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Deutsche Passionsspiele des Späten Mittelalters

Zwischen städtischem Volkstheater und religiösem Kult

Title: Deutsche Passionsspiele des Späten Mittelalters

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Trixi Held (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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In der Theatergeschichte gibt es besonders für die Epoche des Mittelalters noch viele Wissenslücken zu füllen. Diese Seminararbeit widmet sich einer besonderen Form des mittelalterlichen Theaters, den deutschsprachigen Passionsspielen.
Sie gehören zur Gattung der Geistlichen Spiele und bilden innerhalb dessen eine eigene Untergattung. Neben der lateinischen Sprache verwenden sie, wie allen Geistlichen Spielen gemein, auch die deutsche, mittelalterliche Volkssprache. Da die Frage der Entstehung und Entwicklung besonders bei Passionsspielen intensiv diskutiert wird, wird sie auch in dieser Arbeit ausführlich behandelt.
Die Frage, welche Ursprünge Passionsspiele haben und was ihre weitere Entwicklung prägte, ist wesentlich für die Beurteilung meiner Frage, an welcher Stelle sich Passionsspiele im sozialen und kulturellen Gefüge des Späten Mittelalters verorten lassen. Es scheint allgemeiner Konsens zu sein, dass sich Geistliche Spiele im Späten Mittelalter zunehmend vom ursprünglichen, kirchlichen Rahmen lösten und stattdessen im städtischen Raum stärker Anbindung fanden.
Inwiefern dieses Entwicklungsschema auf Passionsspiele zutrifft und welche Bedeutung es für die Ausprägung und Umsetzung jener Spiele hatte, wird dabei noch zu klären sein. Zunächst wird bei der Frage von Entstehung und Entwicklung das Verhältnis der Spiele zur Liturgie und zum kirchlichen Kontext berücksichtigt. Daraufhin wird im Zusammenhang der Aufführungspraxis von Passionsspielen das Verhältnis zum städtischen Kontext näher beleuchtet.
Schließlich soll versucht werden zu beantworten, in welchem sozialen und kulturellen Raum sich Passionsspiele bewegten: Sind sie vornehmlich als Theater und Volksbelustigung zu verstehen, die ihre kirchlichen Wurzeln hinter sich ließen? Oder sollte und darf man sie vielmehr als religiösen Kult begreifen, den sich städtische Gemeinschaften zu Eigen machten?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

Fragestellung und Forschungsstand

II. Hauptteil

1. Passionsspiele:

Charakterisierung einer eigenen Form der Geistlichen Spiele

1.1 Überlieferung und Autorenschaften

1.2 Inhalte und textliche Gestaltung

2. Entstehung und Entwicklung der Passionsspiele:

Vom ludus breviter de passione zur Frankfurter Dirigierrolle – Emanzipation vom kirchlichen Kontex

2.1 Lateinische Dramen in liturgischen Feiern des Hochmittelalters und frühe Passionsspiele

2.2 Entwicklung seit Mitte des 13. Jahrhunderts bis zum Ende des 14. Jahrhunderts

2.3 Blütezeit des 15. Jahrhunderts

3. Umsetzung und Aufführung der Passionsspiele – Bindung an den städtischen Kontext

3.1 Trägerschicht der Spiele

3.2 Absichten und Rechtfertigung der Aufführungen

3.3 Orte der Aufführungen: Passionsspiele im städtischen Raum

III. Schluss

Schlussbetrachtungen

IV. Anhang

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die deutschsprachigen Passionsspiele des Späten Mittelalters und analysiert deren Position im Spannungsfeld zwischen städtischem Volkstheater und religiösem Kult. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, ob diese Spiele primär als unterhaltendes Laientheater oder als religiöse Praxis zu verstehen sind, die durch städtische Gemeinschaften angeeignet wurde.

  • Entwicklung und Herkunft der Passionsspiele
  • Verhältnis zwischen kirchlicher Liturgie und städtischem Theater
  • Rolle der Laien als Trägerschicht
  • Funktion der Passionsspiele für die Stadtgemeinde
  • Rechtfertigung und religiöse Motivation der Aufführungen

Auszug aus dem Buch

1.2 Textliche und inhaltliche Gestaltung

Der Text der Passionsspiele ist wie bei allen anderen Formen des Geistlichen Spiels mischsprachlich. Bei den früheren Spielen dienten die volkssprachlichen Textelemente als Erläuterung und Kommentierung des lateinischen Textes, ohne dass es sich tatsächlich um Übersetzungen handeln würde. In späteren Spielen tritt das Latein zunehmend zurück und ist oft auf einzelne Gesänge, Spielfiguren, Szenenbenennungen, Darstellerbezeichnungen und Regieanweisungen beschränkt.

Textliche und inhaltliche Bezugspunkte der Passionsspiele stellen die Bibel, vor allem die Evangelien dar, sowie die geistliche und höfische Epik, Legenden, apokryphe Texte, lateinische Dramen und die Liturgie. Die beiden letzteren werden im Zusammenhang mit der Entstehungsgeschichte des Geistlichen Spiels im Allgemeinen und der Passionsspiele im Besonderen noch eingehend zu besprechen sein.

Auffällig ist jedoch, dass wörtliche Übernahmen von liturgischen oder von anderen Texten selten und nur in Einzelfällen nachzuweisen sind. Die deutschen Textteile entfernen sich ohnehin auf Grund der Sprache von ihren lateinischen Bezugsquellen, und selbst lateinische Textpassagen scheinen eigens für eine Aufführung gedichtet worden zu sein. Insofern lassen sich Passionsspiele durch eine textliche Eigenständigkeit charakterisieren. Sie stehen anderen Textgattungen bezüglich der Übernahme von älteren Traditionen frei gegenüber. Das bedeutet, dass die Spiele ihrem Verwendungszweck textlich und sprachlich angepasst wurden. Es scheinen keine durchgehenden Prinzipien für die Textgestaltung gegeben zu haben, so dass sich eine inhaltliche Breite und Vielfältigkeit der Passionsspiele ausformen konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Darstellung der Forschungsfrage, des aktuellen Forschungsstandes und der methodischen Herangehensweise zur Untersuchung der Passionsspiele.

1. Passionsspiele: Charakterisierung einer eigenen Form der Geistlichen Spiele: Untersuchung der Überlieferungsformen und der textlichen sowie inhaltlichen Besonderheiten dieser Untergattung.

2. Entstehung und Entwicklung der Passionsspiele: Vom ludus breviter de passione zur Frankfurter Dirigierrolle – Emanzipation vom kirchlichen Kontex: Analyse der Ursprünge und der historischen Entwicklung, wobei zwei unterschiedliche wissenschaftliche Erklärungsansätze gegenübergestellt werden.

3. Umsetzung und Aufführung der Passionsspiele – Bindung an den städtischen Kontext: Erörterung der sozialen Trägerschichten, der religiösen Rechtfertigung durch die Akteure und der räumlichen Umsetzung innerhalb der spätmittelalterlichen Stadt.

III. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse und abschließende Bewertung der Ambivalenz zwischen religiösem Kult und städtischem Theater.

Schlüsselwörter

Passionsspiele, Spätmittelalter, Geistliches Spiel, Heilsgeschichte, Liturgie, Stadtgemeinde, Laientheater, Frankfurter Dirigierrolle, Volkssprache, religiöser Kult, Theaterwesen, Ständesatire, Benediktbeurer Passionsspiel, Aufführungspraxis, Ambivalenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die deutschsprachigen Passionsspiele des Späten Mittelalters und hinterfragt deren soziokulturelle Verortung zwischen kirchlichem Anspruch und städtischer Unterhaltung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert auf Entstehungsgeschichte, textliche Gestaltung, die Rolle der Laien-Trägerschicht, den Aufführungsort im städtischen Raum sowie die religiöse Funktion und Motivation der Spiele.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, ob Passionsspiele primär als Theater und Volksbelustigung oder als religiöser Kult zu verstehen sind, den sich die städtischen Gemeinschaften eigenständig aneigneten.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine literatur- und kulturhistorische Analyse, die verschiedene Erklärungsansätze der Forschung (wie die von Brett-Evans, Linke und Bergmann) kritisch vergleicht und in den zeitgenössischen Kontext einordnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Charakterisierung der Gattung, die historische Entwicklung vom frühen Mittelalter bis ins 15. Jahrhundert und die Untersuchung der Aufführungspraxis unter besonderer Berücksichtigung städtischer Einflüsse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Passionsspiele, Spätmittelalter, Geistliches Spiel, Heilsgeschichte, städtischer Kontext und religiöse Ambivalenz definieren.

Welche Rolle spielt die Frankfurter Dirigierrolle in der Arbeit?

Sie wird als zentrales Dokument des 14. Jahrhunderts analysiert, das exemplarisch zeigt, wie Regieanweisungen und der organisatorische Ablauf von Passionsspielen strukturiert waren.

Warum wird die Bindung an den städtischen Kontext so stark betont?

Da Passionsspiele aufwändige Inszenierungen waren, die materielle und finanzielle Hilfe sowie eine Genehmigung der Obrigkeit erforderten, war ihre Realisierung untrennbar mit den Interessen des Stadtbürgertums verbunden.

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Details

Title
Deutsche Passionsspiele des Späten Mittelalters
Subtitle
Zwischen städtischem Volkstheater und religiösem Kult
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Institut für deutsche Landesgeschichte)
Course
Hauptseminar: Stadt und Kirche
Grade
1,0
Author
Trixi Held (Author)
Publication Year
2009
Pages
26
Catalog Number
V155518
ISBN (eBook)
9783640682386
ISBN (Book)
9783640682980
Language
German
Tags
Geistliches Spiel Passion Theater im Mittelalter Frankfurter Dirigierrolle Spielgesellschaften Dramentradition Liturgie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Trixi Held (Author), 2009, Deutsche Passionsspiele des Späten Mittelalters, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155518
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