Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der von Herman Melville (1819-1891) verfassten Short Story „The Paradise of Bachelors and the Tartarus of Maids“. Das Werk erschien 1855 im Harper's Magazine und thematisiert die durch die industrielle Revolution ausgelöste Ausbeutung des Menschen. Mit dem Bau von Bahnschienen und Fabriken Mitte des neunzehnten Jahrhunderts war die Industrialisierung in den Vereinigten Staaten in ihrer vollen Blüte. Statt wie zunächst erhofft, die Demokratie weiter zu entwickeln, wurde bald deutlich, dass durch die wirtschaftliche Veränderungen auch ein sozialer Strukturwandel folgen würde: Der Abstand zwischen der Arbeiterklasse und den privilegierten Schichten wuchs stetig.
Melville kritsiert in „The Paradise of Bachelors and the Tartarus of Maids“ jene Klassenunterschiede und ungerechten Machtverhältnisse.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 KURZ: DER INHALT
3 ANALYSE: THE PARADISE OF BACHELORS
3.1 INSPIRATION UND ENTSTEHUNG
3.2 DIE JUNGGESELLEN UND DIE TEMPELRITTER
3.3 DIE ANPASSUNG DES ERZÄHLERS
4 ANALYSE: THE TARTARUS OF MAIDS
4.1 INSPIRATION UND ENTSTEHUNG
4.2 DIE BEDROHUNG DURCH DIE MASCHINE
4.3 BEZÜGE AUF „THE PARADISE OF BACHELORS“
4.4 KURZ: SEXUELLE ANSPIELUNGEN
4.5 „WHITE SLAVERY“
4.6 DIE ENTFERNUNG VON DER NATUR
5 DIE GEGENSEITIGE ABHÄNGIGKEIT VON „THE PARADISE OF BACHELORS“ UND „THE TARTARUS OF MAIDS“
5.1 GEMEINSAMKEITEN UND ANALOGIEN
5.2 DIE WIRKUNG DES KONTRASTS
6 DIE ERZÄHLERFIGUR
6.1 KRITIK AM MÜßIGGANG UND BETROFFENHEIT VOM ELEND
6.2 DIE PASSIVITÄT DES ERZÄHLERS
7 SCHLUSS
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht Herman Melvilles Short Story „The Paradise of Bachelors and the Tartarus of Maids“ im Hinblick auf deren kritische Auseinandersetzung mit der industriellen Revolution und der damit einhergehenden sozialen Ausbeutung. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Mittel der Kritik, die Rolle der Erzählerfigur sowie die formale Struktur des Diptychons.
- Kritik an der Industrialisierung und Mechanisierung des Lebens
- Soziale Klassenunterschiede und Machtverhältnisse
- Die Funktion des Erzählers und seine Passivität
- Literarische und biographische Inspirationen für das Werk
- Die symbolische Verwendung der Farbe Weiß und sexuelle Anspielungen
Auszug aus dem Buch
4.2 Die Bedrohung durch die Maschine
Konkret sah Melville die Gefahr in der Maschine, welche er verdächtigte, den Menschen zu versklaven und zu einem Roboter zu degradieren. „Before it – its tame minister – stood a tall girl, feeding the iron animal with half quires of rose-hued note paper.“ Dass die Maschine die Mädchen nicht nur körperlich erschöpft, sondern ihnen regelrecht das Leben aussaugt, macht Melville ebenfalls deutlich: „I looked from the rosy paper to the pallid cheek, but said nothing.“ Nicht nur durch die Blässe sondern auch durch ihre körperliche Verfassung drücken die Mädchen ihren elenden Zustand aus. Bemerkt der Erzähler unter den Arbeiterinnen zuerst ein junges hübsches Mädchen, stellt er nach kurzem Wegschauen fest, dass sie mit einem faltigen und vergrämten Frau den Arbeitsplatz getauscht hat. „and where had stood the young, fair brow, now stood the ruled and wrinkled one.“ An dieser Stelle wird deutlich, dass jedes junge Mädchen in der Fabrik zwangsläufig faltig und runzelig wird. Die harte Arbeit greift die Körper der Frauen an und verdrängt schließlich jedes Zeichen von Gesundheit und Vitalität.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in Melvilles Werk und die sozialgeschichtliche Einordnung der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert.
2 KURZ: DER INHALT: Inhaltsangabe der beiden Teile des Werkes, die das Leben Londoner Junggesellen dem der Fabrikarbeiterinnen in Neu England gegenüberstellt.
3 ANALYSE: THE PARADISE OF BACHELORS: Untersuchung der historischen Vorbilder, der Charakterisierung der Junggesellen und der Haltung des Erzählers in diesem Teil.
4 ANALYSE: THE TARTARUS OF MAIDS: Analyse der Kritik an der Mechanisierung, der symbolischen Darstellung der Fabrikwelt sowie literarischer Einflüsse wie Dante.
5 DIE GEGENSEITIGE ABHÄNGIGKEIT VON „THE PARADISE OF BACHELORS“ UND „THE TARTARUS OF MAIDS“: Erörterung, wie beide Teile durch Kontraste und die Rolle des Erzählers eine Gesamtkritik formulieren.
6 DIE ERZÄHLERFIGUR: Untersuchung der inneren Zerrissenheit und der Passivität des Erzählers gegenüber dem beobachteten sozialen Elend.
7 SCHLUSS: Zusammenfassung der Ergebnisse und abschließende Bewertung von Melvilles Appell zur kritischen Reflexion.
Schlüsselwörter
Herman Melville, The Paradise of Bachelors, The Tartarus of Maids, Industrielle Revolution, Mechanisierung, soziale Ungerechtigkeit, Arbeiterklasse, Kapitalismus, Satire, Erzählerfigur, Klassenkontrast, soziale Verantwortung, Diptychon, Fabrikarbeit, Entfremdung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit analysiert Herman Melvilles Short Story „The Paradise of Bachelors and the Tartarus of Maids“ als ein kritisches Werk, das die Auswirkungen der industriellen Revolution thematisiert.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten zählen der Gegensatz zwischen dem privilegierten Leben der Junggesellen und dem Elend der Fabrikarbeiterinnen sowie die generelle Kritik an der Mechanisierung und Entfremdung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, mit welchen literarischen Mitteln Melville seine Kritik an der sozialen Ausbeutung transportiert und welche Rolle die Erzählerfigur dabei einnimmt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die sich auf eine eingehende Textinterpretation sowie auf den Rückgriff auf fachspezifische Sekundärliteratur stützt.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der beiden Erzählteile, die Untersuchung ihrer gegenseitigen Abhängigkeit und eine Charakterstudie der Erzählerfigur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Industrialisierung, soziale Ungerechtigkeit, Entfremdung, Klassenkontrast, Satire und Melville.
Wie interpretiert der Autor die Figur des Jungen Cupid?
Cupid wird als sarkastische Figur gedeutet, deren Name ironisch für den römischen Gott der Liebe steht, während er in Wahrheit herzlos und gleichgültig gegenüber dem Leid der Arbeiterinnen agiert.
Warum wird der Erzähler als Heuchler bezeichnet?
Obwohl er das Elend der Fabrikarbeiterinnen erkennt und körperlich darauf reagiert, unternimmt er keine Handlung, sondern fördert das System durch die Vergabe seines Auftrages weiter.
- Quote paper
- Hanna Heller (Author), 2007, Analyse von Herman Melvilles "The Paradise of Bachelors and the Tartarus of Maids", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155511