiven Wechselverhältnisses im Dialog zwischen Fragendem und Befragten charakterisiert sind. Die Analyse erfolgt mit empirisch begründeten Hypothesen im Anschluss.
Die Problemzentrierung, als erste Position, veranlasst den Forscher dazu, die vorgängige Kenntnisnahme von objektiven Prämissen, um Erklärungen der Probanden nachvollziehen und an das zu untersuchende Problem orientierte Fragen stellen zu können, zu erlangen. Dabei wird die Kommunikation immer präziser zum Forschungsgegenstand geleitet. Die zweite Grundposition ist die Gegenstandsorientierung, die die Flexibilität der Methode betont, um den Gegenstand zu erforschen. Es werden verschiedene Methodenkombinationen verwendet, wobei das Interview an sich das Hauptinstrument darstellt. Bei der Durchführung des PZIs besteht somit die Möglichkeit neue Thematiken vorzubereiten, die sich beispielsweise durch Gruppendiskussionen oder eine qualitative Auswertung im Vorfeld erschließen lassen um vorab einen Trend zu erhalten. Hierbei wird das Triangulationskriterium nachvollziehbar angewandt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitende Worte und Problemstellung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Wahrheitssuche ein und stellt die Relevanz qualitativer Forschung im erziehungswissenschaftlichen Kontext sowie die Forschungsfrage der Arbeit vor.
2. Was ist Qualitative Forschung?: Das Kapitel bietet einen einführenden Überblick über qualitative Forschung und grenzt diese von den naturwissenschaftlich geprägten quantitativen Methoden ab.
3. Lebenswelt und Sinnwelt: Hier werden die theoretischen Konzepte der Lebens- und Sinnwelt erläutert, die für das Verständnis individueller Wahrheiten in der Forschung essenziell sind.
4. Gütekriterien der Qualitativen Forschung (QF): Es werden die spezifischen Herausforderungen bei der Anwendung klassischer Gütekriterien auf qualitative Methoden diskutiert und sechs erweiterte Kriterien nach Mayring zur Sicherung der Wissenschaftlichkeit eingeführt.
5. Interview als Methode der QF: Dieses Kapitel widmet sich dem Interview als zentralem Instrument und erläutert detailliert das Problemzentrierte Interview (PZI) sowie dessen methodische Umsetzung.
6. Persönliche Bewertung: Der Autor resümiert die wissenschaftliche Fundierung des Problemzentrierten Interviews und bestätigt dessen Eignung zur Ergründung komplexer menschlicher Sinnwelten.
Schlüsselwörter
Qualitative Forschung, Problemzentriertes Interview, PZI, Lebenswelt, Sinnwelt, Gütekriterien, Wissenschaftlichkeit, Triangulation, Interviewmethode, Empirische Sozialforschung, Erziehungswissenschaft, Subjektivität, Interpretationsabsicherung, Methodik, Erhebungsinstrumente
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Fundierung qualitativer Forschungsmethoden, mit einem speziellen Fokus auf das Problemzentrierte Interview (PZI).
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Einordnung qualitativer Forschung, die Definition von Lebens- und Sinnwelten sowie die Analyse spezifischer Gütekriterien für qualitative Studien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob und wie die Wissenschaftlichkeit qualitativer Forschung anhand erweiterter Kriterien nachgewiesen werden kann, da klassische quantitative Gütekriterien hier nicht eins zu eins übertragbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und Analyse, die sich schwerpunktmäßig mit der Methodik des Problemzentrierten Interviews (PZI) auseinandersetzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Gütekriterien für qualitative Forschung, der praktischen Gestaltung des PZI, den benötigten Instrumenten sowie den zugrundeliegenden Kommunikationsstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Qualitative Forschung, Problemzentriertes Interview, Gütekriterien, Lebenswelt, Sinnwelt und Wissenschaftlichkeit.
Wie unterscheidet sich das PZI von herkömmlichen Interviews?
Das PZI basiert auf einem induktiv-deduktiven Wechselspiel zwischen Forscher und Befragten, wobei das Ziel darin besteht, individuelle Sinnwelten aufzudecken, statt nur allgemeine Daten zu messen.
Warum ist die "Regelgeleitetheit" bei dieser Methode so wichtig?
Da qualitative Forschung offen gegenüber dem Forschungsgegenstand bleibt, dienen feste Verfahrensregeln dazu, dennoch ein systematisches und für Außenstehende nachvollziehbares Vorgehen zu gewährleisten.
- Quote paper
- Rocco Rossi (Author), 2010, Wissenschaftlichkeit in der Qualitativen Forschung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155481