In vorliegender Arbeit wurde versucht einerseits die religionsgeschichtlichen Aspekte im hellenistischen Ägypten darzustellen und am Beispiel des Sarapis- & Isiskultes konkrete Götterverehrungen zu zeigen.
Zu den religionsgeschichtlichen Aspekten kann zusammenfassend gesagt werden, dass bereits Alexander der Große bemüht war die altägyptischen Regierungs- und damit verbunden Religionsgepflogenheiten zu übernehmen und im Gegensatz zu den vorher herrschenden Persern den alten gewohnten Pharaonenstatus wieder herzustellen. Auch die Ptolemäer folgten seinem Beispiel und nahmen durch dementsprechende Förderung der Religion die Regierung in Ägypten sehr ernst.
Der ursprüngliche Isis- & Osiriskult wurde zum Isis- & Sarapiskult umfunktioniert. Osiris wurde mit Apis verschmolzen und zu Sarapis. Einerseits wurde der Mythos in vorliegender Arbeit kurz beschrieben, sowie die Rituale und Zeremonien die diesen Kult prägten, andererseits wurde auch die Verehrung des Kultes während der Alexander- und Ptolemäerzeit umrissen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Religionspolitik von Alexander des Großen bis Ptolemaios III.
2.1. Königinnen im religiös-pharaonischen Amt
2.2. Das ptolemäische Pharaonentum und die sakralen Bauwerke
2.3. Respekt der Makedonen gegenüber der ägyptischen Religion
2.4. Integration des Königs in den Festkult
2.5. Nord-Süddiskrepanz in der Kultverehrung
2.6. Wirtschaftliche Situation der Kultzentren
3. Isis und Osiris (Sarapis)
3.1. Mythologie um Isis und Osiris (Sarapis)
3.2. Isis und Sarapis (Osiris) im Ägypten der Ptolemäer
3.3. Sarapis der neue Gemahl der Isis
3.4. Zeremonien und Riten zum Isis- und Sarapiskult
3.4.1. Götterbilder
3.4.2. Das Sarapeum zu Alexandria
3.4.3. Täglicher Dienst im Tempel
3.4.4. Prozessionen: Das rituelle Suchen und Finden
3.4.5. Navigium Isidis
3.4.6. Präsentation der Götterbilder
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die religionsgeschichtlichen Entwicklungen im hellenistischen Ägypten unter der Herrschaft Alexanders des Großen und der Ptolemäer. Dabei wird analysiert, wie die Integration der neuen Herrscher in die traditionellen pharaonischen Strukturen gelang und wie der ursprüngliche Isis- und Osiriskult durch den neuen Sarapiskult transformiert wurde.
- Religionspolitik von Alexander dem Großen bis Ptolemaios III.
- Pharaonische Rollenbilder und deren Bedeutung für die Herrschaftslegitimation
- Mythologische Grundlagen von Isis, Osiris und Sarapis
- Hellenisierung ägyptischer Gottheiten und die Entstehung des Sarapiskultes
- Zeremonien, Riten und Kultpraxis in den Tempeln
Auszug aus dem Buch
3.1. Mythologie um Isis und Osiris (Sarapis)
Die ägyptischen Mythen unterscheiden sich von den griechischen Mythen grundsätzlich. Die griechischen Mythen sind sehr langatmig und werden nach weit ausgreifendem Plan erzählt. Die ägyptischen Mythen sind kurzatmig und zerfallen in einzelne Episoden, die unverbunden nebeneinander stehen. Die ägyptischen Mythen haben fast alle Bezug auf typische Situationen, in welche der Mensch im Laufe seines Lebens kommt. Osiris, Isis, Seth und Nephthys waren Geschwister. Ihre Eltern waren der Erdgott Geb und die Himmelgöttin Nut.Seth war der Gott der Gewalt und ausserdem der Gott des heissen Wüstenwindes. Er nahm Nephthys zur Frau.
Seth ermordete seinen Bruder Osiris. Der Grund dafür war, dass Osiris in seiner Trunkenheit Isis mit Nephthys verwechselte und versehentlich begattete. Osiris hatte einen Kranz aus Klee bei Nephthys hinterlassen, so wusste Seth, dass sein Bruder bei Nephthys war. Bei dieser Verschmelzung hatte Nephthys den hundsköpfigen Anubis empfangen. Von Seth, dem unfruchtbaren Wüstenwind hätte Nephthys kein Kind empfangen können. Bei besonders hoher Nilflut erreichte das Wasser die Wüstenerde und dort wuchs dort Klee, dann hat Osiris in seiner Trunkenheit Nephthys begattet. Osiris wurde von seinem Bruder Seth hinterlistig dazu gebracht sich in einen Sarg zu legen. Als Osiris dies getan hatte klappten Seth und seine Gesellen den Sarg zu und vernagelten ihn. Dann warfen sie den Sarg in den Nil. Der Sarg des Osiris schwimmt nach Byblos und wächst dort in einen Baum ein. Dieses Einwachsen bedeutet das Wiedereingehen des Osiris in die pflanzliche Natur und seine Regeneration.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die enge Verflechtung von politischer und religiöser Macht im altägyptischen Königtum und die Herausforderung für die neuen Herrscher, die Rolle des Pharaos auszufüllen.
2. Die Religionspolitik von Alexander des Großen bis Ptolemaios III.: Analysiert die Anpassungsstrategien der makedonischen Herrscher an die ägyptischen Traditionen und die Rolle der Königinnen.
3. Isis und Osiris (Sarapis): Untersucht die mythologischen Hintergründe der Götter sowie die Entstehung und Kultpraxis des neuen Sarapiskultes.
4. Zusammenfassung: Fasst die Ergebnisse zur Entwicklung der Religionspolitik und zur Transformation der Götterverehrung in der Alexander- und Ptolemäerzeit zusammen.
Schlüsselwörter
Hellenismus, Ägypten, Sarapis, Isis, Osiris, Pharao, Religionspolitik, Alexander der Große, Ptolemäer, Kultpraxis, Mythologie, Tempel, Herrscherkult, Götterbilder, Maat
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit den religionsgeschichtlichen Veränderungen in Ägypten während der hellenistischen Epoche, insbesondere mit der Integration der neuen Herrscher in das traditionelle religiöse Gefüge.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen die Religionspolitik der Ptolemäer, die Transformation des ägyptischen Pharaonentums und die Entwicklung des Sarapis- und Isiskultes.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Alexander der Große und seine Nachfolger den Pharaonenstatus legitimierten und wie sich die Götterverehrung durch die Verschmelzung ägyptischer und griechischer Elemente veränderte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die primär auf der Auswertung von Fachliteratur sowie auf antiken Quellen und archäologischen Zeugnissen basiert.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Strategie der Herrscher hinsichtlich der ägyptischen Religion und eine detaillierte Betrachtung der mythologischen und rituellen Aspekte der Gottheiten Isis und Sarapis.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Hellenismus, Pharaonentum, Religionspolitik, Sarapis, Isis und Herrscherkult.
Welche Rolle spielte der Hohepriester des Ptah in Memphis für die neuen Herrscher?
Er fungierte als wichtiges Bindeglied zwischen dem lagidischen Königshaus und der ägyptischen Priesterschaft, indem er die offiziellen Krönungsrituale durchführte.
Warum war die Erfindung des Sarapiskultes für die Ptolemäer wichtig?
Der Sarapiskult diente als religiöses Bindeglied, das sowohl die ägyptische als auch die griechisch-makedonische Bevölkerung integrieren konnte, indem er traditionelle ägyptische Züge mit griechischen Formen verband.
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- Dr. Robert Fischer (Author), 2009, Religionsgeschichtliche Aspekte im hellenistischen Ägypten , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155544