Historischer Landnutzungswandel

Auswirkungen der Landnutzung der Römer im Mittelmeerraum


Seminararbeit, 2008

14 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Limes, Symbol der Macht

3. Beeinflussung der natürlichen Bedingungen
3.1. Landwirtschaft
3.2. Waldrodung
3.3. Weitere Auswirkungen auf die Vegetation
3.4. Tagebau

4. Historische Umweltverschmutzung
4.1. Luftverschmutzung
4.2. Wasserverschmutzung
4.3. Entsorgung

5. Heilige Stätten: Naturschutz durch Religion

6. Problem der Quantifizierung

7. Aktuelle Bedeutung historischer Landnutzung

9. Schlussbetrachtung

1. Einleitung

Die Entstehung des römischen Reiches wird allgemein auf das 6. vorchristliche Jahrhundert datiert. Das römische Imperium reicht zur Zeit seiner größten Ausdehnung vom Maghreb bis in den Norden der Britischen Inseln und von der Iberischen Atlantikküste bis etwa zur Ostgrenze der heutigen Türkei. Seinen Ursprung jedoch hat das Reich in der Stadt Rom. Erst im Jahr 476 n.Chr. wird der letzte Kaiser des Weströmischen Reiches abgesetzt. Die einstige europäische Großmacht wird ersetzt durch eine Vielzahl von König- und Kaisertümern, die nun um die Vorherrschaft auf dem Kontinent ringen (BRINGMANN 2002, S.122).

Mit Beginn der Eisenzeit vor etwa 2700 Jahren fingen Menschen in Europa an, statt der bisher benutzten Bronze Eisen zur Herstellung von Werkzeugen und Waffen zu verwenden. Das hatte Auswirkungen auf die Landwirtschaft, die nun der entscheidende Faktor für die Gestaltung der Landschaft durch menschlichen Einfluss werden sollte. Die römische Zivilisation nahm den Einfluss von urbanen Siedlungen auf die Gestaltung der Umwelt in den von ihnen besetzten Gebieten vorweg, die nach dem Untergang des Weströmischen Reiches erst wieder im Mittelalter von Bedeutung war (KÜSTER 1995, S.124-125). Also hatte neben der Landbewirtschaftung die städtische Kultur der Römer auch großen Anteil an dem Prozess der Gestaltung der natürlichen Umwelt. In dieser Arbeit soll dieser Prozess näher betrachtet werden. Dabei werden verschiedene Aspekte der römischen Kultur und des alltäglichen Lebens von Bedeutung sein. Als Informationsquellen sind für die Untersuchung historischer Prozesse verschiedene Forschungsrichtungen- und methoden dienlich. Neben archäologischen Ausgrabungen und der Interpretation schriftlicher Quellen werden auch biologisch-chemische Untersuchungen in heutigen Ökosystemen von Bedeutung sein.

Ziel soll es sein, einen Überblick zum Wirken einer frühen europäischen Kultur auf die sie umgebenden natürlichen Bedingungen zu geben. Dabei wird auch die Frage aufgeworfen werden, inwiefern der Umgang der Römer mit der Natur für den heutigen Charakter der Landschaft des Mittelmeerraumes von Bedeutung ist.

2. Der Limes, Symbol der Macht

Der Limes (siehe Abb.1) ist nicht nur die Grenze des römischen Einflussgebietes und damit Grenze der römischen Landgestaltung. Er ist vielmehr selbst eine Art der Landformung. Der damals mit Verteidigungstürmen und Kastellen bewährte Erdwall ist heute noch in bestimmten Regionen deutlich erkennbar (KÜSTER 1995, S.152-153). Um die Grenze des römischen Reiches verteidigen zu können, wurden viele Soldaten direkt dorthin verlegt. Doch auch die Zivilbevölkerung drang bis an diese Grenzen. So entstand nördlich der Alpen eine Agglomeration von Menschen und Siedlungen. Versorgt wurden diese Menschen mit Nahrung, die zum Teil auch im inneren des Reiches produziert wurde. Um dies gewährleisten zu können, war die entsprechende Infrastruktur vonnöten. Straßen und Brücken wurden gebaut, Siedlungen entstanden, weite Flächen für die Landwirtschaft und Viehhaltung wurden von der Vegetation befreit und Rohstoffe mussten in großem Maße abgebaut werden (ebd, S.154). Die enorme militärische Stärke Roms forderte die zunehmende Ausbeutung der Ressourcen annektierter Gebiete. Dies war Voraussetzung für die Aufrechterhaltung dieser Macht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die Nordgrenze des Römischen Reiches

Bildkoordinaten: 5 Grad ö.L-32 Grad ö.L., 39 Grad n.B.-54 Grad n.B.

Die schwarze Linie zeigt die Grenzbefestigung etwa um das Jahr 0. Nach der Niederlage der Römer im Teutoburger Wald 9 n.Chr. bildet der Rhein die natürliche Grenze (rote Linie) (aus KÜSTER 1995, S.153).

3. Beeinflussung der natürlichen Bedingungen

Eine intensive Landwirtschaft war also Voraussetzung um die Bevölkerung Roms, Zivilisten und Soldaten zu versorgen. Für eine ertragreiche Landwirtschaft in trockenen Gebieten war eine funktionierende Bewässerung nötig. In Nordafrika und dem Westen der Arabischen Halbinsel, in heute vollariden Gebieten, wurden Ölbäume angepflanzt. Dafür mussten die Römer Kanäle, Dämme und Schleusen errichten und konnten so den Boden vor der Erosion bewaren.

Eine andere Form der Urbarmachung der Landschaft ist das Trockenlegen von Mooren oder Seen. In der Provinz Pannonien, die in etwa dem Gebiet des heutigen Ungarn entspricht, wurde der lacus Pelsonis, vermutlich der Balaton, durch Kanäle trockengelegt, um kultivierbares Land zu gewinnen. Die Pontinischen Sümpfe südlich des heutigen Roms waren ein weiteres Projekt, an dem sich Vertreter der römischen Geschichte wie Caesar und Kaiser Augustus versuchten. Auch die Pontinischen Sümpfe sollten kultivierbar gemacht werden. Dieses Unterfangen scheiterte allerdings und konnte nicht umgesetzt werden (BENDER 1994, S.150).

3.1. Landwirtschaft

Wald wurde gerodet um Ackerflächen zu erschließen (THIRGOOD 1981, S.26). Auf Grund des vorhandenen Wissens konnten die Römer bereits eine intensive Landwirtschaft betreiben. Dünger wurden eingesetzt und es gab festgelegte Zeiten des Sähens, Erntens und der Pfluganwendung. Schon seit dem 4. Jahrhundert v.Chr. bestellte man Felder nach Rotationsprinzip und Wissenschaftler verfassten Schriften zum Thema Landwirtschaft (ebd, S.28). Es gab privat organisierte Farmen und zentral organisierte staatseigene Farmen, die große Flächen einnahmen und auf denen Sklaven arbeiteten (ebd, S.29).

3.2. Waldrodung

Die Rodung von Wald um weiterverarbeitbares Holz zu gewinnen war eine zentrale Form der Landschaftsgstaltung. Die römische Zivilisation benötigte riesige Mengen dieser Ressource. Es war Ausgangsmaterial für Gebäude, Möbel, Werkzeug, Maschinen, Belagerungstürme, Transportmittel und Handels- beziehungsweise Kriegsschiffen (HUGHES 1994, S.7). Das Holz von Zitrusbäumen, beispielsweise aus Nordafrika, war ein wertvolles und sehr geschätztes Material für dekorative Holzzimmerdecken und Holzarbeiten in Tempeln. Ebenso wurde es für Möbel verwendet (THIRGOOD 1981, S.41).

Holz war auch das Heizmaterial, das die Öfen im Winter befeuerte und in den Schmieden das Erz schmelzen ließ. Um zu ermitteln, wie hoch der Energiebedarf in einem römischen Haus war, führte man ein Experiment in einem nachempfundenen Wohnraum von 24m3 durch. Um in dem Raum eine Temperatur von ca. 21 Grad Celsius über 4 Tage lang konstant zu gewährleisten, wurden 128 kg Holz und 7 kg Holzkohle benötigt. Hierbei handelt es sich nur um das Beispiel eines Wohnraumes, nicht etwa um den Energiebedarf eines Thermalbades, bei dem der Bedarf an Holz weitaus größer war (BENDER 1994, S.151). Die Stadt Rom war laut Schätzungen bereits eine Millionenstadt, dementsprechend groß waren auch die Mengen an Ressourcen wie Heizmaterial (THIRGOOD 1981, S.35).

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Details

Titel
Historischer Landnutzungswandel
Untertitel
Auswirkungen der Landnutzung der Römer im Mittelmeerraum
Hochschule
Universität Bayreuth  (Biogeographie)
Veranstaltung
Landnutzungsveränderungen
Autor
Jahr
2008
Seiten
14
Katalognummer
V155607
ISBN (eBook)
9783640683697
ISBN (Buch)
9783640683437
Dateigröße
1110 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rom, Landnutzung, Mittelmeerraum, römisches Reich
Arbeit zitieren
Fabian Lehmann (Autor:in), 2008, Historischer Landnutzungswandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155607

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