Dieser 3. Band in der Reihe fachspezifischer Lehrmittel ergänzt einerseits das breit gefasste Thema der Leistungsbezogenen Datenerhebung aus Band 1 und 2 und verknüpft ein weiteres Mal zusätzlich Fachgebiete wie Funktionelle Anatomie, Biomechanik, Pathophysiologie und klinische Diagnostik mit der Thematik des rehabilitativen Trainings im Allgemeinen. Bei akut verletzten oder chronisch kranken Personen ist das therapeutische Ziel die Wiederherstellung der Gesundheit (Körperfunktion, Aktivitäten, Partizipation) und der bisherigen Leistungsfähigkeit.
Abhängig von Diagnose und damit dem Grad der Traumatisierung bzw. Gewebeschaden kann die Verbesserung von Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination, nicht wie bei gesunden Personen üblich, nach den bekannten Trainingsprinzipien auf direktem Weg erreicht werden. Die mit der Schädigung einhergehenden pathomechanischen bzw. pathophysiologischen Veränderungen erfordern ein differenziertes therapeutisches Vorgehen, das die individuellen Voraussetzungen in Form von persönlichen Faktoren und Umweltfaktoren berücksichtigen muss. Insbesondere die Phasen der Wundheilung bedeuten eine mehr oder weniger grosse Einschränkung der therapeutischen Möglichkeiten.
Als eigentliches «Arbeitsbuch» können einzelne Tabellen als Vorlage dienen, zudem sollen bei speziellen Fragestellungen in den vielen Themenbereichen passende Antworten gefunden werden. Letztendlich soll speziell dieser Band helfen, vernetztes Wissen in den erweiterten Themenfeldern von Pathologien, Diagnostik, Therapie und Training unter Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen zu fördern.
Inhaltsverzeichnis
1. Geleitwort
2. Behandlungsstrategie in der Rehabilitation
2.1 Verbesserung der aktiven Belastbarkeit
2.2 Verbesserung der koordinativen Leistungsfähigkeit
2.3 Verbesserung der Ausdauerleistungsfähigkeit
2.4 Verbesserung der Kraftfähigkeiten
3. Grundlagen der Bindegewebsphysiologie
3.1 Funktionen des Bindegewebes
3.2 Bestandteile des Bindegewebes
3.2.1 Syntheseaktivität von Bindegewebszellen
3.2.2 Fibroblasten und Fibrozyten
3.2.3 Chondroblasten und Chondrozyten
3.2.4 Muskeln und Faszien
3.3 Klinik und Pathophysiologie von myofaszialen Triggerpunkten
4. Phasen der Wundheilung
4.1 Therapie in der Entzündungsphase
4.2 Therapie in der Proliferationsphase
4.3 Therapie in der Remodellierungsphase (Konsolidierungsphase)
5. Molekulare und integrative Prozesse nach Muskelverletzungen
5.1 Muskuloskelettale Verletzungen
5.2 Biologie mechanischer Gewebebelastungen
5.2.1 Belastungsinduzierter Gewebeschaden
5.2.2 Phase 1: Pro-entzündliche Reaktion
5.2.3 Phase 2: Regenerationsphase oder anti-inflammatorische Transitionsphase
5.2.4 Phase 3: Remodulierungsphase
6. Anamnese
6.1 Grunddaten
6.2 Systemanamnese
6.3 Flaggen-System
6.4 Erstkontaktfragebogen
6.4.1 Kardinalfragen für Sporttreibende zur Abschätzung des gesundheitlichen Risikos
6.5 Lebensstil Fragebogen
6.6 Allgemeinsymptome
7. Die neuromuskuläre Untersuchung (NMU)
7.1 Multifunktionale Konvergenz am WDR-Neuron
7.2 Nozireaktive Veränderungen der motorischen Muster
8. Muskelfunktionstest (MFT)
8.1 Bodychart
8.1.1 Assessment-Leitfaden zur Realisation der Therapieverordnung gem. ärztlicher Diagnose
9. Pathophysiologische Veränderungen der Muskulatur
9.1 Muskelhypotrophie in der Rehabilitation
9.2 Die Muskulatur beim älteren Menschen
9.3 Propriozeption/Tiefensensibilität
9.4 Regionale Schaltstellen der Schmerzverarbeitung
10. Sensomotorische Leistungen im Kontext arthromuskulärer Koordination
11. Quantifizierung struktureller Gewebebelastung
11.2 Biomechanische Aspekte muskulärer Kräfte
12. Die Muskulatur bei Trainingsmangel oder Trainingsabbruch
12.1 Pathologische und physiologische Prozesse mit Muskelhypotrophie
12.2 Der Muskel bei Schmerzen und Gelenkveränderungen
13. Quantitative Testung der Kraft
13.1 Grundstufen der Kraftmessung
14. Die menschliche Motorik
14.1 Ablauf einer willkürlichen Bewegungshandlung
14.2 Trainingsbedingte Vermehrung und Festigung synaptischer Verbindungen
14.3 Praktischer Nutzen neuronaler Anpassungen auf Ebene des ZNS
15. Posturale Ontogenese in der Vertikalisierung des Menschen
16. Leistungen der Gleichgewichtsfähigkeit im Dienste der Posturalen Kontrolle
16.1 Koordinative Fähigkeiten und Fertigkeiten
16.2 Posturale Kontrolle
16.3 Die Orientierungen des Menschen
16.4 Organisation des Gleichgewichts
16.5 Arten der Gleichgewichtsfähigkeit
16.6 Personenbezogene Faktoren der Posturalen Kontrolle
16.7 Testing der Gleichgewichtsleistungen
16.8 Biomechanische Belastungsindikatoren
16.9 Der Trainingsaufbau
17. Die Funktionellen Körperabschnitte
17.1 Posturale Grundlagen
18. Sportschaden, Sportverletzung
18.1 Ursachen von Sportverletzungen
19. Die Schulter
19.1 Funktionelle Anatomie von Schultergelenk und Schultergürtel
19.2 Schulterinstabilität
20. Krankheitsbilder und Schmerzsymptomatiken der Schulter
20.1 Myofasziales Schmerzsyndrom
20.2 Impingement-Syndrom
20.3 Die «Werferschulter»
20.4 Pathologie der Supraspinatussehne
20.5 Pathomechanik der langen Bicepssehne
20.6 Frozen Shoulder
20.7 Schulterluxation
20.8 Epicondylopathie
20.9 Karpaltunnelsyndrom
20.10 Supinatorsyndrom
20.11 Thoracic-Outlet Syndrom
21. Funktionelle Bewegungsanalyse im Krafttraining
21.1 Das Gelenkspiel (joint play)
21.2 Indikation von Trainingsübungen bei eingeschränkter Belastbarkeit der Schulter
22. Differentialdiagnostische Voruntersuchung bei Beschwerden
22.1 Schmerzen beim Training
22.1.1 Systematik des Trainingsprogrammes
23. Das Knie
23.1 Kniescheibe / Patella
23.2 Biomechanische Aspekte des Kniegelenks
23.2.1 Belastung der Beinachsen
23.3 Funktionelle Anatomie der Knie
23.4 Meniskusläsionen
23.5 Kreuzbänder
23.5.1 Therapie nach VKB-Rekonstruktion
23.6 Baker Zyste
23.7 Anterior Knee Pain
23.8 Anteriores Knie-Impingement (Hoffa’s Disease)
23.9 Plica-Syndrom
23.10 Tractus (iliotibialis)-Syndrom («Läufer-Knie»)
23.11 Schienbeinkantensyndrom (Shin Splints)
24. Gonarthrose
25. Der Fuss
25.1 Statik der Füsse
25.1.1 Entwicklung des Knick-Senkfusses
25.2 Das Fusskelett
25.2.1 Unteres Sprunggelenk (USG) und Fuss
25.3 Tarsaltunnelsyndrom
25.4 Gang- und Laufanalyse
25.5 Tractus-iliotibialis-Syndrom
25.6 Achillessehnenschmerzen
25.6.1 Exzentrisches Training der Achillessehne
25.6.2 Training der reaktiven Kraftentwicklung
25.7 Sprunggelenkverletzungen
25.7.1 Pathomechanik der Fussdistorsion
25.7.2 Biomechanik des Oberen Sprunggelenkes
25.7.3 Chronische Instabilität des OSG
26. Anthropologische Schlussbetrachtung der menschlichen Lokomotion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit richtet sich an Fachleute in der Bewegungs- und Gesundheitsförderung und beleuchtet die komplexen Zusammenhänge zwischen funktioneller Anatomie, Biomechanik, Pathophysiologie und klinischer Diagnostik im Kontext des rehabilitativen Trainings. Zentrales Ziel ist es, ein fundiertes Verständnis für die medizinische Trainingstherapie zu vermitteln, um gezielte und effektive Maßnahmen zur Wiederherstellung und Verbesserung der Belastbarkeit von Patienten zu ermöglichen.
- Grundlagen der Bindegewebsphysiologie und Wundheilungsphasen
- Differenzierung und klinische Bedeutung von pathologischen Veränderungen der Muskulatur
- Biomechanische Analyse und Quantifizierung von Gewebebelastungen
- Praktische Umsetzung von Anamnese, neuromuskulärer Untersuchung und spezifischen Testverfahren
- Einsatz von rehabilitativem Training bei spezifischen Verletzungen (z.B. Schulter, Knie, Sprunggelenk)
Auszug aus dem Buch
Pathophysiologische Veränderungen der Muskulatur
Der mechanische Output einer Muskelkontraktion ist die Erzeugung eines potentiellen Drehmoments. Weil sich der wirksame Hebel (Kraftarm) entsprechend der Gelenkanatomie während einer Bewegung verändert und der Muskel in seiner mittleren physiologischen Länge am meisten Kraft entwickelt, resultiert für jede Gelenkstellung eine typische Drehmomentverlaufskurve.
Mit zunehmender Bewegungsgeschwindigkeit nimmt die maximal produzierbare Kraft ab. Wird die vom Muskel erbrachte Leistung in Abhängigkeit der Bewegungsgeschwindigkeit gesetzt, zeigt sie einen Anstieg unter zunehmender Geschwindigkeit bis zu einem Maximum. Bei weiter steigender Bewegungsgeschwindigkeit fällt die Muskelleistung wieder ab (siehe Abb. 33).
Physikalische Beziehung zwischen Kraft, Weg und Zeit
Leistung (P) = Arbeit pro Zeit bzw. Kraft x Weg/Zeit oder Kraft (F) x Geschwindigkeit (V); Leistung kann auch mit einem energetischen bzw. kalorischen Wert gleichgesetzt werden:
1 Watt = 1 Newton mal Meter pro Sekunde d.h. 1[W] = 1 [N x m/s] = 1 Joule pro Sekunde oder 1[Js] = 0.239 cal/s
Die mittlere physikalische Leistung ist dann am grössten, wenn mit einem Widerstand von 45-60% des maximalen Widerstands trainiert und dabei eine Bewegungsgeschwindigkeit von 30-50% der V max. vorgegeben wird. Wenn Krafttraining auch zur Unterstützung einer negativen Energiebilanz genutzt werden soll, dann ist gemäss den beiden Belastungskurven in diesen prozentualen Bereichen von Last und Geschwindigkeit der höchste Kalorienverbrauch zu erreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
Geleitwort: Erläutert die sozio-ökonomische Bedeutung von Bewegungsmangel und die zentrale Rolle des Trainings als therapeutisch wirkende Komponente bei chronischen Beschwerden.
Behandlungsstrategie in der Rehabilitation: Definiert die rehabilitative Therapie als Prozess zur Wiederherstellung der Alltagsbelastbarkeit durch gezielte, systematisierte Trainingsmassnahmen.
Grundlagen der Bindegewebsphysiologie: Analysiert die biochemische Struktur, Funktion und Belastbarkeit verschiedener Bindegewebstypen unter physiologischen Gesichtspunkten.
Phasen der Wundheilung: Beschreibt die biologischen Phasen (Entzündung, Proliferation, Umbau) und die daraus abgeleiteten therapeutischen Interventionen zur individuellen Belastungssteuerung.
Molekulare und integrative Prozesse nach Muskelverletzungen: Untersucht die immunologischen und regenerativen Abläufe in der Skelettmuskulatur nach einer Verletzung und diskutiert Einflussfaktoren auf die Wiederherstellung.
Anamnese: Vermittelt die Bedeutung der problemfokussierten Anamnese sowie der Systemanamnese zur Identifikation von individuellen Belastungsfaktoren und Risiken.
Die neuromuskuläre Untersuchung (NMU): Stellt das klinisch-diagnostische Vorgehen dar, um funktionelle Störungen am Bewegungsapparat regional einzugrenzen.
Muskelfunktionstest (MFT): Erläutert die mechanischen Grundlagen der Kraft und die praktische Durchführung der manuellen Testung zur qualitativen Einstufung der Muskelleistung.
Pathophysiologische Veränderungen der Muskulatur: Behandelt die Leistungsfähigkeit des Muskels unter Berücksichtigung von Geschwindigkeit, Kraftoutput und altersbedingten Degenerationsprozesses.
Sensomotorische Leistungen im Kontext arthromuskulärer Koordination: Diskutiert die hierarchische Steuerung der Motorik und die Bedeutung der Propriozeption für ein effektives Training.
Quantifizierung struktureller Gewebebelastung: Führt in die biomechanischen Grundlagen zur Ermittlung von Kräften und Drehmomenten bei Bewegungsabläufen ein.
Die Muskulatur bei Trainingsmangel oder Trainingsabbruch: Analysiert die Folgen reduzierter Aktivität, wie Muskelatrophie, und die Bedeutung der Re-Innervation.
Quantitative Testung der Kraft: Detailliert die manuelle Kraftgrad-Einstufung nach Janda und grenzt sie zur Dynamographie ab.
Die menschliche Motorik: Beschreibt die zentralnervöse Ansteuerung von Muskelkontraktionen und die Modifizierbarkeit neuronaler Netzwerke durch Training.
Posturale Ontogenese in der Vertikalisierung des Menschen: Beleuchtet die evolutionäre Entwicklung und die Bedeutung des aufrechten Ganges für das menschliche Haltungssystem.
Leistungen der Gleichgewichtsfähigkeit im Dienste der Posturalen Kontrolle: Erörtert die Bedeutung der Stabilitätskontrolle für die Sturzprophylaxe und die Limitationen des Trainings auf instabilen Unterlagen.
Die Funktionellen Körperabschnitte: Gliedert den Bewegungsapparat in funktionelle Einheiten und beschreibt deren Zusammenwirken in kinematischen Ketten.
Sportschaden, Sportverletzung: Differenziert zwischen reversibler Sportverletzung und irreversiblem Sportschaden sowie deren Entstehungsursachen.
Die Schulter: Vermittelt die komplexe funktionelle Anatomie und Pathomechanik des Schulterkomplexes inklusive wichtiger Untersuchungstests.
Krankheitsbilder und Schmerzsymptomatiken der Schulter: Detailliert die Behandlung von Beschwerdebildern wie Impingement, Frozen Shoulder und Rotatorenmanschettenrupturen.
Funktionelle Bewegungsanalyse im Krafttraining: Bietet einen analytischen Leitfaden zur Optimierung der Trainingseffizienz und zur Vermeidung von Fehlbelastungen.
Differentialdiagnostische Voruntersuchung bei Beschwerden: Bietet einen systematischen Ansatz zur Schmerzidentifikation bei der Trainingsberatung.
Das Knie: Beschreibt die Anatomie und Biomechanik des Kniegelenks als Scharnier-Drehgelenk im Kontext extremer mechanischer Anforderungen.
Gonarthrose: Erläutert die Pathogenese und die konservativen Behandlungsoptionen bei arthrotischen Veränderungen im Kniegelenk.
Der Fuss: Analysiert die komplexe Struktur, Biomechanik und Pathophysiologie des Fusses als Basis der Aufrichtung und Fortbewegung.
Anthropologische Schlussbetrachtung der menschlichen Lokomotion: Fasst die evolutionären Anpassungen des Menschen an den aufrechten Gang zusammen.
Schlüsselwörter
Rehabilitationstraining, Medizinische Trainingstherapie, Biomechanik, Gelenkbelastung, Muskulfunktionsdiagnostik, Propriozeption, Sensomotorik, Wundheilung, Bindegewebsphysiologie, myofasziales Schmerzsyndrom, Posturale Kontrolle, Anamnese, Bewegungsanalyse, Krafttraining, Patientenmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das primäre Ziel der in der Arbeit beschriebenen rehabilitativen Therapie?
Das primäre Ziel ist, dass der Patient seine alltäglichen Bewegungshandlungen wieder weitgehend uneingeschränkt beherrscht, indem die physische Belastbarkeit der betroffenen Regionen wiederhergestellt, gesichert und verbessert wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse von Bewegungsabläufen genutzt?
Es werden biomechanische Modelle verwendet, die es erlauben, aufrtretende Kräfte und Drehmomente zu quantifizieren und in einem Modell zu übertragen, um adäquate Therapiemassnahmen gezielt abzuleiten.
Worum geht es im Abschnitt über das Bindegewebe grundsätzlich?
Es geht um die physiologischen Grundlagen der verschiedenen Bindegewebsarten (wie Sehnen, Knorpel, Bänder), deren Regenerationsfähigkeit, die Bedeutung von mechanischen Reizen für den Stoffwechsel und die klinische Relevanz bei Verletzungen.
Welche Rolle spielt die Anamnese im rehabilitativen Training?
Die Anamnese bildet die professionelle Grundlage zur Erfassung der Krankengeschichte, zur Identifikation von Risiken (Red Flags) und zur problemfokussierten Planung des Trainingsassessments.
Was wird unter „posturaler Kontrolle“ verstanden?
Posturale Kontrolle ist die Fähigkeit des Körpers, eine Position des Schwerpunkts über bzw. innerhalb der Unterstützungsfläche zu sichern, was eine essenzielle Voraussetzung für die Stabilität gegen die Schwerkraft bei allen Arten von Bewegungen ist.
Welche Bedeutung haben myofasziale Triggerpunkte für die Diagnose von Schulterschmerzen?
Sie verursachen übertragene (ausstrahlende) Schmerzen, die oft mit strukturellen Defekten verwechselt werden können. Die Deaktivierung dieser Punkte ist ein kausaler Bestandteil effektiver Schmerztherapie.
Warum ist das "Gleichgewichtstraining" auf labilen Unterlagen laut dem Autor kritisch zu sehen?
Der Autor argumentiert, dass diese oft unspezifisch sind und wenig Bezug zum Alltag und zur realen sportlichen Belastung haben. Er sieht den Nutzen primär in der Verbesserung der Reaktionsgeschwindigkeit, empfiehlt aber, das Haupttraining auf stabilen Flächen durchzuführen.
Was unterscheidet eine Sportverletzung von einem Sportschaden?
Eine Sportverletzung heilt in der Regel wieder aus (restitutio ad optimum) ohne bleibende funktionelle Einschränkungen. Ein Sportschaden hingegen beschreibt eine strukturell irreversible Veränderung, die die Gelenkfunktion nachhaltig negativ beeinträchtigt.
Warum wird das Training mit der Beinpresse der Kniebeuge bei Patienten mit Gonarthrose vorgezogen?
Die Beinpresse ermöglicht eine sehr gute Dosierbarkeit der Belastung, schaltet die Scherkräfte durch die kontrollierte Bewegung aus und erlaubt ein Training der Kniestrecker bei geringerer intraartikulärer Druckbelastung.
Welche Aspekte sind für die Rehabilitation nach VKB-Rekonstruktion besonders wichtig?
Neben der Stufenplanung des Trainings ist entscheidend, dass eine vollständige Einheilung des Implantats erst nach ca. 16 Wochen erfolgt und dass ein Fokus auf exzentrischem Training und der neuromuskulären Ansteuerung liegt, um destruktive Scherkräfte (Tibiavorschub) zu vermeiden.
- Citar trabajo
- Urs Geiger (Autor), 2025, Pathologien am Bewegungsapparat und ihre trainingstherapeutischen Konsequenzen, Band 3, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1556194